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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.07.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-07-24
- Erscheinungsdatum
- 24.07.1901
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 5879 Angelegenheit nur zu diskutieren wünsche, um sich dann bittend an die Verleger zu wenden. Hieran anknüpfend, meint auch Herr Gubrynowicz, daß es unmöglich sei, eine Erhöhung des Meßagios zu ver langen, man könne nur ein Entgegenkommen der Verleger erbitten. Diese Ansicht sei auch die seiner Kollegen in Galizien, mit denen er über die Angelegenheit verhandelt habe. Er erachtet überhaupt eine Erhöhung des Meßagios insolange nicht für diskutierbar, als noch ein 10 Prozent- Kundenrabatt bestehe. Herr RivnsL sagt, die Sortimenter, die die Erhöhung eines Meßagios verlangen, kamen ihm vor wie Kranke, die über ihre Schmerzen klagen, aber nicht wissen, woher diese kommen. Er achtet auch einen solchen Schmerzensschrei. Es sei richtig, daß die Stimmung und die Lüge des Sorti menters eine gedrückte sei. Am schlechtesten gehe es jenem Sortimenter, der die größte Kulturarbeit leiste, jenem, der vorwiegend die wisseüschaftliche Litteratur pflege. Die Regie spesen hätten allerdings eine geradezu unerhörte Höhe an genommen und überstiegen für viele Geschäfte 20 Prozent. Wenn man da noch einen Kundenrabatt gewähre, so zahle man bei vielen Verkäufen einfach darauf. Die Frage müsse aufgeworfen werden, ans welchem Wege man die Verhält nisse bessern könne. Das eine stehe seiner Ansicht nach aber fest, daß die Erhöhung des Meßagios dieser Weg nicht sei. Es gebe viele andere große Mißstände. Er verweist nur auf das immer mehr üblich werdende »nur bar 25 Pro zent«. Er würde es mit Freuden begrüßen, wenn man alle Schmerzensausbrüche der Sortimenter und auch der Ver leger sammeln und zu einer Denkschrift oder wenigstens zu einem Artikel in der »Korrespondenz« verarbeiten würde. Er könne nicht umhin, auch bei dieser Gelegenheit wieder den Vorstand für sein mannhaftes Eintreten in Angelegenheit des Kundenrabattes seinen tiefgefühltesten Dank auszusprechen. Der Kundenrabatt, das sei eines der größten Uebel, dieser müsse womöglich ganz abgeschafft, jedenfalls aber reduziert werden. Die Abzüge, die sich große Sortimenter von ihren Kunden auf diese Weise gefallen lassen müßten, überschritten viele Tausende, und wolle man den Buchhandel sanieren, so müsse man in erster Linie beim Kundenrabatt beginnen. Er für seine Person würde, wenn einmal der Kundenrabatt abgeschafft wäre, gern auf 4 Prozent Meßagio verzichten. Herr Karafiat schildert ebenfalls die traurige Lage des Sortimenters, der vollkommen in der Hand des Ver legers sei und unter den derzeitigen Verhältnissen wirklich kaum mehr bestehen könne. Manche Verleger bezeichnten es als Betrug, wenn man nach erfolgtem Barbezug s, condi tion gelieferte Exemplare remittiere oder disponiere, und doch sei dies das einzige Mittel, daß der Sortimenter einiger maßen auf seine Rechnung käme. Er beklagt sich darüber, daß die Wiener Verleger selbst die Zustreifung der Remitten- den vom Bahnhof in ihr Haus in Rechnung stellten. Die Sortimenter könnten sich auf die Dauer nicht mehr alles seitens der Verleger bieten lassen. Wenn diese kein Einsehen hätten, müßten jene zur Selbsthilfe schreiten und die Laden preise erhöhen. Der Vorsitzende verweist Herrn Karafiat auf die Be stimmungen des Z 37 der Verkehrsordnung und bezeichnet es als ganz unstatthaft, wenn ein Verleger die Rücksendung von Konditionsgut nach im gleichen Jahre erfolgtem Barbezug als Betrug bezeichne. Er freue sich, aus den Ausführungen des Herrn Pechel entnommen zu haben, daß die Buchhändler in Graz sich zu einer festen Organisation verbunden hätten. Er begrüße dies mit großer Befriedigung. Man habe an dem mährisch-schlesischen Verein gesehen, wie wichtig eine Einigkeit und ein Zusammenarbeiten der engeren Berufskollegen sei, und er erwarte auch von der Grazer Organisation vielen Erfolg. Schon vor mehr als zwanzig Jahren habe er, zurückkehrend von der Konferenz in Leipzig, mit allem Nachdruck die Be deutung der Orts- und Kreisvereine betont und die erste Hilfe in der Frage des Kundenrabattes von diesen erwartet. Nur eine feste Organisation dieser Vereinigungen, denen die Feststellung von Normen für den Verkauf an das Publikum, sowie die Maßnahmen zur strengen Einhaltung derselben obliegen, sei imstande, die allgemeinen Verhältnisse nach haltig zu bessern. Nicht die Sortimenter allein seien an einer Besserung der Lage interessiert, sondern auch die Ver leger. Er würde den Grazer Kollegen raten, direkt an die Verleger heranzutreten oder eventuell, wie Herr RivnLL meine, diese und andere Fragen, die den Buchhandel be drücken, in der Correspondenz zu behandeln. Er freue sich über die Ausführungen des Herrn Rivnäisi auch er halte die völlige Abschaffung des Kundenrabattes als ein erreichbares Ziel, das er stets im Auge behalten werde. Schließlich bittet er Herrn Pechel nochmals, seinen Antrag zurückzuziehen, zumal die Einbringung desselben bereits zur Folge gehabt habe, daß einige einflußreiche Verleger zur Versammlung gar nicht erschienen seien. Nachdem Herr Pechel formell erklärt hatte, daß er seinen Antrag zurückziehe und nur als Anregung aufgefaßt sehen möchte, wird die Frage der Erhöhung des Meßagios dem Vorstand zum Studium überwiesen. Auf die Anfrage des Herrn Pechel erklärt der Vor sitzende, daß der § 12 der Statuten dahin zu verstehen sei, daß jeder bei der Hauptversammlung Anwesende außer seiner Stimme noch zwei andere Stimmen im Vollmachts wege führen könne. Der Vorsitzende giebt sodann das Wahlresultat bekannt, wonach sämtliche Vorgeschlagenen einstimmig gewählt er scheinen. Er dankt im Namen der Gewählten für das in sie gesetzte Vertrauen und erklärt weiter, stets bestrebt sein zu wollen, die Interessen des Vereines, seiner Mitglieder und des Buchhandels zu verfolgen.*) Herr Feller ergreift sodann das Wort, erinnert an die letzte Hauptversammlung und insbesondere daran, daß damals die Frage, ob ein Licenzinhaber Mittelschulbücher führen dürfe oder nicht, lebhaftes Interesse hervorgerufen habe. In den letzten Tagen sei nun eine endgiltige Entscheidung in dieser Frage durch das Urteil des Verwaltungsgerichtshofes *) Das Wahlergebnis ist folgendes: Vorsitzender: Vorsitzender-Stellvertreter: Schriftführer: Schriftführer-Stellvertreter Kassierer: Kassierer-Stellvertreter: Ausschüsse: Vertrauensmänner: Vorstand: Wilhelm Müller. Carl Konegen. Albert Köhler. : Otto Friese. Adolf Robitschek. Heinrich Dachauer. , Valentin A. Heck. I Alfred Ritter von Hölder. < Ludwig Mayer. I Robert Mohr. ' Marcus Stein, l Friedrich Beck. Friedrich Schiller, f Paul Trömel. Für Böhmen: „ Galizien und Bukowina: Küstenland und Dalmatien: Mähren und Schlesien: Nieder-Oestcrreich: Ober-Oesterreich und Salzburg: Steiermark, Kärnten, Kram: Tirol und Vorarlberg: Sektionsobmänner: l Gustav Neugebauer und j Anton RivnäL in Prag. Ladislaus Gubrynowicz in Lemberg. Max Quidde in Triest. Richard Karafiat in Brünn. Franz Deuticke in Wien. Ernst Mareis in Linz. Franz Pechel in Graz. Anton von Schumacher in Innsbruck. 773'
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