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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.07.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-07-23
- Erscheinungsdatum
- 23.07.1901
- Sprache
- Deutsch
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 5853 Sehr zutreffend warnte dann Herr van den Berge aus Arnheim vor diesem Anträge, indem er darauf hinwies, wie unthunlich und gefährlich er sei. Würde er angenommen, so wäre den nächsten fünf Hauptversammlungen vorgegriffen. Die Möglichkeit sei doch nicht ausgeschlossen, daß Ereignisse eintrcten könnten, die mindestens eine Diskussion über das Thema wünschenswert erscheinen lassen dürften; aber dann seien den Hauptversammlungen die Hände durch den an genommenen Antrag gebunden, der zugleich einen Präeedcnz- fall schaffe, der unter Umständen für andere Themata doch sehr unbequem werden dürfte. Das hatte zur Folge, daß Herr van Waalwijk statt des formellen Antrages eine Resolution vorschlug: Die Hauptversammlung ist überzeugt, daß für den Anschluß Hollands an die Berner Kon vention in der Vcreeniging keine Unterstützung zu finden ist. Sie spricht deshalb den Wunsch aus, es möchte in den nächsten fünf Jahren dies Thema in den Versammlungen der Vereeniging nicht mehr zur Sprache gebracht werden, auch möge die Vereeniging keinerlei Schritte zur Herbeiführung des Anschlusses unternehmen. Diese Resolution hat allgemeinen Beifall gefunden; im Nieuwsblad sind eine Menge Zustimmungs-Erklärungen gruppenweise aus den verschiedensten Städten Hollands ver öffentlicht. Es wurde dabei auch ausgesprochen, daß es zur erfolgreichen Durchführung dieses Planes nötig sei, zunächst aus dem gegenwärtigen Vorstande der Vereeniging alle Männer zu entfernen, die als Freunde der Berner Konvention bekannt oder verdächtig seien. Und so ist denn mit Sicherheit zu erwarten, daß in der bevorstehenden Hauptversammlung am 8. August eine gründliche Reinigung an Haupt und Gliedern der Vereeniging im Sinne der Gegner der Berner Konvention stattfinden wird, und daß auf Jahre hinaus die Politik des Vogel Strauß innerhalb der Vereeniging pro klamiert wird: man will die drohende Gefahr nicht sehen, und steckt deshalb den Kopf in den Sand. Es kann unter Umständen nützlich sein, diese Antwort des holländischen Buchhandels auf die Verhandlungen und Beschlüsse des vierten internationalen Verleger-Kongreffes an dieser Stelle zu registrieren, was hiermit geschieht. Den Anhängern der Berner Konvention in Holland wird dadurch natürlich ihre Aufgabe aufs neue erschwert. Man sieht daraus aber auch, wie sehr ich als Referent des Themas auf dem Verleger-Kongreß in Leipzig Grund hatte, den dort anwesenden holländischen Kollegen den Rat zu geben, sich mehr als bisher zu rühren und sich nicht dabei zu beruhigen, daß sie bessere Zeiten abwarten müßten, weil sie sich gegenwärtig noch in der Minorität befänden. Im Gegenteil, die Minorität muß eine solche Thätigkeit ent wickeln, daß sie zur Majorität wird. Und geht das nicht innerhalb der »VsrsouiZillZ tsr bsvoräsring van äs bsiuuAsn äss bosbbglläslsnun, so muß es außerhalb dieser Gesell schaft gehen! Ich habe schon in meiner, vor mehr als dreißig Jahren abgefaßten Denkschrift meine Ueberzeugung aus gesprochen, daß der holländische Buchhandel freiwillig niemals einer Litterar-Konvention zustimmen wird, die das Recht der Uebersetzung für Holland beschränkt. Deshalb sollte man der Nation ein Aequivalent auf anderem Gebiete als dem des Urheberrechts bieten, sei es beim Abschluß eines Handelsvertrages, im Verkehrswesen, in der Schiffahrt oder dergleichen. Solche Gelegenheiten sind zu finden, wenn man danach sucht, und wenn es denn der Buchhandel nicht anders will, so müssen die kleineren Interessen der Gegner der Berner Konvention vor den größeren Interessen der Allgemein heit zwangsweise zurücktreten. Die holländische Regierung LchtundsechMter Jahrgang. wird unter Umständen für einen solchen Ausgleich zu haben sein, da sie den Vertragsentwurf einer Litterar-Konvention mit Deutschland bereits vor zwölf Jahren Unterzeichnete. Sie hat damit bewiesen, daß sie nicht auf dem Standpunkte des holländischen Buchhandels steht. Mögen deshalb die Freunde der Berner Konvention in Holland nichts unversucht lassen, um ihrer Regierung die nötige Unterstützung zur Durchführung ihrer Absichten zu verschaffen. Von hier aus soll kräftig sekundiert werden; dafür werde ich sorgen. Otto Mühlbrecht. Literarische Neuigkeiten. Eine Rundschau für Bücherfreunde über wichtigere Neu-Erschei- nungen des deutschen Büchermarktes nebst Nachrichten und Charakteristiken über eine Auswahl guter neuer uud älterer Bücher. Jährlich 4 Nummern. KI. 4«. Nr. 1, März 1901, 12 S. Nr. 2, Juni 1901, 16 S. Leipzig, K. F. Koehler, Bar sortiment. Unter dem obigen Titel hat im März und Juni d. I. das Barsortiment K. F. Koehler in Leipzig die beiden ersten Hefte eines Vertriebsmittels erscheinen lassen, das eine erweiterte Form der früher nur einmal im Jahre erschienenen -Litterarischen Neuigkeiten- dieser Firma ist. Es soll viermal im Jahre er scheinen. Eine hübsche Mappe von leichtem, festem Karton hält die einzelnen Hefte zusammen und sorgt dafür, daß sie vom Kunden nicht achtlos beiseite gethan werden. Der Zweck dieser Hefte ist zunächst die Hebung des Bücherabsatzes und sie stellen sich, genau wie andere Mittel des Büchervertriebes, damit in den Dienst des Verlags und des Sorti ments. Elfterem wird die Möglichkeit geboten, in gefälliger, wirksamer Form und mit geringen Kosten das Publikum mit seinen Neuigkeiten bekannt zu machen, letzterem wird ein vor treffliches und billiges Mittel an die Hand gegeben, mit der Kundschaft in Fühlung zu bleiben und neue Kunden zu gewinnen, lieber diesen rein geschäftlichen Zweck hinaus erhebt es nicht ohne Berechtigung den Anspruch, eine Bibliographie fürs Volk zu sein und somit auch gemeinnützig zu wirken. Die vorliegenden Hefte sind in je zwei Abteilungen geteilt, deren erste die -erschienenen Neuigkeiten- in bibliographischer Voll ständigkeit verzeichnet, während die zweite -Voranzeigen, Charak teristiken und Notizen über gute neue und ältere Bücher- bringt. In zweckentsprechender Weise sind in dieser letzteren Abteilung auch einzelne Gruppen, die das Interesse der Zeit beanspruchen, zusammcngefaßt, wie z. B. Neue Burenlitteraiur, Neue Musik- litteratur, Neue Nietzschelitteratur, Neue Radfahrerlitteratur. Im übrigen folgen sich hier in zwangloser Weise kurze kritische Be sprechungen, einfache Inhaltsangaben und auch Verleger-Anzeigen in der gewohnten Jnseratform. Das Unternehmen, das seine Wirksamkeit über das ganze Jahr erstreckt, während die meisten Hilfsmittel des Bücherabsatzes in zweckwidriger Häufung die Weihnachtszeit bevorzugen, erscheint wohl geeignet, einem mehrfachen Zwecke zu dienen: den Sorti menter und den Verleger in beständiger Verbindung mit dem Publikum zu erhalten, ferner jedermann, der Interesse an Büchern hat, über den neuesten Stand des Büchermarktes zu unterrichten und somit den Bücherabsatz im allgemeinen zu fördern. Die Hefte sind, wie andere Kataloge, natürlich für Aufdruck der Sortimentsfirma eingerichtet. Für Bezug und Firmen-Auf druck ist ein äußerst billiger Preis vorgesehen. 500 Exemplare kosten 5 für jede Nummer und der Aufdruck der Firma, vor Erscheinen bestellt, 1 ^ für jede Anzahl von 100 Exemplaren und mehr. Auch der Jnsertionspreis für Verleger-Anzeigen ist in Ansehung des Zweckes niedrig gehalten. Da bei verständiger Verbreitung dieser Verzeichnisse ein Nutzen nicht ausbleiben kann, sei es auch nur der, daß eine Sortimentsfirma oder ein Buch in Erinnerung gebracht wird, so kommen bei dem billigen Preis ansatz die geringen Spesen kaum in Betracht. Das Unter nehmen hat denn auch sofort bei seinem ersten Bekanntwerden Anklang gefunden. Schon das erste Heft erzielte, wie K. F. Koehler im vorigen Monat Mitteilen konnte, eine feste Kontinuation von 120 000 Exemplaren. Dieser Erfolg berechtigt zu der Annahme, daß die gewählte Form des neuen Vertriebsmittels dem praktischen Bedürfnis entspricht. 770
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