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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.08.1898
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1898-08-26
- Erscheinungsdatum
- 26.08.1898
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- Deutsch
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1S7, 26 August 1898. Nichtamtlicher Teil. 6219 Universall'ililiographieen und Viblivtheks- Lenlralkatalogr. (Schluß aus Nr. 196.) In Deutschland traten verschiedene Gelehrte mit dem Gedanken umsangreicher Centralkataloge hervor. So schon 1842 im Serapeum der 1847 als Universitätsbibliothekar in Halle verstorbene Karl Eduard Förstemann, der einen alphabetischen General - Nominal-Katalog aller öffentlichen Bibliotheken des spreußischen) Staates befürwortet. — Heinrich von Treitschke regte denselben Gedanken erst 1884 in den Preußischen Jahrbüchern an, bewirkte aber die weitere Er örterung der Angelegenheit und schließlich auch den im vor liegenden Werke dargelegten Plan, samt der umfassenden Zusammenstellung aller hier in Betracht kommenden bisher projektierten oder wirklich in Angriff genommenen Kataloge. — Der dermalige Göttinger Oberbibliothekar, Karl Dziatzko, veröffentlichte 1884 im Centralblatt für Bibliothekswesen den Plan eines gedruckten Realkatalogs aller öffentlichen Biblio theken Deutschlands. Der Verfasser macht seine Bedenken gegen den Entwurf geltend, meint, daß das Unternehmen an der Verschiedenheit der Systeme von 35 Bibliotheken und an sonstigen Schwierigkeiten scheitern müsse. Auch hält er als Vorarbeit für die Herstellung eines Central-Realkatalogs die des alphabetischen Centralkatalogs für unerläßlich. Weitere Einwände lassen wir als zu weit führend hier unberührt. — Ferner vertrat 1884 der damalige Bibliotheksassistent in Kassel, Karl Kochendörffer, den Gedanken eines Gesamt katalogs der deutschen Bibliotheken, und zwar eines gedruckten Zettelkatalogs. Von den auch hier in einen Nachtrag verwiesenen weiteren Plänen von Centralkatalogen glauben wir uns auf ganz kurze Angaben beschränken zu müssen. — Es werden noch genannt für England: Lord Seymour (1854), für Italien: Emmanuele Roca, der 1872 zweimal für einen Fachkatalog aller Handschriften und Drucke in den öffentlichen Bibliotheken Italiens eintritt, und der Bibliotheksdirektor Domenico Gnoli in Rom, der 1881 die Herstellung eines Centralkatalogs aller Druckschriften der italienischen Bibliotheken befürwortet, für Frankreich: der Plan der französischen Regierung von 1791 zur Bearbeitung eines Generalkatalogs aller französischen Bibliotheken, der aber ungeachtet der 1792—94 erneuerten Instruktionen nicht zur Ausführung gelangte, der Plan der französischen Regierung von 1839, die Errichtung des »Srsaä iivrs äse bidliotddgusb äs la Ursves« betreffend, das auf Grund der Kataloge der Bibliotheken bearbeitet werden sollte, von dessen Ausführung man jedoch auch nichts vernommen hat, der hier schon erwähnte Plan Danjous (1845) und schließlich der Plan von Ferdinand Bonnange (1874 und 1896), des jetzigen Maires von Palaiseau, der einen Katalog aller fran zösischen Bibliotheken wünscht und die Ausführung bei An nahme seines Z^stdius äs oartse tix68 wobils8 in Form eines gedruckten Zettelkatalogs für eine Leichtigkeit hält. Fast ausnahmslos waren die bisher erwähnten Biblio- graphieen und Kataloge für den Druck bestimmt und dürften besonderes Interesse auch des Buchhandels beanspruchen. Wir müßten eine zu weite Ausdehnung dieses Referats be fürchten, wenn wir bezüglich der in dem zweiten Abschnitt: »Der Druck im Dienste der Katalogisierung« fast noch aus führlicher besprochenen Kataloge einzelner Bibliotheken und Institute nicht auf das äußerste Maß der Angaben uns be schränkten, zumal eine genauere Anschauung doch nur durch die vielen in den Anlagen wiedergegebenen Proben von Titeldrucken rc. gewonnen werden könnte Wir bemerken also nur im allgemeinen, daß das praktische Zettelsystem, wenn auch sonst jetzt vielfach in den Bibliotheken üblich, bei den gedruckten Katalogen oft verlassen wird, schon weil dabei auf das Publikum Rücksicht zu nehmen ist und leichter über sichtliche Verzeichnisse geschaffen werden müssen. Uebrigens werden die Verzeichnisse, wenn auch immer nur in verhältnis mäßig wenigen Exemplaren, wo man sich nicht ausschließlich, wie namentlich bei amerikanischen Bibliotheken, auf gedruckte Zettelkataloge beschränkt, für die eigentlichen Bibliotheks- , zwecke meist einseitig bedruckt, die Titel auch in einer Weise getrennt gehalten, daß sie leicht auseinander zu schneiden und aufzukleben sind. Ohne also auf die für die Accessions- und Hauptkataloge der einzelnen Bibliotheken angewandten, viel fach voneinander abweichenden Verfahrungsarten der Kata logisierung und des Druckes näher einzugehen, sei hier wenigstens bemerkt, daß man genauere Angaben findet über die Universitäts-Bibliotheken in Cambridge und Glasgow, über das Britische Museum und die National ^.rt lübrsrzr in London, über die Universitäts-Bibliothek in Leiden, über die lUdliotbbyas Nationale in Paris und die französischen Univer- sttätsbibliothken, über die nationalen Centralbibliotheken in Florenz und Rom, über die Universitäts-Bibliothek in Christiania, die öffentlichen Bibliotheken Schwedens und über die Thesenverzeichnisse von Upsala, Kopenhagen und Lund Für Deutschland kommen zur Sprache die Murhard'sche (Stadt-) Bibliothek und die Ständische Landesbibliothek in Kassel, die Königliche Bibliothek in Berlin, die Herzogliche Bibliothek in Wolfenbüttel und die Stadtbibliothek in Köln, für Amerika die Uo8tov Unbüo Uibrar^, die Uarvarä llollsßs Uibrar/ in Cambridge und die äodn Orsrar lübrar^ in Chicago. Wenn bei der weiteren Betrachtung der Titeldrucke außerhalb der Bibliotheken die Beigabe von Titelzetteln zu allen neu erscheinenden Büchern von seiten der Verleger kurz weg als chimärisch hingestellt wird, so möchten wir die Ver wirklichung dieser Idee, wenn auch bisher nur schwache An läufe dazu gemacht wurden, doch nicht ohne weiteres in das Bereich der Unmöglichkeit verweisen. Es muß nur wieder holt betont werden, daß solche gleichförmige Titelzettel den Verlegern einen wohlfeilen Ersatz für kostspielige Buchhändler- cirkulare und Anzeigen in buchhändlerischen Zeitschriften, den Sortimentshandlungen (natürlich in mehrfacher Anzahl) das beste Vertriebsmaterial und (bei allgemeiner Beteiligung der Verleger) den besten Ersatz für die laufenden Bibliographieen bieten würden. Die Einführung dieser Titelzettel müßte zum internationalen Brauch bei allen Verlegern der Welt werden, und die so lange ersehnte Universalbibliographie wäre, wenigstens für künftige Zeiten, ohne Mühe zu schaffen. Hat man einen Weltpostverein, warum sollte für bibliographische Zwecke nicht auch ein Weltbuchhändlecverein ins Leben zu rufen sein? Die besagten Titeldrucke werden noch behandelt in Bezug auf Unternehmungen im Interesse der Bibliotheken, und zwar: das Uibrar^ Lureau in Boston und das Library Larsau in London, und in Bezug auf Unternehmungen im Interesse be stimmter wissenschaftlicher Kreise, und zwar: die Uotavioal 8uppl^ Oompsu/ in Cambridge, Mass, das Oküos ok Ux- psrirnsnt 8tatiov8 in Washington, das Lspsrtoirs kiblio- xrapbiyns äs3 8oieves8 ruatdörllatigns8 und das Loaeiliam bi- blioxl-Lpdicum in Zürich — Der Königlichen Bibliothek in Berlin wird nachgerühmt, daß sie das einzige Institut sei, das die Einrichtung seiner Titeldrucke auch anderen Anstalten nutzbar zu machen bestrebt sei. So weit reicht der Hauptteil des Buches: die geschichtlichen Erörterungen. Der weit kürzere — wie uns bedünken will, in einen minutiösen Erörterungen dennoch fast zu eingehende — zweite Teil erscheint von geringerem Interesse für den Buch handel. In den hier gebotenen »Praktischen Vorschlägen«, in denen nunmehr ausschließlich von der Herstellung und dem 828'
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