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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.04.1900
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- 1900-04-30
- Erscheinungsdatum
- 30.04.1900
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98, 30, April 1900. Nichtamtlicher Teil. 3317 Was macht den Rappen leicht die Fuhr? Es ist die löbliche Censur. Denn, wenn was z'arg fällt ins Gewicht, Sa leidet's diese Freundin nicht. Herrn Gutenberg dank' ich die Fracht, Die mich zum Musenfuhrmann macht. Drum will ich auf sein Angedenken An jedem guten Berg Eins trenken. An diesem Reime merken die Sachsen, Wo ich und meine Fracht gewachsen. Auf beiden Seiten des Wagens sah man die kräftigen Gestalten der Packer und Spanner, sowie der Fuhrknechte, alle in den schönen Sammetwamsern mit blanken Knöpfen, die ihrer Festkleidung ein altertümlich anziehendes Gepräge geben. In Holzhausen bei Göppingen, der Heimat Mühl- häusers, wurde der Festwagen von der versammelten Schul jugend und ihren Lehrern feierlich empfangen und mit Ge sang durch das Dorf geleitet. In Göppingen selbst mußte, da die Einwohner zu spät von der festlichen Bedeutung dieser Fahrt gehört hatten, der Wagen, als er die Stadt verlassen hatte, wieder umkehren und noch einmal durch die ganze Länge derselben fahren, freudig begrüßt von zahl reichen Zuschauern. In Leipzig wurde dem Wagen unter anderem folgende poetische Begrüßung zu teil: Jmprovisatorischer Gruß au den Festwagcn, welcher geschmückt vonSchwabeu nach Leipzig kam. Sey festlich uns gegrüßt vom schönen Schwabenlande, Du Wagen, der so stattlich durch die Straßen zieht; Sey uns gegrüßt an unsrer Pleiße grünem Strande, Wo noch das Herz in Lust und Jubelfrcude glüht. Sie sind vorbei des Jubelfestes heitre Stunden, Noch blüht der Jubelkranz, den Dankbarkeit gewunden. Bring' heim den Festesgruß von Elster, Parthe, Pleiße, Bring' freudig ihn zu Schwabens hochbeglückten Au'n. Es gilt der Kunst zu ihrer Meister Ruhm und Preise; Durch Thaten wollen wir des Dankes Tempel bau'n. Es gilt der Kunst, in Sachsen wie im Schwabenlande Sey sie gcheiliget durch höh'rer Weihe Bande. In Stuttgart selbst richteten sich unter den auf die mannigfaltigste Weise verzierten Gebäuden der Hauptstraße besonders aufmerksame Blicke auf das Gewölbe des Buch händlers und Komiteemitgliedes Paul Neff, dessen Ein gang von großen mit Grün eingefaßten Medaillons um geben war, auf denen man eine Reihe wichtiger Momente der litterarischen Entwickelung Schwabens nach der Zeitfolge geordnet las: 1440 Erfindung der Buchdruckerkunst, 1475 erste Buchdruckerei in Schwaben, 1477 Universität Tübingen, 1486 erste Buchdruckerei in Stuttgart, 1571 Geburt Johann Keplers, 1640 Gründung der Cotta'schcn Buchdruckcrei, 1647 erste Zeitung in Stuttgart, 1670 erste Buchhandlung in Stuttgart, 1686 das Gymnasium in Stuttgart, 1759 Geburt Friedrich Schillers, 1770 die Carls-Akademie, 1822 neue Epoche des Stuttgarter Buchhandels. Ein Festgottesdienst in der Stiftskirche, ein Festakt auf dem Marktplatz, wo Wolfgang Menzel die Festrede hielt, sowie ein Festmahl im Redoutensaal, bei dem u. a. Freiherr von Cotta, I. F. Steinkopf, dieser letztere auf »Deutsch land und die Presse«, sowie vr. Adam aus Ulm, der Be sitzer der Stettinschen Buchhandlung dort, toasteten. Die Buchhändlergehilsen Stuttgarts, die in dem Festzuge sämtlich mit ihren Landeswappen vertreten waren, brachten den an wesenden Prinzipalen ein Lebehoch, der Sekretär des Ko mitees, Buchhändler I. F. Liesching, gedachte der vater ländischen Dichter, und den letzten Trinkspruch bildete ein Toast des Stadtschulthcißen Gutbrod-Stuttgart, auf »das Lieblichste und Schönste,« was die Natur hervorgebracht, auf das, woran Stuttgart gerade so reich gesegnet sei, die liebens würdigen Frauen und Jungfrauen Stuttgarts. Mit Gesang und Ball schloß abends der erste Tag der SiebkniindstchMler Jabryavz. Stuttgarter Gutenbergfeier im Jahre 1840. Der zweite Tag war einem Ausflug nach der Solitude gewidmet, zu dem sich zahlreiche Teilnehmer eingefunden hatten. Die am späten Abend Heimkehrenden begrüßte am Feuersee, wo die Fackeln zusammengeworfen wurden, in bengalischem Lichte eine Kolossal statue Gutenbergs und eine an dem Hause des Buchhändlers und Komiteemitgliedes Karl Hoffmann angebrachte Inschrift: Was Du der Welt gegeben, Gutenberg, Mann der Völker, Es verbreite Licht auf Licht Die fernsten Jahrhunderte hindurch! Unter dem Schutze der Weisheit und Kraft Unter dem Schutze segnender Fürsten Gleich dem Unfern. Noch mag es von Interesse sein, die Namen derjenigen württembergischen Buchhändler kennen zu lernen, die an diesem Feste teilnahmen. Es waren aus Stuttgart F. F. Auten- rieth, H. W. Beck, Ehr. Belser, I. F. Cast, Freiherr G. vou Cotta, C. A. Ebner, Heinrich Erhard, C. F. Etzel, G. Fränkel, Carl Göpel, Louis Hallberger, L. Hänel, Carl Hoffmann, Karl Jmle, F. H. Köhler, Ad. Krabbe, Ad. Liesching, I. F. Liesching, Paul Neff, C. Schill, E. Schweizerbart, Fr. Schweizerbart, C. Seubert, A. Sonnewald, I. F. Stein kopf, A. Stoppani, Gustav Süßkiud, I. Ullrich, I. Weise. — Auswärtige Teilnehmer: 1)r. PH. L. Adam aus Ulm, I. M. Daunheimer aus Eßlingen, Karl Drechsler aus Heil- broun, I. F. Ebner aus Ulm, L. F. Fues aus Tübingen, Gack aus Rottcuburg, I. B. Heberle aus Biberach, I. Heß aus Ellwangen, Katz aus Pforzheim, Lingenhöl aus Wangen, I. C. Mäcken aus Reutlingen, Nast aus Ludwigsburg, L. Rommelsbacher aus Tübingen, Schoenbrod aus Ellwangen, F. Schwend aus Hall. Um diese Prinzipale scharten sich 43 Gehilfen, unter ihnen 21 Nicht - Württemberger. Der Gedanke einer Stiftung für das Jubelfest des kom menden Jahrhunderts im Betrage von 100 Gulden ging von Paul Neff-Stuttgart aus. Ebenso sollten die sämtlichen kost bar gebundenen typographischen Denkmale der Neuzeit, die den Festzug schmückten, zum unveräußerlichen Eigentum für die Stuttgarter Stadtbibliothek erworben werden. Die aus dem Inland und Auslande eingegangenen Fest geschenke wurden ebenfalls der städtischen Bibliothek in Stutt gart überwiesen. Es waren folgende: 1. Von dem Verleger vr. Adam in Wien: Häßler, vr. K. D., Professor am Gymnasium in Wien, Die Buch drucker-Geschichte Wiens zur IV. Säkularfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst geschrieben. Mit neuen Beiträgen zur Kulturgeschichte, dem Faksimile eines der ältesten Drucker und sechs artistischen Beilagen, besonders zur Geschichte der Holz schneidekunst. 2. Von dein Verleger I. P. Himmer in Augsburg: Mezger, G. C., Professor und Bibliothekar, Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, die in der ver einigten Königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst auf bewahrt werden. Nebst einer kurzen Geschichte des Bücher druckes und Buchhandels in Augsburg. Mit 37 Abdrucken von Original-Holzschnitten aus dem 15. und 16. Jahrhundert. 3. Vou dem Verleger Carl Kollmann zu Augsburg: Meyer, Vv. G. E., Die Buchdruckerkunst in Augsburg bei ihrem Entstehen. Eine Denkschrift zur Feier des vierten Säkularfestes der Erfindung Gutenbergs. Von den Buch druckern und Buchhändlern Augsburgs gewidmet. 4. Von dem Verleger B. G. Teubner in Leipzig: Vv. K. Falkenstein, Geschichte der Buchdruckerkunst in ihrer Entstehung und Ausbildung. Ein Denkmal zur vierten Säkularfeier der Erfindung der Typographie. Mit einer reichen Sammlung in Holz und Metall geschnittener Faksimile der seltensten Holzdrncke, Nachbildungen von Typen alter berühmter 445
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