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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.11.1895
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1895-11-01
- Erscheinungsdatum
- 01.11.1895
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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6104 Fertigc Bücher. 254, 1. November 1845. Weinhardt, „Norddeutsche Leute". s46749j » Die Anzeige des Herrn Emil Felder in Weimar in Nr. 252 des „Börsenblatts" zwingt uns, durch die folgende streng tat sächliche Darlegung an das Rechtsgefühl des vcrehrlichcn Sortimentsbuchhandels zn appellieren und unsere bedrohten In teressen unter den Schuh desselben zn stellen. Vor fünf Jahren überließ die Schrift stellerin „Adalbert Meinhardt" ihre No velle „Auf dein Heilwigshof" an Herrn L. Ehlerman in Dresden für dessen Samm lung „Moderne Novellen" als inte-, gricrenden Bestandteil dieser Sammlung, das heißt: Herr Ehlermann sollte berechtigt sein, die Novelle in diese Sammlung, von der jedes Bändchen mindestens zwei No vellen von zwei verschiedenen Autoren enthielt, aufznuehmen. Alle anderen Rechte standen seit Herbst 1891 der Verfasserin zu. Sie war also ebenso berechtigt, eine Ein- zcl-Ansgabc zu veranstalten, als auch die Novelle in eine Sammlung aufzu- nchmcn. Da uns dieses Recht der Verfasserin unzweifelhaft nachgewiesen wurde, so trugen wir keinerlei Bedenken, die Novelle „Auf dem Heilwigshof" in den Band „Norddeutsche Leute" aufzunehmcn. Eine Novelle, die vor her einzeln ausgegeben worden ist, pflegt dann hinterdrein sehr oft in einer Sammlung anderer solcher Arbeiten des Autors zu er scheinen; auch die angesehensten Firmen des deutschen Buchhandels verlegen solche Samm lungen, ohne daß ihnen daraus ein Vorwurf gemacht oder das Recht bestritten wird, die Sammlung als Novität anzukündigen. Hier lag nun der Fall zudem noch ganz anders: niemals war „Heilwigshof" als Einzel- Ausgabe erschienen, sondern lediglich als j Bestandteil einer Sammlung, die es nie über drei Bändchen gebracht hat, seit mehreren Jahre» nicht mehr fortgesetzt wurde und deren Ncstvorräte längst in anderen Verlag, eben den des Herrn Emil Felder übergegangen waren, der ihr — wir zitieren seine eigenen Worte — „nicht die geringste Sorg falt zuwenden konnte." Auch ein anderer Umstand muß hervor gehoben werden: die Verfasserin hatte für unfern Abdruck die erste Fassung durchgc- sehen, an einigen Stellen wesentlich verbessert. Gleichzeitig übertrug uns dieVer- fasserin die Rechte einer Einzel- Ausgabe. Trotz der Klarheit der Rechtslage hielten wir es für ebenso vorsichtig als loyal, Herrn Felber unter Berufung auf die Ab machung zwischen „Adalbert Meinhardt" und Herrn Ehlermann am 30. September unsere Absicht mitzutcileu. Hierauf er hielten wir folgende Antwort: „Auf Ihre gefällige Zuschrift beehre ich mich, zu erwidern, daß mir von einer derartigen Abmachung nichts bekannt ist. Ich erlaube mir bei dieser Gelegen heit die Anfrage, ob Sic vielleicht ge neigt wären, die Sammlung..Moderne Novellen" zu erwerben. Sie enthält Beiträge von u. s. w. Ich möchte die Sammlung „Moderne Novellen". 3 Bde. verkaufen, weil ich ihr nicht die geringste Sorgfalt zuwcuden kann und sie des halb auch nicht fortsetze. Als ich sie kaufte, hatte ich die Absicht, mich haupt sächlich der schönwissenschaftlichen Litte- ratur zuzuwenden. Indes hat sich jedoch mein Verlag so sehr nach der wissenschaft lichen Seite entwickelt, daß ich schönwissen- schnftliche Litteratur nicht mehr pflegen kann. Die Sammlung ist gänzlich hono rarfrei". Man beachte wohl: Herr Felder versicherte, nicht zu wissen, was abgemacht sei, und offerierte uns gleichzeitig die ganze Sammlung znm Wir waren nicht dazu gewillt, sondern fragten bei Herrn Ehlermann an, wie es darum stehe. Er bestätigte natürlich sofort, daß die Verfasserin über die Novelle frei disponieren dürfe. Sehr höflich teilten wir nun Herrn Felber am 6. Oktober mit, daß „Herr Ehler mann nur das Abdrucksrecht in der Samm lung „Moderne Novellen" erworben habe", und lehnten ebenso höfllich den Ankauf der „Modernen Novellen" ab. Am 24. Oktober nun erhielten wir von der Redaktion des Börsenblatts den Bürsten abzug eines Inserats zum Zwecke gleich zeitiger Aeußerung zugesendet, in welchem Herr Felber mitteilte, daß „mehr als die Hälfte des Inhalts" unseres Bandes, „nämlich die Novelle „Auf dem Heilwigshof (7 Bogen)" bereits vor Jahren in der von ihm verlegten Sammlung „Moderne No vellen" erschienen sei. „Um dieser Konkurrenz zu begegnen," suhr Herr Felber fort, „sehe ich mich veranlaßt, von dieser Novelle eine Einzel-Ausgabe zu veranstalten." Dieselbe sollte 1 V6 ord. kosten. Gleichzeitig wurde um „energische Verwendung" für das „hübsche Buch" gebeten. Da Herrn Felber das Recht einer Einzel- Ausgabe nicht zustand, da es sich im Falle ihres Erscheinens um Nachdruck gehandelt hätte, so standen wir vor der Frage, ob wir sofort den Schutz der Gerichte anrufen oder vorher Herrn Felber die Unrechtmäßigkcit seines Vorhabens Nachweisen sollten. Leider — wir haben nun allen Grund, dies aufs Schwerste zn bedauern — wählten wir den letzter« Weg. Wir schrie ben Herrn Felber am 24. Oktober u. a.: „Nicht weil wir die Folge einer un gütlichen Austragung der Sache zu scheuen haben, sondern um Sie vor einem Rechts streit zu bewahren, dessen Ausgang in keiner Weise zweifelhaft sein kann, er suchen wir Sie, dieses Inserat zurückzu ziehen und die beabsichtigte Veranstaltung einer Einzel-Ausgabe der Novelle zu unterlassen." Nach einer eingehenden Dar legung der Rechtslage fuhren wir fort: „Wir können nicht glauben, daß Ihnen die Rechtslage bekannt war. In dieser Voraussetzung bieten wir Ihnen hier mit an, Ihnen die Kopien jener Schrift stücke, aus denen die Rechtslage aufs Klarste hervorgeht, vorzulcgen. Sie werden dann erkennen, daß Sie vorschnell eine Ankündigung erlassen haben, die Sie nicht aufrecht erhalten können, ohne sich üble Rechtsfolgen zuzuziehen. Die Kopien gehen auf Wunsch sofort an Sie ab. Machen Sie von diesem loyalen Aner bieten unsererseits keinen Gebrauch, dann mag es zum Rechtsstreite kommen." Ebenso machten wir Herrn Felber auf merksam, daß seine mit aller Sicherheit ge machte Angabe, „Heilwigshof" bilde mehr als die Hälfte des Inhalts der „Norddeutschen Leute" thatsächlich unrichtig sei. Das Gegenteil ist richtig, „Heilwigshof" ist weitaus kürzer als „To Hus is best." Aufzwci andere Um stände brauchten wir Herrn Felber nicht erst hinzu weisen, sie waren ihm ohnehin klar. Das „hübsche Büchlein", mit dem er nun so rasch bei der Hand war, bestand ans den Seite» 89—170 des „Ersten Bandes" der „Modernen Novellen" mit dieser Paginierung. Die erste Novelle sollte heransgenommen und ein neuer Titel gedruckt werden!! Wir meinen, Sortiment und Publikum hätten sich für das hübsche Buch energisch bedankt! Ferner aber sind Seite 89—170 nur 82 Seiten oder 5'/» Bogen, nicht 7 Bogen, wie Herr Felber verhieß. Es schien uns fast undenkbar, daß Herr Felber wirklich unser Anerbieten zurück weisen und sein Inserat aufrecht erhalten sollte. Dies teilten wir auch der Redaktion des Börsenblattes ungesäumt mit. Und nun lese man Herrn Felbers Ant wort auf unfern Brief! Wir lassen sie voll ständig folgen und schicken zur Erklärung des Eingangs voraus, daß unsere Anrede „Vereheliche Verlagshandlung Emil Felber, Weimar" lautete: „Weimar, 25. Okt. 1895. „An die Firma: Concordia Deutsche Verlagsanstalt Berlin. „Zunächst möchte ich bemerken, daß ich keine „Verlagshandlung", sondern eine Persönlichkeit bin. Ihre Adressierung ist demnach falsch. „Trotzdem ich eigentlich nicht recht be greife, wie ich dazu komme, mit Ihnen etwas zu verhandeln, gehe ich doch auf Ihren Brief vom 24. Oktober ein, weil mich dessen Inhalt überrascht hat und ich gespannt bin, inwiefern Sie, resp. sfolgt der eigentliche Name der Verfasserinj be rechtigt sein sollen, mir das Recht einer Einzelausgabe zu bestreiten. Die Firma L. Ehlermann hat mir am 28. November ausdrücklich geschrieben, daß sämtliche Novellen für alle Zeiten honorarfrei seien, sie sind demnach mein volles unbeschränk tes Eigentum, und ich kann sie veröffent lichen, in welcher Form ich will, abgesehen von einem Abdruck in Zeitschriften. Wie die Verfasserin dazu kommt, mir dieses Recht zu bestreiten, ist mir erst recht un klar, nachdem sie mir selbst in ihrem Briefe vom 17. Januar 92 eine Einzel ausgabe nahegelegt hat und ich darauf am 22. Januar ausdrücklich geschrieben habe, ich könne ihrem, mit meinem durchaus übereinstimmenden Wunsche vorläufig nicht entsprechen. Dies „vorläufig" ist eben für mich jetzt vorbei. Wenn die Verfasserin mir das Recht einer Einzel ausgabe bestreitet, so hätte sie sich doch daraufhin gleich dagegen verwahren müssen. „Ferner: Wer will mich daran hindern, die Novelle unter dem Kollektivtitel „Mo derne Novellen, neue Ausgabe 1., 2. oder 3. Bd." herauszugeben? „Glauben Sie mir aus Ihren Skripturen etwas anderes Nach weisen zu können, so wird es mich
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