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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.07.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-07-02
- Erscheinungsdatum
- 02.07.1894
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
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znsamincnhüngt, daß die großen, den Buchhandel bewegenden Fragen mehr und mehr an unsrer Ccntralstclle, dem Börsenvercin, ihre Erledigung finden, aber auch damit, daß auf eine Zeit der Unruhe und der Kämpfe naturgemäß ein gewisser Bcharrungszustand cin- getreten ist. Die Mitgliederzahl unseres Vereins hat sich leider um 6 ver mindert, indem dem Verlust von 12 Mitgliedern nur eine Zunahme von 6 Neueingetretenen gegenübersteht. Durch den Tod haben wir zwei Mitglieder verloren: die Herren Fr. Bull, in Firma C, F, Schmidt's Universitäts-Buchhandlung in Straßburg und Ernst Kapff in Bruchsal, Zu Schwerin im Jahre 1829 geboren, trat Friedrich Bull im Jahre 1848 als Lehrling in die Hinstorffsche Buchhandlung in Lndwigslust ein, nachdem er seinem Wunsche, Theologe zu werden, widriger Verhältnisse halber hatte entsagen müssen. Nachdem er in der Folge Stellungen in mehreren geachteten Häusern bekleidet hatte, kam er im Jahre 1854 als erster Gehilfe zu C, F, Schmidt in Straßburg, welche Firma er später erwarb und nach und nach zu ihrem jetzigen Ansehen brachte. Bull war eine in Straßburg sehr beliebte Persönlichkeit, gehörte vielen wissenschaftlichen Vereinen an und bcthätigte sich im eignen Beruf in erster Linie als Präsident des Verbands der Buchhändler von Elsaß-Lothringen, als der er unter oft schwierigen Verhältnissen stets die Interessen des deutschen Buchhandels im Elsaß gewahrt hat, Ernst ,9npff wurde im Jahre 1842 zu Tübingen geboren, er lernte den Buchhandel bei Palm in Reutlingen, konditionierte hierauf in mehreren süddeutschen Buchhandlungen, bis er im Jahre 1872 Besitzer der Firma seines Namens in Bruchsal wurde, die er bis zu seinem am 15, Mai d, I. erfolgten frühen Tode leitete. Ich bitte Sie, meine Herren, sich zu Ehren dieser hochgeschätzten Kollegen von Ihren Sitzen zu erheben. Der Firma Schmidt L Spring hier hat Ihr Vorstand die Glückwünsche des Vereins zu deren fünfzigjährigem Jubiläum dar- gebracht. Möge dieses altberühmte Geschäft auch ferner blühen und ein Freund der Jugend bleiben! Einer Feier der fünfundzwnnzigjährigen Thütigkcit im eignen Geschäft unseres hochverehrten Herrn Arnold Bergstraeßcr in Darmstadt habe ich, einer Einladung des Jubilars folgend, persön lich nngcwohnt und dabei die Glückwünsche des Süddeutschen Buch- händlervcrcins zum Ausdruck gebracht, Herr Bergstraeßcr wurde bei dieser Gelegenheit, seinen großen Verdiensten ums allgemeine Wohl entsprechend, sehr geehrt und vom Großherzog von Hessen durch Verleihung des Ritterkreuzes Philipps des Großmütigen aus gezeichnet, Auch diesem Kollegen möge noch eine lange Fortsetzung seiner segensreichen Wirksamkeit beschiedcn sein! Die Zahl der über Stuttgart verkehrenden Firmen hat auch in diesem Jahr eine, wenn auch bescheidene Zunahme erfahren. Wie Ihnen wohl allen bekannt ist, hat der Stuttgarter Ver- legervercin kürzlich ein Cirknlnr erlassen, worin er unter Hinweis auf die Vorteile des Bezugs über Stuttgart die im Bezirk des Süddeutschen Buchhandels domizilierten Firmen auffordert, hier einen Kommissionär anzunehuren, indem er zugleich nnkündigte, daß künftig von seinen Mitgliedern nur noch solchen Handlungen Rech nung eröfsnei werden solle, die hier vertreten sind. Diejenigen, von denen dieser Schritt ausging, waren anfangs unschlüssig darüber, ob man sich damit besser an den Süddeutschen Buchhändlcrvcrein oder an den Stuttgarter Vcrlcgerverein wenden solle, da die vorgeschlagene Maßregel ja den Zielen der beiden Vereine gleichmäßig entspricht. Wenn man sich schließlich dafür entschied, sich an den Stuttgarter Vcrlcgerverein zu wenden, so war dafür die Erwägung ausschlaggebend, daß die Arbeit für einen an einem Platze konzentrierten Verein leichter und rascher zu bewältigen wäre, und daß auch das Interesse der hiesigen Verleger vornehm lich dabei in Betracht kommt. Hat also auch der Stuttgarter Verlegervcrein diese Sache in die Hand genommen, so ist sie darum sür unseren Verein nicht minder belangreich, und ich glaube in Ihrer aller Sinne zu sprechen, wenn ich diesem Versuch, den Verkehr über Stuttgart mehr zu be leben, einen recht großen Erfolg wünsche. Die in unsrer letzten Generalversammlung schon erwähnte Petition an den Reichstag gegen den bekannten Antrag Gröber, Hitze und Genossen habe ich von neuem eingereicht, sie aber wiederum zurückcrhalten, weil der Antrag in der verflossenen Sessionsperiode des Reichstags nicht zur Beratung gekommen ist. Sollte der An trag, der sich nachgerade zu einer Art Secschlnnge auszuwachsen scheint, abermals eingebracht werden, so würde ich, falls Sie damit einverstanden sind, auch die Petition dagegen wieder einreichen. Zahlreiche, meist aus Vereinsberichtcn bestehende! -Eingänge» sind unserem Archiv einvcrleibt worden. Zum Schlüsse gebe ich noch, wie üblich, einen kurzen llcberblick des von Stuttgart zur Versendung gelangten Büchergnantnms, Gegen rund 3,76 Mill, Ir» im Jahre 1892 belief sich der Versand im Jahre 1893 auf 3,84 Mill, lr», was eine Zunahme von 80000 lr» oder ca, 2"/^ ergiebt. Der höchste Stand vom Jahre 1891 mit Einundsechzigsler Jahrgang, 3,91 Mill, K» ist somit noch nicht wieder erreicht. Wie problematisch indes diese Zahlen als Maßstnb sür das Gedeihen unsres Geschäfts zweiges sind, ist an dieser Stelle schon des oefteren ausgesührt worden. Daß der Buchhandel von dein seit längerer Zeit auf Handel und Industrie lastenden Druck nicht unberührt geblieben ist, liegt auf der Hand, Wenn trotzdem die Zahl der neuen Erscheinungen auf dem Gebiete des deutschen Buchhandels im vorigen Jahre abermals eine Zunahme erfahren hat, so ist das ein beredtes Zeichen für den unverwüstlichen Optimismus der Buchhändler, den wir uns jeden falls auch für die Meßtage zur Parole machen wollen. Mögen diese, wie gewohnt, in ungetrübter Fröhlichkeit und Gemütlichkeit verlaufen I Ich frage Sic, meine Herren, ob jemand zu dem soeben erstatteten Jahresbericht das Wort ergreifen will. Es ist dies nicht der Fall, ich darf also annchmen, daß Sie ihn genehmigen. Wir gehen über znm Vortrag des Kassenberichts, und ich erteile dein Herrn Carl Schöpping das Wort, Herr Carl Schöpping-München verliest den Kassen bericht über das Vereinsjahr 1883/94, Diesen! entnehmen wir folgende Ziffern: Die Einnahmen betrugen jcinschließlich eines Kasscnvor- trags von 589 ,/c 99 °)j 158l ,/c 99 oj. Die Ausgaben erforderten 659 ,// 18 so daß sich ein Ueberschuß von 922 81 ergiebt. Außer diesem Betrage besitzt der Verein ein in Wertpapieren angelegtes Vermögen von 5400 ,/c, Vorsitzender: Wenn einer der Herren eine Bemerkung zn dem soeben verlesenen Bericht zn machen oder eine Frage darüber zu stellen wünscht, so ist jetzt Gelegenheit dazu geboten, (Niemand macht Gebrauch davon.) Es kann demnach die vorgeschricbenc Prüfung des Kassen berichts stattfinden. Darf ich die Herren Otto Petlers- Heidelberg und Carl Liehncr-Sigmaringcn bitten, zn diesem Zwecke am Vorstandstische Platz zn nehmen? (Geschieht.) Vorsitzender: Wir gehen nunmehr zum zweiten Gegen stand unserer Tagesordnung übcc^ zur Wahl eines Vorstands mitgliedes und eines stellvertretenden Mitgliedes an Stelle der ausscheidenden Vorstandsmitglieder, nämlich meiner Person sowie des Herrn Fr, Schultheß-Zürich; ferner eines Vor standsmitgliedes an Stelle des sein Amt ans Gesundheits rücksichten niederlegenden Herrn C, Schöpping-München, auf zwei Jahre, Im Amte verbleiben als Vorstandsmitglieder Herr C. Winter-Heidelberg bis 1895, als Stellvertreter die Herren C, Limbarth-Wiesbnden bis 1895 und Konrad Wittwer-Stuttgart bis 1896. Die an die Wahl betreffs des Domizils der wählbaren Herren geknüpften Bedingungen sind nach §14 der Vereins- stntuten folgende: Die Vorstandsmitglieder und deren Stellvertreter müssen an verschiedenen Orten, eines davon jedoch und sein Stell vertreter in Stuttgart ansässig sein. Demzufolge ist, wenn im Turnus ein Stuttgarter anszuschciden hat, stets wieder ein Stuttgarter zn wählen; an Stelle eines nusscheidenden Auswärtigen aber darf kein am Wohnort der im Amte blei benden Mitglieder ansässiger Kollege gewählt werden. Die Wahl geschieht ans drei Jahre, und das ansschei dende Mitglied ist sofort wieder aufs neue wählbar. Diesen Bestimmungen entsprechend hat sich die Wahl für dieses Jahr zn richten: hinsichtlich der ausschcidenden Herren Carl Schöpping-München und Fr, Schultheß-Zürich — ans weder in Heidelberg, Wiesbaden, noch in Stuttgart an sässige Mitglieder, und hinsichtlich meiner Person ans ein in Stuttgart ansässiges Mitglied, Ich erlaube mir nach anzufügen, daß Herr Carl Schöpping, der sich im vorigen Jahre bereit erklärte, sein Amt nach ein Jahr weitcrznsühren, nunmehr auf das be stimmteste erklärt hat, daß er ans Gesundheitsrücksichten nicht 542
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