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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.09.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-09-10
- Erscheinungsdatum
- 10.09.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 7057 sicher sein, mit einiger Mühe leicht sein Betriebskapital unter günstigen Bedingungen drei- bis viermal im Jahre umsetzen zu können. Heute besteht ein innigeres Verhältnis zwischen dem Kunsthandel und dem Ansichtskartenverlag, einerseits weil sich immer mehr Händler für diesen Verlag interessieren, anderseits weil die Verleger durch ihre Erfahrungen sich immer mehr zu Fachmännern ausbilden, Wien exportiert heute schon sehr be deutende Quantitäten, Bei der Vielseitigkeit der Artikel, nach denen auf diesem Gebiete die Nachfrage geht, ist der Umstand, daß ungefähr ein Drittel des inländischen Konsums durch die einheimische Produktion gedeckt wird, ein äußerst günstiges Verhältnis. Wie groß der Umsatz an Karten ist, mag daraus ermessen werden, daß die Serie (meist 4 bis 12 Stück) in der Regel in einer Auflage von 10 000 Exemplaren erscheint, wobei Auflagen bis zu einer halben Million Exemplare nicht gerade zu den Seltenheiten zählen. Nur dieser ungeheure Umsatz macht die Höhe des Verdienstes erklärlich, denn die Preise sind sehr niedrig. Im Detail wird die Karte von 4 Hellern, beim Hausieren sogar von. 2 Hellern aufwärts, durchschnittlich aber um 10 Heller verkauft, während der Absatz von Karten zu einem höheren Preise als 30 Heller bereits fast unmöglich ist. 3. Der Musikalienhandel, Auf dem Gebiete des Musikalien Handels haben sich gegenüber dem Vorjahre besondere Veränderungen nicht er geben. Allgemein wird nicht nur über die traurigen Theater verhältnisse in Wien geklagt, sondern auch über die üblen Folgen, die der Niedergang der Operette für den Absatz von Musikalien hat. Seit mehreren Jahren haben Wiener Bühnen keine nachhaltig zugkräftige Operette mehr gebracht, und die Zahl der sogenannten »Schlager« hat sehr ab genommen, Insbesondere wird ferner darüber geklagt, daß die gegenwärtige Direktion der Hofoper in den letzten Jahren gar keine neue hervorragende Oper dem Repertoire einver leibt hat, wodurch auch das Interesse für neue Erscheinungen der Musiklitteratur leidet. Für die Befriedigung und Be lebung des Interesses für neue Musik sorgt nur das Konzert- weseu, das allerdings, insbesondere durch die Gründung eines neuen Vereins, sehr zufriedenstellend wirkt. Die Musikalienhändler haben durch die Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger dem Justiz ministerium gelegentlich der Enquete über die Frage des Beitrittes Oesterreichs zur Berner Konvention ein eigenes Gutachten abgegeben und in demselben eingehend dargelegt, daß der Beitritt Oesterreichs zur Berner Konvention eine Lebensfrage für den österreichischen Musikverlag bildet. Die Verhandlungen im Deutschen Reiche über das in Beratung stehende neue Urhebergesetz werden mit besonderem Interesse verfolgt, da die endgiltige Annahme dieses Gesetzes, insbesondere der im selben beantragten längeren Schutzfrist, auf die Verhältnisse im österreichischen Musikalienhandel von einschneidender Bedeutung wäre. Eine Bibliographie des Alkoholismus.*) Der Trunk ist ein altes Volkslaster, Schon der alte Sebastian Franck, dieser kräftige Volksschriftsteller des sechzehnten Jahrhun derts, hat sich veranlaßt gesehen, 1531 seinen oft gedruckten Traktat: Von dem grewlichen lasier der trunckenheyt j so in diesen leisten zeytenn: erst schier mit den Frantzosenn aufskommen i Was siillerey sausten j vnd zutrincken i für jamer ! vnrath s Schaden der seel und des leybs j auch armut vnd schedlich not anricht j vnnd mitt sich pringt j Vnd wie dem vbel zu rathen wer j griintlicher Bericht und rathschlag rc. rc, zu schreiben und an seinem Teile beizutragen, wie den Verheerungen des übergroßen deutschen Durstes zu begegnen *) Schmidt (Dresden), Peter, Bibliographie des Alkoho lismus der letzten zwanzig Jahre (1880—1900) l, Deutsche Litteratur, Gr. 8". (II, 70 S.) Dresden 1901, O, V, Böhmert, Br, 1 VC 80 H ord, AMnntlechzigtzer Jahrgang sei. Heute nach fast vierhundert Jahren muß leider festgestellt werden, daß der Alkoholmißbrauch einen Umfang angenommen hat, der die Freunde des Volkes nach Mitteln und Wegen suchen läßt, wie den verderblichen Folgen des Alkoholismus zu steuern wäre. Diese Folgen sind ja allbekannt. Verschiedene Staaten sind bereits mit Maßregeln dagegen vorgegangen. Durch Verbot oder Einschränkung der Alkohol fabrikation und des Handels mit Spirituosen, Verminderung der Branntweinschänken, hohe Steuern, Strafbestimmungen gegen Trinker und Wirte, Trinkerasyle u, s, w, sucht man dem Alko holismus entgegenzuarbeiten. Zu demselben Zwecke sind in vielen Ländern große Vereine tbätig, wie die verschiedenen Mäßigkeits vereine, Temperenzgesellschaften, der Verein vom blauen Kreuz, die Guttemplerorden, in Deutschland namentlich auch der Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke u, s. w. So anerkennens wert diese Bestrebungen nun auch sind, so wird es doch erst durch Gewöhnung der großen Massen an Mäßigkeit und Enthaltsamkeit, durch billige und gute Wohnungen und Nahrungsmittel, durch Darbietung von Gelegenheit zu unschädlicher Unterhaltung, wie Lesehallen, Bibliotheken, Volksunterhaltungsabende u. s. w,, all mählich gelingen, die Trunksucht zu vermindern. Die deutsche Mäßigkeitsbewogung, die nach dem großen Kriege einsetzte und 1883 zur Gründung des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke führte, hat eine ganze Litteratur über die Alkoholfrage hervorgcrufen. Es ist deshalb als ein ver dienstvolles Unternehmen zu begrüßen, daß Herr Bibliothekar P, Schmidt in Dresden die Litteratur des Alkoholismus der letzten zwanzig Jahre zusammengestellt hat. Die Bibliographie verzeichnet 806 selbständige Schriften und 637 Abhandlungen in deutscher Sprache und dürfte bei der ungemeinen Wichtigkeit der Alkoholfrage für Staat und Gesellschaft ihre Daseinsberechtigung wohl nicht erst zu erweisen haben, Behörden, Bibliotheken, Menschenfreunde, Staatsmänner, Beamte, Buchhändler rc, seien darauf hingewiesen. Kleine Mitteilungen. Einfuhr nach den Vereinigten Staaten N, A, — Zur Erleichterung der Zollbehandlung in New Jork sollen deutsche Postpakete nach Baltimore, Boston, Philadelphia, St. Louis und Chicago von einem nahe bevorstehenden Zeit punkt ab in direkten Posten nach den Bestimmungsorten befördert und erst dort verzollt werden; solche nach allen übrigen Orten der Vereinigten Staaten von Amerika unterliegen jedoch nach wie vor der Verzollung in New Dork. Noten der Frankfurter Bank in Frankfurt a. M, — Nachdem die Bank auf das Recht, Banknoten auszugeben, ver zichtet hat, ruft sie die von ihr emittierten Noten derart auf, daß sie bis Ende dieses Jahres bei ihrer Kaffe gegen Bargeld um getauscht werden können. Nach diesem Termin hören die Noten auf, Zahlungsmittel zu sein; sie behalten jedoch die Kraft ein facher Schuldscheine und werden als solche bei der Bank bis Ende 1903 eingelöst. Die bis dahin nicht zur Einlösung ge brachten Noten verlieren auch die Eigenschaft als einfache Schuldscheine, Ein alter Globus. — Ein Globus aus dem 17, Jahr hundert ist kürzlich in der St. Petersburger Akademie der Wissen schaften ausgestellt worden. Er wurde für den Herzog Friedrich von Holstein unter Aufsicht von Olearius, dem berühmten Astro nomen und Reisenden, von 1656—74 ausgcsührt und in das SchloßGottorp gebracht; er erhielt deshalb die Bezeichnung-Gottorp- Globus-, Die Erde ist auf der Außenseite, der Himmel im Innern angebracht; eine Thür bietet Einlaß zn einer für zwölf Personen Raum bietenden Fläche, von der aus man die Sterne sehen kann. Der Durchmesser beträgt elf Fuß und rotiert um eine Achse, ist jedoch dauernd auf die Breite bist; lT eingestellt. Im Jahre 1713 brachte Peter der Große den Globus nach Rußland; 1725 wurde er der Akademie geschenkt. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler: Kaolnnsistsr's lntsrarisebsr Nonatsberiobt kür Lau- null Ingsnieur- cvisssnsobaktsn, Klslrtrotsobniü und verwandte dsbiete. Verlag von Kaebmsistsr Ibai in Ksiprig, VII. labrgang, dir, 9, 8sxtsmbsr 1901. 81 8, 137—152 mit 8oblüsssl. Kxport-Iournal, Intsrnationalor Xnrsiger kür Luobbandel uncl Luobgswsrbs, Papierindustrie, 8ebrsibwaren uncl Kebrwittsl. Verlag von 6. Ksdslsr in l.sip'/.ig, Xr. 170, Vol. XV, 2. Xugust 1901, Irl. 41 8. 17—32 mit Beilagen. Inbalti Xsus Krsobsiaungsn. — Kunstblätter. — Kataloge. — 2oll-Xsnderungsn, — Privat-Libliotbslcsn, — Mitteilungen aus llolombo, (8obluss) — Cssstrs über llrbebsrreobt, — Prsislistsn-Kingängs. — Kirmen-Verxsioüniss, — Xvue Kirmon. 932
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