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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.01.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-01-11
- Erscheinungsdatum
- 11.01.1886
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- Deutsch
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auf galvanoplastischem Wege eine beliebige Anzahl Kupferplatten erhalten kann, die einander absolut gleich sind. Wir haben heute eine nicht uninteressante Erfindung aus dem Gebiete der Herstellung von Platten oder Walzen zum Drucken von Marmor- oder Holzfaser-Nachahmun gen zu berichten Laut Patent Nr. 34066 will G. Großheim in Elberfeld die Übelstände, die sich bei dem Ätzen solcher Platten und Walzen ergeben, als Ungleichmäßigkeit in der Tiefe der Ätzung, baldiges Unbranchbarwerden des Originals, leichte Ver änderung der Umrisse des Dessins, auf folgende Weise beseitigen. Die Platte oder Walze wird so tief graviert oder geätzt, daß sie znm Drucken unbrauchbar wäre. Die tiefen Stellen werden dann mit Kitt oder Gyps, also einem weicheren Material, so weit aus gefüllt, daß die Platte wieder beinahe eben ist, worauf man mit einem Messer von dem Kitt wieder so viel abschabt, wie zur Herstellung einer normal vertieften Platte erforderlich. Da die eigentliche Tiefe der Ätzung fünf bis sechs Mal größer ist, als sonst üblich, so halten die Platten entsprechend länger aus. Ist die Platte soweit abgenutzt, daß sie gute Abdrücke nicht mehr liefert, so ätzt man einfach tiefer, indem man die ebenen Stellen unangreifbar macht. So geht es weiter, bis sich endlich die Platte durchgefressen hat. Es bedarf nach jedesmaliger Neuätzung nur etwas mehr Kitt. Das Bedrucken von Zinkplatten zu Schildern und der gleichen, was besonders in Amerika eifrig gepflegt wird, ge schieht neuerdings dort direkt auf der lithographischen Presse oder mittelst Typen auf der Buchdruckpresse. Man nimmt selbstverständ lich die dünnsten Platten, welche man vorher in einer schwachen Salzsäure-Lösung und hieraus mit Wasser reinigt. Nach erfolgtem Trocknen wird die Tonplatte gedruckt und zwar mittelst einer Farbe aus gemahlenem Zinkweiß und mit Kopallack gemischtem Firnis, worauf das Bedrucken mit der Schrift vor sich geht. Die Farben sind so stark und steif anzureiben, wie irgend möglich und durch sichtige Farben möglichst zu vermeiden. Denselben wird ein Trockenöl beigemischt. Ein Arbeiter vermag in einem Tage 2000 bis 3000 Abdrücke zu liefern, wenn die Platten nicht zu groß sind. Zink schilder sind allerdings teurer als die bei uns meist üblichen Papp schilder; sie besitzen aber auch eine ganz andere Dauerhaftigkeit. Die »Papierzeitung« widmet den Holztypen von Day und Collins in London eine Notiz, aus welcher hervorgeht, daß diese Typen schärfer sind, als die mit Drillbohrern gearbeiteten, weil sie ausgestanzt werden. Auch ist der Querschnitt nicht rechtwinklig, sondern konisch, was eine größere Dauerhaftigkeit zur Folge hat. Die Preise stellen sich verhältnismäßig nicht hoch. Dasselbe Blatt bringt eine Notiz über die Setzmaschine des SchwedenLagerman, welche Anfang vorigen Jahres in Paris und London auftauchte, während sie bei uns unseres Wissens noch nirgends ausgestellt wurde. Die Maschine liefert, wie ihre Vor gängerinnen, nur glatten Satz und es bedarf zu ihrer Bedienung angeblich eines geschulten Personals nicht. Sie soll ebenso schnell arbeiten als zwei geübte Setzer und das Ablegen sehr gut besorgen. Trotz dieser guten Eigenschaften, die übrigens auch den bisherigen Maschinen anhaften, befürchten wir, sie werde deren Schicksal teilen. Wir kommen nun zu den Druckpressen. Zunächst zu der Billetdruckmaschine von M. Bebro in London (Patent 34068). Die Neuerung besteht hier in einer reihenweisen, selbstthätigen Auf schichtung der aus dem eigentlichen Druckapparat kommenden Billets. Die bedruckten Papier- oder Pappstreifen gelangen zwischen die Schneidewalzen und hierauf zwischen zwei Walzen mit etwas erhöhter Geschwindigkeit, so daß zwischen den einzelnen Billets ein Zwischenraum entsteht. Umgekehrt bewegen sich die folgenden Walzen langsamer, was ein Aufeinanderschieben der Billets in der Mitte zur Folge hat, sodaß das höher numerierte auf das vorher gehende zu liegen kommt. Die richtig aufeinander geschichteten Billets werden dann auf einem Transportband weitergeführt und von demselben abgenommen. Die bereits genannte »ll'z-poloAis ll'ueüsr« berichet über eine in Antwerpen ausgestellte kleine Rotationsmaschine, welche das Problem der Anwendung des Rotationssystems auf horizon tale Formen gelöst haben soll. Sie eignet sich allerdings nur für den Druck von Karten, Cirkularen, besitzt aber den Accidenz- pressen gegenüber den Vorzug der Schnelligkeit (1500—1800 Drucke in der Stunde), der leichten Zurichtung, des ruhigen Ganges und einer selbstthätigen Auslegevorrichtung. Erfinder ist CH. Barre (wo?). Der Preis soll sehr niedrig sein. Patentiert ist die Maschine in Deutschland leider nicht. In dasselbe Gebiet schlägt streng genommen die neue, an scheinend vorzügliche Schreibmaschine der Hammoud Type- Writer Co. in New-Dork. Die Maschine gehört zur Gattung der Tasten-Maschinen. Die Typen werden nicht eingeschwärzt, sondern legen sich infolge des Anschlagens auf ein mit Farbe getränktes Färbband. Diese Einrichtung bietet den Vorteil, daß sich die Typen nicht verschmieren, dafür aber den Übelstand, daß es eines gewissen Schlages bedarf, damit das Färbband auf das Papier den Umrissen der Type entsprechend abfärbt. Da aber die Hand doch sehr ungleichmäßig anschlägt, so ist hinter dem Papier ein federnder Hammer angeordnet, welcher durch das Anschlägen der Taste hochgehoben wird und hieraus gegen die Rückseite des Bogens, der angeschlagenen Type gegenüber, zurückschnellt. Man erhält auf diese Weite sehr gleichmäßige Drucke. Dafür ist freilich der Apparat etwa kompliziert und ziemlich teuer (100 Dollars). Der Hammond-Typenschreiber enthält sämtliche kleinen und großen Buchstaben und üblichen Zeichen, jedoch nur dreißig Tasten, die den kleinen Buchstaben entsprechen. Will man einen großen Buchstaben, eine Zahl oder ein Interpunktionszeichen drucken, so drückt man gleichzeitig mit der einen Hand auf eine von zwei besonderen Tasten, wodurch die Typenform so hoch gehoben wird, daß die zweite oder dritte Typenreihe, welche die seltener vorkommenden Zeichen enthalten, dem Hammer gegenüber zu liegen kommt. Die Maschine kann wie die Remingtonsche auch im Dunkeln benutzt werden. Was endlich deren Leistungsfähigkeit anbelangt, so wird diese, wie üblich, stark übertrieben. Möglich, daß man zehn Tasten in der Sekunde anschlagen kann. Wie viel Sekunden hält man aber ein solches Tempo aus? Über das beschleunigte Trocknen der Drucksachen bringt das »Journal für Buchdruckerkunst« einen Aufsatz, in welchem, an Stelle von Schlämmkreide, die freilich teurere, jedoch viel zweckmäßigere gebrannte Magnesia empfohlen wird. Das Trocknen der feuchten Schrift geschieht mit einem Wollebausch, den man in die Magnesia tupft. Damit reibt man leicht über die be druckten Stellen. Alsdann kann der Druck sofort gefalzt werden. Auch beim Buntdrucke, dem ein Bronzedruck zu folgen hat, be währt sich das Verfahren. In dasselbe Gebiet schlägt ein Aufsatz der »Freien Künste« über das Lackieren von Drucksachen, besonders von Kalendern, Etiquetten, Landkarten, welche Arbeit häufig von den Buchdruckern verlangt wird: Das erste hierzu ist das Überziehen der Druckfläche mit Gummi, gekochter Stärke oder am besten mit aufgelöster Gela tine. Alsdann erst wird in gewohnter Weise, am besten mit einer Hasenpfote, lackiert. Sehr beherzigenswert erscheint ein Aufsatz der »Papier zeitung« über deutschen und fremdländischen Druckstil.
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