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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.01.1901
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1901-01-21
- Erscheinungsdatum
- 21.01.1901
- Sprache
- Deutsch
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612 Nichtamtlicher Teil.— Sprechsaal. Börsenblatt f. d. deutschen Buchhandel. Erzeugnis des Geschonkgebers ans Licht befördert wurde, zumeist mit einer Fülle von Witz und Humor, die nichts zu wünschen übrig ließ. Pausen in der Verteilung wurden durch Gesang- und Klaviervorträgc ausgefüllt, wobei den Herren Ringe und Wurster reiche Anerkennung zu teil wurde. Personainachrichten. Auszeichnung. — Herrn Verlagsbuchhändler Alfred Kröner in Stuttgart, Inhaber der Verlagsbuchhandlung Arnold Bergsträßer dort, wurde von Seiner Majestät dem König von Württemberg die goldene Medaille für Kunst und Wissen schaft am Bande des Friedrichsordens verliehen. Auszeichnung. — Seine Majestät der König von Preußen hat dem Buchdruckereibesitzer Herrn Georg Büxen stein in Berlin den Charakter als Kommerzienrat verliehen. Ordensverleihungen. — Seine Majestät der König von Preußen hat dem Verlagsbuchhändler Herrn August Scherl in Berlin den Roten Adler - Orden IV. Klasse mit der Königlichen Krone, § dem Hof-Buchdrucker und Verlagsbuchhändlcr Herrn R. Kanter in Marienwerder den Roten Adler-Orden IV. Klasse, dem Buch- und Kunsthändler Herrn Schulte in Berlin den Roten Adler-Orden IV. Klasse, dem Verlagsbuchhändler Herrn Friedrich W c ster m an n ssn. in Braunschweig den Königlichen Kronen-Orden III. Klasse, dem Verlagsbuchhändler Herrn Mahlau in Frankfurt a/M. den Königlichen Kronen-Orden IV. Klasse verliehen. Gestorben: am 17. Januar im hohen Alter von fünsundachtzig Jahren der in weiten Kreisen des deutschen Buchhandels bekannte und verehrte Herr Theodor von Heinrichshofen in Magdeburg, langjähriger früherer Inhaber und Leiter der dortigen angesehenen Firmen des Buch- und Musikalien handels, die seinen Namen tragen; — am 13. Januar unerwartet im fünfzigsten Lebensjahre der Buchhändler Herr Fridolin Baumgartner in Ludwigs hafen a. Rhein, Inhaber der dortigen Buchhandlung seines Namens, die er am 1. Oktober 1885 eröffnet hatte. S p r e ch s a a l. Verlangzettel-Abschnitte. (Vcrgl. Börsenblatt I960, Nr. 9, 13.) Für größere Neuigkeitsversendungen — die eingelaufenen Ver- langzettcl gesammelt, geordnet, in Liste eingetragen und die Ab schnitte (Coupons) bei dieser Gelegenheit zwischen die einzelnen Blätter der Versendungsliste gelegt und beim Ausschreiben der Fak turen dann aufgeklebt —, die mit der nötigen Ruhe und Sorg falt, ohne Hast vorbereitet sind und zu denen man sich Zeit nehmen kann, läßt man sich das Abschnittwesen halbwegs noch gesallen, wenngleich es auch da noch oft mehr lästig als bequem ist, was stets ganz auf die Art der Ausstattung des Aufklebeabschnitts ankommt. Abgesehen aber von den Neuigkeitsversendungen be deutet das Abschnittausklebeverfahren in der Verwendung für die gewöhnliche, tägliche Auslieferung, bei der es äußerst rasch gehen muß, nicht nur keine Erleichterung, sondern eine arge Erschwerung des geschäftlichen Verkehrs. Man bedenke nur, wie viele Abschnitte überhaupt mit Klebe stoff versehen sind, keine fünfzig vom Hundert! Der Auslieferer legt seine Feder aus der Hand, greift zur Schere, schneidet den Abschnitt vom Bestellzettel los, da auch die nötige Lochung (Perforierung) zum Abreißen mitunter fehlt, legt die Schere weg, greift dann zum Leimpinsel, legt ein Stück Papier unter, über streicht die Rückseite des Abschnitts und klebt letztere dann erst auf der Faktur fest, vorausgesetzt natürlich, daß der Umfang des Abschnitts auch zum Aufkleben anstandslos geeignet ist und nicht etwa vorher wegen seiner ungewöhnlichen Breite oder Höhe erst einer Zustutzung mit der Schere bedarf. Die nächste Faktur, die dann beim Ausliefcrn darauf zu liegen kommt, klebt natürlich pflichtschuldigst an die untere ein wenig an. All diese Umstände könnten vermieden werben, wenn der Aus lieferer, der die Feder ja für die übrige Auszeichnung der Faktur so wie so in der Hand führt, statt des zeitraubenden Abschnitts auch Name und Ort des Bestellers handschriftlich ausfüllen dürfte, es wäre in einem Schreiben. Doch halt — auch dazu muß er sich trotz des Abschnitts mitunter doch noch bequemen, denn . . . mancher Abschnitt enthält alle anderen Angaben, aber — man sollte das kaum für möglich halten — nicht einmal die Hauptsache: Namen und Ort des Bestellers! Ja, die inhaltliche Beschaffenheit der Abschnitte läßt viel, sehr viel zu wünschen übrig, gerade soviel wie die verschiedenfache Ausstattung in Bezug auf Umfang (Höhe und Breite), Klebestoff und Lochung. Erst wenn dafür ein wirklich brauchbares, einheitliches Muster seitens der Verleger- vereinc ausgestellt und den Bestellern, die da nun einmal meinen, ohne ihren Abschnitt nicht leben zu können, zur Bedingung ge macht ist, erst dann wird das Abschnittswesen dem Auslieferer weniger zur Last und mehr zur Bequemlichkeit werden. Bis dahin verdient die dankenswerte Anregung und das Beispiel der Ge brüder Jaenecke-Hannover nur Nachahmung in allen Verleger und Ausliefererkreisen. Und dann, was bedeuten denn auch die Worte -Ohne an hängenden Abschnitt darf unsere Leipziger Vertretung nichts weiterbesördcrn-, wenn der Auftrag seitens des Bestellers -empfohlen- ist und der Abschnitt trotzdem zurückbehalten wird? Garnichts, die Leipziger Vertreter (Kommissionäre) sind ja doch froh, wenn sie überhaupt die - empfohlenen - Bücherpakete ohne Verzögerung — gleichgültig, ob mit oder ohne Abschnitt — ausgeliefert erhalten und somit ihre auswärtigen Geschäftsfreunde rasch zu befriedigen,in der Lage sind. Also wozu soll sich der Auslieferer da erst die Umstände mit dem Abschnitt machen? Es ist ja schade um die schöne Zeit, die gerade -vor- und »nach Tisch- für die Auslieferung alles über Leipzig -Empfohlenen- am kost barsten ist. Daß sich das Abschnittunwesen an dem Besteller selbst oft genug übel rächt, darauf hat -ein Verleger« aus Berlin in Nr. 13 d. Bl. schon hingewiesen; da werden z. B. vier Neuigkeiten, die im Um fange verschieden, sich also gar nicht zusammen verpacken lassen, die auch nicht alle an einem Tage zur Ausgabe gelangen oder ge langen können, auf einem Verlangzettel bestellt; aber statt vier wird nur ein Abschnitt beigefügt! Der Besteller erhält das erste Buch; aber Buch II, III und IV bleiben aus, ohne daß der Auftrag geber jemals erfährt, weshalb; sein Leipziger Vertreter hat die Weiterbeförderung des zweiten, dritten und vierten Buches ohne Abschnitt -auftraggemätz- beanstandet, d. h. einfach ver weigert. Der Verleger hat die drei Bücher wieder ausgepackt, in der Versendungsliste gestrichen und in seiner Auslieferungsliste einen Vermerk beigeschrieben, betreffendem Besteller fortan nichts mehr zu liefern, während letzterer schmerzlich darauf wartet, die gewünschten Neuigkeiten inzwischen im Schaufenster der andern Ortsbuchhandlungen prangen sieht und nun, erbittert über das lange Ausbleiben des Bestellten, ein geharnischtes Schreiben an den Verleger losläßt mit einem Klagelied über die Nichtberück sichtigung seiner rechtzeitigen Bestellung u. s. w. Noch ein Umstand, da hier gerade vom Leipziger Verkehr die Rede ist, sei hier erwähnt, der die Auslieferung erschwert und beeinträchtigt: das -Empfehlen- von Zetteln, die sich beim besten Willen nicht bis -nach Tisch- besorgen d. h. erledigen lassen, weil es Fortsetzungsangaben, Abbestellungen, Bestellungen von Neuigkeiten, die erst als -demnächst erscheinend- an gekündigt sind u. dergl., dann kleine Mitteilungen auf Seiden papier-Verlangzetteln, doppelseitig beschrieben, so daß man sie erst gegen das Licht halten muß, um sie zu entziffern, kleine, un deutlich, unleserlich geschriebene Ausschnitte von Postkarten-Achtel- größe u. s. w. Woran liegt das? In der Hauptsache wohl am Personal des Sortimenters, das von den Leipziger Verhält nissen keine Vorstellung hat und einfach alles -empfiehlt-, was eben nur überhaupt dem Leipziger Briefe an über- schriebenen Zetteln beiliegt, ganz gleichgiltig und ohne Rück sicht darauf, ob das wirklich eilige Bücherbestellungen oder nur Abbestellungen, Umtausche, Mitteilungen, Transport- und Abschlußzettel u. s. w. sind! Für die Besorgung und Fertigstellung der empfohlenen Auslieferung »nach Tisch- sind kaum ein bis zwei Stunden vorhanden, in denen alle Arbeit bewältigt sein muß, alle Zettel durchgeschen, ausgezeichnet und Sendungen aus geschrieben sein müssen, da bald nach Tisch schon die ersten Einhol burschen kommen, um das Empfohlene abzuholen. Es sollten also nur für die Kundschaft oder fürs Lager bestellte Bücher u. s. w. empfohlen werden, nicht aber alle möglichen und beliebigen Ver langzettel, Anfragen, iMitteilungen u. s. w., die der Leipziger Vsrtreterschaft nur viele unnötige und vergebliche Wege ver ursachen und die schließlich auch oft genug Mißverständnisse und wiederholte Anfragen über das Ausbleiben des fehlenden Em pfohlenen herbeiführen! 1. L.
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