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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.08.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-08-23
- Erscheinungsdatum
- 23.08.1901
- Sprache
- Deutsch
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 6569 Gewährung des Schutzes: Belgien für vom Staate oder öffentlichen Verwaltungen herausgegebene, sowie nachgelassene Werke, Großbritannien, Italien (Abgabe einer Erklärung, daß man auf den Autorschutz Anspruch erhebt!), Luxemburg, Spanien und Ungarn. Sieben Staaten machen den Urheberschutz von der Hinter legung eines oder mehrerer Exemplare abhängig, nämlich: Frankreich, Italien, die Niederlande, Portugal, Rumänien, Spanien und die Türkei. Solche Hinterlegungsexemplare fordern, ohne aber die Nichtablieferung mit Entziehung des Urheberrechtes zu bestrafen, Großbritannien und Norwegen. Endlich besteht noch in Rußland und in der Türkei die Censur. Es ist also, wie man steht, noch eine reiche Musterkarte der verschiedensten Auffassungen des Urheberrechtes; man hat es in den meisten Staaten noch immer nicht als etwas Selbst verständliches auffassen können, sondern als ein Privileg wie vor hundert Jahren, wofür, wie damals, entweder allerlei Formelkram erfüllt oder aber — ebenfalls wie damals — gezahlt werden muß. Das Angeführte sind aber nur die Hauptgrundsätze, die bei dem Autorschutz für Bücher in den verschiedenen Ländern maßgebend sind; die eingehende Zer gliederung der vollständigen Gesetze und Verträge findet man bei Röthlisberger kurz und klar wiedergegeben und deshalb wird jedem Verleger die ebenso fleißige wie schwierige Zu sammenstellung gute Dienste leisten. -r. Kleine Mitteilungen. Deutschlands Bücher-Ein- und -Ausfuhr. (Vergl. auch die -Nachweise», Vörsenbl. 1901, Nr. 37.) — Nach der neusten amt lichen Statistik ist sowohl die Biicher-Einfuhr nach Deutschland, als auch die -Ausfuhr aus dem deutschen Reich gegen die Vorjahre wieder gestiegen. Das statistische Jahrbuch für das deutsche Reich weist für das Jahr 1900 eine Gesamt-Einfuhr von Büchern, Karten und Musikalien von 4473 Tonnen (zu 20 Centnern) gegen 4294 Tonnen im Vorjahre auf. Allerdings ist der Wert dieser Einfuhr um eine Kleinigkeit zurückgegangen. Er betrug im Jahre 1899 21 986 000 während die um 179 Tonnen größere Einfuhr im Jahre 1900 nur 21 468 000 ^ Werk hatte. Nur die Ein fuhr aus Oesterreich-Ungarn und Rußland ist um 782 000, bezw. 109 000 ^ Wert zurückgegangen, alle anderen Länder haben uns mehr Bücher gesandt und auch mit Ausnahme von Großbritannien zu höherem Werte. Trotzdem wir aus dem letztgenannten Lande eine Kleinigkeit mehr bezogen haben (362 gegen 360 Tonnen) war der Wert der Einfuhr um 102000 geringer. Die deutsche Aus fuhr ist gegen das Vorjahr sehr stark gewachsen. Sie betrug 1900: 14 059 Tonnen im Werte von 78 728 000 während sie sich im Jahre zuvor auf nur 12 608 Tonnen im Werte von 70 604 000 belief. Die stärkste Ausfuhr geht natürlich nach Oesterreich-Ungarn. Sie bezifferte sich auf 6196 Tonnen im Werte von 34 697000 gegen 5543 Tonnen im Werte von 31042000 im Jahre 1899 (die Einfuhr von Oesterreich beträgt 1607 Tonnen im Werte von 7 711000 ^). Auch Rußland erhält noch 1311 Tonnen Bücher im Werte von 7343000 ^ von uns, alle übrigen Länder bleiben wesent lich unter 1000. Am stärksten ist sodann die Ausfuhr nach Groß britannien mit 779 Tonnen im Werte von 4360000 nach Frankreich mit 661 Tonnen im Werte von 3700000 ^ (die Ein fuhr ist noch größer: 701 Tonnen, aber die französischen Bücher sind billiger: sie waren nur mit 3365000 ^ bewertet), nach den Niederlanden mit 648 Tonnen im Werte von 3631000 rc. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist der Wert der gesamten deutschen Bücherausfuhr in runden Ziffern von 43100000 ^ auf 78700000 ^ angewachsen. Der relative Wert zur gesamten deutschen Ausfuhr beträgt freilich nur 1,7 Prozent (gegen 1,3 im Jahre 1891). Der Aufdruck -Ourts xostals- auf Weltpostkarten.— Zu einem Prozeß gegen den Postfiskus wird die Erhebung von Strafporto für eine Ansichtskarte Veranlassung geben. Ein Berliner Beamter erhielt, wie die -Nat.-Ztg.» mitteilt, von einem Bekannten aus Schweden eine Ansichtskarte, die ordnungsgemäß mit 10 Oere gleich 10 H frankiert war. Da jedoch auf der Adressen seite der Karte nur der für den inneren Verkehr in Schweden übliche Vermerk -Breskort- aufgedruckt war, der im internationalen Ver kehr vorgeschriebene Vordruck -Oarts postals- aber fehlte,-so be handelte die Postverwaltung die Ansichtskarte als einen -Karten brief- und erhob wegen ungenügender Frankierung 20 Straf- Nchtundsechzigster Jahrgang. porto, die in Abwesenheit des Empfängers von dessen Dienst mädchen gezahlt wurden. Der Forderung des Adressaten auf Rückzahlung der zu Unrecht erhobenen 20hat die Postverwaltung nicht Folge gegeben, und so wird sich nunmehr das Berliner Amtsgericht mit der Frage zu beschäftigen haben, ob der Ausdruck auf einer Postsache für die Bedeutung und demgemäß für die Frankierung derselben maßgebend ist. Falsches Geld. — Falsche Reichskassenscheine zu 20 vom Jahre 1882 sind im Laufe des Monats Juli in Worms, Mannheim und Karlsruhe angehalten worden. Die Fälschungen sind durch ziemlich sorgfältig ausgeführte Photolithographie her gestellt und schwer als solche erkennbar. Die Fasern am linken Rande der Rückseite sind in der Weise nachgeahmt, daß die dunklen Haare eines weichen Pinsels in Stücke zerschnitten, aus das Papier gestreut und mit ganz dünnem Seidenpapier überklebt worden sind. Der so mit Fasern versehene Teil des Papiers ist dann mit leichter blauer Farbe angetuscht worden. Das überklebte Seidenpapier kann bei Befeuchtung leicht festgestellt und abgelöst werden. Bilderdiebstahl. — Die Münchener-Allgem. Ztg.» berichtet folgende merkwürdige Geschichte: Eine in München von ihrem Manne getrennt lebende Frau eines bekannten Malers war auf einige Zeit verreist und hatte ihr Inventar, darunter ihre Gemäldesammlung, hauptsächlich bestehend in wertvollen echten Grützners und einigen Lenbachs, wie auch Werken anderer berühmter Meister, unter Obhut zurückgelassen Bei ihrer Heimkehr machte die Dame eine überraschende Entdeckung. Die Bilder waren alle noch vollzählig vorhanden, doch statt der echten Gemälde waren nur schlecht gearbeitete Kopien in die Rahmen eingelegt, die den ebenfalls gefälschten Namenszug der betreffenden Meister trugen! Die echten Werke waren samt und sonders — gestohlen! Nach längerer Zeit wurde ermittelt, daß ein Schreinergeselle sich auf irgend eine Weise Zutritt zu der Wohnung verschafft und die echten Bilder gestohlen hatte. Er hat, um eine Entdeckung möglichst lange Hintanzuhalten, wertlose, grobe Kopien der Bilder durch einen Maler anfertigen und diese an Stelle der echten Kunstwerke anbringen lassen. Der Dieb wurde bereits verhaftet. Durch sein teilweises Geständ nis wurden zwei Münchener Bilderhändler in die Sache ver wickelt. Einer ist verhaftet, er soll ein Bild um 8000 den vierten Teil des Wertes, angekauft haben, der andere sreigelasscn. Der Maler, der die Kopien anfertigte, ist noch nicht zur Stelle gebracht. Die Angelegenheit selbst bildet den Gegenstand einer weitgehenden Untersuchung, die auch ergeben wird, inwieweit die hereingezogenen Kunsthändler an der Sache beteiligt sind. -Jugend--Originale. — Die Königliche National-Galerie zu Berlin hat in der diesjährigen Großen Berliner Kunstausstellung auch eine Anzahl von Originalen aus der Münchener -Jugend erworben, und zwar von folgenden Mitarbeitern derselben: R. M. Eichler, Max Feldbauer, Angela Jank, Adolf Münzer und Paul Rieth. Englische Roman-Litteratur. — Das Juli-Heft der -k'ortnixchtl)' ksvisrv» enthält einen Beitrag von Mr. William Laird Clowes über die -Verbilligung nützlicher Bücher»; er kommt darin auch auf Philipp Reclams Universalbibliothek zu sprechen, rühmt sie als eins der Weltwunder und würde es gern sehen, daß in Großbritannien, wo sowohl die teuren, wie die billigen Bücher teurer sind als die entsprechenden auf dem Kon tinent, eine ähnliche Unternehmung aus derselben Grundlage ins Leben gerufen würde. Dem gegenüber weist Elizabeth Lee in der letzten Nummer des -Litterarischen Echo- darauf hin, daß sich die Preise der belletristischen Bücher in England kaum von den fran zösischen oder deutschen unterscheiden. Der berühmte Sechsschilling- Roman kostet, in London wenigstens, überall nur viereinhalb Schilling; in Anbetracht der Thatsache, daß der mehrbändige Roman von der BUdfläche verschwunden ist, daß sich der englische Roman immer in schmuckem Einband präsentiert, und daß die Ausstattung in den meisten Fällen derjenigen der festländischen Bücher überlegen ist, wird man den Preis kaum zu hoch finden können; nur die Regelmäßigkeit, mit der er sich auch auf die minderwertigsten Erzeugnisse erstreckt, ist vom Uebel. Aber die Minderbemittelten werden gleichfalls in den Stand gesetzt, sich moderne Romane anzuschaffen, da nachträglich häufig eine volks tümliche Ausgabe zu 40 (H/z Pence) erscheint. So kann sich der Engländer nach zwei bis drei Jahren einen Roman von Thomas Hardy für eine ganz geringe Summe kaufen, während anderwärts an dem ursprünglichen Preis festgehalten wird. — Der Verfasser eines längeren Artikels in der -Haarteils Usviorv- über den volkstümlichen Roman erklärt die Wirkung, die die Zunahme des Lesepublikums in England auf die litte rarischen Qualitäten der englischen Belletristik ausgeübt hat, für 867
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