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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.05.1903
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1903-05-13
- Erscheinungsdatum
- 13.05.1903
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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^ 109. 13. Mai 1903. Nichtamtlicher Teil. 3817 Nr. 36, bildet den Beitrag der Reichsdruckerei, die es, nach dem sie im letzten Austauschbande gefehlt hat, wieder als zu ihrer Aufgabe gehörend erkannte, vorbildlich zu wirken auf graphischem Gebiet, wie es unter des hochverdienten Direktors Busse Leitung stets geschehen ist. Der Holzschnitt ist in Helldunkelmanier ausgeführt und von drei Platten ge druckt in Mattgelb, Grau und Schwarz. Durch Übereinander druck der ersten beiden Farben wurde ein vierter Ton, dunkelgrau, geschaffen. Das Blatt ist, wie von seiner Herkunft nicht anders zu erwarten, mustergiltig, — möchten ihm noch recht viele ähnliche Erzeugnisse aus der großen Staatsanstalt unter ihrer neuen Direktion folgen! Die Schriftgießer und die Farbenfabrikanten haben in anerkennenswerter Weise zu diesem Austauschbande beige tragen, ja die Beiträge der erstern haben sogar zum Teil Hestsorm angenommen, und einer derselben, Nr. 234, ist weit hergekommen: aus Tokio in Japan, von der Volles llmlüji Vzygs b'ounär^, ein Blatt, auf dem wir, abgesehen von chinesischen Typen, der Mehrzahl nach alte deutsche Bekannte, darunter sogar die sogenannte »Bazillen-Einfassung« er blicken. Der Satz, der in der Geschmacksrichtung noch der seligen Freimanier huldigt, ist sehr sorgfältig ausgeführt, und der Druck ist ein durchaus tadelloser, so daß das Blatt den Gutenbergjüngern im Lande der ausgehenden Sonne Ehre macht. Die übrigen beitragenden Schriftgießereien sind: Blatt Jbr. 1, Aktiengesellschaft für Schriftgießerei nnd Maschinenbau zu Offenbach a. Mg Nr. 2, ein ganzes Heft von der Bauerschen Gießerei in Frankfurt a. M., deren letzte Neuheiten enthaltend; Nr. 18, 28, 213, H. Berthold, Berlin, und deren Filiale Bauer L Co. in Stuttgart, verschiedne Schriften und deren Anwendung in Druck nnd Prägung; Nr. 30, Genzsch L Heyse in Hamburg, und 107, E. I. Genzsch in München; 142, Heinr. Hoffmeister in Leipzig, ein in Satz und Farben sehr geschmackvoll ausgestattetes Blatt; 40, Julius Klinkhardt in Leipzig; 187, Hofschristgießerei Poppelbaum in Wien; 19, Rudhard'sche Gießerei in Offenbach a. M.; 72, D. Stempel in Frankfurt a. M.; 149, Ferd. Theinhardt in Berlin; 145, Wilhelm Woellmer's Schriftgießerei in Berlin, die auf einem Reiseavis auch ihre neueste schöne Schöpfung, die »Siegfried« als Brotschrist in breiter Auffassung, vorführt; — 63, Ditta Nebiolo L Co. in Turin. Eine nähere Be sprechung der Schriftgießerei-Erzeugnisse gestattet der Raum nicht, auch dürfte sie außerhalb der Grenzen des »Börsen blatts« liegen und kann um so leichter entbehrt werden, als alle Gießereien jederzeit bereit sind, Probedrucke ihrer Erzeug nisse einzusenden. In ihrer Gesamtheit geben die Blätter ein erfreuliches Bild vom Stand der Schriftgießerei, die natürlich durch die hochmoderne Richtung vielseitige An regungen empfangen und ihnen auch in schöpferischer Weise und reichem Maß entsprochen hat. Die Farbenfabrikation konnte indes kaum berührt werden von dieser Richtung; für sie war das stets zunehmende Ver langen nach Buntdrucken und in erster Linie der Drei- und Vierfarbendruck, ein mächtiger Anreger. Leider sind nur fünf Fabriken durch Beiträge im Austausch vertreten, deren geringe Zahl auch nicht annähernd ein umfassendes Bild von dem gegenwärtigen Stande der Farbenfabrikation im all gemeinen geben kann trotz der Vorzüglichkeit der gebotnen Farbendruckproben. Berger L Wirth in Leipzig sandten die Blätter 202 und 203 (202 wurde bereits unter Holz schnitt erwähnt); Fischer, Naumann L Co. zu Ilmenau er scheinen mit einer feinen und tonreichen Autotypie (Bl. 5); Käst L Ehinger in Stuttgart aber bieten drei besonders interessante Blätter (156, 157, 158), eine Citochromie, eine Duplex-Autotypie und eine Chromolithographie. Elftere besitzt alle Feinheiten des Vierfarbendrucks auch in citochromischer Her stellung, das zweite Blatt, das Porträt einer wohl den zentral- Börsenblatt für den brutschen Buchhandel. 70. Jahrgang. amerikanischen Kreolenländern entstammenden Schönheit, deren Fleischtöne in Bronzegelb, die Schattenpartien aber in Photographiebraun gedruckt wurden, läßt aufs beste das Wesen der Duplex-Autotypie erkennen, während die in Chromolithographie in 13 Farben ausgeführte Aquarell- studie recht klar den Wert des typographischen Drei- und Vierfarbendrucks, mit dessen Hilfe man jedenfalls ein ganz ähnliches Bild schaffen könnte, vor Augen führt. Die Sujets der Blätter sind übrigens vorzüglich geeignet, die Schön heit der Farben zur Geltung zu bringen. — Die Hygrol- Kommandit-Gesellschaft Wechsler L Co. in Wien sandte ein in neun ihrer »Hygrol-Farben« gedrucktes Blatt (Nr. 200), aus dem sich ein besondrer Wert derselben nicht erkennen läßt; nur der Umstand, daß sie das Feuchten und Wischen beim Steindruck ersparen sollen, könnte ihnen solchen ver leihen. Die letzten beiden Farbenblätter, 209 und 210, kamen von der Pariser Farbenfabrik CH. Lorilleux L Co. und ihrer Filiale im Buchgewerbehause zu Leipzig. Die Lithographie endlich, die durch einen frühern Be schluß der Leiter des Austausches keine Ausnahme mehr darin finden sollte, ist durch 12 Blätter vertreten, an deren Spitze Nr. 35, ein Kunstblatt in Reliefgravüre, sog. Collasmanier, aus der k. k. Hof- und Staatsdruckerei in Wien steht; es ist durch große Feinheit und fast greifbare Plastik der Figuren ausgezeichnet. Ein sehr interessantes Blatt ist auch Nr. 198, aus der kgl. Universitäts druckerei von H. Stürtz in Würzburg, eine ver kleinerte Faksimile - Reproduktion in lithographischem Rasterdruck, direkt nach der Natur auf Stein über tragen und das sogenannte Cyriakuspanier aus dem Jahre 1266 darstellend, das als eins der merkwürdigsten altfränkischen Altertümer heute in den Sammlungen des historischen Vereins zu Würzburg aufbewahrt wird. Die Rasterübertragung bietet in der Lithographie insofern große Schwierigkeiten, als sich in einer solchen auf Stein oder Zink auch nicht die geringste Änderung oder Korrektur Her stellen läßt, da man das Rasternetz nicht künstlich ergänzen kann. Das Stürtzsche Blatt zeigt indes einen vollkommenen Druck und verdient aufmerksamste Beachtung. Blatt 104 ist eine nur mit zehn Farben hergestellte ausgezeichnete Chromolithographie von E. Nister in Nürnberg, die trotz der verhältnismäßig geringen Plattenzahl neben Tiefe und Kraft der Farben doch die zartesten Über gänge und volle Plastik der Figuren aufweist; Blatt 58 von August Osterrieth in Frankfurt a/M. führt feine Fonds in Guillochiermanier, Kartuschen, Einrahmungen rc. vor, und Nr. 171, hervorgegangen aus der lithographischen Anstalt von H. Wagner L E- Debes in Leipzig, enthält eine physikalische Karte der Alpen und des süddeutschen Berg lands, auf der alle guten Eigenschaften vereinigt sind, die man von solchen Karten erwartet. Die Blätter 8, 64, 68, 69, 71 und 233 enthalten vorzugsweise kommerzielle Sujets, deren Ausführung durchweg als gut bezeichnet werden kann. Blatt 70 endlich, das, obwohl eine Photo» chromie von Nenke L Ostermaier in Dresden, doch der Lithographie angegliedert werden darf, läßt ein niedliches Evatöchterchen in zarter Farbenausführung uns grüßen. Damit bin ich am Schluß meiner Betrachtungen der Austauschblätter angekommen. Sie geben uns in ihrer weit aus größten Mehrheit ein schönes Bild vom gegenwärtigen Stand der graphischen Gewerbe, und es kann kein Zweifel obwalten, daß sie anregend und fördernd wirken werden auf alle Angehörigen dieser Gewerbe. Angesichts des Reichtums und der Schönheit des Gebotenen ist es doppelt zu bedauern, daß die Zahl der Teilhaber am Austausch eine relativ be schränkte ist. Es bleibt nur lebhaft zu wünschen, sie möchte bei den weitern Jahrgängen wieder recht wachsen, sowohl 509
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