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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.08.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-08-16
- Erscheinungsdatum
- 16.08.1901
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- Deutsch
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 6399 trat denn im Jahre 1876 Adolf Bonz zur Begründung eines eigenen Geschäfts aus der Firma aus, während der ältere, meist wissenschaftliche Verlag, sowie die Sortimentsbuch handlung und die Buchdruckerei in den Händen von Leopold und Egon Werlitz verblieben. Dem Weiterbau des Verlages auf der alten bewährten Grundlage und der Erweiterung der Buchdruckerei widmeten Lepold und Egon Werlitz ihre Kräfte, und diese wurden dadurch in so vollem Maße in Anspruch genommen, daß sich die Abtrennung der Sortiments- abteiluug als ratsam erwies. Am 1. Januar 1879 ging diese an Adolf Nast und von diesem am 15. Februar 1889 an den jetzigen Inhaber Friedrich Stahl über. Das Jahr 1882 war für Leopold Werlitz von mehrfacher Bedeutung; war es ihm doch vergönnt, am 20. Mai jenes Jahres das zweihundertjährige Bestehen der Firma festlich zu begehen, das die Liebe, Verehrung und Hochschätzung der weitesten Kreise dem Chef der Handlung zum Ausdruck brachte. Ein günstiges Geschick vereinigte neben diesem namentlich in unserer Zeit äußerst seltenen Jubiläum drei weitere schöne Gedenkfeiern auf den festlichen Tag: das fünfzigjährige Buch händlerjubiläum, das vierzigjährige Ehejubiläum und die vierzigjährige Teilhaberschaft an der I. B. Metzler'schen Buch handlung. In rastloser Arbeit war Leopold Werlitz bis zum Jahre 1890 thätig und zog sich alsdann, fünfnndsiebzig Jahre alt, in das Privatleben zurück. Allem Aeußerlichen abhold, fand er neben seinem Berufe höchste Befriedigung in einem glücklichen Familienleben, das ihm im reichen Maße zu teil wurde. Er war ein Freund häuslicher Geselligkeit, und in seiner Familie wurde namentlich edle Musik im Kreise einer . großen Anzahl von Stuttgarter Familien gleicher Geschmacks richtung gepflegt Sein Sinn war niemals auf äußere Ehren gerichtet; er gehörte vielmehr zu jenen bescheidenen, feinen Naturen, bei denen der hochherzige, edle Mensch in den Vordergrund tritt, und ein biederes Wesen, aufrichtiges Wohlwollen gegen jedermann, der mit ihm in nähere Be rührung kam, zeichneten ihn besonders aus. Umgeben von drei Söhnen und einer Tochter, einer Schar Enkel und Urenkel durfte er im Jahre 1892 die goldene Hochzeit feiern Sein Lebensabend war ungetrübt. Noch bis in die letzte Zeit erfreute er sich einer außergewöhnlichen körperlichen Rüstigkeit und geistigen Frische. Sein Lieblingsaufenthalt im Sommer war Wildbad, das er noch im Juli vorigen I. aufsuchte. Sich nicht ganz wohl fühlend, kehrte er nach kürzerem Auf enthalte als in früheren Jahren von dort zurück. Ein schneller Kräfteverfall führte am Morgen des 29. August ein schmerzloses Ende herbei Unser Ausschußmitglied, Herr Ernst Mohrmann, hat im Namen des Süddeutschen Buch händlervereins einen Kranz auf das Grab des Verstorbenen niedergelegt und bei dieser Gelegenheit den Gefühlen der Trauer, die uns alle beseelt haben, Ausdruck gegeben. Am 26. Februar 1901 starb der Inhaber der Süd deutschen Verlagsbuchhandlung in Stuttgart, Herr Daniel Ochs, imAlter von neunundvicrzigJahren. HerrOchs, von dessen Lebensgang ich leider nur wenig erfahren konnte, wurde im Jahre 1852 in Forchheim in Bayern geboren und kam 1875 nach Stuttgart, wo er die Süddeutsche Verlagsbuchhandlung gründete. Durch rastlose Arbeit gelang es ihm, sein Geschäft zu hoher Blüte zu bringen und sich einen angesehenen Namen zu verschaffen. Wir Buchhändler verloren in Herrn Ochs einen ehrenwerten und tüchtigen Berufsgenossen. Meine Herren! Ich bitte Sie, das Gedächtnis der Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen zu ehren. Geschieht. Diesen ernststimmenden Mitteilungen kann ich nun auch Nachrichten freudiger Natur folgen lassen. Am 1. August 1900 konnte Herr Theodor Cramer, seit 1895 Inhaber von A. Scheurlen's Buchhandlung in Heilbronn, auf vollendete fünfzig Jahre seines angesehenen Geschäftes zurückblicken. Von Albert Scheurlen am 1. August 1850 eröffnet, hat sich das Geschäft unter der umsichtigen und rührigen Leitung des Gründers und seiner Nachfolger, der Herren Carl Häring, Max Kielmann und Theodor Cramer, zu einer bedeutenden und wohlangesehenen Hand lung entwickelt, deren Name im deutschen Buchhandel und in weiten Kreisen des württembergischen Landes mit Achtung genannt wird. Anfang des Jahres 1901 feierte die im Besitz von Herrn Erwin Nägele befindliche E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung in Stuttgart ihr fünfundsiebzigjähriges Jubiläum. Gegründet im Jahre 1826 von Emanuel Schweizerbart, ging das Geschäft, dem inzwischen eine Druckerei angegliedert worden war, im Jahre 1846 an dessen Neffen Christian Friedrich Schweizerbart über, der die Firma im Jahre 1867 an Eduard Koch verkaufte. Dieser gab im Jahre 1876 die Druckerei, die stets nur für den eigenen Verlag thätig war, an Carl Gcüninger ab, um seine ganze Kraft dem Verlag widmen zu können. Im Dezember 1897 starb Koch, und es ging das Geschäft Anfang 1898 an den jetzigen Besitzer Erwin Nägele über, der schon seit 1893 einen eigenen naturwissenschaftlichen Verlag in Stutt gart besaß, der heute noch getrennt von dem neu erworbenen Geschäft geführt wird. Ihr Vorstand hat sowohl Herrn Cramer, als auch Herrn Nägele die Glückwünsche des Vereins ausgesprochen. Ich glaube, in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich dieselben hiermit nochmals wiederhole. Wohlverdiente Ehrungen erhielten unsere früheren Vor stände Herr Carl Engelhorn und Herr Egon Werlitz, indem ihnen von Seiner Majestät dem König von Württem berg der Titel »Kommerzienrat« verliehen wurde. Der kaiserliche und königliche österreichisch-ungarische Konsul, Herr Josef Bielefeld in Karlsruhe, der im Sommer 1900 sein fünfundzwanzigjähriges Dienstjubiläum als Konsul in aller Stille beging, wurde von Seiner Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät dem Kaiser von Oester reich durch Verleihung des Komturkreuzes des Franz-Josef- Ordens ausgezeichnet. Auch diesen Herren bringen wir unsere herzlichsten Glückwünsche dar. lieber unser Vereinslebeu ist zu berichten, daß die in der vorjährigen Generalversammlung beschlossene Eintragung unseres Vereins in das Vereinsregister des K. Amtsgerichts in Stuttgart im August vorigen Jahres zur Ausführung gelangt ist. Unsere neuen Satzungen begegneten bei dieser Gelegen heit keinerlei Widerspruch und haben nach erfolgter Ein tragung ihre volle Giltigkeit erlangt. Außerdem habe ich Ihnen Mitteilung von einer Eingabe der Firma Franz Lipperheide in Berlin zu machen, in der Behandlung der von genannter Firma herausgegebenen Broschüren erbeten wird. Ich werde bei Punkt 111 der Tagesordnung auf diese Angelegenheit zurückkommen und will deshalb vorerst von einer weiteren Behandlung derselben absehen. Der Buchhandel im allgemeinen ist mit den Ergebnissen des Jahres 1900 zufrieden. — Der Sortimentsbuchhandel hat ungeachtet des Fortbestehens unlauteren Wettbewerbs, dem gegenüber die gesetzlichen Maßregeln der erhofften Wirkung entbehren (Warenhäuser, Zeitungsbuchhandel, Ver schleierung der Minderwertigkeit bei Anzeigen sogenannter Konkurrenzausgaben rc.), sich über schlechten oder schlechteren Geschäftsgang nicht zu beklagen gehabt. — Dem Süddeutschen Verlag ist es gelungen, der nach wie vor von Norddeutschland kommenden scharfen Konkurrenz in illustrierten und Pracht ausgaben, auch in der Jugendschriftenlitteratur durch ge schmackvolle zeitgemäße Ausstattung seiner Erzeugnisse die Spitze zu bieten und ebenso auf dem Gebiete der guten Belletristik seine achtunggebietende Stellung zu erhalten. 844»
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