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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.12.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-12-30
- Erscheinungsdatum
- 30.12.1901
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- Deutsch
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wesentlicher Teil gebundener Bücher; es wäre also eine ge wiß nicht beabsichtigte Ungerechtigkeit, wenn für un verkaufte Bücher, die im gebundenen Zustande aus Deutschlandausgeführt worden sind, bei ihrer Rückkehr eine Zollbelastung eintreten würde. Wen» aber Repressalien der Ausfuhrländer eintreten, so werden größere Partien eines Werkes überhaupt nicht mehr gebunden ausgeführt werden können. Entweder wird der deutsche Verleger selbst, oder, wenn nicht dieser, so doch sein ausländischer Geschäfts freund, diese Partien im Auslande binden lassen. Auch diese Arbeit wird also der deutschen Buchbinderei entzogen. Die Ausfuhr deutscher Jugendschriften, die vielfach kommissions weise geschieht und nur im gebundenen Zustande erfolgt, wird durch die Schwierigkeit, welche der Wiedereinfuhr begegnet, jeden falls besonders schwer betroffen werden. Der Unterzeichnete Vorstand des Börsenvereins' der deutschen Buchhändler ist deshalb der Ueberzeugung, daß der Zoll, der auf gebundene Bücher vorgeschlagen wird, in keiner Weise geeignet ist, die deutsche Buchbinderei zu schützen, da gegen ganz dazu angethan ist, den deutschen Buchhandel zu schädigen. Der Zoll wird auch finanziell kein Erträgnis er bringen. Die mit der Erhebung des Zolls verbundenen Unkosten werden für den Fiskus so außerordentlich groß sein, daß ein Ueberschuß für den Staat sich überhaupt nicht ergeben dürfte; soll doch nach Z 4 des Gesetzentwurfs jede Postsendung über 250 § schwer, also jedes Kreuzband, das ein gebundenes Buch enthält, zollpflichtig sein. Es müßten des halb sämtliche Kreuzbänder über 250 § Gewicht einer Zollbe handlung unterzogen werden. Demnach müßten jedem Kreuzband über 250 g eine oder mehrere Zolldeklarationen beigefügt werden, und dies bedeutete eine Erschwerung des Verkehrs mit Drucksachen, die den zeitgemäßen Anschauungen nicht mehr entspricht und den Verkehr mit Druckschriften um Jahrzehnte zurückschrauben muß. Der vorgeschlagene Zoll fordert unsere Ausfuhr länder geradezu zu Repressalien heraus, die eine schwere Schädigung des gesamten Buchhandels in allen seinen Zweigen und mittelbar auch des gesamten Buch gewerbes bedeuten würden, und von diesem am schwersten die Buchbinderei treffen müßte, zu deren vermeintlichen Schutz die Zollvorschriften erlassen werden sollen. Von diesem Standpunkte aus bitten wir von einem Zoll auf Bücher auch im gebundenen Zustande überhaupt Abstand nehmen zu wollen. Wir fügen noch hinzu, daß dei dem in diesem Jahre in Leipzig stattgefundenen Vierten internationalen Verleger kongreß folgender Beschluß gefaßt worden ist: »Der Kongreß beschließt, daß die nationalen Vereine alle möglichen Schritte bei den in Betracht kommenden Stellen der verschiedenen Länder thun sollen, um die Zollpflich- tigkeit von Büchern da, wo sie besteht, aufzuheben und da, wo sie droht, zu verhindern.« Wenn die Beschlüsse eines internationalen Kongresses auch au sich für die Maßnahmen deutscher Zollpolitik nicht maßgebend sein könne», so sind sie in diesem Falle doch deshalb beachtens wert, weil die Statistik ergiebt, daß die Ausfuhr Deutschlands ihrem Werte nach und bei Berücksichtigung des Remissionsgutes die Einfuhr um das Achtfache überragt. Der Vorteil aus diesem Beschlüsse liegt daher in weit überwiegendem Maße auf Seiten Deutschlands, ein Nachteil in diesem Falle nur auf Seiten der Ausfuhrländer. Dieser Beschluß wurde einstimmig von einer Versammlung von ca. 400 der hervorragendsten Vcrlagsbuchhändler Deutschlands und der sämtlichen Ausfuhrländer Deutschlands unter folgender Begründung gefaßt: »daß es eines Knlturstaatcs nicht würdig isV ans der Besteuerung der geistigen Erzeugnisse Einl nahmen zu erzielen, weil wir nicht glauben könnend daß es die Absicht eines Kulturstaates sein kann, die Ein führung fremder Litteratur durch einen Zoll zu verhindern, und weil es nicht möglich ist, durch einen Zoll etwa die eigene heimische Produktion zu schützen; daß es bei einem Zollschutz nur darauf hinauslabser kann, den Buchbinder zu schützen, was auch nicht einn.a durchweg der Fall ist, ferner den Papierhändler uni Drucker, und daß es unrichtig erscheint, wegen der kleiner Zahl von Buchbindern gegenüber der großen Kette vor Gliedern, die zur Herstellung eines Buches beitragen, dal Buch mit einem Zoll zu belegen und so, was uns als das wichtigste erscheint, den Austausch der geistigen! Erzeugnisse außerordentlich und nicht im Ver hältnis zu dem erzielten Erfolge zu erschweren. Wir meinen, daß wir deshalb unbedingt fordern müssen, daß Bücher zollfrei sind.« Dieser Ueberzeugung geben auch die Unterzeichneten be rufenen Vertreter des deutschen Buchhandels Ausdruck und bitten' deshalb, der hohe Reichstag wolle beschließen: der Belastung des Buches mit einem Zoll in irgend einer Form, seine Bestätigung zu versagen,! und demgemäß die Allgemeinen Anmerkungen zunv 12. Abschnitt unter Ziffer 1 und 2 zu streichen. ! In größter Ehrerbietung i Der Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler. Kaspar - Hauser - Litteratur. Zusammengestellt von I. Braun. (Schluß aus Nr. 301 d. Bl.) Kolb, Feuerbach und Kaspar Hauser. In: -Frankfurter Presse». 1875. Nr. 314. 316. Kolb's Beiträge zur Geschichte Kaspar Hausers. In: -Frankfurter Zeitung». 1884, v. 20./I. Krug, C. H., Ueber Caspar Hauser. In: -Der Eremit». Leipzig 1830. Nr. 166. Lamey, Staatsminister, Verlorene Prinzen. In: -Mannheimer Verkündiger- 1875. Nr. 115. Ii.7. 122. 123. 152. Lang, C. H. von, Kaspar Hauser. In: -Conoersations-Lexikon der neuesten Zeit u. Litte ratur-. II. Leipzig 1833. S. 367—372. — Ueber Kaspar Hauser. In: -Blätter für litterarische Unterhaltung». I. Leipzig 1834. Nr. 4 u. -Didascalia-, Frankfurt a/M. 1834, v. 15./I. — Caspar Hauser'sche Literatur. (---- 21 Nrn.) In: -Jenaische Allgem. Literatur-Zeitung». 30. Jahrg. 1834. Nr. 101—106. Lange, Or. Karl, Ueber Apperception, eine psychologisch-päda gogische Monographie. (Plauen) 1879. S. 8. Lebens-Abriß, Ausführlicher, des berühmten Findlings Caspar Hauser, während seiner Gefangenschaft und seines Aufenthalts in Nürnberg, nebst einer Abhandlung über seinen Tod. Ab gedruckt aus den Acten des König!. Bayr. Magistrats irj Nürnberg. Ellwangen 1834, Schönbrod. 8°. Z Leber, Friedrich, Kaspar Hauser, der Findling von Nürnberg? Historisches Drama in 4 Akten. Fürth 1885, Krauß. 48 S. kl. 8 Ä Letztes Wort über Kaspar Hauser. In: -Blätter für litterarische Unterhaltung». Leipzig 183^1 S. 549. l Licht, Ein neues, über Kaspar Hausers Abkunft. i In: -Badische Landeszeitung-. Karlsruhe 1875. NA 262 u. folg. lliks ok Oaspar Uaussr. llouäon 1833. Siehe Feuerbach. Linde, Antonius von der, Kaspar Hauser. Eine neugeschicht liche Legende. 2 Bde. Wiesbaden 1887, CH. Limbarth. Bd. 1: VIII u. 408 S. Bd. II: 416 S. gr. 8«. ^
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