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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.05.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-05-30
- Erscheinungsdatum
- 30.05.1901
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- Deutsch
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4400 Nichtamtlicher Teil. 123, 30 Mai 1901. Mittelung des Herrn Karl I. Trübner kamen wir zusammen und durch ihn kam auch der Verkauf meines Geschäftes in Neapel an Praß zu stände. Auf mein Anraten ging er vorher auf ein Jahr nach London, um sich in der englischen Sprache auszubilden. In den klassischen Sprachen war er sehr bewandert und er besaß überhaupt eine, über das ge wöhnliche Niveau weit hinausgehende Bildung. Er ver einigte einen soliden, ehrenhaften Charakter und ein ziel- bewnßtes, ernstes Streben mit dem fröhlichen Naturell des Rheinländers, und diese Eigenschaften haben ihm die Zu neigung Aller gewonnen, die mit ihm in Berührung kamen. Bevor er das Geschäft übernahm, arbeitete er, von England zurückgekehrt, ein Jahr lang unter meiner An leitung, und ich hatte Gelegenheit, seine trefflichen Eigen schaften schätzen zu lernen. Unser Verhältnis, zuerst kühl und zurückhaltend, erwärmte sich nach und nach, um sich mit der Zeit zu einem wahren, aufrichtigen Freundschafts bündnis zu gestalten. Wie gerne erzählte er mir, wenn ich ab und zu von Capri herüberkam, von seinen Erfolgen, und wie froh war ich, ein von mir so viele Jahre laug mit aller Hingebung gepflegtes Geschäft in so tüchtige Hände gelegt zu haben. — Nun ruhen sie für immer; es ist vorbei. Niemand wird ihn mir ersetzen, — die Lücke bleibt, — die Freunde sterben rings um uns weg, — man vereinsamt. Das ist das traurige Ergebnis, wenn man lange lebt. Er aber ruhe in Frieden! Hetzendorf bei Wien, 24. Mai 1901. Friedrich Furchheim. Zur »Verlegerklage« in Nr. 112 d. Bl. Der Herr Verfasser des obigen Artikels schloß seine Klagen und Vorschläge mit den Worten: »Zweifellos wird dieser Artikel bei dem Sortiment keine freundliche Aufnahme finden.« Ich glaube als Sortimenter, daß das Umgekehrte der Fall ist. Herr —s— glaubt das Sortiment sehr gut zu kennen, aber verlangt von ihm die Kunst, »Echtes vom Unechten zu unterscheiden, Wahres vom Falschen zu erkennen«. Das sei möglich, »wenn man die Rundschreiben und An zeigen des Verlegers genau und zur rechten Zeit liest«. Auf diese Art soll dann das Buch »vorwärts, aufwärts« gehen; mit einem Wort, der Sortimenter soll das Buch einführen! Was aber soll der Sortimenter für das Einführen haben? Nichts weiter als für regelrechtes Verkaufen eingeführter Sachen oder — weniger! Beispielsweise erhalte ich zuweilen unverlangte Schulbüchernovitäten zugesandt, womit ich andere eingeführte verdrängen soll; der Rabatt ist aber geringer als bei den alten eingeführten. Vielleicht soll ich solche Bücher sogar ausdrücklich L oouä. kommen lassen. »Glückt« es mir, zu verkaufen und einzuführen, so bereite ich mir jahrelang einen chronischen Schaden. — So schlechte Geschäftsleute sind die Sortimenter nicht. Aber die Furcht vor Repressalien! Da ist das Drohen glücklicherweise leichter als das Durchführen. Nun aber kommt Herr — j— endlich auf einen Punkt, von dem ich mich seit Jahren gewundert habe, daß er nicht durchgeführt wird: die Lieferung von Neuigkeiten mit höherem Rabatt, mit 40 bis 50 Prozent. Die Sache ist doch so natürlich wie etwas. Ich mag ein noch so großer Liebhaber von guten Novitäten sein und mag noch so eifrig die Cir- kulare studieren — ich weiß dennoch: das Novitätengcschäft mit den üblichen 25 Prozent Rabatt vergilt weder Mühe und Ansichtssendungen noch Spesen. Warum soll ich da für den undankbaren Verleger arbeiten, der es mir doch nicht vergilt, wenn ich sein Buch zu Ansehen bringe? Wenn also die Verleger erst wirklich zu der Ueber- zeugung kommen, daß das Vorrätighalten von Novitäten seitens des Sortimenters eine Leistung ist, die ihnen nützt, so müssen sie diese Nutzleistung vergüten und die nachbestellten Exemplare für eine bestimmte Zeit mit einem entsprechenden Rabatt liefern. Sehen Sie gefälligst die Zeitungen und Journale an: sie rezensieren und erwähnen auch nur die Bücher, für die in Form von Inseraten oder Freiexemplaren bezahlt wird. Ist der Sortimenter nicht auch ein rechnender Geschäftsmann? Oder lebt er vom Ideal? Nicht viel anders steht es mit manchen Brotartikeln, die auch nur gehen, wenn man sie vorzeigen kann. Da hat eine große Wiener Firma die Geschäftsbedingung: »für nach bezogene Exemplare darf kein Barpreis verlangt werden«! Warum nicht? Das ist also der Dank für meine Thätigkeit. Dann ist es doch besser, man läßt das Buch bis nach Ostern schwimmen, spart erstens Zinsen bis zur Ostermesse, spart zweitens 1 Prozent Barspesen des Kommissionärs, ver dient drittens 1 Prozent Meßagio zu Ostern. Das sind drei bis sechs Prozent Gewinn gegenüber dem Barnachbezug bei diesem Verleger. Also dürfte sich als Resultat obiger Erfahrungen und Erwägungen Herausstellen: 1. alle Nachbeziige von Kommissionsartikeln müssen mit einem höheren Rabatt geliefert werden und wenn sie bar nachbezogen oder -geliefert werden, muß der Rabatt mindestens jenen mit erstens bis drittens bezeichnet«» Ausfall übersteigen, d. h. statt 25 Prozent jetzt 33>/z Prozent betragen. 2. alle Barnachbezüge von Novitäten müssen eine gewisse Zeitlang die aufgewandte Mühe vergelten und im Durchschnitt mit 50 Prozent rabattiert werden (Aus nahmen verletzen nicht die Regel.) Dann wird es dem Sortimenter Vergnügen machen, sich der Novitäten anzunehmen. Aber auch dann wird es dem Sortimenter nicht möglich sein, so Viel zur Ansicht kommen lassen, wie viele wünschen werden. Das liegt an der Vielheit der Verlagsartikel und an der relativ geringen Zahl der Käufer; auch (mit Verlaub) an der Qualität mancher Verlagsartikel. Danzig, 22. Mai 1901. vr., B. Lehmann. Bücherschränke. Der Anlegung von Privatbibliotheken steht in Deutschland mancherlei hindernd im Wege. Da ist zunächst die Nomaden- haftigkeit des bürgerlichen Haushalts, indem die meisten Familien in Mietswohnungen Hausen. Wer immer wieder umzieht, der scheut die Ansammlung der Büchervorräte. Sodann ist die Mannigfaltigkeit der Buchformate und das vorwiegende Erscheinen der Litteratur in Broschüren- und Hcftform einer guten Ordnung der Vorräte sehr hinderlich; die rechte Freude an einer Büchersammlung ist eben nur daun möglich, wenn diese auch äußerlich einen gefälligen Eindruck macht. Endlich dürfte auch unsere Möbelindustrie den Bücher freunden mehr entgegeukommen. Ich lese schon seit Jahren in ausländischen Blättern die Anzeigen praktischer Bücher schränke verschiedener Art, vorab solcher zum Aufbauen der einzelnen Teile je nach Bedarf Erst in neuester Zeit findet man vereinzelte Versuche der Nachahmung jener englisch amerikanischen Erzeugnisse bei uns. In der neuesten Nummer des kubliebsrs' ^Vselil^ wird angekündigt, daß eine englische Möbelfirma Bibliothekschränkchen für Schlafzimmer herstellt. Wie wäre es, wenn aus Verlegerkreisen eine Anregung für
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