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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.02.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-02-08
- Erscheinungsdatum
- 08.02.1894
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- Deutsch
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818 Nichtamtlicher Teil. 32, 8. Februar 1894. schaftsscenerie allzu reichlich und oft durch nicht gerade passend gewählte Stiche oder Originalzeichnungen zur Anschauung gebracht wurde; ja, man wird cs sogar verzeihlich finden, daß dem Napo- leonischen Zeitalter und der Schlacht bei Waterloo ein ganz un verhältnismäßiger Raum zugeteilt wurde, — aber bei der bloßen Erwähnung des Namens Caracci gegen 70 seiner Radierungen einzufügen, oder die reizenden Kupferstiche der Cazin und anderer ähnlicher Ausgaben nur deshalb mit in die Sammlung auszu- nehmcn, weil Lord Byron sie zufällig gelesen hat, — das heißt doch die »Extra-Illustration« übertreiben. Von dem Text des Buches ist natürlich unter dem Wust der Bilder und Beigaben kaum etwas zu bemerke». Unter dem Titel »Libliowania illuotrata« kündigte vor kurzem eine Londoner Antiquariatsfirma ein illustriertes Exem plar von Dibdins unterhaltender Libliomsnia*) an, das that- sächlich als ein Meisterstück verständiger Illustration (bei etwas beschränktem Umfange) hingestcllt werden darf. Das zu drei hübschen Bänden erweiterte Werk enthält nur 174 Extra- Illustrationen, darunter zwei Originalskizzen; aber ihre Auswahl verrät Kunstverständnis und ihre Anordnung läßt den guten Geschmack des Illustrators erkennen. Der besonderen Art von Illustrationen wegen sei ein inter essantes Exemplar von Dickens' Pickwickiern**) unter litterarischen Werken an erster Stelle erwähnt. Außer den 50 Radierungen, die jedes Exemplar der unten erwähnten Ausgabe besitzt, enthält das in Rede stehende noch 364 andere Stiche, und zwar: 1. die Originaldrucke der ersten Ausgabe vom Jahre 1837, einschließlich der zwei unterdrückten und der zwei an ihrer Stelle substituierten Kupfer; 2. alle Illustrationen, die in den verschiedenen späteren Ausgaben hinzukamen; 3. Eine vollständige Serie der separat erschienenen Illu strationen von Pailthorpe, Crowquill und Onwhyn in schwarz; 4. dieselbe Serie fein koloriert; und 5. zwanzig kolorierte Originalzeichnungen von »LM«. Autographe von Dickens u. a., sowie Porträts wurden nicht vergessen. Das Ganze ist in 4 elegante Maroquinbände gebunden. Literarisch an sich ganz unbedeutend ist das satirische Ge dicht: kursurts ol I-ittorature, von T. I. Mathias***); aber inter essant gestaltet es sich in den Händen eines Illustrators. Die vielen Anspielungen auf Dichter aller Zeiten und aller Länder eröffnen der Phantasie desselben ein fruchtbares Feld. In dem unten citierten Exemplare wurde ein schmaler Folioband zu fünf erweitert durch Einfügung von ungefähr 900 ausgewählt feinen Porträts und anderen Kupferstichen. Abgesehen von fünf Ori ginalzeichnungen sind die meisten Stiche Probedrucke; alle aber sind nett eingelegt in ein stärkeres Kartonpapier und rogls. Der erste Band enthält als Einleitung vier verschiedene Porträts des Verfassers, darunter eine charakteristische Federzeichnung, die ihn auf seine» pursuito in Rom darstellt. Wenn so viele unbedeutende Dichter illustriert werden, so ist es nicht zu verwundern, daß die Illustration von Shakespeares Werken wiederholt in Angriff genommen wurde. »Illustrierte Shakespeares« sind auch wirklich nicht selten. Hanrott's Exem plars), das im Auktionslokale 556 F 10 sb. (^- 11130 ^H) erzielte, enthielt 12 300 Porträts und eine Serie von Original zeichnungen und war in 20 Maroquinbände gebunden. Im Juni 1860 wurde F. Turners Exemplar, das zu 44 Maroquin *) Divclin (Lev. 1. L.), Libliomanig,, or Look Kacknsss, g, biblio- ßrapbieal komunos in six xaits, 1811. ") Diekens (Obarles), Liokviok Lapsrs, Victoria Läition, 1887, 2 Läs., ia 4". ***) (Rattans <1. 1.)), lüs Lui'suits ok Literatur«, a Latirieal Losw, 1812, Folio (Lar^o knpsr). ß) Lbats^xenre (IV.), Drsmntio Woiks, 1802, 9 Bde in 18 Teilen, Fol. bänden erweitert worden, für 495 F (— 9900 ^H) verkauft; außer 3000Morträts und Kupferstichen waren 740 Zeichnungen, Ausschnitte, Theaterzettel rc. mit dem Texte vereinigt worden. Augenblicklich ist ein »illustrierter Shakespeare«, aus 16 Bänden bestehend, am Londoner Markte anzutreffen, und eine der letzten Nummern des ^tdonasum enthielt ein Inserat, worin eine Sammlung von Shakespeare-Illustrationen für 1000 F ange- boten wurde. Ein in jeder Beziehung vollendeter »illustrierter Shakespeare«, der, wenn vielleicht auch nicht an Reichhaltigkeit, so doch an über sichtlicher Anordnung und innerem Werte die oben angeführten überragt, befindet sich in der Spencerbibliothek. Ich spreche nicht von dem prachtvoll illuminierten Shakespeare, der im Besitze von Lord Spencer verblieb, sondern von der illustrierten Steevens- schen Ausgabe*) vom Jahre 1793, die mit der Bibliothek nach Manchester verkauft wurde. Das in Rede stehende Exemplar beansprucht ein doppeltes Interesse: erstens ist es auf larsss xaxer gedruckt, eine Ausgabe, von der im ganzen nur 25 Exemplare hergestellt wurden; zweitens ist es des Herausgebers Hand exemplar, das er, bereits mit einer beträchtlichen Anzahl von alten Stichen und Zeichnungen illustriert, dem Lord Spencer testamentarisch vermacht hatte. Die Illustrierung wurde unter Lord Spencers Aussicht fortgesetzt, bis sie ihren jetzigen Umsang erreichte. Die 18 Maroquinbände enthalten nicht nur alle möglichen Porträts von Shakespeare und seinen Zeitgenossen, sondern auch solche von seinen Kommentatoren und Herausgebern, von allen Schauspielern, die in Shakespeare-Charakteren geglänzt haben, und endlich von solchen Personen, die in den Anmerkungen erwähnt sind. Auch fehlen historische Porträts nicht, ebensowenig Ansichten von historischen Plätzen oder Darstellungen von histo rischen Ereignissen. Zum gesamten Jllustrationsmaterial besteht ein geschriebener Index. Mögen die angeführten Beispiele als Erläuterung dienen, wie und in welchem Umfange die »Extra-Illustration« in Eng land betrieben wird. Amerika hat England in dieser Hinsicht schon weit überflügelt; Deutschland (auch Frankreich?) hat in dieser Richtung noch nichts geleistet. *) Lbakesxsaro (W.), lüo kls^s, eäitoä t>^ 6. Lteersas, 1793, 15 Bde., 8». Die Festlegung der Ostermeste. V. (Bergl. Börsenblatt Nr. 17. 20. 22. 26. 29.) Die Anregung der Frage, ob die Festlegung der Ostermesie einem allgemeinen Bedürfnis entspricht, giebt mir Veranlassung, auch meinen Standpunkt als Sortimenter dabei zu vertreten. Die bisherige Zeit der Abrechnungsarbeiten ist für den Sortimenter die denkbar ungünstigste, denn er muß spätestens im Februar mit der Remission beginnen. Die dadurch bedingte vollständige Umstellung des bisher systematisch geordnet gewesenen Lagers verursacht aber in einem lebhaften Sortiment große Störungen und zieht auch nachteilige Folgen für den Geschäfts betrieb nach sich. Trifft nun noch bei frühzeitig fallendem Oster fest das Schulbiichergeschäft damit zusammen, so erwachsen dem Sortimenter daraus nicht geringe Schwierigkeiten, und er sieht sich genötigt, zu seinem und des Verlegers Nachteil die kostbare Zeit in den noch lebhaften Geschäftsmonaten mit unproduktiver Arbeit hinzubringen. Wo soll da noch Zeit und Neigung übrig bleiben, die meist im letzten Viertel des vergangenen Jahres erschienenen Werke zu vertreiben, die, weil in alte Rechnung geliefert, bereits im Februar oder März wieder an die Verlagshandlungen zurück geschickt werden müssen? Das Schicksal dieser Bücher ist es denn auch meistens, daß sie ausgepackt, aufgestellt und, ohne sonder liche Beachtung gefunden zu haben, wieder zurückgesandt werden.
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