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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 08.02.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-02-08
- Erscheinungsdatum
- 08.02.1894
- Sprache
- Deutsch
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»v 32, 8. Februar 1894. Nichtamtlicher Teil. 817 Kunstsinnes geboten, was Alter der Illustrationen, die Art ihrer Ausführung und ihr Format anbelangt. Ob er einen älteren Kupferstich einem jüngeren vorzieht, eine Radierung einem ge stochenen Blatt, eine Illustration in Folio einer in Oktav, — das hängt ganz von seinem Ermessen ab, sofern er nur dem Grundsätze treu bleibt: stets das eine Bild auszuwählen, das zeitlich und inhaltlich der Textstelle am nächsten steht. Bei der Wahl der Porträts z. B. muß man sich bemühen, solche aufzutreiben, die bei Lebzeiten der betreffenden Personen entstanden sind, und wenn möglich auch in dem Zeiträume, der im Buche erwähnt ist. Man wird aber ältere oder auch jüngere Porträts derselben Person deshalb nicht zurückweiscn und es bei Politischen Charakteren besonders nicht verschmähen, Karikaturen einznsügen; auch sind graphische Darstellungen von Scenen, in denen die betreffenden Personen handelnd auftreten, immer er wünscht. In ähnlicher Weise wird man Verfahren, wenn es sich um die Illustrierung von Ortsname» handelt. Die zu beschaffenden Illustrationen brauchen nicht bloße Ansichten zu sein; Karten, Pläne, Kostümbilder, lokale Volksscenen u. s. w. sind hier am Platze. Sind besondere Gebäude an einem Orte erwähnt, so sind auch hierzu Abbildungen zu besorgen. Zur Illustrierung werden im allgemeinen Stiche in ihren mannigfaltigen Abarten verwendet, weil sie verhältnismäßig am leichtesten zu beschaffen sind. Doch der passionierte Liebhaber begnügt sich nicht, wenn er den gewünschten Stich besitzt; er möchte ihn gerne auch in der besten Ausführung oder, falls irgend möglich, in allen verschiedenen Ausführungen, in denen er hergestellt wurde, besitzen. Daher findet man nicht selten von ein und demselben Stiche Probedrucke auf japanischem oder chinesischem Papier, Drucke vor und nach der Schrift mit dem ge wöhnlichen Drucke in einem Buche vereinigt. Sehr häufig sind die Stiche koloriert und nicht koloriert vorhanden; ja in manchen Fällen werden sogar die Original-Zeichnungen den Reproduktionen vorgesetzt. Sehr häufig werden Aquarellbilder, Federzeichnungen und ähnliche künstlerische Erzeugnisse im Originale zur Ausschmückung des Werkes beigesügt. Zu den Illustrationen sind auch Auto- graphe zu rechnen und nicht zu allerletzt Ausschnitte aus alten Zeitungen, Einblattdrucke, Theaterzettel, Prospekte und der gleichen mehr. In der bisherigen und jetzt noch gepflegten Praxis werden die Extra-Illustrationen gegenüber der auf sie Bezug habenden Textstelle eingelegt; falls sie an Größe das Format des Buches übersteigen, werden sie entweder am Rande beschnitten oder zusammengefaltet eingehängt. Sind die Illustrationen aber be sonders groß, oder soll dem Ganzen ein besonders vornehmes Aussehen gegeben werden, so wird ein mittleres Format gewählt, das freilich oft doppelt so groß ist, als das des Buches, jedes Blatt desselben und jede kleinere Illustration wird sorgfältig in ein entsprechend großes Papier eingelegt, während die ganz großen Illustrationen auch hier zusammengefaltet werden müssen. Da durch Einfügung der Illustrationen der Umfang des Buches bedeutend anschwillt, so ist es notwendig, das Gesamtmnterial in mehrere Abteilungen zu teilen, die der Buchbinder separat zu binden hat; es ist dann des letzteren Sache, noch ein hübsches Gewand für diese interessanten Bände zu schaffen. Diese Art, extra-illustrierte Bücher zu einem Ganzen zu vereinigen, hat manche Nachteile. Bei einem reich ausgeschmückten Buche verschwindet der Text fast immer, da zwischen zwei Blättern oft eine Unzahl von Illustrationen zu stehen kommt. Außerdem sind die Illustrationen, da fest mit dem Werke verbunden, nicht sehr übersichtlich, und solche größeren Formats sind nur mit be sonderer Vorsicht zu handhaben. Geraten wäre es, das gesamte Illustrations-Material auf ein mittelgroßes Format zu bringen, z. B. ein kleines Folio, jeden Stich einzeln auf einen Karton zu spannen, selbe dann in Elnundsechzigster Jahrgang. der Reihenfolge zu numerieren, in der die korrespondierenden Textstellen auf einander folgen, und in passenden Mappen auf zubewahren. Der Textband hätte beisammen zu bleiben, müßte jedoch auf ein gleiches Format mit den Mappen gebracht werden. Im Texte wären die Nummern der bezüglichen Illustrationen einzuzeichnen. Aus den nachstehend angeführten Beispielen, die alle durch meine Hände gegangen sind, kann man ersehen, zu welchen Re sultaten man bei Ausdauer, und unterstützt von größeren Geld mitteln, gelangen kann; doch sind diese noch nicht einmal so staunenswert, wenn man sie mit denen amerikanischer Biblio philen vergleicht. Unter historischen Werken sind die Schriften von Horace Walpole besonders gut zur Illustration geeignet. Eine neun bändige Ausgabe seiner Briefe*) wurde aus diese Weise auf einen doppelten Umfang gebracht; über 700 größtenteils dem achtzehnten Jahrhundert entstammende Porträts und Ansichten und eine große Anzahl von Autographen wurden in den obigen Bänden vereinigt, ohne daß das Ganze im geringsten den Eindruck von Ueberladung hervorruft Walpoles Beschreibung von Strawberry Hill**) ist ein kleiner Quarlband; das darin enthaltene Inventar der im Schlosse vorhandenen Kunstgegenstände hat ein Illustrator benützt, um zu jedem darin erwähnten Personennamen Porträts hinzuzusügen; außerdem hat er alle möglichen Karten und Pläne herbeigeschafft, die auf den Besitz Bezug haben, und schließlich wußte er sich noch Reproduktionen von den im Schlosse befindlichen Bildern zu beschaffe». Im ganzen wurden dem Werke 305 Extra- Illustrationen beigegeben und selbes dann in 2 Bände gebunden. Vor vielen Jahren schon wurde ein ähnliches, mit 559 Kupfern geschmücktes Exemplar mit 19 F 19 sd. (— 399 ^) verkauft, und im Jahre 1857 erzielte Uttersons Exemplar sogar 27 F (-- 540 ^). Die genannten Werke sind wirklich begehrenswert; doch haben sie den Nachteil, von der Hand eines Buchhändlers zu sammengestellt worden zu sein. Wie ganz anders nimmt sich z. B. ein illustrierter Clarendon***) aus, den ich in der ehemaligen Spencerbibliothek zu sehen Gelegenheit hatte. Wiewohl die Größe der Illustrationen von vornherein auf das Format des Buches beschränkt worden war, ist die Anzahl der Beigaben trotzdem so groß, daß die ursprünglichen 6 Abteilungen jetzt eine Reihe von 16 stattlichen Bänden bilden. Man bedenke, daß Wenzeslaus Hollar allein in 188 Stichen vorhanden ist, und daß von Karl 1. 170, von Karl II. 122 und von Oliver Crom- well 74 gestochene Porträts in der Sammlung zu finden sind, und man wird sich einen Begriff von dem Umfange der Illu stration machen können. Nicht so eingenommen bin ich für ein zu 20 starken Bänden erweitertes Exemplar von Moores zweibändiger Ausgabe von Byron's Leben und Tagebüchern si). Die Gesamtzahl der einge bundenen Illustrationen soll 2800 betragen; dagegen wäre ge wiß nichts einzuwenden, wofern sie alle dahin gehören würden. Es ist ganz in der Ordnung, wenn Porträts von Byron, seiner Familie, Freunden und Reisebekanntschaften in einem oder mehreren, jedoch verschiedenen Exemplaren vorhanden sind; es ist auch begreiflich, daß die Autoren oder Künstler, die er nur erwähnt, in einem Porträt vertreten sind; man kann es auch hingehen lassen, daß besonders die englische und italienische Land- *) VVsIpole's (Uorsos, Karl ok Oxkorcl) Retters, oov tlrst olrrooo- loAicsU)' srrsvAeck, eäitsci b)' Rotor Ooonivxksw. 1891. 8 8äo. **) Oesorixtioo ok tlrs Villa ok Uorsos VValpols, ^onnxsst son ok 8ir Robert IVslpolo, RsrI'ok Oxkarcl, st Ltrsvborr^ Uill, nosrlviolcoulism. 1774. 4°. "*) Olsrenäon (Rärvsrä, ürst Rar! ot) Uistorx ok tbs Rebellion sock 6ivll VVsrs io Roxlsncl. Oxkorä, 6Isrooäon kross 1807, 3 6äo. io 6, xr.-M. 1) Rektors snä lournsl ot Rorä 8^ro», vitlr ootioos ot bis liko, bzf IRoivss Llooro. 1830, 2 8äs. 4°. - 110
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