3780 Amtlicher Teil. 107. 9. Mai 1901. So müsse er namens des Vorstandes dringend bitten, den Antrag, der die Position, die im Buchhandel durch die Verleger-Erklärungen geschaffen worden sei. erschüttere und den ganzen Börsenverein gefährde, abzulehnen. Trotzdem begrüße er in seiner Eigenschaft als Vertreter des österreichischen Vereins und für seine Person die im Antrag Heinze gegebene Anregung, die gewiß die erstrebenswerte Besserung der Verhältnisse herbeizusühren Helsen werde. Es zeige aber auch das von Herrn Heinze aus den Tisch des Hauses niedergelcgte Verzeichnis, daß zwar manches nicht gut sei. daß aber die Verhältnisse nicht so schlimm seien, wie Herr Heinze sie schildere Der Sortimenter könne sich dadurch helfen, daß er keinen Rabatt gewähre und gegebenenfalls auf den Preis etwas aufschlage. Herr Engelhorn teilt mit: Herr Heinze habe seiuen Antrag zurückgezogen und dafür beantragt: »Die Hauptversaminlung wolle den von ihm im Namen des Vereins der Dresdner Buchhändler ge stellten Antrag dem Vereins-Ausschuß zur Beratung und zur Berichterstattung anläßlich der nächstjährigen Hauptversammlung überweisen.» Herr Heinze begründet diesen Antrag kurz. Herr Mllller-Grote-Berlin bekämpft auch diesen Antrag. Er halte es für gefährlich, wo kaum die Einigung zwischen Verlag und Sortiment erzielt sei. auf Grund ungenügender Unterlagen neue Differenzen aufzurollen und die Beunruhigung zu perpetuieren. Herr Franz Deuticke-Wien beantragt, den Antrag Heinze abzulehnen, aber eine Resolution zu fassen —: Den Verlegern aus Herz zu legen, thunlich überall 25 Prozent zu geivähren. Herr Hartmann-Elberfeld spricht für den heute neu eingebrachten Antrag des Herrn Heinze. den er zur An nahme empfiehlt. Der Antrag sei das Resultat der Beratungen der gestrigen Delegierten-Versammlung. Ec betreffe eine brennende Frage des Buchhandels. Sie müsse nachgeprüft werden. Diese Nachprüfung liege dem Vereins-Ausschusse ob. Er verweise dafür auf Z 14 Ziffer 7 der Satzungen. Bei dem was der Vereins-Ausschuß erklären werde, könne man Beruhigung fassen. Herr Benno Goeritz-Braunschweig führt aus. daß er zwar auch auf dem Heinze-Hartmaunschen Standpunkte ge standen habe, aber nachdem er nun die Auffassung des Verlags gehört habe, möchte er diesen nicht weiter aufregeu und provozieren. Er schlage vor. eine Resolution zu fassen, den Heinzeschen Antrag dem Börsenvereins-Vorstande zur Prüfung und Erwägung zu überweisen. Niemand wünscht weiter das Wort. Herr Engelhorn bringt die Resolution des Herrn Dcuticke zur Abstimmung. Sie wird abgelehnt. Hierauf bringt er den Antrag Goeritz zur Abstimmung. Der Antrag wird abgelehnt. Hierauf bringt er den heute eingebrachten Antrag Heinze zur Abstimmung. Es macht sich Auszählung nötig. Es stimmen für den Antrag 237 und gegen den Antrag 287 Stimmen. Der Antrag ist abgelehnt. sind 685 Stimmen abgegeben worden. Punkt 4. Neuwahlen. Es wurden gewählt: in den Vorstand: als 1. Vorsteher Herr Albert Brock Haus-Leipzig mit 573 Stimmen. als 2. Vorsteher Herr Ernst Bollert - Berlin mit mit 638 Stimmen. als 2. Schriftführer Herr Alexander Francke- Bern mit 664 Stimmen; in den Verwaltungs-Ausschuß: Herr Rudolf Brockhaus-Leipzig mit 625 Stimmen, .. vr. Josef Petersmann-Leipzig mit 628 Stimmen. in den Rechnungs-Ausschuß: Herr Max Müller-Breslau mit 556 Stimmen. .. Artur Seemann-Leipzig mit 650 Stimmen; in den Wahl-Ausschuß: Herr Franz Deuticke-Wien mit 620 Stimmen. .. Adolf Rost-Leipzig mit 643 Stimmen; Herr Albert Brockhaus wird mit Acclamation begrüßt und erklärt, er danke denjenigen, die ihn gewählt haben, aber grolle niemandem, der ihm seine Stimme nicht gegeben habe. Ein Programm könne und wolle er heute nicht geben. Aber die Erklärung gäbe er ab. daß er die Existenz eines starken Börsenvereins in jetziger Zeit für ganz besonders not wendig halte, wo dem Buchhandel von fremden Konkurrenten, von Abnehmern und von der Gesetzgebung Gefahren drohen- Der Verein sollte ein fester Schutz- und Trutzbund sein. Dem Vorstand solle und werde es obliegen, bei Differenzen im Innern zu vermitteln, und er müsse verlangen, daß jeder einzelne Buchhändler und die Vereinsorgane. Orts- und Kreis vereine stets in erster Linie sich an den Börsenverein wenden, und erst, wenn dieser versage. Selbsthilfe üben. Er wolle mit aller Kraft eintrcten für den Verein und für den Buchhandel Herr Vollert erklärt, es sei bedeutungsvoll, daß die Verhältnisse sich so gestaltet haben, daß nach zwölf Jahren wieder ein Berliner Buchhändler in den Vorstand gewählt sei. Er nehme die Wahl mit Dank an und werde mit aller