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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.07.1881
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- 1881-07-11
- Erscheinungsdatum
- 11.07.1881
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2936 Nichtamtlicher Theil. üt- IS7, 11, Juli. währsmanns, vr. Grotefend, der schon manche schöne Frucht seiner fleißigen archivalischen Studien seinen Mitbürgern dar gebracht hat und seine ergebnißreichen Forschungen wohl auch weiter sortsetzen wird. Wie Hr. vr. Grotefend in dem Vorwort seines „Gedenk- blattes" angibt, verdankt dasselbe seinen Ursprung den Nach forschungen, welche er mit Hrn. Heinrich Pallmann in Frankfurt a/M. nach neuen Quellen für die Geschichte des Frank furter Buchhandels im 16. Jahrhundert angestellt hat; den An laß dazu bot die 350. Wiederkehr des Tages, an welchem Egenolff sich als erster Buchdrucker um das Frankfurter Bürger recht bewarb. Die Schrift zerfällt nun in zwei Theile: I. Die Vorläufer. II. Christian Egenolff; einige Nachträge und Beilagen sind angefügt. Dem Eingänge entnehmen wir folgende orien- tirende Bemerkungen: „Wenn wir uns Frankfurts Buchhandel der früheren Jahr hunderte vergegenwärtigen, wenn wir besonders Frankfurts be herrschende Stellung in der buchhändlerischen Welt von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zur Mitte des 17. »ns vor Augen treten lassen, da dünkt es uns fremd, wenn wir ver nehmen müssen, daß nur etwa 30 Jahre vor dem genannten Anfangstermine hier unter schweren Kämpfen die erste ständige Bnchdruckerei gegründet wurde. Wie kam es, daß Frankfurt, welches so ängstlich über seine Ebenbürtigkeit mit den übrigen größeren Handelsstädten Suddeutschlands: Augsburg, Nürnberg, Ulm, Straßburg wachte, gerade in diesem Punkte sich von sämmtlichen derselben überflügeln ließ, so daß selbst kleinere Städte, wie z. B. Eichstädt, Hagenau, Heidelberg, weit eher mit festen Buchdruckereien versehen waren, als gerade Frankfurt? Mochte cs einestheils die Messe sein, auf der ja nach Rahrbach s gleich zeitigem Zeugnisse schon am Ende des 15. Jahrhunderts selbst Venedig seine Büchcrschätze feil hielt, so war es doch andern- und wohl meistentheils die Nähe von Mainz, die stete Berührung mit diesem Vororte der Bnchdruckerei, was Frankfurt den Mangel eigener Pressen weniger fühlbar machte. Es ist aber in der That so, wie wir Eingangs sagten. Erst im Jahre 1530, also genau vor 350 Jahren, hat sich der erste Buchdrucker dauernd hier ansässig gemacht. Alle Nachrichten, auf deren Grund man das Alter des Buchdrucks in Frankfurt höher hinaufrücken wollte, sind entweder falsch verstanden, oder sie beruhen aus der vor übergehenden Thätigkeit kleinerer Pressen, wie dieselben in der Kindheit der Buchdruckerei zur Erzeugung von Einzelblättern und Flugschriften in großer Anzahl bestanden, wie wir sie aber, eben ihres vorübergehenden Charakters halber nicht berücksichtigen dürfen, wenn wir das Alter der Einführung der Buch druckerei in Frankfurt seststellen wollen." Der Verfasser erhärtet seine Ausführungen durch mehrere interessante Belege, aus die wir hier glauben nicht näher ein- gehen zu dürfen. Wir heben daraus nur die Thatsache hervor, daß der Frankfurter Rath die „Reformation", das Stadtrccht von 150S, bei Johann Schösser, Peter Schösfer's ältestem Sohn und Geschäfts-Nachfolger, in Mainz drucken ließ, um zu beweisen, daß damals noch keine Drucker in Frankfurt ansässig waren, denen man den Druck eines solchen Werkes hätte anvertraucn können. Man darf deshalb Wohl auch die Firmen Nicolaus Lamperter und Balthasar Murrher, welche in den Jahren 1507—1510 in Frankfurt eine Anzahl stattlicher Werke druckten, nach Frankfurt an der Oder verweisen, zumal da diese Namen in den Acten und Registern der Stadt Frankfurt a/M. nicht Vorkommen. Daß ein Christian Egenolff in der That derjenige war, welcher zuerst die Buchdruckerei in Frankfurt a/M. cinsührte, Wird schon dadurch erwiesen, daß sich zu seinen Lebzeiten kein Widerspruch gegen die von ihm ausgesührte Aufrichtung einer Tafel an seinem Hause und gegen deren Inhalt erhoben hat. Die Inschrift dieser Tafel lautete: oxtrni 5. anno vni LlvXUIII auf deutsch: „Im 13. Jahre seit der durch ihn erfolgten Ein führung der Buchdruckerei hierorts hat Christian Egenolff ans Hadamar dieses Haus erbauen lassen im Jahre des Herrn 1543." Damit haben wir zugleich erfahren, daß unser Egenolff aus Hadamar stammte, und nun wollen wir uns auch seinen Lebensereignissen zuwenden. Christian Egenolff wurde am 26. Juli 1502 in dem Städt chen Hadamar in der heutigen Provinz Nassau geboren. Die Stadt ist alt und an der Els im Westerwald freundlich gelegen; sie hat sonst nichts Bemerkenswerthes außer ihrer „alten Burg", einem vom Grafen Johann Ludwig von Hadamar einst errich teten Schlosse. Ueber des Vaters Stand und Lebensschicksale ist nichts zu ermitteln gewesen. Mit 14 Jahren kam der junge Christian nach Mainz, um als Scholar aus der dortigen Uni versität seine humanistischen Studien zu beginnen. Wie lange Egenolff in Mainz (damals auch „Mentz" genannt) blieb und wann er die Universität verließ, ist nicht bekannt. Er muß sich aber frühzeitig der Buchdruckerei gewidmet haben, denn schon im Jahre 152S — also im 27. Lebensjahre — finden wir ihn zu Straßburg als selbständigen Buchdrucker ansässig. Als sein frühester Druck ist bisher bekannt geworden ein dem März 1529 entstammendes Werk: „Olorarcki Xoviornagi, vita l'bilhgä a UnrKlliläia oto". Außer diesem Buche kennen wir nicht viel mehr als ein Dutzend Drucke Christian Egenolff's aus Straßburg. Als letztes zu Straßburg von ihm gedrucktes Buch wird ange führt das folgende: „Uusgebrante vnd distillirtc Wasser, wie sie zu iedem Gebresten des Menschen Leibes vnd worzu sonst deren Gebrauch sürträglich dienen. Jetzt newlich nach Ordnung mit großem Fleiß zusamen bracht. Samt dessen einen kurtzen Be richt vnd sürgestelltem Register rc. Straßburg, Christ. Egenolff. August 1530." Der Grund, weshalb Egenolff Straßburg verließ, ist un bekannt geblieben. Am 20. September 1530 suchte er beim Rathe zu Frankfurt a/M. um Aufnahme in die Bürgerschaft nach. Das Rathsprotokoll von jenem Tage enthält als Be- rathungsgegenstand: „Als anbracht, wie eyn buchdrucker von Straßburg umb die burgerschafft bitte" und fügt als Beschluß bei: „Den aufnemen; doch das er eyn abschaitsbrieff bringe und zusagc on besichtigung cyns crbarn raths nichts zu drucken." Am 27. Dccember 1530 war Egenolff Frankfurter Bürger. Es begann nun eine neue, stets bedeutender sich entwickelnde Geschäftsthätigkeit, die uns den tüchtigen Buchdrucker Egenolff als einen ebenso unterrichteten wie unternehmenden Verleger erscheinen läßt. Das früheste seiner literarischen Unternehmungen war vom Mai 1531 datirt und führt den Titel: „Der Stab Jacobs, eine Anleitung zum Messen, vom Stadtschreiber Köbel zu Oppenheim entworfen." Auch das Rechenbuch dieses Mannes muß nach späteren Vorreden noch in jenem Jahr bei Egenolff im Druck erschienen sein. Erhalten sind uns außerdem ein Ab druck der goldenen Bulle aus dem Juli des Jahres 1531, sowie einige Werke aus demselben Jahre. Auch für den Rath war er schon NM jene Zeit thätig, wie eine von ihm gedruckte Frei zeichenordnung im Stadtarchiv beweist. So druckte er am Schluffe des Jahres 1532 die „Notel von Abthuung der Meß", wurde aber aus seine Bürgerpflichten gebunden, nicht mehr Exemplare abzuziehen, als dem Rathe von Nöthen.
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