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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1899
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1899-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1899
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- Deutsch
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seitigkeit. Es war dem Verfasser überhaupt darum zu thun, seinen Darstellungen recht viele bibliographische Dokumente beizugeben, die namentlich dem Neuling, der in die Geheim nisse der Buchwelt eingeführt werden soll und an den sich nach des Verfassers eigener Angabe das Werk besonders richtet, äußerst willkommen sein werden, umsomehr, da die Zu verlässigkeit der Angaben, soweit ich konstatieren konnte, nichts zu wünschen übrig läßt. Es muß zugegeben werden, daß man darin des Guten leicht zu viel thun kann, und daß bei solchen Arbeiten leicht eine störende Weitschweifigkeit entsteht, was der Verfasser der Oownüssanoss usosssairss L un lüdlio- pbllo allerdings glücklich vermieden haben dürfte. Der Raum gestattet es nicht, ausführliche Analysen des überreichen In haltes anzustellen, und ich muß mich darauf beschränken, ihn kurz wiederzugeben und nur einzelnes besonders heraus zugreifen. Der zweite Band beginnt mit einem für Buchhändler nicht ganz unwichtigen Kapitel, es handelt von den Formaten der Bücher. Im allgemeinen ist es gar nicht so leicht, als es den Anschein hat, das Format eines Buches im ersten Moment genau zu bestimmen, obgleich es anderseits auch wieder scheint, als ob die genaue Formatbezeichnung nur von untergeordneter Bedeutung wäre. Dies mag wohl der Fall sein in Bezug auf das Einrangieren der Bücher in die Regale, von ungleich größerer Wichtigkeit jedoch ist die genaue Formatbezeichnung für die Bibliographie und wie be reits erwähnt, ist sie mit Schwierigkeiten verknüpft, so daß selbst Autoritäten auf den: Gebiete der Bibliographie sich vielfach täuschen ließen, und so mancher infolge ungenauer oder direkt falscher Formatangabe in den Katalogen nach Ausgaben von Werken suchte, die in der That nie existiert haben. Ehemals, als die Papiere in bestimmten Formaten, die wenig differierten, hergestellt wurden, war es ein leichtes, sich an bestimmte Größen zu halten. Daher bietet auch die Formatbestimmung bei den älteren Büchern nicht die Schwierigkeiten, wie dies sehr häufig bei modernen Büchern der Fall ist, denn die seit einer Reihe von Jahren gefertigten Maschinenpapiere sind von einer solchen Verschiedenheit, daß sich bibliographische Jrrtümer in Bezug auf die Formate häufen. Leider gefallen sich auch einzelne Verleger darin, den Büchern die denkbar verschiedensten Formate zu geben, welcher Vorwurf namentlich dem deutschen Verlagsbuchhandel nicht erspart werden kann; ein Blick auf ein Bücherregal mit deut schen Büchern wird dies vollauf bestätigen. Die ungeheuere Verschiedenheit der Formate und die sich daraus bei der Katalogisierung ergebenden Schwierigkeiten haben die Mbliotheken schließlich veranlaßt, die Bücher zu messen und eine Norm für gewisse Formate aufzustellen, um die Kata- logisterungsarbeiten zu erleichtern. Die Anwendung dieses an und für sich sehr probaten Mittels stößt jedoch wieder verschiedentlich auf Schwierigkeiten, da die aufgestellten Maße in den einzelnen Ländern verschieden sind und alle Be mühungen, darin eine Einigung zu erzielen, bis jetzt noch zu keinem Resultate geführt haben. Es erscheint mir all gemein interessant, die Abweichungen der Maße in den ein zelnen Ländern auf Grund der vom Verfasser gegebenen Tabellen hier vor Augen zu führen. Während sich die In struktion für die französischen Universitätsbibliotheken, aus gehend von der alten Formatbezeichnung Folio (2°), Quarto (4°) und Oktavo (8°) (bekanntlich rühren dieselben von der Blattzahl bei ein- oder mehrmaliger Falzung des Papier- bogeus her) damit begnügt, alle Bücher über 35 ow Höhe als großformatige, von 28—35 ow Höhe als mittelformatige, unter 25 ow Höhe als kleinformatige zu bezeichnen, haben England, Amerika und Italien genauer unterschieden und fol gende Maße (in Centimetern wiedergegeben) aufgestellt: England: Groß-Folio — über 46 ow Folio --- unter 46 „ Klein-Folio — „ 33 „ Groß-Quart — „ 38 „ Quart --- „ 28 „ Klein-Quart — „ 20 „ Groß-Oktav — „ 28 „ Oktav — „ 23 „ Klein-Oktav --- „ 20 „ 12° -- „ 20 „ 18° - .. 15 „ Klein-Format — „ 15 „ Italien: Folio --- über 38 ow Quart — 28—38 ,, Oktav — 20—28 owH 16° ^ 16-20 „Z 24° --- 10—15 „ 32° -- unter 10 „ Amerika: Folio — über 30 cw Quart — unter 30 „! Oktav — „ 25 12° --- 20 „ 16° 1?'/2,. : „ 15 .. 12'/-,, l- --- 10 „ Daß die Formatfrage für die preußischen Bibliotheken nach den vor kurzem erschienenen »Instruktionen für die alphabetischen Kataloge der preußischen Bibliotheken und für den preußischen Gesamtkatalag« (Berlin, A. Asher L Cie.) nunmehr endgültig geregelt ist, konnte der Verfasser aller dings noch nicht berichtigen, da die diesbezügliche ministerielle Verfügung bei der Drucklegung des II. Bandes noch nicht heraus war: sie datiert erst vom 10. Mai 1899 und setzt folgende Maße fest: Groß-Folio — über 45 ow Folio — „ 35—45 „ Quart — „ 25—35 „ Oktav ^ bis 25 „ Ob der Buchhandel nicht vielleicht in absehbarer Zeit genötigt sein wird, die Formate der Bücher auch ausschließlich in Centimetern anzugeben? Das rein Technische in Bezug auf Formate und alles, was mit der genauen Kenntnis derselben zusammenhängt, alle notwendigen Einzelheiten, um die Formate sachgemäß zu bestimmen rc., sind mit seltenem Geschick und großer Aus führlichkeit behandelt, und die angeführten Beispiele und bei gegebenen Tabellen tragen wesentlich zum leichteren Verständnis und schnellen Information bei. Den Miniatnr-Formaten ist ein besonderer Abschnitt ge widmet, es schließen sich daran an die Abschnitte über die größten und kleinsten Bücher, von denen der Verfasser eine interessante Zusammenstellung bringt, und über alte und moderne Mikrographie. Man kann im allgemeinen ja über den eigentlichen Zweck der oft lächerlich kleinen Büchelchen im Zweifel sein, im großen und ganzen sind es ja auch bloß Spielereien und Nippsachen, zum wirklichen Gebrauch schon des mit bloßem Auge oft kaum lesbaren Druckes wegen un geeignet, doch treten dieselben zu allen Zeiten seit der Er findung der Druckkunst auf, und so manches typographische Kunstwerk befindet sich darunter, weshalb sie schon von jeher von Bücherliebhabern eifrig gesammelt wurden; die ein gehende Würdigung findet man daher begreiflich. Von ge ringerem Interesse erscheint mir jedoch der Abschnitt über Mikrographie. Derselbe ist wohl nur der Vollständigkeit halber mit ausgenommen. Wenn auch die alten geschriebenen Miniaturwerke, soweit sie den Charakter eines Buches tragen, dem Bibliophilen ein berechtigtes Interesse abnötigen und den Sammler begeistern können, so liegen doch, meiner Ansicht nach, die modernen kalligraphischen Kunststückchen auf Post karten rc. außerhalb des Rahmens eines Handbuches für Bücherliebhaber. Das folgende 3. Kapitel über das Kollationieren der Bücher, die dabei zu befolgenden Methoden rc., sagt dem Buchhändler speziell nichts Neues; die Darstellung ist eine für jedermann leicht verständliche, die beigegebenen typogra- graphischen Proben sind sehr sorgfältig ausgewählt. Eines der wichtigsten Kapitel ist jedoch zweifelsohne das nächst folgende über die in der Bibliographie gebräuchlichen (aller dings nur französischen) und die in alten Drucken und Manu skripten vorkommenden Abkürzungen, wovon der Verfasser
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