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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.02.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-02-18
- Erscheinungsdatum
- 18.02.1901
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 1423 vx libris, wie es sein soll, noch viel Unklarheit im Publikum ebenso wie bei Künstlern herrscht, daß ferner oft junge Künstler Individuelles um jeden Preis geben wollen und daß nicht selten Dilettanten Vx libris entwerfen. Von den zeitgenössischen deutschen Künstlern der Bibliothekzeichen ist an erster Stelle Max Klinger in Leipzig zu nennen, von dessen Hand allein elf Vx libris stammen in groß empfundenen und wunderbar ausgeführten Radierungen; ihm zur Seite steht sein Schüler Otto Greiner in Rom, auch ein genialer Künstler von stark-persönlicher Besonderheit, dessen Vx libris gleich denen Klingers schwer erhältlich sind, aber durch ver schiedene Ausstellungen in größeren Städten ziemlich bekannt sein dürften; als seine hervorragendsten Schöpfungen gelten: Wilhelm Weigand in München, vr. P. Hartwig in Rom und vr. P. Ehrhardt in Rom. Es verbietet mir der Raummangel, einen Ncberblick über die vielen hervorragenden modernen deutschen vx libris zu geben. Wer sich eingehender darüber unterrichten will, bestelle sich das Buch des Grafen Leiningen »Ueber deutsche und österreichische vx libris«, das (mit ca. 250 bezw 240 Abbildungen) im Frühjahr 1901 bei Julius Hoffmann in Stuttgart deutsch und bei Geo. Bell L Sons in London eng lisch erscheinen wird. Es seien an dieser Stelle nur noch einige der bedeutendsten und stilvollsten vx libris - Künstler uamhaft gemacht: Franz Stassen, Otto Protzen, Hans Baluschcck, Richard Knötel, Paul Voigt, Georg Otto, Fidus, Professor Otto Eckmann, Josef Sattler, Professor E. Döpler d. I., Professor Adolf M. Hildebrand und Melchior Lechter in Berlin, Georg Barlösius und Hermann Hirzel in Charlotten burg, Professor Hans ThoMa in Karlsruhe, Professor L. Kühn in Nürnberg, Otto Hupp in Schleißheim, Heinrich Vogeler in Worpswede, Bernhard Wenig in Berchtesgaden, Fritz Schumacher in Leipzig, Julius Diez, Fritz Erler, Ernst Kreidolf, Arpad Schmidhammer, Maximilian Dasto, P. Halm, O. Ubbelohde, A. Welti, B. Pankok, Al. Balmer, H. B. Wieland, H. Torggler u. a. in München, I. V. Cissarz in Dresden. Zu erwähnen habe ich wohl kaum nötig, daß alle diese Künstler und andere vollständig in der Sammlung des Grafen Leiningen vertreten sind. Wie ich schon vorhin sagte, ist das Interesse für die vx libris-Kunst zur Zeit sehr lebhaft und in stetem Wachsen begriffen. Wenn die ersten Sammlungen — schon vor etwa 70 und 60 Jahren — in Deutschland gebildet wurden, so ging 1890 mit der Gründung von Vereinen und Fachzeit schriften England voran, dem 1891 Deutschland, 1893 Frankreich, 1896 Amerika folgte. Die bedeutendste Vx libris- Zeitschrift ist aber die deutsche, wie denn auch von ungefähr 1000 Mitgliedern aller Vereine allein fast 300 Mitglieder auf Deutschland kommen und schon jetzt gegen 300 vx libris- Sammlungen in Deutschland bestehen. Die erste öffentliche Bibliothek, die in unserer Zeit eine solche anlegte und aus stellte, war die königliche Hof- und Staatsbibliothek in München, deren Direktor, Herr von Laubmann, als erster Staatsbibliothekar ein eingehenderes Interesse an der vx libris-Kunst nahm. In Deutschland und Oesterreich giebt es außerdem noch folgende bedeutende Vx libris-Sammlungen: 1. Graf zu Leiningen-Westerburg in Neupasing bei München genau 20000 2. H. E. Stiebel in Frankfurt a. M. ca. 14000 3. A. von Eisenhart in München „ 10000 4. Rudolf Beukard in Paris „ 9500 5. Karl Langenscheidt in Berlin „ 8000 6. Karl Koch, Liquidator, in Wien „ 6000 7. Benediktinerstift in Kremsmünster „ 5000 8. Kunstgewerbemuseum in Berlin „ 4000 9. Bibliothek des Börsenvereins der deutschen Buchhändler in Leipzig ca. 3000 10. Frau Margarete Strauß iu Magdeburg „ 2800 1:. vr. R. Neumann in Reichenberg i. B „ 2600 12. vr. R Bsringuier in Berlin „ 2500 13. Herzogliche Bibliothek in Wolfenbüttel „ 2500 14. Frau Ilse Warnecke in Berlin „ 2500 15. Frau Gräfin Ernestine Coudenhove in Wien „ 2500 16. Rittmeister L. B. von Carlshausen, Stuttgart „ 2200 17. Hof- und Staatsbibliothek in München „ 1500 Die Zeitschrift für vx libris, Bibliothekzeichen, Bibliotheken kunde und Gelehrtengeschichte, das Organ des von Friedrich Warnecke 1891 begründeten vx libris-Vereins in Berlin (Auf tragsweiser Verlag von C. A. Starke, Königl. Hoflieferant in Görlitz) steht nunmehr in ihrem elften Jahrgang und wird von vr. Hans Brendicke in Berlin redigiert. Sie er scheint reich illustriert mit farbigen Beilagen und Faksimile - Reproduktionen jährlich viermal und kostet für Mitglieder*) des Vx libris-Vereins 12 Mark, für Nichtmitglieder 15 Mark jährlich. Für diese Zeitschrift ist Graf Leiningen ein ständiger und überaus fleißiger Mit arbeiter. Es giebt gewiß keinen Vx libris - Sammler und keinen Vx libris-Freund, der so viel Freude und so viel be geisterte Aufopferung für diese Kleinkunst verwendet und dabei nach allen Seiten hin Anregungen ausstreut und in allen Kreisen Interesse erweckt. Seine Aufsätze, die von Hin gabe an die Sache und von reichen, vielseitigen Kenntnissen zeugen, sprühen von Geist und bieten jedesmal des Neuen und Wissenswerten viel; so läßt sich auch nicht leugnen, daß seine ganze Thätigkeit auf dem Gebiete der Bibliothekzeichen in ganz seltener Weise befruchtend gewirkt hat und hoffent lich noch recht lange wirken wird. Wie viele junge Künstler verdanken ihm — oft wenn sie sich gerade in prekärer Lage befanden — eine Beschäftigung und ein Mittel zum Brot erwerb, indem Graf Leiningen ihnen Vx libris - Aufträge ver schaffte. Und wie vielen Kunstfreunden und Gelehrten hat er dadurch eine schöne und dauernde Freude bereites, daß er sie veranlaßte, derartige Aufträge an Künstler zu vergeben und sich ein vx libris zeichnen zu lassen! Herr Graf Leiningen ist stets mit der größten Liebenswürdigkeit bereit, jedem mit seinen Erfahrungen und Ratschlägen für die Anschaffung eines Vx libris zur Seite zu stehen, und es bereitet ihm immer eine Freude, jemanden, der ernsthaftes Interesse zeigt, seine Sammlung zu zeigen, die nach seinem Tode in den Besitz des germanischen Museums zu Nürnberg übergehen wird.**) Man kann, wie Graf Leiningen mir einmal sagte, das vx libris als ein kleines historisches Denkmal eines Menschen ansehen, das meist den Besitzer weit überdauert und seinen Kindern und Enkeln Kunde von seiner Geistesart hinterläßt; darum soll man Sorge dafür tragen, daß das vx libris für den Besitzer charakteristisch ist und seine jeweiligen persönlichen Neigungen, Liebhabereien oder seine Berufsart in irgend einer Weise, sei es nun in ständischen Emblemen, in einer Allegorie oder in einer fein empfundenen Symbolik zum Ausdruck bringt. Doch man vergesse nie: Klarheit ist die erste und vornehmste Bedingung für ein gutes vx libris; Devisen, geflügelte Worte, Verse — alles ist erlaubt, wozu der persönliche Geschmack eben neigt; aber nur keine Ueber- ladenheit und kein willkürliches Durcheinandergewürfel der verschiedenartigsten Motive, die sich nicht zu einem in sich geschlossenen, einheitlichen Bilde zusammenfügen lassen. Das Gesetz der Klarheit gilt auch für die Schrift, die lieber *) Auskunft über Mitgliedschaft rc. erteilt Graf Leiningen jederzeit. **) Für Zuwendungen neu entstandener Vx libris ist derselbe sehr dankbar. 180'
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