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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.02.1900
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1900-02-23
- Erscheinungsdatum
- 23.02.1900
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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1542 Nichtamtlicher Teil. 45, 23. Februar 1900. fliegendes Blatt gedruckt. 1505 taucht zum erstenmal der Titel Zeitung für einen gedruckten Bericht auf. Die hauptsächlichsten Mittelpunkte, an denen damals die meisten und wichtigsten Nachrichten eingingen und von denen sie wieder weiter verbreitet wurden, waren im 16. Jahr hundert Venedig, Augsburg, Nürnberg, Frankfurt a/M., Wien, Breslau, Straßburg, Köln, Lübeck, Hamburg, Leipzig. Die Beförderung der Zeitungsbriefe geschah durch Kaufleute, Handwerksgesellen, Pilger, eigene Staffelten, oder durch den sogenannten Ordinari-Boten. Der Ordinari war ein Bote, der ursprünglich im Dienste einer Stadtbehörde stand, aber bald auch Privaten Dienste leistete. Das Boteninstitut der Städte ging bald an die Kaufleute über und wurde nach Errichtung der Taxisschen Posten ganz untersagt. Zu dieser Zeit war es auch mit der Blütezeit der handschriftlichen Zeitungen vorbei, die man auch wie die gedruckten einer scharfen, freilich unmöglichen Censur unterworfen und schließ lich ganz verboten hatte. Trotz des großen Beifalls, den sowohl die geschriebenen Zeitungen, als auch die gedruckten Flugschriften allerwärts fanden, verging fast der größte Teil des sechzehnten Jahr hunderts, ohne daß jemand auf den Gedanken kam, die mancherlei Briefe und Berichte zu sammeln und zu bestimmten Zeiten regelmäßig in den Handel zu bringen. Da traten in den achtziger Jahren des sechzehnten Jahrhunderts in Köln Ereignisse ein, die ganz Deutschland in Spannung versetzten. Erzbischof Kurfürst Gebhard, Truchseß von Waldenburg, ver suchte das Erzstift Köln zu reformieren, wurde aber in den Bann gethan und mußte, da er sich gegen den neu gewählten Erzbischof Ernst von Bayern nicht behaupten konnte, flüchten. Ueber diese Kölnischen Händel konnte man aber in der bis herigen Weise nicht kurz berichten, die landläufigen Zeitungs briefe mußten erweitert, und, wenn sie eine größere Ver breitung haben sollten, gedruckt und auf der Frankfurter Messe vertrieben werden. Der Mann, der diese Aufgabe durchführte, war Michael von Aitzing, dessen Relativ Listorioa die Kölnischen Händel von 1580 bis Herbst 1583 behandelt und 1583 zu Köln erschien. Dieser Relation folgten noch verschiedene andere, von denen diejenige vom Frühjahr 1588 hervorgehoben werden muß, weil Aitzing in dieser den Kreis seiner Nachrichten auf ganz Europa ausdehnte und dadurch seinem Buche das Gepräge einer allgemeinen Zeitungssammlung gab, das in der Folge für die Meßrelationen wesentlich blieb. Zur Ostermesse 1591 erschien in Frankfurt a. M. unter dem Titel: Uistorioas Rklatiom8 Oomplsmsutum eine Nach ahmung der Aitzingschen Relationen. Als Verfasser war ein JacobuS Francus, Pseudonym für den Prediger Konrad Lautenbach in Frankfurt, angegeben. Die Relationen des Jacobus Francus erschienen von Anfang an in Quartformat und erhielten bereits im zweiten Jahrgange als Beigabe er läuternde Kupfer und Karten. Nach verschiedenen Zwischen fällen und Unterbrechungen haben sich die Frankfurter Meß relationen bis Anfang dieses Jahrhunderts erhalten. Mit der Zuverlässigkeit der Relationen sah es oft recht schlimm aus; vieles, was gebracht wurde, war falsch oder nur zum Teil richtig. Bisweilen wurden falsche Mitteilungen im folgenden Bande berichtigt, ja es liegt aus dem Jahre 1608 der Fall vor, daß auf amtliches durch die Beschwerde des Betroffenen veranlaßtes Einschreiten der Widerruf einer Nachricht erfolgt. Daß die Relationen von den Regierungen schon frühzeitig zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung benutzt und ferner strenge Censur an ihnen geübt wurde, war ein weiterer unangenehmer Umstand. Immerhin ent halten die Relationen eine Fülle von Nachrichten und kultur historischen Notizen der verschiedensten Art und dürften in letzterer Hinsicht noch reiche Ausbeute gewähren. In den großen religiösen und politischen Wirren deS iebzehnten Jahrhunderts konnten die Relationen sehr bald nicht mehr dem Bedürfnis des Publikums genügen, möglichst rasch über eintretende Ereignisse unterrichtet zu werden, und o lag es nahe, allwöchentlich Berichte über die neuesten Begebnisse zu veröffentlichen. Der Uebergang von der nur halbjährlich erscheinenden Relation zur eigentlichen Zeitung im heutigen Sinne fand trotz seiner großen Bedeutung in weiteren Kreisen kaum Beachtung, und auch der Name desjenigen, der die erste regelmäßig erscheinende Zeitung herausgab, ist uns ebensowenig erhalten geblieben wie die erste Nummer, mit der diese neue Einrichtung von unberechenbarer Wichtigkeit ins Leben trat. Auch von den nun in allen größeren Städten ins Leben tretenden Zeitungen ist äußerst wenig übrig geblieben; von vielen weiß man nur durch zufällige Aufzeichnungen, daß sie bestanden haben. Die äußere Form dieser ersten Zeitungen erinnert noch vielfach an das Buch. Format ist nicht über Quart, der Titel nimmt meist die ganze erste Seite ein. Herausgeber und Erscheinungsort sind nur selten angegeben. Der Inhalt der Zeitungen bestand aus Korrespondenzen, die bestimmte Berichterstatter, deren Namen nicht verborgen blieben, lieferten. Ein bedeutender Berichterstatter jener Zeit war der Augs burger Kunsthändler Philipp Hainhofer, gestorben 1647. Er betrieb ein regelrechtes Korrespondenzgeschäft mit verschiedenen Sekretären und Gehilfen und versorgte nicht nur Zeitungen, ondern auch Fürsten und sonstige hervorragende Personen mit Neuigkeiten politischen und anderen Inhalts. Als nachweisbar älteste noch erhaltene gedruckte Zeitung muß eine Straßburger Zeitung vom Jahre 1609 auf der Universitätsbibliothek zu Heidelberg angesehen werden. Der Titel lautet: Relation Allen Fürnem- men vnd gedenckwürdigen Historien / so sich hier vnd wider im Hoch vnd Meder Deutschland / auch in Frankreich, Italien, Schott- vnd Engelland / Hisspanien / Hungarn / Polen / Siebenbürgen / Wallachay / Moldaw / Tllrkey / etc. Inn diesem 1609 Jahr verlauffen vnd zutragen möchte, Alles aufs das trewlichst wie ich solche bekommen vnd zu wegen bringen mag, in Truck ver fertigen will. Diese Zeitung ist wahrscheinlich bis 1679 erschienen. In Frankfurt a. M. machte sich bald eine größere jour nalistische Thätigkeit bemerkbar. 1615 gab der Buchhändler und Buchdrucker Egenolph Emmel in Frankfurt eine Zeitung heraus, die offenbar Beifall gefunden hat, denn 1617 machte ihr der Taxissche Postmeister Johann von den Birghden mit einer neuen Zeitung arge Konkurrenz. 1619 wurde von dem Buchhändler Schönwetter noch eine dritte Frankfurter Zeitung gegründet. 1627 fiel Birghden in Ungnade und wurde ent lassen, womit seine Zeitung wohl einging. 1628 erließ Kaiser Ferdinand II-, der Emmel ein Privilegium auf seine Zeitung gegeben hatte, eine Verordnung, die bestimmte, daß nur demjenigen, den der Graf von Taxis dazu verordnen werde, verstattet sein solle, wöchentliche Zeitungen zu drucken. Schön wetter gelang es, sich mit Taxis zu verständigen. Aus 1628 ist aber von der neuen Zeitung nichts erhalten geblieben. Von 1629 sind noch mehrere Nummern vorhanden. Das Blatt führte den Titel: »Ordentliche Wöchentliche Post Zeitung«. 1665 wurde von dem Buchhändler Wilh. Serlin in Frankfurt eine Zeitung ins Leben gerufen, die wöchentlich zweimal, am
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