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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.08.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-08-16
- Erscheinungsdatum
- 16.08.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19010816
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 6401 Annehmlichkeiten der Sammelladungen nicht hat, so ziemlich die brennendste. Vorsitzender: Vielleicht hat einer der Herren vom Sortiment die Giite, dem Herrn Trübe auf seine Anfrage Auskunft zu geben, ich selbst bin hierzu nicht in der Lage. Es scheint hierüber allgemeine Unwissenheit zu herrschen. (Heiterkeit). Herr Trübe, es thut mir leid, es ist nichts zu machen, vielleicht später. Herr Otto Petters-Heidelberg: Ich möchte doch diese Anregung nicht vorübergehen lassen, ohne mich darüber aus gesprochen zu haben. Ich habe die Sache, betreffend den Post bezug der Zeitschriften, wohl überlegt und habe mich bis jetzt nur bei den Fliegenden Blättern zu dem Bezüge durch die Post entschlossen, da ich in diesem Falle früher und auch etwas billiger in den Besitz der wöchentlichen Nummern ge lange, als es vorher geschehen. Hingegen trifft das z. B. bei der Wochenausgabe der Gartenlaube nicht zu, diese be ziehen wir Heidelberger Buchhändler immer noch am besten in Sammelsendnngen. Nur wenn sich die Sache wirklich lohnt, werde ich den Postbezug vorziehen. Ich wundere mich übrigens sehr, daß bis jetzt kein einziger Sortimenter weiter zu der aufgeworfenen Frage Stellung genommen hat. Vorsitzender: Es kann diese Anregung seitens des Herrn Petters nur als sehr dankenswert bezeichnet werden, und bitte ich demnach, daß noch weitere Herren zu dieser Frage sich zum Worte melden möchten. Herr Max Holland-Stuttgart: Wir haben sofort nach der Anregung im Börsenblatt in der fraglichen Angelegen heit unter anderem einen Versuch gemacht mit der Leipziger Illustrierten Zeitung, da wir glaubten, mit der Post auch billiger wegzukommen. Wir schrieben deshalb an I. I. Weber in Leipzig, und dieser hat das Offert gemacht, uns die Zeitung direkt ohne Emballageberechnung zu schicken; so kommen wir mit der Leipziger Illustrierten Zeitung und anderen Zeitschriften, von denen wir viele Exemplare ge brauchen, bei direkter Zusendung besser weg, als wenn wir sie bei der Post abonnierten und uns vom Verleger den Rabatt gutschreiben ließen. Schwieriger als der Postbezug einzelner Blätter am Orte selbst, der bei gutem Willen der Verleger sich leicht einrichten läßt, ist es, wenn für aus wärtige Abonnenten der direkte Postbezug eingerichtet werden soll, um ihnen ferner kein Porto mehr berechnen zu müssen. Nun haben wir bei einzelnen Abonnenten angefragt und gefunden, daß keine große Bereitwilligkeit vorhanden war, an den betreffenden Wohnorten zu abonnieren und uns die Postquittungen einzuschicken. Manche wollen lieber weiter von hier aus beziehen, andere wollen bei der Post abonnieren ohne uns, daß sie wenigstens die Quittungen nicht an uns einschicken müssen. Eine andere neue Postbestimmung war dagegen jeden falls praktisch für uns in Stuttgart, nämlich daß wir eine ganze Reihe von Zeitschriften einfach der Post unüber- schrieben zum Austragen übergeben dürfen. Das kommt uns nun billiger zu stehen, als wenn wir noch weitere Knechte damit herumschicken, die wir die ganze Woche halten müssen, um wenigstens tüchtige Leute zu haben. Wir haben so mehrere Hundert Nummern am Platze der Post zum Aus tragen übergeben. Vorsitzender: Ich glaube, daß diese Frage von den einzelnen dabei interessierten Plätzen je von sich aus zu lösen sein wird. Der betreffende Sortimenter muß eben dann genau herausrechnen, was für seine Interessen das beste ist und darnach verfahren. Eine Norm läßt sich hier nicht aufstellen. Herr Ackermann-München: Ich wollte nur auf einen Ausweg aufmerksam machen, nämlich auf den, daß man in Achtundsechzigster Jahrgang. dem Falle, wenn ein Abonnent in einer benachbarten Stadt seine Zeitschrift weiter beziehen will, diesen Kunden nicht damit zu behelligen braucht, daß er bei seiner Lokalpost abonniert und dem auswärtigen Sortimenter die Quittung einschickt, sondern daß der betreffende Sortimenter für alle seine auswärtigen Kunden bei der Post abonniert, dann hat er von Haus aus die Quittung über den bezahlten Abonnementsbetrag in der Hand und kann sie dem Verleger einsenden. Vorsitzender: Es meldet sich weiter niemand mehr zum Wort, ich schließe daher die Besprechung zu Ziffer III der Tagesordnung. Das Ergebnis der Vorstandswahl ist folgendes: Es er hielten Stimmen Herr Carl Winter-Heidelberg 41, Herr Heinrich Römer-Wiesbaden 42, somit sind diese beiden Herren gewählt. Herr Winter hat schon die Liebenswürdig keit gehabt, zu erklären, daß er eine auf ihn fallende Wieder wahl annehmen werde, und an Herrn Römer werde ich schreiben und zweifle nicht, daß auch er die Wahl annehmen wird. Herr Carl Winter-Heidelberg: Meine Herren, ich nehme die auf mich gefallene Wahl dankend an und behalte mir vor, meinen Abschied rechtzeitig einzureichen. Vorsitzender: Die Tagesordnung ist erschöpft, ich schließe daher die Generalversammlung und danke den Herren für ihr zahlreiches Erscheinen. Zur Beurkundung: Alfred Bonz. — Egon Werlitz. Friedrich Grub. — Ernst Mohrmann. Der Protokollführer: W. Bader. Kleine Mitteilungen. Gegen die Lüsternheit in der Litteratur. — Auf die Ausführungen, in denen kürzlich Hermann Bahr im -N. Wiener Tgbl.» das Erotische im modernen Roman als dessen von der klassischen Zeit her angestammtes Gebiet verteidigt hatte, giebt an der gleichen Stelle (»N. Wien. Tgbl. 176) Eduard Pötzl unter der Aufschrift »Lüsternheit, Predigt in der Wüste-, die Antwort. Nicht gegen das Erotische wendeten sich die Tadler einer gewissen modernen Richtung, sondern gegen das Lüsterne. Das unablässige Spiel mit dem Gedanken an das andere Geschlecht sei schon an sich dem Deutschen fremd, der nicht so beharrlich an -die Weiber- denke, wie der heißblütige Romane. »Das Kleinleben der Liebe-, schreibt Pötzl wörtlich, -zumal das anrüchige, galante, spielt bei dem Deutschen keine Rolle, wenn man ihn nicht, wie es leider schon geschieht, mit den Sitten anderer ankränkelt. Es darf behauptet werden, daß viele Bücher der jüngsten Zeit nicht geschrieben worden wären, wenn der deutsche Großstädter Paris nicht so nahe hätte. Auch dort ist es ja bekanntlich nur eine Insel der Verkommenheit im Ozean einer sonst tüchtigen Bürgerschaft, wo die -Mondaincn- den ganzen lieben Tag nur an Liebesabenteuer denken, oder wenig stens von dergleichen Dingen lesen, weil sich begabte Schriftsteller in ihrem Hunger nach Gold nicht schämen, ihr Talent an die Sybariten wegzuwerfen. Es ist dieser Zustand vergleichbar mit dem Eindrücke, den Wien auf einen Fremden machen müßte, sofern er cs nur nach einigen illustrierten Witzblättern beurteilen sollte. Da findet er die Wienerin nie anders als im Hemd oder ini Trikot abgebildet, auch wenn sie ihrem Dienstmädchen irgendeinen gleich- giltigen Befehl erteilt . . . Noch ist das eigentliche Volk unberührt von diesen verderblichen Anlehnungen an eine entartete Kultur. Aber wehe, wen» es Geschmack daran findet! Sobald eine Nation immerfort hinter und neben der Liebe hertändelt, sobald sie in den Sumpf der Lüsternheit gerät, ist sie verloren. Dann kommt wieder ein ungeschlachter nordischer Barbar, der von -süßen Mädeln- nichts hält, und tritt mit seinen groben Füßen alle die Unnatur kurz und klein, bis die alte Ordnung hergestellt ist, nach der die Kraft eines Volkes in seiner Unverdorbenheit liegt. Die Geschichte ist eine furchtbare Lehrmeisterin. Als in Rom die großen Schweinigel auftauchten, denen nicht wie Horaz, Ovid, Martial, Catull bloß zuweilen ein Zötchen in die Verse floß, sondern die mit der Zote um ihrer selbst willen hervor traten, wie die Lolitas latini winorss, denen wir die ver schiedenen llusus in Lriapum, LorviZilium Vonsris, 6snto nuxtialis u. s. w. verdanken, da zeigten sich im römischen 84ö
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