S7, 10. März 1904. Künftig erscheinende Bücher. 2301 Demnächst erscheint: jVlünckner k^inälri R.0MÄN von Inton freikerv von perkaU Gekettet IM. 4.—, elegant gebunclen IVlk. 5.—. »4» Bezugsbedingungen: st cond. inil 25°/o, bar mit ZZVzV« und I s / IO mit berechn, des Einbandes vom Freiexemplar. »»» Wenn A. von Perfall einen Roman „Münchner Kindln" schreibt, so ist ihm das lebhafteste Interesse seiner zahlreiche» Leser sicher; als unzemein feinsinniger Beobachter süddeutschen Lebens und echter heimatkünstlcr, dürfte er zu den Berufensten gehören, und er erfüllt diese Erwartung des Lesers in glänzender Weise. A. von Verfall schildert das Werden und wachsen Münchens, nach dem großen Jahre, seine Stellung zum Deutschen Reiche, den dramatischen Kampf des lebensfrohen, lustigen und schönhcitstrnnkenen Kindls, mit den nüchternen und ernsten Erfordernissen einer neuen Zeit. La ist der Vertreter altbayerischen Adels, Graf Gunterfing, ausgewachsen in reichsfeindlichen Kreisen, von dem weichlichen Schönheitsdusel ergriffen, der in der Luft liegt, und zuletzt sich doch durch- ringcnd zum kraftvollen Tatmenschen, während der schöne Apfaltcr, vom besten Bürgerblut, den, Ge sänge der Sirene mit dem Maßkruge allmählich unterliegt, der Unternehmer Grasssr und seine Um gebung, alle Größe der Zeit, alle schwungvollen Anläufe nur für seine unsauberen Spekulationen be nützt, bis der Dies irue kommt, an dem das ganze Truggebäude zusammenkracht. Das schönste und zugleich ergreifendste der Dichtung sind die beiden Mädchengestalten Maxi und Franzi, große und echte Münchner Typen. Maxi, die rastlose Streberin, die sich nicht satttrinken kann am Leben, das liebenswürdige Franzerl, das harmlose Kind des Genusses, mit dem Grübelst im Kinn und dem sonnigen Lachen in den Augen. Was aber dem Ganzen die wohltuende Wärme eines echten Kunstwerkes verleiht, was den Leser bis zum Schluß in dem Bann des Dichters hält, das ist die glühende Vaterlandsliebe, di« daraus weht, die herzerquickende Verbindung absoluter Treue zur ureigenen Scholle mit dem großen Reichs gedanken. Münchner Kindln werden jedem frohe Stunden bereiten, der je die Isarstadt betreten. Der Roman wird aber außerdem eines der interessantesten Kulturbilder bleiben aus der großen Zeit deutscher Städteentwicklung, und schon deshalb sollte er in keiner Bibliothek fehlen. Ich bitte bald zu bestellen, da ich nur auf Verlangen sende. hochachtungsvoll Paul List, Verlagsbuekkancllung LeipLig.