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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.09.1899
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1899-09-19
- Erscheinungsdatum
- 19.09.1899
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- Deutsch
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218, 19. September 1899. Nichtamtlicher Teil. 6695 1. der Direktor Wilhelm Brenken, 2. der Kaufmann Georg Buttel, beide zu Berlin. Berlin, den 8. September 1899. Königliches Amtsgericht II. Abt. 25. Fernsprechverkehr. — Im deutsch-belgischen Fern sprechverkehr sind vom 15. d. M. ab dringende Gespräche gegen die dreifache Gebühr zugelassen. (Reichs-Anz.) Bibliotheksgründung. — Anfang Oktober wird in Deansgatc Manchester, die lobn k^lancks Nsmorial I-i- brar/ eröffnet werden. Sie ist von Frau Rylands zum Andenken an ihren um die Stadt Manchester verdienten Gatten gestiftet worden. Der Verstorbene war ein Freund der Wissenschaft und besonders der Theologie, der sich auf seinem Lieblingsgebiet auch schriftstellerisch versuchte. Es wurden unter seiner Leitung die in mehreren Auflagen erschienenen -Hol/ Loripturss, arravgsck in paragraxbs» und ein starker Band -ZJivvs ok tlw Obvrob Ilnivsrsal- veröffentlicht. Frau Rylands sammelte, wie wir englischen Be richten entnehmen, seit 1889 Bücher aus den Gebieten der Theologie, Philosophie, Geschichte, Biographie und den Nalurwissenschaften in großem Maßstabe und ließ seit 1890 durch den Architekten Basil Chanipncys für die erworbenen Schätze ein eigenes pracht volles Gebäude errichten, das nun vollendet ist. Als 1892 der Earl Spencer seine berühmten Sammlungen, die Lltborp Inbrar^, zum Verkauf anbot, erwarb sie Mrs. Rylands für ihre Bibliothek, die nunmehr die kostbarsten Schätze an frühen Drucken und eine Bibelsammlung ersten Ranges aufweist, dazu eine große Zahl frühester und seltenster Werke über Amerika, ausgewählte Stücke aus den Anfängen der englischen Litteratur, ältere Reise beschreibungen in möglichster Vollständigkeit u. s. w. Im ganzen enthält die Bibliothek bis jetzt 60—70000 Bände. Die einzelnen Sammlungen sind in besonderen Sälen untergebracht, so die gegen 2000 Bände umfassende Abteilung -Larl^ krintsä Loolrs», deren einzelne Werke fast alle vor 1480 gedruckt sind (darunter allein 51 Caxtons) und die -^läivs Lollsotion- mit der 36 zeiligen Pfister-Bibel, der 42zeiligen Aararins Libls und sämtlichen frühesten lateinischen Bibeln. Die Sammlung englischer Bibeln kommt der des Britischen Museums fast gleich. Die Verwaltung ist den Bibliothekaren E. Gordon Duff und Henry Guppy übertragen worden. Die Abschaffung der Briefmarken. — Im englischen Postdienst wird gegenwärtig die Abschaffung der Briefmarke ge plant. Ein in der -Zeitschrift für Post und Telegraphie« Nr. 27 des Jahres 1897 veröffentlichter Aufsatz von I. Baumann ent hält schon alles Wesentliche des Planes, den nun das englische Post-Office aufgegriffen hat. In diesem Aufsatz bespricht der Ver fasser zunächst die Mängel der Briefmarke, die Unbequemlichkeiten, die Ankauf und Gebrauch der Marken verursachen, die entstehenden Zeitversäumnisse und, für große Firmen, den durch den Vorkauf in großen Massen sich ergebenden Zinsverlust. Das alles ließe sich ver meiden, wenn man die Marke abschaffte und den Briefen als Quittung für die erfolgte Frankatur-Gebühr einen Stempel auf drückte. Das könnte an den Schaltern der Postämter, bequemer noch außerhalb der Post geschehen. Die Postverwaltung brauchte nur selbstregistrierende Steinpelautomaten, deren Herstellung der heutigen Technik keinerlei Schwierigkeiten bietet, anfertigen zu lassen und an Geschäftshäuser, Banken, Wirte und andere Inter essenten abzugeben. Eine Menge zeitraubender Operationen und eine gewaltige Entlastung der Post wäre damit gewonnen. Auch auf dem Lande würden diese Stempelautomaten zur Erleichterung des Verkehrs beitragen. Jeder Betrug wäre durch eine tadellos funktionierende Selbstregistratur ausgeschlossen. Die Postvcr- waltung hätte es außerdem in der Hand, eine Beschränkung des Gebrauchs durch Fixierung der Giltigkeit des Stempels für den vermerkten Tag und den Ortsbereich festzusetzen. Dadurch wäre eine dauernde Giltigkeit wie bei den Marken vermieden, und die Post wäre stets in der Lage, ihre Einnahmen für gelieferte Trans porte zu übersehen. Die fatale Verschiedenheit preußischer, bayeri scher und württembergischer Marken wäre mit einem Schlage gegenstandslos gemacht, weil die Marke, die, einst eine Befreierin, jetzt eine Fessel, ihre Mission erfüllt hat, überhaupt entbehrlich würde. Papyrus Erzherzog Rainer. — Durch die Schenkung der Papyrus-Sammlung des Erzherzogs Rainer an die Hofbibliothek in Wien, die wir in Nr. 215 kurz meldeten, ist die Verwahrung und wissenschaftliche Verwertung des unter dem Namen -Papyrus Erzherzog Rainer« bekannten Schatzes uralter Schriftdenkmäler, der seit fünfzehn Jahren provisorisch in den Räumen des Oesterreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien untergebracht war, für die Zukunft gesichert. Der Entschluß des Erzherzogs trifft mit dem Umstand zusammen, daß Hofrat Professor vr. Joseph Karabacek, dem von Anbeginn die Sichtung, Ordnung und wissenschaftliche Verwertung des Papyrusschatzes anvertraut worden war, bekanntlich vor kurzem zum Direktor der k. k. Hofbibliothek ernannt ^wurde. Es ist hierdurch dem neuen Leiter der kaiserlichen Bücher- und Hand schriftensammlung Gelegenheit gegeben, die — wie die bereits erschienenen Publikationen beweisen — erfolgreiche Bearbeitung des -Papyrus Erzherzog Rainer« sortzusetzen. Zu dem bisherigen Grundstock von 1000 griechischen und etwa 20 000 lateinischen und modernsprachigen Manuskripten der Hofbibliothek kommen, wie die »N. Fr. Pr.« feststellt, jetzt weit mehr als 100 000 Schriftdenk mäler auf Papyrus, Pergament, Papier, Holz, Leder, Thon u. s. w. Unter diesen befinden sich circa 70 000 griechische, 30 000 arabische, 5000 koptische Stücke; zu der überaus kostbaren Kollektion demo- tischer Papyri, die in ihrer reichen Zusammensetzung ohnegleichen dasteht, gesellen sich ferner größere Reihen von Urkunden in hebräischer und aramäischer Sprache; der Zeit nach begreifen sie rund dritthalbtausend Jahre. Alte englische Jugendschriften. — Eine wertvolle Sammlung von Kinderbüchern, die von 1740 bis 1800 im Verlage Newbury in London erschienen und von Newbury's Biographen Charles Welsh zusammengestellt wurden, ist in amerikanischen Besitz übergegangen. Der Bostoner Verleger D. C. Heath hat sie erworben. Dies ist ein neues Beispiel dafür, wie die wertvollsten englischen Sammlungen allmählich zum größten Teil nach Amerika wandern. Die Sammlung enthält viele sehr seltene Bücher und giebt einen lehrreichen Ueberblick über die Entwickelung der Kinder- litteratur und der Schulbücher in England. Anerkennung. — Dem Verlagsbuchhändler I. F. Lehmann in München ist durch Vermittelung des Reichsmarineamtes folgende Zuschrift zugegangen: -Seine Majestät der Kaiser haben von dem Werke -Deutsch lands Ruhmestage zur See« mit lebhaftem Interesse Kenntnis zu nehmen und Allerhöchst sich über das Bestreben Euer Hoch wohlgeboren, dem deutschen Volke vor Augen zu führen, daß es Zeiten gegeben habe, in denen deutsche Flotten unter Führung kühner deutscher Männer die See beherrschten, anerkennend aus zusprechen geruht. Die Darstellungen selbst haben den vollsten Beifall Seiner Majestät gefunden. Seine Majestät bestimmten ausdrücklich, daß Euer Hochwohlgeboren hiervon Kenntnis ge geben werde. Es gereicht mir zur Freude, Euer Hochwohlgeboren von der Allerhöchsten Aeußerung Kenntnis geben zu können.« yez.: Tirpitz. Ferner erhielt Herr Lehmann vom Staatssekretär der Marine noch folgende Zuschrift: -Nachdem ich Euer Hochwohlgeboren an besonderer Stelle von den Acußerungen Seiner Majestät des Kaisers über das in Ihrem Verlage erschienene Werk -Deutschlands Ruhmestage zur See- Kenntnis gegeben habe, nehme ich gern Veranlassung, auch meinerseits Ihnen meine Genugthuung zum Ausdruck zu bringen, mit der mich das Erscheinen der Mappe erfüllt hat. Es ist hier zum ersten Male ein Werk geschaffen, das in mustergiltiger Weise die Großthatcn unserer Vorfahren zur Darstellung bringt. Dasselbe erscheint ganz besonders geeignet, die Tradition einer ruhmvollen Vergangenheit in der Gegenwart rege zu erhalten, und kann ich nur wünschen, daß -Deutschlands Ruhmestage zur See« die weiteste Verbreitung im deutschen Volke finden mögen.- gez-: Tirpitz. Ausstellungspreis. — Auf der ersten großen internationalen Postkarten-Ausstcllung in Ostende, Belgien, wurden ferner die im Verlage von Alfred Schall, königlich preußischem und herzoglich bayrischem Hosbuchhändler in Berlin, erschienenen deutsch-nationalen Postkarten ausgezeichnet, und zwar mit der silbernen Medaille. Personalnachrichten. Jubiläum. — Am 1. September waren es fünfundzwanzig Jahre, daß Herr Buchhändler Arthur Kcll in Plauen i. V. seine Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung eröffnete. Wir gra tulieren ihm noch nachträglich zu diesem Jubelfest. Gestorben: am 12. September in Zittau Herr Verlagsbuchhändler Gustav Schirach, der sich in einem Anfalle von Schwermut erschoß. Er hatte in Zittau einen Verlag gegründet, gab einen -Führer durch unser Gebirge» heraus und gründete den -Gebirgsfreund«. Ebenso sind einige Eisenbahnzeitungen Gründungen des Verstorbenen. 891
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