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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.07.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1894-07-02
- Erscheinungsdatum
- 02.07.1894
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- Deutsch
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4024 Nichtamtlicher Teil. M 150. 2. Juli 1894. richtete: Seite mitgetcilt, das; die Bestellungen der Buchhändler oft lange nicht die Kosten für ein Rundschreiben nufwiegen, und das; es vorzuziehcn sei, durch Ankündigungen in andern Blättern und Rundschreiben an die Interessenten direkten Absatz zu suchen. »Ein lins bekannter Verleger machte im Jahre 1893 den Ver such, de» Buchhandel für seinen eigenartigen «Deutschen Normal- Kalender» zu interessieren, und versandte auf den: Buchhandels- ivege 6500 zweifarbig recht geschickt nusgeführte Rundschreiben. In diesen war angegeben, daß der Kalender ohne Titel und Umschlag ll'/y Bogen gr. 8" 10 kosten solle, und es nun dem Besteller frei stehe, unter beliebigem Titel einen eigenen Kalender herauszugebcn. Auch wurde darauf hingewiesen, daß dem Kalender der allgemein übliche Anzeigen-Anhnng bcigcgeben werden könne, der bei energischer Verwendung schon einen hübschen Reingewinn in Aussicht stelle. Das Ergebnis dieses Rundschreibens war: 42 Anfragen und keine Bestellung. Dagegen wurden von Buch druckern und Kolportage-Buchhandlungen zusammen über lOOOOO Exemplare bestellt. In diesem Jahr sind den: Verleger, nachdem er etwa 100 Rundschreiben durch die Post versandt, schon über 250000 Exemplare von Schrcibwarenhändlern, Buchdruckern nnd Kolportagehändlcrn aufgcgeben. Ferner wurde erst vor kurzem im Buchhändler-Börsenblatt vom Verleger der Kneipp'schen Wasser heilschriften berichtet, daß der Absatz durch den Buchhandel gleich Null, auf anderem Wege aber ungewöhnlich groß gewesen sei. Also auch hier, bei ganz sicherem Absatz — denn Naturheilschriften werden gegenwärtig sehr eifrig gekauft — versagte der buch- händlerische Apparat. «Wenn man solch,«: Fälle, >zu denen gewiß noch zahlreiche andere treten, unbefangen studiert, so kann man nur zu der lleberzcugung kommen, daß der Sortimcntshnndcl seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen ist. Der Sortimenter scheint thatenlos in seinem Ban zu sitzen und läßt sich ein Feld nach dem andern von rührigeren Leuten svrtnehmen. Verstände er den Geist der Zeit, so würde er, statt sich in Klagen zu erschöpfen, sich gehörig thun uiid tüchtig Geld verdienen. So aber betreibt er das Ge schäft nach alter Väter Weise und hat natürlich stets das Nach sehen. -Viele Verleger erwarten auch, wie sie dies sehr oft im Börsenblatt für den Buchhandel aussprechen, nicht viel vom Sortimentsbuchhandel, sondern ziehen bei dem Mangel an Thätigkeit seitens dieser Körperschaft den direktem Verkauf vor. Von erfahrenen Leuten, welche die Sachlage genau kennen, wird der heutige Sortimenter wie folgt beurteilt: -Viel Intelligenz und Idealismus, einige Schaffensfreudigkeit, aber immer nur an falscher Stelle, daher ohne lohnenden Ertrag; kleinliche Geschäfts führung.- Diese höchst einseitige Darstellung eines Verlegers, der sich in seinen Erwartungen getäuscht sah, gründet sich auf die nicht be rechtigte Annahme, daß der gesamte »buchhändlerische Apparat unbedingt und ohne iveiteres für jedermann zur Verfügung stehe, der sich seiner zu bedienen wünscht. So wenig aber der Verleger geneigt ist, mit jedem sich neu eröffnenden Sortimenter ohne wei teres in Verbindung zu treten, so wenig kann es dem Sortimenter verdacht werden, wenn er sowohl unter den Artikeln des Bücher marktes, die er nicht unbedingt führen muß, als auch unter den Verlegern eine Auswahl trifft. Diesen: Gedanken giebt auch eine Berichtigung Ausdruck, die wir in Nr. 51 der Papier-Zeitung vom 28. Juni finden und nachstehend folgen lassen: »In Nr. 45 der Papier-Zeitung wird Klage darüber geführt, daß der Sortiments-Buchhandel in heutiger Zeit nicht mehr seiner Aufgabe gewachsen sei. Als Beweis wird angeführt, daß der Sortiments-Buchhandel sich große Verdienste entgehen lasse, indem er sein Interesse gewissen Erscheinungen nicht zuwende, die dann auf anderem Wege einen großen Absatz finden: dies sei ein Zeichen, daß der Buchhandel unthätig zuschaue! »Dem erlaube ich mir folgendes entgegen zu halten: «Allerdings berücksichtigt der Buchhandel Produkte, wie eine 15 Pfennig-Tagesbroschüre über den Gummischlauch-Prozcß und einen »Normalkalender» für 10 nicht; und zwar nicht deshalb, weil er sich etwa über einen so geringen Verkaufspreis zu erhaben dünkt, sonder» weil er sich — Gott sei Dank — noch bewußt bleibt, daß ihm eine andere, höhere Aufgabe gestellt ist. Wie in dem betreffenden Artikel bemerkt, hat sich der heutige Sortimenter noch einen, wenn auch zum Teil nur geringen Rest von Idealis mus bewahrt, und die würdigen Vertreter des Sortiments be trachten cs noch heute als ihre hohe und heilige Pflicht, für die Verbreitung guter Litteratur zu sorgen nnd darüber zu wachen, daß unserm deutschen Volke zur Befriedigung des Geistcsbedürf- nisses nur wirklich gute Sachen geboten werden. Und zu letzteren kann doch weder ein stenographischer Bericht über eine höchst un erquickliche Gerichtsverhandlung noch ein Kalender gerechnet werden, dessen Hauptbestandteil außer dem Kalendarium jeden falls eine Unmasse von Anzeigen ist, und vielleicht auch einige, gewöhnlich recht traurige schriftstellerische Erzeugnisse, wie soge nannte Hintertreppen-Romane und -Erzählungen. »Den Vertrieb derartiger Machwerke kan» und soll der Buch handel getrost umherziehenden Trödlern, Zeitungsverkäufern und, falls sich diese dazu hergebcn «vollen, Schrcibwarenhändlern überlassen. «Das dritte Beispiel, das gegen die Unthätigkeit des Sor timents angeführt wird, betrifft den Verkauf der Kneipp'schen Schriften; die Behauptung, daß der Absatz durch den Buchhandel gleich Null sei, ist, gelinde gesagt, sehr stark übertrieben.*» Nach den meinerseits gemachten Erfahrungen gehören die Kneipp'schen Schriften zu den ständigen Lagcrartikeln des Buchhändlers, und dieser erzielt durch Ausstellen u. s. «v. einen ziemlich erheblichen Absatz. Wenn der direkt«: Verkauf durch den Verleger größer ist, so ist der Grund hierfür wohl darin zu finden, daß erstens sehr viel naturgemäß an Ort und Stelle der Kneipp'schen Thätigkeit abgcsctzt wird, und zweitens daß das Publikum sich mit seine«: Bestellungen direkt an de«: Verleger wendet, weil cs die Schau fenster der Sortimenter nicht beachtet. Der Sortimenter thut doch wahrlich seine Pflicht, wenn er die Bücher auf Lager hält, sic ausstellt und gegebenenfalls znr Ansicht verschickt. »Die Gründe dafür, daß gewisse Verleger — den«: die vornehmen gute«: haben das nicht nötig und verschmähen cs auch — lieber ihre Ware direkt vertreibe«:, sind wohl vornehmlich darin zu suchen, daß dieselbe«: den Verdienst, de«: sie den: Sortiment ein räumen müßten, lieber selbst schlucken. »Die augenblickliche schlechte Lage des Sortiments erklärt sich aus ganz andern ungünstigen Ursachen, auf die näher cinzugehcn hier nicht der Platz ist. Nur soll inan nicht den: soliden, pflicht getreuen Sortiments-Buchhandel — den«: um den handelt cs sich allein — vorwcrfcn, daß er durch Unthätigkeit und kleinliche Ge schäftsführung sich selbst den Rückgang des Geschäfts zuzuschreiben habe. In: übrigen kann man es getrost den: Buchhandel selbst überlassen, Abhilfe zu schaffen: es braucht nicht ein jeder, der den: Buchhandel vielleicht gar nicht angehört, sich berufen zu fühlen, gute Ratschläge zu erteilen. Ul.» Neue Bücher, Zeitschriften, Gelegenhcitsschriften, Kata loge rc. für die Hand- und Hausbibliothek des Buchhändlers. NsckiLnisolro Lovtlütsn. Internat. Uovns. Xu8A0Agbon von . . (8ort.- Xä.) . . 3. .Icrbrg. Lo. 1 (1. .luli 1894). 8". 8. 97—112. VorlcrA von Umdr. ^.bol (^.rtbur Noinor) in UoipLg. LibUotbooa sntornologioa. ^cutiq.-Xatalog; dlo. 26 von Uolix L. Lg, mos in Lsrlin. 81 89 8. 3201 Lrn. Xlsgtiog. Lntiq.-LataloA Lo. 22 von L. Lroisslobon's dlaolrt. (L. kottig) in 8tras8burg i. X. 8". 23 8. 717 Lrn. Laturgo novitates. 1894. Lr. 11. cknni. Hrsg, von k. Lrioä- Ian clor L 8obn in Lsrlirc. 8". 8. 265—288. Laust: UoAtortoguolso tor Aarons 1881—1892. Lclarboiclot al 4. Vabt. 19./20. Lotto, gr. 8». 8. 289—320. (SUloclsr—Lolst.) XoponturAon 1894, 6. L. 6. Olacl. Der Ramschhandel und seine Folgen. Ein Wort der Abwehr gegen die Broschüre: »Rechtspflege im Buchhandel 1. Ein Urteil des Börsenvereinsvorstandes. Aktengemäß dargestellt von G. H. Lipsius». Von Hermann Seippel, z. Z. Erster Vor sitzender des Hamburg-Altonaer Buchhändler-Vereins. 8". 8 S. Münchener Lokalkasse zur Unterstützung hilfsbedürf tiger Buchhändler und Buchhandlungsgehilfen. — Der uns vorliegende Rechenschaftsbericht der Münchener Lokal-Untcr- stützungskasse für Buchhändler verzeichnet in: Jahre 1893 eine Ge samteinnahme von 625 88 (einschließlich eines Barbestands aus 1892 in: Betrage von 205 3 4j). Beiträge gingen von 46 Mitgliedern (39 Prinzipalen nnd 7 Gehilfe«:) ein und brachten 388 An Unterstützungen wurden im Jahre 1893 366 ^ gezahlt. Die Kasse schließt mit einen: Barbestände von 256 ^ 13 -) ab; in Wertpapiere«: besitzt sie ei«: Vermögen von 700 »Stuttgarter Buchhandlungsgehilfen-Verein. — Der Stuttgarter Buchhandlungsgchilfen-Vercin wird am Sonntag den 8. Juli sein sicbcnundzwnnzigstes Stiftungsfest durch einen Ausflug »ach Böblingen feiern. Von Vaihingen a/F. ans, wohin die Ab fahrt »«>: 7 Uhr früh von: Hauptbahnhof Stuttgart stattfindet, wird unter Mustkvorantritt ein Spaziergang zunächst nach Sindelsingen (mit Frühstück an: Waldesrand) und weiter nach Böblingen ange- trcten werden. Das Mittagessen wird in: Gasthos zun: Löwen in Böblingen eingenommen werden, «vorauf sich die Teilnehmer auf der nahcgelcgcnen Waldburg bei »fidelem Konzert» vergnüge«: wer den. Abends wird eine Schlußsitzung die Teilnehmer in: Stutt garter Liederhallegarten vereinigen. *) Ein derartiger Vorwurf ist nnscrs Erinnerns in: Börsenblatt auch nicht erhoben worden. Red.
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