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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.03.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-03-30
- Erscheinungsdatum
- 30.03.1901
- Sprache
- Deutsch
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2596 Nichtamtlicher Teil. 75, 30. März 1901. Von diesen sind uns die drei letztgenannten, die Herren Hüttig, Rubenow und Haase, durch den Tod entrissen worden; wir verloren in ihnen liebe Mitglieder, deren Interesse für unseren Verein sich durch häufige Besuche der Versammlungen kundthat. Herr Paul Hüttig, der seit Uebernahme der Firma Dobberke L Schleiermacher unseren! Verein angehörte, hat sich bei allen, die mit ihm in Verkehr kamen, durch sein verbindliches und liebenswürdiges Wesen ein freundliches Andenken erworben, und wir beklagen aufrichtig, daß er und unser Kollege Haase, dem bei seinen Freunden eine gleiche Erinnerung bewahrt wird, schon in verhältnismäßig jungen Jahren aus dem Kreise ihrer Angehörigen und Berufs genossen scheiden mußten. — Herr W. Rubenow war seit 1885 unser Mitglied und nahm an allem, was den Berliner Sortimentsbuchhandel betraf, den lebhaftesten Anteil, so daß er selten eine Versammlung versäumte, bis ihn zunehmendes Alter und Krankheit daran verhinderten. — Allen diesen Heimgegangenen Mitgliedern unseres Vereins ist ein ehren volles Andenken sicher, was wir durch Erheben von unseren Plätzen bestätigen. — 'In der ersten Vereinsversammlung am 28. Februar 1900 wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt und hat wiederum iu seiner Gesamtheit bis heute einhellig amtiert,- nun bereits über sechs Jahre. Wer in derselben Sitzung vom Vorsitzenden erstattete Jahresbericht fand wegen seiner Ausführungen be züglich der Stellung Berlins zur Rabattfrage den vollen Beifall der Anwesenden, so daß seine Drucklegung beschlossen wurde. Dieser Beschluß ist ausgeführt und der Bericht an alle Vereinsvorstände versandt worden, und sowohl dadurch, als auch durch den Abdruck eines Auszugs im Börsenblatt glauben wir, daß die hier bestehenden Verhältnisse all gemeiner bekannt und bei den auswärtigen Vereinen ge würdigt worden sind. In einer Abgeordnetenversammlung zu Braunschweig am 25. Februar 1900 war die für uns so wichtige Frage behandelt worden, ob der Börsenverein den für Berlin und Leipzig genehmigten Ortsrabatt von 10 Prozent abschaffen und die beiden Städte zwingen solle, nur noch 5 Prozent zu geben. Herr Karl Sie gism und, der als Vorsitzender der Vereinigung nach Braunschweig ging, hatte es in dankens werter Weise übernommen, dort auch uns zu vertreten, und wir brauchen nur auf die ausführlichen Berichte im Börsen blatt und in den Mitteilungen des Verbandes deutscher Kreis- und Ortsvereine hinzuweisen, um dadurch hervor zuheben, welche Mühe sich Herr Siegismund gegeben hat, vor dem geplanten Feldzuge gegen Berlin zu warnen und einem in seinen unheilvollen Folgen unabsehbaren Kampfe vorzubeugen. Glücklicherweise ist von einem solchen Kampfe Abstand genommen worden, so daß der bezeichnete Antrag, der die kaum in ein etwas ruhigeres Fahrwasser gelangten Berliner Verhältnisse von Grund aus aufgewühlt Hütte, über haupt nicht an den Börsenverein gelangte! Wir haben dieses Resultat der Braunschweiger Versammlung, nachdem Herr Siegismund in der VersammtMg am 28. Februar eingehend darüber berichtet hatte, auch allen abwesenden Mitgliedern zur Kenntnis gebracht, indem wir dabei wiederholt baten, un bedingt darauf zu halten, daß nach Orten außerhalb Berlins ein Rabatt von 5 Prozent nicht überschritten wird! lieber diesen Punkt ist bereits im vorigen Jahres bericht eingehend berichtet und es ist hervorgehoben worden, daß das Berliner Sortiment nach und nach auf den richtigen Standpunkt dem Börsenverein gegenüber gekommen war, nämlich, sich damit zu begnügen, den ihm zugestandenen Ortsrabatt auch in der That nur für Berlin zu gewähren, nach außerhalb aber sich an die betreffenden Bestimmungen des Börscnvcreins zu halten. Es war auch besonders darauf hingewiesen worden, daß alle Klagen in dieser Beziehung gegen Berliner Firmen ganz streng und satzungsgemäß von der Vereinigung behandelt und durchgeführt würden, und daß dabei auf irgendwelche Nachsicht nicht zu rechnen sei. Wir glauben an dieser Stelle aussprechen zu dürfen, daß es der jahrelangen, mühevollen Arbeit des Vorstandes der Ver einigung, der seit Jahr und Tag durchaus aus Mitgliedern des Sortimenter - Vereins besteht und infolgedessen immer Hand in Hand mit uns gehen konnte, gelungen ist, sowohl bessere Zustände im hiesigen Sortiment, als auch ein besseres Verhältnis des Berliner zum Provinzial-Buchhandel herzustellen, und daß insbesondere dem früheren und dem jetzigen Vor sitzenden der Vereinigung, den Herren Ernst Vollert und Karl Siegismund, lebhafter Dank gebührt. Erst durch dieses freundlichere Verhältnis ist Berlin in die Lage ge kommen, wieder mit den Provinzialsortimentern gemein same Interessen gemeinsam zu verfolgen, namentlich seit die Vereinigung Mitglied des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine geworden ist und mit ihrer Stimmenzahl ins Gewicht fällt. Ein erfreuliches Resultat ist die für die kom mende Börsenvereins-Versammlung zu erwartende Berück sichtigung Berlins bei den Wahlen zum Vorstand; erst jetzt, nachdem der Berliner Buchhandel sich ganz aus den Boden der Satzungen des Börsenvereins gestellt hat, ist es ja auch einem Berliner Bernfsgenossen überhaupt erst möglich, dem Vorstande des Börsenvereins anzugehören! Im September tagte in Dresden eine vom Verein Dresdner Buchhändler einberufene Versammlung, deren Tagesordnung die Gründung einer Sortimenterkammer, bezw. eines Sortimenterbundes war. Berlin wurde durch die Herren Siegismund und Prager vertreten. Eine Einigung über die Tagesordnung kam nicht zu stände; das Ergebnis war die Wahl einer Kommission, die im Anschluß an die bewährte Organisation der Kreis- und Ortsvereine Mittel und Wege suchen soll, diese Organisation zu stärken. Noch eine andere Angelegenheit ist zu erwähnen. In unserem vorigen Jahresbericht war darüber.geklagt worden, daß die Machtmittel des Börsenvereins zur Durchführung der Satzungen unzureichend wären, und daß vor allen Dingen ein Hindernis in dem passiven Verhalten der Leipziger Kom missionäre den gesperrten Firmen gegenüber zu erblicken sei. Es kann hier mit Genugthuung hervorgehoben werden, daß jene Bemerkung eine ganz ungeahnte Wirkung hatte: der Verein der Leipziger Kommissionäre faßte den von seiten der Sortimenter mit Beifall begrüßten Beschluß, künftig die Ver tretung einer gesperrten Firma sofort niederzulegen! Hiermit wurde dem Börsenverein die von uns gewünschte wirksame Waffe in die Hand gegeben, und bald schloß sich als Folge jenes Beschlusses noch derjenige des Vereins der Leipziger Buch händler an, der für gesperrte Firmen und ihre Kommissionäre die Benutzung der Leipziger Bestellanstalt aufhob — ein Beschluß, dessen Fassung in Bezug auf unsere Berliner Bestell anstalt schon lange einen unserer Herzenswünsche bildet! An diese Vorkommnisse schloß sich die ferner zu berich tende Thätigkeit des Börsenvereins-Vorstandes in betreff der Heranziehung des Verlagsbuchhandels zum Schutze der Laden preise an, denn das gute Beispiel der Leipziger konnte seine Wirkung im übrigen Buchhandel nicht verfehlen. In dankens werter Weise versuchte der Vorstand des Börsenvereins die Verlagsfirmen der drei Hauptcentren Leipzig, Stuttgart und Berlin zu einer Verpflichtung zu veranlassen, die sich gegen die bisherige vorteilhaft unterschied, nämlich: an gesperrte Firmen gar nicht oder nur zum Ladenpreise zu liefern. Für Berlin war diese Verbesserung schon vorher geplant, da der hiesige Verlegerverein auf Antrag des Herrn R. L. Prager eine Kommission gewählt hatte, der die Herren Ferdinand Springer, Siegismund, Behrend und Prager angehörten, die versuchen sollte, eine solche Reform durchzuführen. Stuttgart
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