Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.10.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-10-07
- Erscheinungsdatum
- 07.10.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19011007
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190110076
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19011007
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1901
- Monat1901-10
- Tag1901-10-07
- Monat1901-10
- Jahr1901
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
7974 Nichtamtlicher Teil. 234, 7. Oktober 1901. Fälschung einer Zeitungsanzeige. — Die Fälschung einer Anzeige in einer Zeitung beschäftigte vor einigen Tagen die Strafkammer des Landgerichts Zwickau. Am 2. März d. I. war bei der Expedition der -Auer Neuesten Nachrichten« in Aue eine Postkarte eingegangen, worin diese um Aufnahme einer Anzeige ersucht wurde. In dieser Anzeige berief der dortige Jugendverein -Concordia» für den 3. März d. I. eine außerordentliche General versammlung mit folgender Tagesordnung ein: 1. Amtsnieder legung des Vorstandes, 2. Fall Ziegler contra, Riedel und 3. Er nennung von Ehrenmitgliedern. Unterschrieben war die Postkarte mit -Der Vorstand«. Vorsteher war damals der Zuschneider Paul Riedel. Die Aufnahme der Anzeige in den -Auer Neuesten Nachrichten» erfolgte in gutem Glauben an die Berechtigung des Auftraggebers; nachträglich stellte sich aber heraus, daß die Post karte nicht von dem Vorsteher Riedel geschrieben, sondern ge fälscht war. Der Verdacht fiel auf den 22 Jahre alten, aus Ält- hörnitz bei Zittau gebürtigen Maschinenbauer Max Silvius Ziegler in Aue, der früher Vorsteher des Jugendvereins gewesen war. Dieser befand sich deshalb auf der Anklagebank. Obgleich er seine Thäterschaft bestritt, wurde er auf Grund des Gutachtens eines Sachverständigen für Handschriftenvergleichung und der sonstigen Beweisaufnahme doch für schuldig befunden und wegen Urkunden fälschung zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Stadtbücherei in Elberfeld. — Als die letzte der großen rheinischen Städte richtet jetzt Elberfeld eine städtische öffentliche Bücherei und Lesehalle ein. Diese ist nicht als wissenschaftliche Bibliothek geplant, wie die Stadtbibliothcken zu Köln, Aachen, Trier, sondern als Laienbibliothek, wie die Charlottenburger Anstalt. Zur ersten Einrichtung sind etwa 36000 >6 verfügbar, die von Privaten und Vereinen gesammelt worden sind. Allerdings werden davon auch beträchtliche Ausgaben für Ausstattung der Räume zu bestreiten sein; doch bleibt für den Ankauf von Büchern immer noch eine ansehnliche Summe, die dem Buchhandel zu gute kommt. Für die Einrichtung dieser -Stadtbücherei- ist Herr Dr. Carl Nörrenbcrg aus Kiel nach Elberfeld berufen worden. Neue Bücher, Kataloge re. für Buchhändler: Bübrer durclr dis slslctrotscliniscbs Bitteratur. 8^stsmatiscbss Vsresiclmis der seit 1884 erscbievensv Bücber und 2sitscbriktsv kür Blslrtrotsclmilr sie. Hebst oivom ^nbavg autiguarisebsr Asitsebriktsv uvcl 8arvwslwerlcs. bleue tlus^abe. 8". 86 und XVI 8. BeiprÜA 1801, Verlag der Lucbbanclluvg Oustav Boclr, 6. m. b. II. kreis 50 IVisner Lücüsr - Versteigerung den 14. Oktober u. kolgends luge. — Verzeichnis der 8üclisr-8awmluvA des st Herrn Otto Llaz-er, Brsibsrrn von und 211 Oravevsgg, k. u. k. g,. Ossandtsn. 8". 54 8. 2129 blrn. Versteigerung Novtag d. 14. Okt. u. kolg. kags im Lmlctionslokals TVisn I, 8onnsnkslsgg,sss 15, durch dis beeideten Lücbsrscbätrmsister 0. Lubasta und Brav? llang. 1-Vien 1901, Xubasta L Voigt. Veriagskatalog der an gensebsidtscbsn Verlagsbuch handlung (Brok. 6. hangsnsebsidt) in Berlin 8.1V. 46, 8pscial- Vsrlag von Original-IIilksuiittsln kür das 8tudium der neueren 8pracbsn sowie von neueren deutschen Illuster-OsbersstLungsn sämtlicher griechischen und römischen Massiker (begründet 1856). Berlin 1901. Bex.-8°. 64 8. Deutsche Iuristsn-2situng. Hrsg. v. k. Baband, N. 8tsnglein und B. 8taub. (Berlin, Otto Bisbmann). VI. labrg. blr. 19. 1. Oktober 1901. 4°. 8. 417—440. ^.us dem Inhalt: v. Thur, dis neue Bitteratur eum Bürgerlichen Ossstrbuch. — Leer, Zusendung unbestellter IVarsn rur An sicht. — Bsnscbsl, Vermehrung der Lonkurss. — 8chulr, Bitteratur-Bbersicht. — 8xrucbpraxis. Nsdicinae novitatss. lllsdicinischsr Vn^sigsr, Hrsg, von Branr Bietreker in Dübingen. XV. lahrgang 1901, blr. 10, Oktober. Xatalog blr. 310. 80. 8. 233—256. 678 blrn. nebst ^n^sigen. MIgsmeins Bibliographie der 8taats- und Bschtswisssnschaktsn. Bsbsrsicht der auk diesen Osbistsn im deutschen und aus ländischen Buchhandel neu erschienenen Bitteratur. Heraus geber: Otto Nühlbrsebt. Berlin, Buttkamms r L lllübl- brsebt. XXXIV. labrgang 1901, blr. 7 u. 8. luli—August. 8°. 8. 123—180. Ausstellungspreis. — Auf der kürzlich geschlossenen-Ersten Stettiner Ausstellung für Haus-, Herd- und Gesundheitspflege wurde das bekannte Sch ei bl ersehe Kochbuch (Leipzig, C. F. Amclangs Verlag) mit der goldenen Medaille ausgezeichnet. Reformationsfest. — Wir machen daraus aufmerksam, daß das Reformationssest, Donnerstag, 31. Oktober, in Sachsen als kirchlicher Festtag gefeiert wird und daß die Geschäfte an diesem Tage geschlossen bleiben. Für den Verkehr mit Leipzig wolle dieser ausfallende Werktag rechtzeitig beachtet werden. Personalnachrichten. Jubiläum. — Herr Franz Kuöera, der langjährige Leiter der Sortiments-Abteilung der Firma Bursik L Kohout in Prag, konnte am gestrigen 6. Oktober auf fünfundzwanzig Jahre einer ununterbrochenen treuen Mitarbeit in dem genannten angesehenen Hause zurückblicken. (S p r e ch s a a I.) Das Erholnngshaus für Schriftsteller und Journalisten. Aus Jena ist eine schriftliche Aufforderung von seiten des Ausschusses für die Errichtung eines Erholungshauses für Schrift steller und Journalisten an die Buch-, Kunst- und Zeitungsver leger ergangen, worin diese aufgefordert werden, Beiträge für die genannte Heimstätte zu leisten. Ich habe in meiner Eigen schaft als Verleger in Gedanken folgende Antwort darauf gegeben, uni deren Veröffentlichung im Börsenblatt ich bitten möchte, da ich glaube, daß die Angelegenheit von weiterem Interesse ist. Als Buchhändler kann ich mich leider nicht entschließen: dieser Aufforderung nachzukommen. Ich verkenne nicht die Nützlichkeit und Wohlthat der Einrichtung; ich glaube aber, daß die Aufforde rung zu Beiträgen in erster Linie und in der Hauptsache an die deutschen Zeitungsverleger gerichtet sein sollte. In zweiter Linie kommen die Zeitschriftverleger und erst in dritter Linie die Buch verleger. Es ist zu berücksichtigen, daß von den vielen Tausenden deutscher Schriftsteller und Journalisten, die Kürschner ver zeichnet, die allermeisten entweder Angestellte der Zeitungspresie oder Mitarbeiter derselben sind. Die Zeitungspresse ist es, die den großen Schriftsteller- und Journalistenstand hervorruft, die Zeitungspresse ist es, die ihn nährt, — je nachdem — recht oder schlecht; die Zeitungspresse ist es, die ihn erholungsbedürftig macht, — kurz und gut, die Zcitungspresse ist es, von der seine Existenz in der Hauptsache abhängt. Die Zahl derjenigen Berufsschriftstellcr, die ausschließlich für den Buchverleger thätig sind, ist eine so verschwindend kleine, daß sie gegenüber der großen Masse der übrigen, die auf die Zeitungs presse angewiesen sind, gar nicht in Betracht kommt, — und gerade das Verlegen der Werke dieser Autoren, die außerhalb der Zeitungs presse dichten und schaffen, pflegt für den Verleger lediglich mit Risiko verbunden zu sein. Die Presse der Zeitungen und Zeitschriften ist es, die dem Buchverleger, nicht direkt, aber indirekt die stärkste Konkurrenz bereitet; sie drückt sozusagen den Buchhändler an die Wand; das Publikum für Bücher wächst nicht entfernt im Verhältnis zur Zahl der gebildeten Zeitungsleser. Es ist daher auch selbstverständlich eine Ehrensache der Zeitungs presse, jenes Wohlthätigkeitsinstitut auf ihre eigenen Schultern zu nehmen und lebensfähig zu machen, — und sie kann das um so leichter, als der Reichtum und das große Vermögen in der Welt der Zeitungspresse, sowie die Rentabilität der Zcitungs- unternehmungen bei weitem größer sind als beim Buchverleger. Nur eine kleine Anzahl von Buchoerlegern kann in dieser Hinsicht mit den Zeitungsunternehmungen wetteifern, und diese also begünstigten Buchverlegcr pflegen in der Regel auch mit Zeit schriften gesegnet zu sein, so daß auch sie in erster Linie mit Ver anlassung haben, das Erholungsheim mit Gaben zu bedenken. Wenn ein mittlerer oder kleinerer Verleger die Liste der Beiträge, die bisher für das Erholungsheim gezeichnet sind, betrachtet, so wird er zu dem Ergebnis kommen, daß sein Beitrag ein ganz minimaler sein würde, wenn er seine Gabe in demselben Ver hältnis beisteuerte wie diejenigen einzelner großer Zeitungsverleger. Abgesehen von einigen Beiträgen von 1000, 500 und 300 be wegen sich die Beiträge großer bezw. sehr rentabler Zeitungs und Zeitschristenunternehmen zwischen 10 und 100 Es soll natürlich keinem Buchoerleger die Freude am Geben durch eine derartige Betrachtung benommen werden. Das Geben ist ja eine sehr schöne Sache für den, der es übrig hat für solche Zwecke; allein anderseits darf wohl ausgesprochen werden, welche rein sachlichen Gesichtspunkte dafür sprechen, daß der Jenaer Aus schuß bei seinen Ausschreiben in Zukunft nicht den Buchverlag an erste Stelle setze, sondern sie an den Zeitungsverlag adressiere. bl. bl.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder