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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.07.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-07-02
- Erscheinungsdatum
- 02.07.1894
- Sprache
- Deutsch
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Hauptcinwcndunge n gegen das Circulare, nebst deren Beantwortung. t. Die Gelegenheit, nicht mit der Nürnberger Gelcitskutschc zur Meßc reisen zu tonnen. ANt der Gcleitskutsche zu reisen, darauf würden srcplich die Nürnberger zum allgemeinen Besten Verzicht thun müßen. 2. Für Fremde Commissionen zu besorgen. Wer fremde Commissionen zu besorgen hat, kann ja zu Anfang der Znhlwvche kommen; viele werden sehr froh scp», wenn sie dadurch Gelegenheit erhalten, beschwerliche, zeit-und kostspielige Commissionen sich vom Halse schaffen zu können. 3. Gelder und Wechsel cinzucnssiren. Der muff ber> Zeiten zur Zahlwoche sich cinfinden. 4. Mangel an Rückfrachten. Fallt durch de» nachherigeu Beschluss, sich an die Mcffe anzuschlieffcn, von selbst weg. 5. Kalte Gewölber und der hciffe Sommer. Füllt nun ebenfalls weg. 6. Die Beraubung, mit Gelehrten und andern Fremden umzugehen, Freundschaft zu schließen u. s. w. Ist eine Nebensache, und bcq unfern jetzigen Geschäften wenig Zeit dazu übrig; dcuenjcnigeu, so aber zum Ver gnügen zur Meffc reisen, wird es nicht darauf ankoinincn, sich einige Wochen früher dahin zu begeben. 7. Diejenigen, so Wechsel auf Kaufleute haben, müßten andere mit Kosten verknüpfte Arrangements machen. Dieses fällt durch unseren Anschluß an die Meßc von selbst weg. 8. Buchhändler-Wechsel, so zur Mcffe zahlbar ausgestellt, würden keinen Zahltag haben. Zahltag hat ein jeder Wechsel, wenn er auf Datum gestellt ist, und braucht uicht in der Mcffe zahlbar zu lauten. 9. Die Güthcr geben mehr Eingang auffcr der Meßc, als in der Meßc. Fällt weg, da ein jeder seine Güthcr zur Meßc einsenden kann. kl». Thcurere Fracht nach Leipzig. Je später im Frühjahre, desto beßcre Wege, und wohl feilere Frachten. 11. Papierhändler und Buchdrucker, so auch wegen anderer Ge schäfte zur Meffe kommen. Papicrhändler und Buchdrucker werden sich mit der Zeit mit ihren Contracte» und Zahlungen nach der Ankunft der Buchhändler richten. 12. Andere Expeditionen, die absolut in der Messe Vorfällen. Der Fall wird für wenige cxistircn; und wer in dein Fall ist, muff zur Mcffzeit kommen, wodurch er zugleich den Vor teil erhalt, mit den Leipziger Buchhändlern vorher abrcchncn zu können. 13. Einem oder dein andern wird cs außer der Meße an Platz fehlen. Dein könnte durch eine Veränderung des Platzes vorgcbcugt werden. 14. Ob der Churfürst und Leipziger Magistrat cs erlaube» würden. Sobald wir unsere Versammlung an die Mcffe anschlicßen, wird weder der Churfürst noch der Leipziger Magistrat, was dagegen haben können; überhaupt bereichert unser Handel Leipzig zu viel, als daff Einschränkungen von Seiten der Regierung, die dem gemeinschaftlichen Buchhändler-Interesse znwiedcr liefen, zu befürchten scpn könnten. 15. Daff man ohne weitläuftigcn Proccff keinen säumigen Schuldner vors Handelsgericht citircn könne. Dies; ist unter Buchhändlern sehr selten der Fall; wer Ver mögen zu bezahlen hat, wird ohne dies bezahlen, sonst hat man ja das empfindliche Mittel, einem säumigen Zahler den ferner» Credit zu versagen; und wenn der Fall zur Klage treffen sollte, so ist uns nicht anders beivust, als daß man die Unterstüzung des Handels-Gerichts die Woche nach der Meffc eben so gut erhalte» kau, als in der Meße. 16. Auch könnte es den Handlungen nicht gleichgültig sepn, so Zahlungen zu heben haben, ob sic ihre Zahlungen in der Meße, oder erst spät nach der Meffe erhielten, da öftere Contracte mit Papicrhändler» und Buchdruckern zum Zahlungstagc geschloffen sind, die also schwer zu erfüllen sein würden. Es ist schon oben gesagt, daß Papicrhändler und Buch drucker sich in der Folge, nach der später» Zusammenkunft der Buchhändler, mit ihren Contracte» und Zahlungen richten werden. 17. Auch die Ncichsbuchhändlcr würden wegen ihrer Zahlungen ver legen scpn, indem sic nichts als Carolins hatten, und solche auffcr der Mcffe nicht anders als zn geringen Cvurs anznbringcu wären. Dieser Einwurs trist die Ncichsbuchhändlcr allein; sie haben alle zu einer später» Zusammenkunft gestimmt; sic werden also am besten wissen und rathcn, wie sic ihre Arrangements desfalls zu machen haben. Überhaupt wäre cs zu wünschen, daß ein mehr egaler Zahluugsfuß unter uns auf der Mcffe fcstgcsczt würde. Da das Gold gegen Courant und Münze seit einigen Jahren gestiegen ist, und im Wechsel-Cours 4 und mehr Procento Unterschied macht, so ist cs höchst un billig, daß man auf der Meffc die Zahlung in Louisd'or ü 5 Rthlr. von Ausländern fordert, und daß dies besonders von der Unbilligkeit und dem Eigensinn 2 oder 3 Herren ab- hangcn soll, die dem ganzen Corps dadurch Gesetze um schreiben wollen. Im Gcgcnthcil vcrkaussen diese Herren zu Hause Verlag und Sortiment in ihrer Landes-Münze, worin der Louisd'or 9 bis 10 Gl. Agio gilt; und die Ausländer sollen ihren Verlag ans der Meße in Louisd'or zu 5 Rthlr. bezahlen. Diese sind die hauptsächlichsten Einwendungen. Herr Spencr hat zwar unter andern noch cingeivnndt, daß er an seinen Sommcr- vergnügungcu leiden würde; wenn er aber bedenkt, daß seine weit entfernten Mit-Collegcn, wenn die Meße in früher Jahrszeit fällt, mit Lebensgefahr ihre Reisen machen müßen, so wird er gerne 8 Tage davon aufopfcrn. Die übrigen Einwendungen sind alle nicht von Erheblichkeit, oder fallen durch den letzten Beschluß und die Vereinigung, sich an die Meßc anzuschließc-n, und zu Ende der Zahlwoche unsere Zusammenkunft zu halten, von selbst weg. Die mohresten der Unterzeichneten haben gewünscht, daff die Michaclis-Meßc künftig Wegfällen möchte. Herr Nicolai allein hat dagegen protestirt, und verschiedene erhebliche Einwürfe ge macht, wovon folgende die Hauptpuncte sind: 1. Es würde Jeden sehr incommode fallen, wenn er nichts aus- geliefert erhielte. Man ist sämmtlich der Meinung, daß ausgclicfert werde» muff; und dies kan ja ein jener halten wie bisher. 2. Die vielen Überträge, so auf die Michaclis-Meßc gemacht werden, würden alsdann nicht eher bezahlt, als wieder übers Jahr, und die Buchhandlung würde dadurch einen großen Stoß erhalten. Wer seine Überträge bezahlen kan und will, der wird solche immer cinscnden wie bisher. 3. ES würde sowohl dem Leipziger Magistrat als den Leipziger Buch händlern nicht convcnircn, wenn solche wegfiele. Dies ist wohl wahr; aber wer kan die Ausländer dazu zwingen, ivan sic nicht kommen wollen? Die Michaelis-Meffc würde mit der Zeit dadurch Wegfällen, wenn man sich vereinigte, keinen neuen Artikel mehr zur Michaclis- Meßc zu drucken oder cinzusendcn. Ohnehin hat man mehr Schaden als Nutze» davon; man sendet einen neuen Artikel zur Michaelis- Mcße, läßt ihn changireu, und an Auswärtige, so die Meße nicht besuchen, in Palleten versenden; die Zeit ist zu kurz, um solche zu Hause zwischen der Ostcrmcssc bekannt machen zu können. Um die Rechnung zn kürzen, wird solcher rcmittirt, das Buch wird zur Ostermesfc nicht wieder geschrieben, und ist vergehen, den Verlust der Fracht von bcpden Seiten hin und her, und die Mühe, die Pallete zu machen und wieder abzuschreiben nicht zu rechne». Viel leicht könnte man mit der Zeit dadurch bcwürken, daß nicht so viel unnützes Zeug und Maculatur zu Markte gebracht würde. Was wäre dies nicht allein schon für ein großer Geivinn für die Litteratur und Buchhandlung? Um aber dieser Convention eine Dauer und Festigkeit für die Zukunft zn geben, so wird cs nöthig sepn, eine allgemeine Zusammen kunft zur Oster-Meßc >789 zu veranstalten; uns dünket der Himmel- fahrtstag der bequemste dazu. Ort lind Stelle der Zusammenkunft kan in der Meße bestimmt werden. Vorläufig könnten folgende Vorschläge erwogen und zum Be schluß genommen werden. 1. Einen allgemeine» Versnmlungsort oder Börse zum Rechnen auszumachen: man würde dadurch die Geschäfte sehr abkürzcn können. 2. Zur Michaelis-Meße keinen neuen Artikel drucken zu laßen, solche in Palleten zn versenden oder zu changireu, wovon natürlich Continuationcs und periodische Schriften ausgenommen sind. 3. Einen gleichen Znhlungsfuß festzusctzen; denn da das Gold so hoch gestiegen, daß cs in Wechsel-Cours über 4 Proceuto stehet, so können die Ausländer dabep nicht bestehen, und es ist unbillig in Louisd'or zu 5 Rthlr. zu bezahlen, so wie einige prätendiren wollen. 4. Wo möglich den Rabat in Zahlungs-Rechnungen auf einen egalen Fuß zu sezcn. 5. Alle Jahre eine allgemeine Versnmlung festzusczen, ivo ein jeder Vorschläge zum Besten und zum allgemeinen Jntereße der Handlung schriftlich eiureichcn und darüber einstimmige Beschlüße genommen werden könnten. Leipzig, in der MichaeliS-Mcße 1788. Nomine aller Unterzeichneten.
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