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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.12.1902
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1902-12-19
- Erscheinungsdatum
- 19.12.1902
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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294. 19. Dezember 1902. Nichtamtlicher Teil. 10549 OK. Sairwick in Ssris. ttoe, 5.. Llotlks ä'arobltoeturs moäsroe. 4°. 25 kr. IIsrllLräot, p., Xiriqustts. 8". 10 kr. 5l»äL8s.scLr LU 54dut cku XX« sisols? 8°. 20 ?r. Ein neues Handbuch der Bibliographie. Besprochen von R. L. Prager. Noch gerade zn rechter Zeit, um strebsamen Jüngern des Buchhandels als Weihnachtsgeschenk dargebracht werden zu können, bringt uns der Leipziger Buchhändler Friedr Iah. Kleemeier ein Buch*), das in nachstehenden Zeilen einer kurzen Besprechung unterzogen werden soll. Beschäftigen wir uns zuerst mit dem Titel so muß es ausgesprochen werden, daß er dem Inhalt des Buches nicht ganz gerecht wird, bezw. ihm nicht ganz ent spricht. Nach Ebert, dem noch heute unllbcrlrosfencn Biblio graphen, ist Bibliographie der »Lpyaratus litterarins, der 6oäer äixlomstivus der Litteraturgeschichte-, und Seizinger erklärt sie als die »Wissenschaft, welcher die Kenntnis der schriftstellerischen Produkte aller Böller und Zeiten als Ausgabe zukommt». Kleemeier faßt diesen Begriff viel weiter, giebt in seinem Buch viel mehr, und daher mag es wohl auch kommen, daß er in seiner Borrede behauptet, daß eine »Anleitung zur Bücher kunde und zur Herstellung von Bücherverzeichnissen- uns bisher gefehlt habe. Dies ist nun keineswegs der Fall. Citiert er doch selbst in dem Litteraturverzeichnis auf Seite 219 seines Buchs: Schleiermacher**) und Seizinger***), und hätte ein Blick in die Vorrede des Seizingerschen Buches ihm noch eine Fülle ähnlicher Schriften gezeigt. Doch mag ich hierüber mit dem Verfasser nicht rechten; er saßt eben sein Thema viel weiter und giebt nicht nur eine Anleitung zur Beschreibung des Buches, sondern schickt ihm einen reich ausgestattetcn historischen Teil voraus. Hierdurch ist ein Werk geschaffen worden, das nicht nur, wie der Verfasser bescheiden in der Vorrede sagt, Anfängern sehr zu statten kommen wird, sondern gerade durch seine knappe Form sehr geeignet ist, auch erfahrenen Antiquaren in Zweifelssällcn ein Ratgeber zu sein. Kleemeier teilt sein Buch in vier Abteilungen: I. Er findung und Ausbreitung der Buchdruckerkunst. II. Das Buch. III. Die Verzierung des Buchs. IV. Bibliothek und Katalog. Es folgt ein lateinisch-deutsches Verzeichnis früher Druckstätten und ein Verzeichnis von Abkürzungen und Worterklärungen. Ein ausführliches Register macht den Be schluß. Kleemeier geht vielleicht ein wenig zu weit, wenn er den Stempelschnitt im Altertum, ja sogar die Erzählung des Plutarch von Agesilaos, daß er die Zuversicht seiner Krieger dadurch gehoben habe, daß er beim Opsern das Wort »Sieg», das er verkehrt auf seine Handfläche geschrieben hatte, aus die Eingeweide des geopferten Tieres abgedrückt habe, als Vorgänger der Buchdruckcrkunst verwertet. Hierdurch wird gerade bei Anfängern, für die das Buch ja vorzugsweise be- *) Kleemeier, Friedr. Joh., Handbuch der Bibliographie. Kurze Anleitung zur Blicherkunde und zum Katalogisieren. 8«. Wien und Leipzig, A. Hartlebens Verlag, 1903. <VIII, 304 S.) Lwd. k ^l. "> Schleiermacher, A. A. E., Bibliograph. System d. ges. Wissenschafts-Kunde m. e. Anleitung zum Ordnen von Bibliotheken re. *") Seizinger, I. S., Theorie und Praxis der Bibliotheks wissenschaften. Börsenblatt kür den deutschen Buchbandel, es. Jahrgang. Sooists nonvslls cko lidrsiris st ck'öckition in Saris. 1-a.cowbs, S., lg. guorrs 6t l'bawms. 18«. 3 kr. 50 o. Sooists Sarisisnns ck ockition in Saris. Orillgar, lt., loa gnitäs oonsagalos. 18«. 3 kr. 50 o. stimmt sein soll, die ganz falsche Vorstellung erweckt, daß auch im Altertum eine, wenn auch schwach entwickelte Art von Buchdruckerkunst vorhanden gewesen sei. Dies wäre aber eine irrige Vorstellung, insofern wir die Erfindung der Buch druckerkunst als die Erfindung des Drückens mit beweglichen Lettern ansehen, somit vor dieser Erfindung von einer Buchdruckerkunst keine Rede sein kann. Wollte Verfasser aber auch die Vorgänger der Buchdruckerkunst verfolgen, so wäre dieser Abschnitt besser in zwei Teile gegliedert ivorden, deren erster als »Vorgänger der Buchdruckerkunst», und deren zweiter erst als »Erfindung und Ausbreitung der Bnchdruckerkunst« hätte bezeichnet werden sollen. In den ersten Teil wären dann auch »Holzschnitt» und »Blockbüchcr» zu verweisen gewesen, während der zweite lediglich von der Erfindung der Buch druckerkunst gehandelt hätte. Sehen wir aber von diesem Vorwurf, der der Klarheit nicht allzuviel Abbruch trägt, ab, so kann man mit der Anordnung und der Aufnahme des Stoffs zufrieden sein. Verfasser hat in Kürze meisterhast das Wichtige zusammengefaßt, die interessantesten Blockbücher namentlich aufgefllhrt, zum Teil und wo es anging für be stimmte Exemplare bezahlte Preise hinzugesügt und die Ent stehung und den Fortgang des Drucks mit beweglichen Lettern knapp, klar und sachgemäß dargestellt. Die neuesten Kontroversen sind nur gestreift, sehr mit Recht, denn in ein solches Buch gehören nur allgemein anerkannte Thatsachen. Die hervorragendsten frühesten Druckstädte: Mainz, Straß burg u. s. w. werden einzeln aufgefllhrt und die Drucker, die in ihnen gewirkt haben, ebenso wie ihre Erzeugnisse be sprochen. Den deutschen Druckstädten schließen sich die ita lienischen und die übrigen nichtdeutschen an. Die zweite Abteilung macht »das Buch« zum Gegenstand ihrer Besprechung. »Ein Buch ist jede aus einer größern Anzahl von Blättern oder Bogen bestehende Druckschrift«, so lautet die Erklärung. Ich hätte gewünscht, daß hinter »größeren» wenigstens »oder kleineren» eingeschoben und das Folgende entsprechend geändert worden wäre. Denn wenn Verfasser sortfährt: »Besteht eine Druckschrift nur aus einem Blatt oder aus wenigen Blättern oder Bogen, so heißt sie Einblattdruck, Fliegendes Blatt, Flugblatt, Flug schrift, Traktat, Heft, Broschüre, Pamphlet re.-, so scheint mir diese Erklärung eher irreführend zu sein. Ein einzelnes Blatt mag man »Einblattdruck- oder »Fliegendes Blatt nennen, gleichviel welchen Inhalt es auch haben möge; ob man ein dünnes Buch: »Flugschrift», »Broschüre-, »Traktat«, -Pamphlet- nennt, wird wesentlich der Inhalt entscheiden; ein solches dünnes Buch wird aber immer ein »Buch» sein und bleiben. Gelungener ist eine Erklärung der periodischen Litteratur als »in bestimmten Zeitabschnitten erscheinende Druckschriften gleichartigen Inhalts». Wie entsteht ein Buch, und was gehört zu einem Buch? Satz, Druck, Signaturen, Durchschuß, Spatien, die verschiedenen Schriftgattungen, Einrichtung und Einteilung des Buchs werden kurz, aber zum Verständnis vollkommen ausreichend besprochen. Der Liebe zum Buch, der »Bibliophilie«, uud ihrer Ausartung, der »Bibliomanie», wird gedacht. Angaben über -Bücherpreise« schließen sich an. 1389
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