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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.04.1881
- Strukturtyp
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- 1881-04-04
- Erscheinungsdatum
- 04.04.1881
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- Deutsch
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Hk 77, 4. April. Amtlicher Theil. 1438 ausznsprechcn, und thun dies hiermit gerne und freudig. Haben doch namentlich die zur Verfügung des Vorstandes gebliebenen, sehr erheblichen Zuwendungen diesmal den günstigeren Abschluß zur Folge gehabt und die drohende Sorge der Unzulänglichkeit unserer Mittel glücklicherweise wieder etwas weiter hinausge schoben. Ebenso müssen wir die Vermehrung unseres Vermögens mit großer Genugthuung begrüßen. Im Reservefonds wird Jahr für Jahr der Bau unseres gemeinsamen Werkes langsam, aber sicher gefördert; wir gelangen Schritt vor Schritt dem großen Ziele der Vollendung näher und gewinnen in jedem Jahre eine nicht zu unterschätzende, freiere Bewegung in der Vertheilung der Unterstützungen. Bei den größeren Zuwendungen treten uns zunächst wieder eine Reihe hochangesehener Firmen entgegen, welche den Zeit abschnitt ihrer Geschäfts-Jubiläen durch das Gedenken unseres Vereins in würdigster Weise gefeiert haben. So erhielten wir aus Anlaß des 200jährige» Bestehens der altehrwürdigen Firma Lampart L ,Co. in Augsburg 300 M., von Herrn G. I. Manz in Regensburg bei seinem 50jährigen Jubiläum 300 M. und von einem ungenannten Collegen in dankbarer Erinnerung an die Vergangenheit 1000 M. Mit den gleichen bedeutenden Beträgen erfreuten uns: Herr vr. Carl Lampe- Vischer, aus Anlaß des 150jährigen Jubiläums seiner Firma F. C. W. Vogel in Leipzig, und Herr E. A. in Berlin bei seinem vollendeten 70. Lebensjahre. Von zwei dahingeschiedenen Berliner Collegen sind uns werthvolle Legate zugegangen. Albert Hofmann bedachte den Unterstützungsverein in seinem Testa mente mit 3000 M. und vr. I, A. Wohlgemuth durch Ver mittelung der Berliner Corporation mit 300 M. Die Namen dieser beiden Männer werden wir für alle Zeiten als besondere Wohlthäter in unser» Listen führen und ihnen ein dankbares Andenken bewahren. Die erhebliche Vermehrung der Gustav Dittrich-Stistung durch ein weiteres Geschenk von 2000 M. in Effecten verdient ebenfalls besonders hervorgehoben zu werden, da sie uns den hocherfreulichen Beweis liefert, daß der gütige Stifter unserm Berufe, dem er schon lange nicht mehr angehört, eine so treue Erinnerung und unserm Verein ein warmes Interesse bewahrt hat. In der langen Reihenfolge der Geschenke, welche im beweg lichen Fonds ihre Verwendung gesunden haben, fehlen auch dies mal, wieder die zur schönen Sitte gewordenen reichen Spenden nicht, welche das Wohlwollen der Collegen uns in den Samm lungen beim Winterfest der Berliner Buchhändler und beim Cantate-Festessen in Leipzig zugesührt hat. Wir be grüßen freudig wieder das gewohnte „Alfred's Meßgeschenk", ferner die reiche Gabe des Vereins der oesterreichischen Buchhändler in Wien und das nie fehlende Weihnachtsgeschenk der Frau Commerzienräthin Hempel in Berlin. Ebenso begegnen wir, wie immer, einer ganzen Reihe größerer und kleinerer Geschenke, die den verschiedenartigsten, geschäftlichen und persönlichen, Veranlassungen ihren Ursprung verdanken; sie alle legen ein schönes Zeugniß für den mildthätigen Sinn ihrer Geber ab und stärken in uns das freudige und ermuthigcnde Bewußt sein, überall die warme Empfindung für unser gutes Werk lebendig zu finden. Wenn wir mit dankbarer Anerkennung dieser sichtbaren Be weise des Wohlwollens hier gedenken, so liegt uns der gleiche, herzliche Dank für alle die Männer nicht weniger nahe, welche uns in uneigennütziger Weise auch im vergangenen Jahre durch Rath und That in unserer ernsten Arbeit unterstützt und ge fördert haben. Wir schulden diesen Dank namentlich auch der Firma C. W. B. Naumburg in Leipzig für die fernere be reitwillige Ausnahme unserer regelmäßigen Aufforderungen im Wahlzettel und dem Herrn Bernstein in Berlin für die kosten freie Lieferung unserer Drucksachen, ganz besonders aber der Firma F. Volckmar in Leipzig für die opferwillige und so arbcits- und müherciche Vertretung unseres Vereins in Leipzig. Diesem Danke hier öffentlich einen Ausdruck zu geben, ist eine Pflicht, die wir mit großer Freude erfüllen. So liegt denn wieder ein segensreiches Jahr der Arbeit hinter uns. Vergleichen toir die Resultate desselben mit denen, welche uns vor einem Decennium den Umfang der Wirksam keit des Vereins zeigen, so finden wir jetzt die Einnahinen und dementsprechend auch die Unterstützungen um fast das Doppelte gestiegen. So überraschend diese bedeutende Zunahme in einer verhältnißmäßig kurzen Zeit auch ist, so beweist sie doch am besten, wie mit der wachsenden Noth auch die bereitwillige Hülfe im Buchhandel gleichen Schritt gehalten hat, wie viele Noth in unfern Bcrufskrcisen in den letzten 10 Jahren gelindert und wie manche Thräne getrocknet werden konnte Eine solche Erfahrung darf uns aber auch mit der freudigen Hoffnung erfüllen, daß thai- kräftige Hülse auch ferner nicht fehlen wird. Wir können unfern Bericht diesmal nicht schließen, ohne noch eines herben Verlustes zu gedenken, den der Unterstützungs- Verein und vor allem der Vorstand im vorigen Jahre durch den Tod Rudolph Gaertner's erlitten hat. Hier in Berlin haben wir alle, denen er nahe stand, die ehrenwcrthen und liebens würdigen Eigenschaften besonders gekannt und geschätzt, welche den Verstorbenen als Menschen in hohem Grade anszeichneten, und darum sein Dahinscheiden tief beklagt; aber auch in den weiteren Kreisen des Buchhandels ist sicher die Trauer aufrichtig mitempfunden worden. Das Wohlwollen und die Herzensgüte des allverehrten Mannes war überall bekannt, und die Zahl der Collegen, denen er seit einer Generation und darüber hinaus, stets gefällig mit Rath und That zur Seite gestanden hat, muß eine sehr bedeutende sein. Was aber der Unterstützungsverein in Rudolph Gaertner besessen und verloren hat, das können nur Diejenigen ganz beurtheilen, welche mit ihm gemeinsam im Vor stande gearbeitet und gewirkt haben. Im Jahre 1851 in den Vorstand gewählt, hat er ununterbrochen durch volle 26 Jahre in verschiedenen Aemtern, zuletzt als Cassirer, seine Liebe und seine ganze Kraft für unsere gute Sache eingesetzt. Wir müssen ein dankbares Zeugniß ablegen für das lebendige Interesse, für die uneigennützige Hingebung und persönliche Opferwilligkeit, die wir so oft in unserm Zusammenarbeiten mit dem Verstorbenen beobachtet und bewundert haben, und die uns stets als leuchtendes Vorbild in Erinnerung bleiben werden. Im Jahre 1877 mußte Gaertner aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niederlegen, und er that es mit schwerem Herzen; denn sein treuer Sinn hing an der langgewohnten Samariterarbeit; wir wissen am besten, wie gerne er, als Ehrenmitglied des Vorstandes, so lange und so oft es sein krankhafter Zustand noch erlaubte, in unsere Sitzungen kam und mit wie warmem Interesse er den Vorgängen folgte und sich an unfern Berathungen betheiligte. Nun ist er zur Ruhe gegangen, sein lebhafter Geist ist still geworden, aber sein Ge- dächtniß bleibt in unfern Herzen und in der Geschichte unseres Vereins, dem er durch ein Menschenleben die Fülle seines Fleißes und seiner Liebe zugewandt hat. Ehre seinem Andenken!
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