Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1899
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1899-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1899
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18990915
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-189909152
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18990915
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1899
- Monat1899-09
- Tag1899-09-15
- Monat1899-09
- Jahr1899
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
6604 Nichtamtlicher Teil. 215, 15. September 1899. berg sind die den Postanweisungen angehängten Postkarten wie Antwort-Postkarten zu behandeln. 2. Bei Nachsendung einer Post anweisung mit angehängter Postkarte nach einem Orte außerhalb Deutschlands ist die Postkarte von der nachsendenden Postanstalt mit einem kurzen Vermerk über die Nachsendung zu versehen und dem Absender der Postanweisung zu übersenden. 3. Bei unbestellbaren Postanweisungen ist die angehängte Postkarte dem Absender zu überlassen. 4. Von Behörden sind Postanweisungen mit an gehängter Postkarte auch dann anzunehmen, wenn die Postkarte nicht frankiert ist. Gesetz, betreffend den Charfreitag. — Das Charfreitags- Gesetz ist in Nummer 215 des Deutschen Reichs-Anzeigers vom 12. September 1899 veröffentlicht worden. Es trägt das Datum des 2. September und hat folgenden Wortlaut: -Einziger Para graph. Der Charfreitag hat die Geltung eines bürgerlichen all gemeinen Feiertages. In Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung soll die bestehende herkömmliche Werktagsthätigkeit (auch die gewerbliche Thätigkeit — Paragraph 105a und folg, der Reichsgewerbeordnung —) am Charfreitage nicht verboten werden; es sei denn, daß es sich um öffentlich bemerkbare oder geräuschvolle Arbeiten in der Nähe von dem Gottesdienst gewid meten Gebäuden handelt». Jnseratauftrag. — Für Buchhändler ist nachfolgender interessanter Rechtsstreit aus Anlaß der Nicht-Einsendung eines Manuskriptes für das bestellte Inserat von Wichtigkeit. Ein Ofenfabrikant bestellte bei dem Verleger einer Fachzeitschrift durch desfen Reisenden ein Inserat von Seite zur dreißig maligen Aufnahme. Der Besteller bedang sich hierbei aus: -Falls das Inserat ohne genügenden Erfolg bleibt, ist Abbestellung berechtigt, und sollen dann zwei kleinere, neue Inserate, die zu sammen den bestellten Raum von st« Seite einnehmen, aus genommen werden.« Trotz wiederholter Aufforderungen sandte der Besteller das Jnseratmanuskript nicht ein. Der Verleger ließ auf den bestellten Raum Firma, Branche und Ort drucken und sandte die Belegnummer an den Fabrikanten ein. Letzterer erwiderte hierauf mit einem Schreiben, in dem die Abbestellung des Inserates mit der Motivierung erfolgte, daß es keinen Erfolg gehabt habe. Der Verleger verlangte nunmehr das Manu skript für die vereinbarten kleineren Anzeigen. Da auch dieses nicht eintraf, wurde das Inserat unverändert abgedruckt, und nach Ablauf der vereinbarten 30 Aufnahmen kam es zum Prozeß. Das betreffende Landgericht verurteilte den Fabrikanten zur Zahlung des Jnseratenbetrages unter folgender Begründung: -Da eine Frist, in der das Erscheinen des Inserates beginnen sollte, nicht vereinbart war, so muß angenommen werden, daß dasselbe sofort Aufnahme finden sollte. Es lag somit am Beklagten, den Text zu senden. Dadurch aber, daß er es unterließ, entzog er sich der Möglichkeit des Rücktrittes vom Vertrage, der ihn nach seiner eigenen Aussage erst nach der ersten Annonce bei deren un genügendem Erfolge gestattet war. Erst wenn diese Annonce Aufnahme gefunden hatte, stand es ihm frei, die weitere In sertion abzubestellen. Durch sein Verhalten hat er sich aber selbst um die Möglichkeit seines Erfolges gebracht und muß den Ver leger, der alles gethan hat, was von ihm verlangt werden kann, nach Maßgabe des vereinbarten Preises entschädigen.« Der Be klagte legte gegen dieses Urteil Berufung ein. Das Oberlandes gericht schloß sich jedoch der Vorinstanz an und verwarf die Berufung. Pariser Weltausstellung. — Mit Bezug auf die An regungen, die Pariser Weltausstellung wegen der wiederholten Ver urteilung von Dreyfus nicht zu beschicken, berichtet der -Verl. Lok.-Anz.»: Der deutsche Kommissar für die Pariser Weltausstellung, Geh. Rat Richter, hat sich Montag Abend in Begleitung dreier Architekten nach der französischen Hauptstadt begeben, um die weiteren Arbeiten in der deutschen Abteilung zu fördern. Diese Reise, die unser Kommissar gerade in dem Augenblick angetreten hat, in dem ein Sturm gegen die Beschickung der Ausstellung sich zu erheben beginnt, beweist, daß man in den maßgebenden deutschen Kreisen nicht gesonnen ist, die Zusage der Beteiligung an der Pariser Weltausstellung zurückzunehmen. Diese ruhige Auffassung der Frage kam auch in den Ausführungen zum Ausdruck, die der Vertreter der Kommission, Herr Geh. Rat Lewald, heute einem unserer Mitarbeiter machte. Er wies zunächst auf die eingangs erwähnte Abreise seines Kollegen hin und fuhr dann fort: -Was hat denn die Ausstellung mit der Politik zu thun? Die Ausstellung verfolgt und verkörpert lediglich wirtschaftliche Zwecke. So einfach ist das Absagen auch gar nicht. Jeder Industriezweig tritt als ge schlossenes Ganzes auf, für das der Einzelne seinen Teil bei trägt. Es könnte mithin nur die ganze Branche sich ausschließen. Daß aber eine Neigung für derartige Demonstrationen irgendwo bestände, dafür haben wir bisher nicht das geringste Anzeichen. Im Gegenteil. Wir wissen nur, daß überall fleißig gearbeitet wird, um zur rechten Zeit das Beste zu bringen. Sie führen die Lederbranche an, die nun nicht mehr mitmachen wolle. Das ist eine alte Geschichte. Schon vor 1>/z Jahren sagte sie uns ab. Wir hatten also gar nicht mehr auf diesen Industriezweig gerechnet. Seitens der französischen Ausstellungsleitung haben wir jederzeit das freundschaftlichste Entgegenkommen gefunden. Stets haben wir miteinander Hand in Hand arbeiten können, und unsere Wünsche fanden bereitwilliges Gehör. So bestanden und bestehen zwischen uns die besten Beziehungen. Ich bin daher überzeugt, daß das Ganze nur ein Sturm im Glase Wasser ist«. Grundrisse auf Ansichtspostkarten. — Zur Erleichterung der Verhandlungen bei Vermietungen und Verkäufen schlägt ein Ingenieur Ansichtspostkarten mit Grundrissen der betreffenden Gebäude, beziehungsweise Räumlichkeiten vor. Die Neuerung erscheint beachtenswert, denn durch die Benutzung solcher Post karten wird gegenüber den Anzeigegebühren der neuerdings be liebten Plan-Anzeigen in den Tageszeitungen eine wesentliche Ersparnis erzielt. Ein Hinweis auf die zu übersendenden Ansichts postkarten mit Plan giebt dem Reflektanten auf vermietbare Räume mehr Anhalt als eine ausgedehnte Textanzeige. Gleichzeitig wird der Bericht über die Wohnungen rc. an auswärtige Mietslustige erleichtert und die Möglichkeit geschaffen, zu billigem Preise auch auswärtige Tageszeitungen zum Ankündigen von Wohnungen zu benutzen, denn eine Zeile, höchstens zwei Zeilen einer Vermietungs- Anzeige mit Hinweis auf die Ansichtspostkarte genügt zur Bekannt gabe des Angebotes. Portraitpostkarten. — Die -Union, Abteilung für Photographie«, in München, die sich die billige Herstellung von Portraitpostkarten in wirklicher Photographie als Spezialität ge wählt hat, ist in den Besitz der Kunstanstalt C. Andelfinger L Cie. in München übergegangen. Letztere Firma wird die Ent gegennahme von Aufträgen in erster Linie Buchhandlungen über tragen und so dem Sortimentsbuchhandel Gelegenheit zu einem bequemen Nebenverdienst gewähren. Beschlagnahme. — Aus Budapest wird gemeldet: Der gewesene Adjutant des Fürsten Nikolaus von Montenegro, Sava Jvanovics, hat kürzlich bei einem Semliner Buchdrucker eine Broschüre erscheinen lassen, in der er den Fürsten auf das heftigste angreift. Die kroatische Regierung hat jedoch die Broschüre konfisziert und sämtliche Exemplare mit Beschlag belegt. Die kleinste Zeitung der Welt. — Der Ruhm, die kleinste Zeitung zu besitzen, gebührt Griechenland. Dieser Zwerg der Tageslitteratur erblickte in Larissa das Licht der Welt und ist nicht größer als zwei Oktavblätter. Sein Erzeuger und Besitzer ist ein Herr Makris, ein pensionierter Lehrer und sonderbarer Kauz, der diesen Liliputaner unter dem Namen (Die Kleine) zuerst nur scherzeshalbcr in die Welt setzte, nach her aber als einträgliche Geldquelle am Leben erhielt. Während der Occupatio» ging -Der Kleinen- der Atem aus, denn ihr Lebcnsspender, der ein wütender Türkenfresser ist, mußte schleunigst das Weite suchen; nach dem Abmarsch der bösen Türken ist sie aber wieder zu sich gekommen. -Die Kleine» plaudert in einem kleinen politischen Leitartikel über die Ereignisse einer Woche, giebt politische und kommunale Neuigkeiten zum Vesten und weiß über Philosophie, Religion, Pädagogik, Landwirtschaft, Handel und Medizin gar klug zu -schnacken». Auch eine poetische Ader hat sie, die sich in satirischen, lyrischen und epischen Gedichten Luft macht. Und dabei ist sie anspruchslos: für all ihre Mühe, der sie sich wöchentlich einmal unterzieht, verlangt sie jährlich nur eine Vergütung von zwei Drachmen (etwa 1 60 H). Auch darin unterscheidet sie sich vorteilhaft von ihren größeren griechischen Schwestern, daß sie sich nicht auf öffentlicher Straße feilbietet. Ueberhaupt ist sie nur für die zu haben, die sich verpflichten, für längere Zeit geistige Nahrung von ihr zu beziehen. Nun, wer das thut, geht keinen schlechten Handel ein. -Die Kleine- hat zwar ein großes Lästermaul, vor dem nichts sicher ist, aber sie spricht ein reines Griechisch und hat einen guten Geschmack. Ihr letzter Jahrgang, der vor uns liegt, zeigt es auf jeder Seite. (Köln. Ztg.) Das Erstlingswerk Mark Twains. — Wie Mark Twain seine erste Geschichte schrieb, darüber hat er sich selbst immer ausgeschwiegen. Neuerdings aber hat der General B. B. Bunker in Candia, der in gewisser Beziehung dabei selbst beteiligt war, die Geschichte einem Mitarbeiter eines New Dorker Blattes erzählt. General Bunker spielte mit Samuel L. Clemens, als dieser noch als Lotse fuhr, Karten; letzterer verlor alles, zuletzt auch Rock, Beinkleider und Stiefel. Aus den originellen Be merkungen, die der junge Bursche beim Spiele machte, ersah der
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder