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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.05.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-05-30
- Erscheinungsdatum
- 30.05.1900
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- Deutsch
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123, 30. Mai 1900. Amtlicher Teil. 4147 Regelungen gewisser Punkte, und über nationale Wünsche, die von den betreffenden Vertretern auf dem Kongresse geäußert worden sind. Damit Sie sich überzeugen, daß es sich in vielen Beziehungen um Interessen handelt, die den Sortimentsbuchhandel gerade so gut angehen wie den Verlagsbuchhandel, erwähne ich, daß von den 75 Beschlüssen 24 sich direkt mit den Verhält nissen des Sortimentsbuchhandels beschäftigen, das heißt mit Schutzmaßregeln für diesen im wohlverstandenen Interesse des Gesamtbuchhandels. Der Herr Vorsitzende hat bereits gesagt, daß auf jedem Kongreß die Frage der Einhaltung der Laden preise berührt worden ist. Es sind Vorschläge gemacht worden, von denen wir sagen dürfen, daß sie einige Aussicht haben, die Frage weiter vorwärts zu bringen und zu klären, nicht nur international, sondern auch in den einzelnen Ländern, die davon betroffen worden sind. Ich will mir erlauben, die Ueberschrifteu einiger Beschlüsse vorzulesen, um zu zeigen, wie wichtig die Gegenstände sind und daß sie auch die Interessen des Sortimentsbuchhandels berühren: »Notwendigkeit einer systematischen Anordnung der buchhändlerischen Kataloge« — eine bekannte bibliographische Streitfrage, von der es erwünscht ist, daß sie nicht nur vom Standpunkte der Bibliotheksleiter, sondern vom Standpunkte der Verleger und Sortimenter geprüft werde. Ferner die Wiener Postkonvention, von der vielleicht den Meisten von Ihnen sehr wenig bekannt ist, die aber vom Standpunkte des Buchhandels aus unbedingt zu bekämpfen ist. Der Beschluß lautete damals: »Die der Wiener Postkonvention nicht beigctretenen Regierungen sind zu bitten, derselben fernzubleiben, oder, falls sie glauben, derselben beitreten zu müssen, den Sortimcntsbuchhändlern wenigstens keine Konkurrenz zu machen.« Es ist das die wichtige Frage der Konkurrenz der Post im Journalvertrieb. Ferner: Bezeichnung des Formats in der Bibliographie; die Anwendung des wichtigen Begriffes Auflage. Wieviel Schwierigkeiten im Sortimentsbuchhandel entstanden sind dadurch, daß für Ausgabe und Auflage in fremden Sprachen wie in der deutschen oft dieselben Worte gebraucht werden, brauche ich nicht auszuführen. lieber Zeitungs- und Zeitschriftcnabonnements; Bestimmungen betreffend die ä oonck.-Sendungen u. s. w. Es würde zu weit führen, die einzelnen Beschlüsse Ihnen vorzuführen. Sodann über die Verpflichtung des Verlegers, Lieferungen von im Erscheinen begriffenen Werken zu ersetzen, wenn sic verloren gehen ohne Schuld des Sortimenters. Ersatz von Defekten, also Verpflichtung des Verlegers, beim Neudruck eines Werkes dafür zu sorgen, daß er eine genügende Anzahl Bogen zur Verwendung hat, um Defekte zu ersetzen, die sonst den unglückseligen Sortimenter in die Lage bringen können, eine ganze Serie zurücknehmen zu müssen, weil ohne sein Ver schulden beim Verleger oder beim Buchbinder ein falscher Bogen eingebunden worden ist oder ein Bogen ganz fehlt. Ueber internationale Auskunftsstellen. Und dann kehrt auf jedem Kongreß wieder: Verbot der Ankündigung von Rabatt. Der Brüsseler Kongreß hat hier beschlossen: »Der Kongreß spricht den Wunsch aus, die Verleger- und Sortimentervereine möchten in Anlehnung an die in den Satzungen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in Leipzig vorhandene Organisation eine Fachordnung aus- arbeitcn behufs Verbotes der öffentlichen Ankündigung und Jnserierung von Rabatt auf alle in den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel gelangenden Veröffentlichungen mit Ausnahme der in den Antiquariats- und Restbuchhandel übergegangenen Werke. Ferner empfiehlt der Kongreß den genannten Vereinen, geeignete Mittel ausfindig zu machen, um bei allen Ver käufen au das Publikum dem Ladenpreis wieder Geltung zu verschaffen.« Ich habe das wörtlich wiedergegeben. Jeder, der z. B. mit dem Ladenpreis im Musikalienhandel einigermaßen vertraut ist, wird begreifen, was für eine Bedeutung es hat, wenn die internationalen Verlegerkongresse die Notwendigkeit empfinden, zu versuchen, den Ladenpreis für den Musikalienhaudel hervorzurufen. Ich will es mir versagen, weitere Beschlüsse vorzuführen; das Angeführte genüge. Ich glaube Sie damit über zeugen zu könne», daß wenn wir auf den bisherigen Kongressen zwar oft die Lehrenden gewesen sind, wir aber in manchen Beziehungen auch die Lernenden sind und weiter sein werden, wenn es uns gelingt, die Intelligenz der ausländischen Verleger einmal nach unserem buchhändlerischen Centralpunkt Leipzig zu ziehen. Ueber den Termin und die Dauer des Kongresses und dergleichen haben wir Wohl noch Zeit, weiteren Bericht zu erstatten, da uns über ein Jahr noch von der Einberufung des Kongresses trennt. Gestatten Sie nur noch die Mitteilung, daß der vorbereitende Ausschuß, der mit Billigung des Börsenvereinsvorstandes die Angelegenheit in die Hand genommen hat, eine Einladung zum Besuch des Kongresses und zu Vorbesprechungen an die Elite des deutschen Verlagsbuchhandels, so weit eine Liste, die eilig aufgestellt werden mußte, denselben enthielt, ausgesandt hat. Wir haben die Freude, konstatieren zu können, daß 35 Herren sich bereit erklärt haben, am nächsten Dienstag vormittags 10 Uhr hier im Buchhändlerhause der konstituierenden Sitzung des zukünftigen Kongreßausschusses beizuwohuen. Ich gestatte mir, an die Anwesenden, aber von uns nicht Eingeladenen die Bitte auszusprechen, an dieser Sitzung teilnehmen zu wollen, da es uns in erster Linie darauf ankommen muß, Anregungen aller Art in der Sitzung zu bekommen, die sich schließlich zu einer Tagesordnung verdichten, die der Stellung des deutschen Verlags und des deutschen Buchhandels würdig ist. Sie wissen alle, meine Herren, daß wir, wie es auch im Geschäftsberichte des Vorstandes heißt, nicht imstande sind, den fremden Besuchern zu°bieten, was die Weltstädte Brüssel, Paris und London bieten können. Bei uns muß der Schwerpunkt in der Arbeit liegen, die in der Tagesordnung schließlich zum Ausdrucke kommt, und es werden uns Anregungen aus dem Verlagshandcl, die aus Deutsch land, Oesterreich und der Schweiz kommen, im gegenwärtigen Moment, wo die internationalen Verleger noch nicht ein geladen werden können, hochwillkommen sein. Ich richte auch die Bitte an diejenigen Herren, die dem Vcrlagsbuchhandel vielleicht nur dadurch angehören, daß sie einen kleinen Fremdenführer verlegt haben, °oder sonst irgend ein Interesse an dem Verlagsbuchhandel haben, ohne ihm selbst anzugehören, uns mit Anregungen zu kommen, damit wir imstande sind, allen Interessentenkreisen etwas zu bieten, was es der Mühe wert macht, im Jahre 1901 nach Leipzig zu kommen. Ich kann also damit schließen, und glaube im Namen des vorbereitenden Ausschusses sprecheü zu können, wenn ich Sie bitte, Ihre Sympathie über den Rahmen dieses Saales hinaus dem künftigen Verlegerkongreß zu widmen und an Ihrer Stelle dazu beizutragen, daß er abschließt als würdig für unseren deutschen Buchhandel und vielleicht als der ergebnisreichste und erfolgreichste der Kongresse, die bisher stattgefunden haben. (Bravo!) 556«
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