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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.02.1882
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1882-02-01
- Erscheinungsdatum
- 01.02.1882
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- Deutsch
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bilden schützen. Die Böden selbst sind natürlich beweglich, ruhen aber nicht auf den heutzutage veralteten Zahnleisten, sondern auf messingnen Bolzen oder Stellstiften. Die Büchergestelle sind nur so hoch, daß ein erwachsener Mann auch aus der obersten Reihe die Bücher ohne weiteres Hilfsmittel herausnehmen kann. Leitern sind daher hier ganz vermieden. Natürlich sind nicht nur die Rcpositoricn, sondern die ganzen Etagen, in welchen diese stehen, entsprechend niedrig. Der Fußboden jeder höheren Etage ist von Eisen, ruht auf den Büchergestellen und ist weit durchbrochen, uni den darunter liegenden Etagen möglichst wenig Licht zu ent ziehen. Galerien kommen nur an der Innenseite des Rsa-UnZ Room und der Ausstellungssäle vor. Die zur Verbindung der einzelnen Stockwerke dienenden eisernen Wendeltreppen sind zahl reich (nur 40 F. von einander entfernt), aber sehr schmal und daher wenig Platz raubend. Alles in allem genommen, sind die Bücherräume — von den Ausstellungssälen abgesehen — durchaus nur als Magazin für Bücher geplant und ausgeführt, nicht zugleich, wie das an den meisten deutschen Universitäts bibliotheken der Fall ist, als Arbeitsplatz für einen bevorzugten Theil der Benutzer. Und in Wirklichkeit ist im Brittischen Museum der unbeaufsichtigte Zutritt zu den Bücherräumen absolut nur den Beamten gestattet. Im Winter wird der gesummte mit Büchern gefüllte Raum gleich dem Roackinx koom durch Warmwasscrröhrcn geheizt bis zu einer Wärme von etwa 12 Grad R. Die Beheizung der Bücherräume gilt nicht bloß dem mit Aufsuchen und Einstellcn der Bücher betrauten Personal, sondern dient ebenso zur Con- servirung der Bücher; auch befinden sich ebenda an bestimmten Stellen die Arbeitsplätze für Beamte, (Transseribsrs), welche in eine Art Auslcihejournal die Titel und Signaturen der aus ihrer Abtheilung geholten Bücher und den Namen der Entleiher eintragen, bevor jene in den UoackinA koom gebracht werden, ebenso natürlich die Eintragungen löschen, sobald die Bücher zu- rückgeliesert sind. Spätestens nach Verlauf von 6 Tagen findet eine Uebertragung auf das neueste Datum statt, wenn ein Werk noch nicht wieder einzustellen ist. Jede der Eintragungen ge schieht übrigens doppelt, die eine neben der andern. Je die äußeren werden abgeschnitten und für jeden Tag besonders alpha betisch nach dem Stichwort des Titels geordnet und in ein anderes Ausleihejournal geklebt, aus welchem man event. leicht constatircn kann, ob und an wen ein bestimmtes Buch verliehen ist. Die Führung dieses zweiten Journals schien mir seiner Zeit, obschon ich mir die Sache mehrfach und genau habe erklären lassen, überflüssig zu sein, und das gleiche Urtheil habe ich heute noch. Ja, sie ist um so entbehrlicher, als eine andere sehr beachtens- werthe Einrichtung eine treffliche Controle bietet. Jeder Lttonckant nämlich, welcher aus einem Gestell ein Buch oder mehrbändiges Werk entnimmt, muß an dessen Stelle ein kleines Täfelchen, deren er eine größere Zahl stets bei sich führt, legen; aus diesem ist die Signatur, das Stichwort, Zahl der weggenommenen Bände, Datum nebst einer den Beamten kennzeichnenden Note kurz ver zeichnet. kFortsetzung folgt.) Die Bibliothek des Herzogs von Hamilton. London, 28. Jan. Bei Gelegenheit einer Besprechung über die bevorstehende Versteigerung der Hamilton-Bibliothek in der „Times" hat mein verehrter Freund, Hr. Henry G. Bohn einen Brief in deren Spalten veröffentlicht, der auch in Deutschland einiges Interesse erregen dürste. Ich habe ihn daher — mit Erlaubniß des Hrn. Bohn — übersetzt und erlaube mir, Sie um Ausnahme dieser Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte zu bitten. Der genannte Brief wirft ein interessantes Licht auf die Ver hältnisse des Buchhandels in England in den dreißiger und vierziger Jahren. Bohn war bekanntlich seiner Zeit der erste Buchhändler und Verleger Englands, und auch jetzt noch zeigt er ein so großes Interesse an der Sache, daß er, im hohen Alter von 86 Jahren, noch säst täglich in die Stadt fährt, um sich nach den neuesten Erscheinun gen im Kunstsache umzusehen. Diesem Umstande schreibt er sogar die lange Erhaltung seiner Gesundheit und Rüstigkeit zu. Er wohnt nämlich jetzt, von den Geschäften zurückgezogen, in seiner Villa in Twickenham, wo er sich der Pflege seiner reichen Kunst sammlung und nebenbei der Rosenzüchterci mit großem Ersolge hingibt. Seiner Zeit hatte Bohn hier das ausländische Büchergeschäst so gut wie allein in Händen, und sein reges Interesse an der Sache und die bedeutenden Ersolge, die er mit seinen großen Verlags- untcrnehmungen errungen, lassen es natürlich erscheinen, daß er sich nur schwer aus diesem Wirkungskreise losriß. Erst vor wenigen Jahren ist der Rest des Bohn'schen Verlags und Lagers in mehreren Abtheilungen zu sehr hohen Preisen verkauft worden. Wen es intercssirt, Näheres über Bohn's Wirken und Schaffen zu erfahren, findet in Brockhaus' Conversations-Lexikon genügende Auskunft. Der Bohn'sche Brief lautet wie folgt: „An die Redaction der „Times". Die interessanten Angaben, die in Ihrem geschätzten Blatte über diebevorstehende Versteigerung der Bibliothek des Herzogs von Hamilton gemacht worden, haben einige höchst angenehme Reminiscenzen in mir erweckt, für welche, da dieselben mit dem Gegenstände in unmittelbarer Verbindung stehen, Sie hoffentlich einigen Raum in Ihren Spalten finden. „Zuvörderst möchte ich bemerken, daß alle seit dem Jahre 1831 (wo ich mich aus eigene Rechnung etablirte) zu jener Biblio thek hinzugekommenen Bücher ausschließlich von mir geliefert worden sind, und zwar theils an den Herzog selbst, theils an den damals in Bath wohnhaften Mr. Beckford. Anfangs pflegten mich Beide zusammen zu besuchen zu einer vorher festgesetzten Zeit, und alsdann trafen sic eine größere Auswahl aus der Sammlung der literarischen und artistischen Schätze, die ich kurz vorher aus einer langen und zweckdienlichen Reise auf dem Continent erworben hatte. Späterhin sammelten die Herren ein Jeder für sich, und hatte cs damals noch keineswegs den Anschein, als ob die beiden Bibliotheken zuletzt in Eins verschmolzen werden sollten; denn häufig war Jeder auf ein und dasselbe Buch hinaus. In den Geschmacksrichtungen dieser beiden Sammler war übrigens eine Verschiedenheit vor handen, die mir bisweilen recht wohl zu Statten kam. Der Herzog war ganz besonders erpicht auf illuminirte Manuscripte, Bücher mit Stichen aus der ersten Zeit der Buchdruckerkunst, insbesondere solche aus Italien; ferner auf Lckitionos prinoipos und Pergament- Drucke. Becksord dagegen, der größte Bücher-Enthusiast, den ich je gekannt, war es mehr um Aldinischc und andere Erstlingsausgaben zu thun, besonders solche mit den Insignien von Franz I., Heinrich und Diana, de Thou und anderen Celebritäten, sowie um seltene alte Maroquin-Einbände von Desseuil, Pasdeloup und de Rome. Er hatte sein Augenmerk auf alle bedeutenden Bücherversteigerungen in London und Paris. In allen Fällen wurde ich von ihm beauf tragt, den Auctionen beizuwohnen und für ihn nach Gutdünken zu handeln. Niemals wagte ich, aus eine Nummer, ob theuer oder billig, Verzicht zu leisten, außer in einem einzigen Falle, für welchen ich einen scharfen Rüffel erhielt. Es handelte sich hier um einen von de Rome gebundenen Vnriormn-Oaosar, den ich seinen Neben buhler im Sammeln von alten französischen Bänden, den ver storbenen vr. Charles Parr Burney zu dem fabelhaften Preise von 15 Guineen erstehen ließ. Seltsamerweise kam das gleiche Buch
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