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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.03.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-03-19
- Erscheinungsdatum
- 19.03.1900
- Sprache
- Deutsch
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64, 19. März 1900. Nichtamtlicher Teil. 2177 Nichtamtlicher Teil. Verein Dresdner Buchhändler. Auszug aus dem Bericht über die Hauptversammlung vom 28. Februar 1900 im Restaurant »Drei Raben«. Der stellvertretende Vorsitzende Herr Heinze eröffnet 8 Uhr 50 Min. die statutengemäß einberufene Hauptversamm lung in Anwesenheit von 18 Mitgliedern. Nachdem das Protokoll über die Versammlung vom 9. September 1899 vorgelesen und genehmigt ist, kommt der Jahresbericht des erkrankten Vorsitzenden Herrn Ehlers zur Verlesung. Folgen des sei ihm entnommen: Mit Genugthuung ist festzustellen, daß keine Klage wegen Satzungsübertretung vorgekommen ist; gleichwohl hat es dem Vorstande an Arbeit nicht gefehlt. Die erste an uns heran tretende Frage, die der Satzungsänderung, konnte leider nicht zum Abschluß gebracht werden, vielmehr muß um mehrerer vom Amtsgericht beanstandeter Punkte wegen der ganze Apparat von neuem in Bewegung gesetzt werden; gelungen ist uns dagegen, das zwischen dem Verein und dem Sächsischen Verbände bestehende Verhältnis zum Teil wiederherzustellen. — Es sei sodann des erfreulichen Erfolges gedacht, den unsere Eingabe und die dankbar anerkannten Bemühungen des Herrn Hofbuchhändlers Lehmann unserer hohen Behörde gegen über in der Ihnen allen bekannten Rabattangelegenheit gehabt hat. Kurz nachdem dieser schwerwiegende Fall zu unserer Genug thuung erledigt worden war, trat die Studentenschaft der hiesigen technischen Hochschule durch ihren Ausschuß an alle hiesigen Firmen mit der Forderung um Gewährung von 10 Prozent Rabatt heran. Wir begegneten diesem Ansinnen natürlich ablehnend unter Beifügung eines ausführlichen Schreibens, das uns der Vorstand des Börsenvereins auf unsere Bitte hierzu zur Verfügung gestellt hatte. — Unfern Versuch mit Herausgabe eines gemeinsamen Weihnachtskataloges dürfen wir als gelungen ansehen; infolge der allgemeinen lebhaften Unterstützung sowohl von seiten des Sortiments wie des Verlags, erzielten wir sogar einen unerwarteten pekuniären Erfolg, der uns zu erneuter Herausgabe des Katalogs ermutigt und die An stellung eines Geschäftsführers ermöglicht; bei der gewaltigen Arbeit wäre einer solchen Hilfe künftig allerdings auch nicht zu entraten. — Einer Aufforderung der Handels- und Gewerbekammer folgend, haben wir für den Jahresbericht die Abteilung »Buchhandel« bearbeitet, meinend, daß mehr als bisher unseres Standes Lage der Oeffentlichkeit unter breitet werden solle. — Die Frage der Zeitschriften-Bestell gelder, bereits seit 1898 im Fluß, haben wir bis zur post seitigen Regelung der Bestellgelder auf sich beruhen lassen. Uebrigens macht sich schon setzt die Wirkung des neuen Post zeitungstarifs geltend, indem der Verlag einer der ver breitetsten Familienzeitschriften es für angezeigt hält, unter völliger Umgehung des Sortimentsbuchhandels Probenummern und Prospekte seiner Zeitschrift zu verbreiten, denen eine »An das Kaiserliche Postamt« adressierte Bestellkarte an geheftet war. — Auch von anderen ungünstigen Erscheinungen war das abgelaufene Jahr nicht frei, und wir gedenken dabei insbesondere des eigentümlichen Vertriebs von Wuttke, Sächs. Volkskunde, welches Werk seitens des Verlegers G. Schön feld in Dresden einem großen Teil des Publikums billiger als dem Buchhandel angeboten wurde, sowie der von der Firma F. A. Brockhaus-Leipzig bekannt gegebenen Lieferungs bedingungen für »Berling, Meißner Porzellan«. — Erfreulicher weise scheint der Zeitungsbuchhandel in Dresden zum Still stand gekommen zu sein. — Die Kommission für das Lehr lingswesen hat die ihr zugewiesene Thätigkeit nicht entfaltet, Siebenundsechzigster Jahrgang. sondern glaubte warten zu sollen, bis die Börsenvereins kommission ihre Arbeiten beendet hat. — Die Kommission zur Ueberwachung der Warenhäuser fand gleichfalls keine Veranlassung zur Thätigkeit; wohl aber gelang es dem Vor stande, den Weitervertrieb von Tolstois Auferstehung in einem hiesigen Warenhause zu verhindern. — An Verlusten durch den Tod haben wir zu beklagen unser Mitglied Herrn L. H. Ehlers und unfern hochverdienten Ehrenvorsitzenden und Reorganisator unseres Vereins, Herrn Geheimen Kom merzienrat W. v. Baensch. Das Vermögen des Vereins zeigte einen Kassenbestand von 1406 ^ 47 H und ein Defizit von 62 15 ^ bei der Unterstützungskasse; für letztere sollen im neuen Vereins jahre von jedem Mitglied 3 erhoben werden; der Vereins beitrag wird auf 10 festgesetzt. Zum Vorstand werden die Herren R. Heinze als Vor sitzender, F. Schuffenhauer als dessen Stellvertreter, G. Schmidt als Schriftführer und L. Ungelenk als Kassenführer gewählt. Herr Heinze erstattet sodann seinen ausführlichen Bericht über den Verlauf der Braunschweiger Delegierten-Versamm- lung der Kreis- und Ortsvereine, der allerdings wenig hoff nungsvoll ausklingt. Nach Wiederwahl der Herren, die außer den Vorstands mitgliedern Ehrenämter im Verein bekleiden, schließt der Vorsitzende die Versammlung um 10 Uhr 40 Min. Ludw. Ungelenk, bisheriger Schriftführer. Vom Reichstage. Dritte Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Aenderungen und Ergänzungen des Strafgesetzbuchs.*) General-Diskussion. 166. Sitzung am Dienstag den 13. März 1900. Auszug aus dem stenographischen Verhandlungsbericht. (Der Abgeordnete Roeren wendet sich nach einleitenden Be merkungen über die Kompromißanträge und solchen persönlicher Natur zunächst gegen die Reden und Beschlüsse der Protest- versammlunaen in Berlin und München, die er in scharfer Weise beurteilt, indem er das Uebertriebene und Verfehlte der dort aus gesprochenen Meinungen darzulegen sucht.) Roeren, Abgeordneter: .... In der Versammlung (Berlin) sind drei Programmredner aufgetreten, erst Professor Cberlein, dann der Schauspieler Nissen und der Schriftsteller Sudermann. Ich habe die Reden mit Bedacht durchgelesen, aber, meine Herren, nicht eine Spur darin gefunden von dem Inhalt der 184, 184 a und 184b, gegen die doch protestiert werden sollte, dagegen um so mehr von barbarischer Moralanschauung, von Degradierung der Kunst zur Dirne, von Knebelung und Knechtung der Kunst, Auslieferung der Kunst an die Polizei, Verkuppelung der Zuhälter und Dirnen mit der Kunst u. s. w., u. s. w., aber nichts, wie gesagt, von dem Inhalt der W 184 und folgende, gegen die protestiert wird. *) Dem Reichstage liegen folgende Abänderunasanträae vor: I. (Nr. 642 der Drucksachen): Beckh (Coburg) und Genossen. Der Reichstag wolle beschließen: 2 3 4. in tz 184 Ziffer 1 letzte Zeile die Worte: -vorrätig hält- zu streichen; 5. den K184s, zu streichen; 6. den tz 184b zu streichen; 7 8 291
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