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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.09.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-09-27
- Erscheinungsdatum
- 27.09.1901
- Sprache
- Deutsch
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 7621 bei deu Untersuchungen der spanischen Frühdrucke zu der Erkenntnis gelaugt, daß in gotischem Drucke die Form des Majuskel-M ein sehr bequemer Führer ist, um sich in der Fülle der Typen zurechtzufinden. Dieser Buchstabe weist nicht nur eine ganz außerordentliche Mannigfaltigkeit der Formen auf, sondern die formalen Unterschiede find auch so beträchtlicher Art, daß sie auf deu ersten Blick zu erkennen sind, und sie sind fast in allen Fällen bezeichnend für die ganze Gattung der Type, so daß man vielfach schon aus dem M auf die übrigen Buchstaben — und umgekehrt — schließen kann, ja zum teil kann man allein nach der Form des M schon Schlüsse auf die landschaftliche Zugehörigkeit eines Druckerzeugnisses oder seines Herstellers ziehen. Was sich in einer beschränkten Gruppe, wie es die fran zösischen oder die spanischen Wiegendrucke sind, annähernd praktisch bewährt, läßt sich nun allerdings nicht ohne weiteres auf die Gesamtheit aller Inkunabeln übertragen. Die Brauch barkeit im ganzen Umfange des Arbeitsfeldes ist aber gerade die Forderung, die unbedingt an ein Hilfsmittel zur Be stimmung der undatierten Frühdrucke gestellt werden müßte. Diese ist nun meines Erachtens dadurch zu erreichen, daß man die Gruppierung der Typen nach der Form des M kombiniert mit der Proctorschen Messung des Raumes von zwanzig Zeilen. Wer mit diesen Messungen eingehender ge arbeitet hat, der wird allerdings zu der Erkenntnis gelangen, daß ein und derselbe Drucker mit ein und demselben Mate riale doch vielfach so wenig exakt gearbeitet hat, daß Unter schiede von 1 Millimeter, gelegentlich selbst noch etwas mehr, sich häufig genug vorfinden. Allein im Verein mit der Form des M beschränkt die Messung der Typen dasjenige Feld, auf dem dann die genauere Vergleichung vorgenommen werden muß, auf einen so engen Kreis, daß eine ganz außer ordentliche Ersparnis an Zeit und Arbeitskraft mit einer solchen orientierenden Einteilung der Typen erreicht werden kann. Ich habe mir zur Bestimmung der undatierten Drucke der Königlichen öffentlichen Bibliothek in Dresden einen Apparat nach den obigen Gesichtspunkten eingerichtet und habe, obgleich natürlich das Vergleichsmaterial ein relativ beschränktes ist — die Bibliothek besitzt gegen 2500 Inku nabeln — außerordentlich günstige Resultate erzielt. Um den Apparat für allgemeine Verwendung benutzbar zu machen, müßte dieser in der Weise gestaltet werden, daß zunächst eine Scheidung der Typen nach der Form des M durchgeführt würde. In jeder der so entstehenden Gruppen wären dann die Typen nach dem Maße von zwanzig Zeilen — bei Missaltypen zehn Zeilen — von den kleinsten be ginnend, bis zur größten aufzuführen. Auszeichnungstypen, die nur für Titel, Köpfe, Rubriken u. dgl. gedient haben, und die in Proctors Aufzeichnungen einen so breiten Raum einnehmen, müssen und können aber auch dabei unberück sichtigt bleiben. Bei den ungewöhnlicheren Formen und Größen wird vielfach schon auf Grund dieser beiden Angaben eine Verwechselung ausgeschlossen sein. In den verbreiteteren Formen und den gangbaren Größen wird sich allerdings eine weitere Spezialisierung nötig machen. Aber es wird fast immer möglich sein, irgend einen charakteristischen Unter schied ausfindig zu machen, durch den zwei annähernd gleiche Typen oder zwei wirklich gleiche Typen unter den Händen zweier verschiedener Drucker voneinander zu trennen sind. Vielfach wird das Majuskel-U, in anderen Fällen die Art der Abteilungszeichen rc. dazu zu verwenden sein. Hier sind Proctors Hinweise mit dem größten Nutzen zu verwenden. Wesentlich schwieriger gestaltet sich die Sache für die romanischen Typen. Hier versagt das M völlig und die Größe der Typen — im Maßstabe von zwanzig Zeilen — allein ergiebt Gruppen von einem solchen Umfang, daß eine rasche Orientierung damit nicht zu erreichen ist. Mr. Proctor Achtundsechzigster Jahrgang. hat für die romanischen Typen das tz als Leitmotiv gewählt, das in seiner Gruppierung mit dem begleitenden u zwar nicht entfernt so kleine und übersichtliche Gruppen ergiebt wie das M der gotischen Schrift, aber jedenfalls wohl der geeignetste Buchstabe ist, um eine Einteilung zu erzielen. Auch da ist das Abteilungszeichen vorzüglich zur näheren Charakteristik verwendbar. Doch ist nicht zu leugnen, daß die Schwierigkeiten, die sich der Bestimmung eines Antiqua druckes entgegenstellen — besonders wenn man es mit einem venetianischen Drucke aus dem letzten Jahrzehnt des fünf zehnten Jahrhunderts zu thun hat, — erheblich größer sind. Immerhin würde auch hier ein Führer aus Grund des Maßes und der Form eines charakteristischen Buchstabens der Einzel untersuchung ihre Aufgabe ganz außerordentlich erleichtern. Ich würde mich freuen, wenn eine bibliographische Ge sellschaft oder ein unternehmender Verleger den oben ent wickelten Plan aufgreifen wollte, und würde gern meine Mit wirkung zu dessen Verwirklichung in Aussicht stellen. K. Haebler. Kleine Mitteilungen. Urheberrecht an Werken der Litteratur, der Ton kunst und der bildenden Künste. — Im Centralblatt für das Deutsche Reich, das vom Reichsamt des Innern heraus gegeben wird, giebt der Reichskanzler Bestimmungen über die Führung der Eintragsrolle für Werke der Litteratur, der Ton kunst und der bildenden Künste beim Stadtrate zu Leipzig, sowie über die Zusammensetzung und den Geschäftsbetrieb der Sachverständigcnkammern bekannt. Diese Bestimmungen sind im amtlichen Teile des heutigen Börsenblatts zum Abdruck gelangt. Zum Recht der Auswahlsendungen.— Die Breslauer Handelskammer hat unter dem 2b. Juni 1901 das nachfolgende Gutachten abgegeben: -Nach einem im hiesigen Buchhandel beim Geschäftsverkehr mit Privatkunden (d. h. Nicht-Wiederverkäufern) bestehenden Handelsgebrauchc gilt der Empfänger einer ihm auf seine Bestellung zugesandten Auswahlsendung, welche ihm unter der ausdrücklichen Bestimmung einer festen Rück lieferungsfrist vom Buchhändler übermittelt wird, für ver pflichtet, die Auswahlsendung zu behalten und zu bezahlen, falls er sie nicht innerhalb der ihm gesetzten Frist ungebraucht zurück- sendet.» Konkurs. — Aus Zürich empfingen wir folgende Mit teilung: Zürich V, am 24. September 1901. Ueber Robert Weber-Müller, Buchhändler, von Rüti, Kanton Zürich, wohnhaft gewesen Riedtstraße Nr. 348 in Zollikon, gegenwärtig unbekannt abwesend, unbeschränkt haftender Gesell schafter der falliten Kommanditgesellschaft Robert Weber L Cie. Verlagsbuchhandlung, Rechtsagentur, Inkasso- und Verwaltungs bureau in Zürich I, ist am 18. September 1901 der Konkurs er öffnet worden. Die Frist zur Anmeldung von Ansprachen und Verbindlich keiten geht mit dem 18. Oktober 1901 zu Ende. Der Konkurs wird im summarischen Verfahren durchgeführt; es finden demnach keine Gläubigerversammlungen statt. Ueber den Stand der Aktiven und Passiven können noch keine Mitteilungen gemacht werden; jedenfalls aber sind für die Gläubiger von unversicherten Forderungen nur wenige Prozent erhältlich. Hochachtend Konkursamt Riesbach. B. Altmann (?), Notar. Porto-Ersparnis. — Der Papierzeitung entnehmen wir folgenden nützlichen Wink: -Seit der Einführung der Zehnpfennig- Postanweisung für Beträge bis zu fünf Mark einschließlich ge schieht es häufig, daß das Publikum in folgende Verlegenheit kommt: Hat jemand eine Zahlung von netto ö zu leisten, so würde er gern die Sache mit einer 10 ^-Postanweisung erledigen. Nun will er aber auch die 5 H Bestellgeld einzahlen, um sie dem Empfänger nicht aufzubürden. Hierdurch lautet aber der Betrag auf 5 ^ 5 -H, die Postanweisung kostet also 20 H. Diese 10 H kann man aber sparen, wenn man die Anweisung auf S ^ aus schreibt, nicht mit 10, sondern mit 15 H frankiert und den Ver merk darauf setzt: -Frei mit Bestellgeld». Daraus ist übrigens ersichtlich, daß es sehr gut geht, das Bestellgeld gleich vom Ab sender zu erheben. t.» 1005
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