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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.12.1899
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- 1899-12-13
- Erscheinungsdatum
- 13.12.1899
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9592 Nichtamtlicher Teil. 289, 13. Dezember 1899. 3. Weihnachtskataloge einzelner Verlagsfirmen. Wir beginnen hier mit den Weihnachtsverzeichnissen einiger hervorragenden Leipziger Firmen. Unter diesen, aller Anerkennung wert durch erfolgreiches Streben und Wirken, ist zunächst das Bibliographische Institut in Leipzig und Wien zu nennen. Die Firma wurde bekanntlich von vornherein mit dem Zweck, durch Ver breitring gediegener volkstümlicher Werke Bildung in die weitesten Kreise zu tragen, 1826 in Gotha gegründet, 1828 nach Hildburghausen und 1874 nach Leipzig verlegt. Wohl keine Firma der Welt, selbst Reclam und Hendel nicht aus genommen, hat in so enormer Weise deutsche und ausländische Klassiker verbreitet, wie das Bibliographische Institut. Dazu kamen dann andere (jetzt z. T. verschollene) wertvolle Unter nehmungen: besonders Volksbibliotheken, Meyers Universum, Meyers Konversationslexikon u. s. w. Aber als hätte die Firma neben ihrem machtvollen Wahlspruch: »Bildung macht frei!« sich noch das Wort zur Richtschnur gewählt: »Was du Gutes gethan, vergiß und thu' etwas Besseres!« schuf sie immer neue, immer wertvollere Unternehmungen neben der Ver vollkommnung des nun in drei Ausgaben wiederholt auf gelegten Konversationslexikons. So giebt denn auch das Verzeichnis: »Deutsche Bücherei, Text- und Jllustrativnsproben empfehlenswerter Werke« außer über diese Konversations lexika nähere Auskunft über die bekannten gediegenen Werke der »Allgemeinen Naturkunde«, über Sievers' »Allgemeine Länderkunde«, über die »Sammlung illustrierter Litteratur- geschichten«, über Helmolts Weltgeschichte, Meyers Deutsches Volkstum, Meyers Klassiker-Ausgaben, Reisebücher, Sprach führer, Volksbücher, Atlanten u. s. w. Die Werke sind jedem Buchhändler zu bekannt, als daß es mehr als dieser Anführung bedürfte. Das reich illustrierte Verzeichnis entspricht der prachtvollen Ausstattung der Werke selbst. In ähnlicher Weise und noch vielseitiger wirkte die Firma Otto Spamer in Leipzig (gegründet 1847). In ihrem be kannten illustrierten Miniaturkatalog werden in drei Haupt abteilungen verzeichnet: »Wertvolle Werke für die Haus bibliothek, Gesundheitspflege, kaufmännische und technische Werke, Unterhaltungsschriften, Sport- und Volksbücher«; »Werke für Frauen und Töchter, für das Haus und die Hausfrau«; »Jugendschriften für alle Altersklassen«. Beider Menge hervorragender Werke aus diesem Verlage würde die Aufführung einzelner Werke zu weit führen. Nur an das umfangreiche, immer neu aufgelegte »Buch der Erfindungen«, an Spamers Illustrierte Weltgeschichte, den Großen Hand- Atlas und »Unser Deutsches Land uud Volk« sei erinnert. Spamers Illustriertes Kvuversatious-Lexikon ist leider nicht mehr aufgeführt. Die Firma Hirt L Sohn in Leipzig teilt ihr stattliches Verzeichnis: »Festgeschenke für Jung und Alt« in drei Gruppen: Jugendschristen, ferner Gedenkbücher und Pracht werke und Werke für die Hausbibliothek (geographische, geschichtliche, naturwissenschaftliche und andere Werke) ein. Besonders bezüglich der in dieser letzteren Gruppe verzeichueten Werke kann man wohl sagen, daß die Firma sich würdig den Bestrebungen der beiden vorher genannten Firmen anschließt. Vor allem sei an das vorzügliche, mehr als 1400 Abbildungen enthaltende Werk: »Hirts Geo graphische Bildertafeln« erinnert, denen sich ähnliche geo graphische, historische oder kulturhistorische Werke anreiheu. Der Umschlag des Katalogs wird durch eine reizende Winterlandschaft und eine trauliche, in Hirtsche Verlagsartikel vertiefte Kindergruppe geziert. Einen, wenn auch weniger vielseitigen, in ihrem Wirken aber allein durch die Gartenlaube den meisten anderen Ver lagshandlungen den Rang streitig machenden Charakter zeigt die Firma Ernst Keil's Nachfolger in Leipzig In ihrem kleinen illustrierten Verzeichnis »empfehlens werter Geschenkwerke« spielen natürlich eine Hauptrolle die Romane und Novellen der Marlitt, Heimburg und Werner, dann die Dichtungen von Blüthgen, Scherenberg und Ritters- Haus (Träger und andere litterarische Größen traten für diesmal bescheiden in den Hintergrund) und vor allem Bocks unübertroffenes Buch vom gesunden und kranken Menschen. Die Verdienste des Verlags um eine gedeihliche und poesie volle Gestaltung des Lebens sind dem Buchhändler bekannt. Von den Weihnachtskatalogen der Berliner Handlungen ist besonders erwähnenswert der Weihnachts-Almanach der G. Grote'schen Verlagsbuchhandlung (gegründet 1849 in Hamm, seit 1865 in Berlin). Er wird eingeleitet durch eine Weihnachtsgeschichte von Ludwig Ganghofer: »Das Geheimnis der Mischung«. In bunter Reihe und reichlich mit Ab bildungen versehen folgt dann die Aufführung litterarischer und belletristischer Werke, illustrierter und nicht illustrierter Klassiker-Ausgaben, von Jugendschriften, kunsthistorischen und Prachtwerken. Von Autoren des Verlags sind u. a. be merkenswert: Julius Wolfs, Ernst Eckstein, Wilhelm Raabe, deren Bildnisse dem Bändchen zur Zierde gereichen. Das »Verzeichnis hervorragender Werke« aus B. Behr's Verlag (E. Bock), Berlin, weist Werke auf aus den Gebieten der deutschen Litteraturgeschichte, der Musiklitteratur, der aus ländischen Belletristik und der Kunst. Wir begegnen u. a. den Namen Bernays, Beyer, A. und W. v. Humboldt, Klop- stock, dann Ehlert, S. und W. Hensel, hervorragenden Aus ländern u. a. Der erst 1893 gegründete Verlag von Ernst Hof mann L Co. in Berlin mit dem Wahlspruch: »Erst wägen, dann wagen« hat zwar nicht viele, aber doch recht beachtens werte »Geschenk- und Bibliothek-Werke« aufzuweisen, Insbe sondere bildet die 36 Bände umfassende Sammlung: »Geistes helden« ein vorzügliches und gerade für Festgeschenke empfehlenswertes Unternehmen. Außerdem sind verschiedene litterarhistorische, nationalökonomische, philosophische, belle tristische und andere Werke verzeichnet. Aus Stuttgart liegen uns nur zwei Verzeichnisse vor, zunächst der »Illustrierte Weihnachts-Katalog« von Adolf Bonz L Comp., der in immer etwas veränderter, aber immer geschmackvoller Form auftritt. Die Namen Scheffel, Ganghofer, Stieler, Voß und viele andere des Verlags sind so bekannt, daß inan deren Träger und ihre Werke nur zu nennen braucht. Abbildungen, Textproben und kritische Be merkungen geben nähere Auskunft. Die Jos. Rothsche Verlagshandlung in Stuttgart uud Wien bietet in ihrem »Weihnachts-Almanach« das, was ihr Wahlspruch verkündet: »later kolia kructus«. Zu ihren Autoren zählt sie besonders Dichterinnen, zum Teil aus erlauchten Häusern, und katholische Theologen. Gedichte, Erzählungen, Reiseskizzen, kunstgeschichtliche und bio graphische Schriften bilden den Hauptbestandteil des Ver lags. Das Verzeichnis ist mit Portraits und anderen Abbildungen versehen. Aus Halle liegt der «Illustrierte Katalog ausgewählter Werke« vou Hermann Geseuius vor. Die 1861 in Bremen gegründete Firma siedelte 1872 nach Halle über und er warb später einen Teil des Verlags der 1884 erloschenen Firma Carl Rümpler in Hannover. Sv bilden denn auch einige Werke dieses Verlags, besonders die nun schon in 32 Auflagen vorliegende Anthologie: »Blüten und Perlen deutscher Dichtung«, das »Album einer Frau« u. a., noch immer Hauptzierden des Verlags der neuen Firma. Der kleine, reich illustrierte Katalog verzeichnet außerdem Werke von Dickens, Andersen, Gerok, Tegner, Feuchterslebcn, Lavater, Stoll uud anderen namhaften Schriftstellern.
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