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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.09.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-09-24
- Erscheinungsdatum
- 24.09.1894
- Sprache
- Deutsch
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5818 Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 222, 24. September 1894. Jahren' zwar nicht das fünfzigjährige Stiftungsfest, wohl aber einen fünfzigjährigen Gedenktag feiern konnten. Das Fest, über dessen Eintritt die alten Herren des Vereins schon lange vorher unterrichtet waren, ist am Sonnabend und Sonntag den 8. und 9. September zu allseitigcr Befriedigung glänzend ver laufen. Wie stets bei unseren Stiftungsfesten üblich, wurde die Feier aui Sonnabend Abend durch einen Kommers cingclcitct, der im Saale des Pfälzer Schicßgrabcns stattfand und von etwa 190 Personen, Damen und Herren, besucht war. Das Programm war reichhaltig; ein von Herrn H. Scharf ge dichteter und von ihm selbst vorgetragcncr Prolog eröffnctc den Abend. Darauf folgten mehrere musikalische Vorträge. In der Festrede erwähnte der Vorsitzende S. Perschmann, das; der Verein lcider- nicht ununterbrochen in den verflossenen fünfzig Jahren bestanden habe, sondern daß er mehrmals zn Grunde gegangen, aber doch immer wieder neu belebt worden sei. Gerade die Ncugründungcn bewiesen aber, daß er nicht überflüssig, sondern vielleicht sogar notwendig sei. Denn seine Zwecke seien derartige, daß man cs den jungen Buchhändlern als ihre Pflicht hinstellen ünüsse, einen Verein unter sich zu erhalten. Pflege der Geselligkeit, Pflege der Freund schaft unter den Kollegen, Pflege der Bcrufsinteresscn seien die Ziele, die er sich vor Augen gestellt habe und die er auch erreiche. Daran knüpfte Redner den Wunsch, daß der Verein nie andere Zwecke verfolgen möchte als gerade diese, daß ernste Arbeit, verbunden mit frischer, leichter Sinnesart, die Quelle sei, aus der er stets seine innere Kraft schöpfen möge. Ferner überflog der Vorsitzende mit kurzen Worten die Ge schichte des Vcreinslebcns von ihrem Anfänge an. Am 7. Sep tember 1844 wurde zum crstenmale ein Verein der Hallischcn Buchhandlungsgchilfcn gebildet. Wir besitzen von diesem nur noch die Gründungsakten ohne irgendwelche Namen und Protokolle, so daß wir nicht wissen, wie lange er bestanden hat, vermutlich nur einige Jahre. 1857 wurde er dann neu gegründet, u. a. von W. Bertelsmann (später Besitzer von C. Bertelsmann in Gütersloh) und Lippcrt (bekannt durch seine Firma Lippcrtsche Buchhandlung). Die Sitzungsberichte dieses Vereins sind sehr mangelhaft geführt, plötzlich brechen sie ab, so daß wir wieder nicht fcststellen können, wann der Verein aufgelöst wurde. Erst 1869 that er sich wieder auf und zwar hauptsächlich auf Veranlassung des vr. L. Salomon, der damals bei H. W. Schmidt Hierselbst als Gehilfe thätig war und später durch- seine Literaturgeschichte und andere Schriften be kannt wurde. Diese Zeit war eine der glänzendsten Perioden des Vereins; hübsche Federzeichnungen zieren das Protokollbuch, die Berichte sind anfangs in lateinischer, dann in mittelhochdeutscher und endlich in neuhochdeutscher Sprache geschrieben. — Von dieser Zeit an berichtet ein Herr O. Ackermann (nachmals Hofbuchhändler in Ballenstedt, jetzt in Berlin) in einem humorvoll geschriebenen Chronik- auszuge. Der Beginn des Krieges löste den Verein auf, da mehrere Mitglieder der Fahne folgten. Nach dem Kriege kam man zusam men, ohne einen offiziellen Verein zu haben, bis im Jahre 1876 endlich der Verein wiederhergestellt wurde, von welchem Jahre an wir unsere regelmäßigen Stiftungsfeste rechnen. Von der Zeit an begann das Interesse am Verein zu wachsen, eine Bibliothek wurde gegründet und ein Journallesezirkel angelegt, zwei Einrichtungen, welche die Herren Verleger in liebenswürdigster und freigebigster Weise unterstützten. Diesen Herren sei deshalb hier unser herzlicher Dank abgestattet. — So hat der Verein fortgelebt bis auf den heutigen Tag und viel Gutes an seinen Mitgliedern gewirkt. Der Vorsitzende schloß, um die Gefühle der Dankbarkeit und Hochachtung gegen die alten Herren des Vereins auszudrücken, mit einem dreimaligen Hoch auf diese. Der Festrede schloß sich ein von Herrn H. Scharf gedichtetes Festlicd an, das ebenfalls den Verein und seine alten Herren ver herrlichte. Die hauptsächlichste Unterhaltung bot neben einigen musikalischen Vorträgen ein von zwei Vcreinsmitgliedern, den Herren H. Scharf und H. Jänicke, verfaßtes, auf den Buchhandel Bezug habendes Lustspiel: -Madame Süßholz oder der Buchgeselle in Nöten (komischer Konflikt in 3 Akten, frei nach Charleys Tante)». Die verhältnismäßig recht gute Leistung, wie auch die für Dilettan ten meisterhafte Darstellung sicherten der Aufführung großen Beifall. Zwischendurch wurden von den Abgesandten der verschiedenen Vereine in Berlin, Magdeburg, Leipzig, Jena, Hannover n. s. w. Glückwünsche von ihren Vereinen überbracht, worauf der Vorsitzende dic.Horren bat, ihren VcrcinsgenossenGruß und Dank zurückzubringcn. Herr Gottwald aus Leipzig wünschte Glück namens des Allge meinen Buchhandlungsgehilfcn-Verbandes und veranstaltete später eine Sammlung für dessen Kassen, die den Ertrag von 36 ^ 32 -H brachte Herr stuck. Veditz aus Amerika, der mit noch anderen Ausländern erschienen war, brachte einen Trinkspruch aus auf das gemütliche Wesen der Deutschen. Herr Koller aus Leipzig endlich brachte ein Hoch auf die Damen aus, die heute seit sehr langer Zeit zum crstenmale wieder ein Vereinsfest mitfcierten. Den Schluß des Kommerses bildete das Verlesen der Bierzeitung, die recht ge lungen war und herzlich belacht wurde. Der nächste Tag, Sonntag, brachte leidlich gutes Wetter, so daß die geplante Dampferfahrt nach Wcttin unternommen werden konnte. Früh 10 Uhr fuhr der Dampfer, mit einer Gesellschaft von über 60 Personen besetzt, von Köckers Schleuse ab. Die Fahrt ivar anfangs sehr angenehm und hatte nur zuletzt etwas unter dem Regen zu leiden. Mittags landete man vor dem herrlich auf den Saalcfelsen gelegenen Städtchen Wettin, stieg zum Schloß hinauf und ging von dort nach dem „Kleinen Schweizerling", wo das gemeinsame Mittagessen eingenommen wurde. Trinksprüche wurden nusgebracht ans die Gäste, die Damen, den deutschen Buchhandel, den Vorstand des Vereins und die »Künstler». Nach Tische hatte man Muße, entweder von der Höhe des kleinen Schweizerlings die wundervolle Aussicht zn genießen oder einen Spaziergang nach dem großen Schweizerling zu machen; auch wurde eine photogra phische Gruppenaufnahme gemacht, die gut gelungen ist und durch den Verein bezogen werden kann. Der Nachmittag wurde dann durch Tanzen ansgefüllt, bis abends 8 Uhr der Dampfer die fröh liche Gesellschaft abholtc und unter strömendem Rege» nach Halle zurückbrachte. Wir freuen uns, daß allen Teilnehmern das Fest gut gefallen hat, daß alle es gern mitgefeiert haben und befriedigt vom Verein geschieden sind. Den Fcstteilnehmern sei nochmals herzlicher Dank für ihr Kommen ausgcdrückt. Wir hatten gehofft, noch mehr der alten Herren hier zu sehen, hatten gewünscht, daß das fünfzigjährige Jubiläum für sie eine Gelegenheit wäre, ein fröhliches, crinnerungsreiches Wiedersehen zu feiern. Doch sind diese Herren in alle Welt verstreut und wohnen zum größten Teil sehr weit von hier entfernt; auch mag das be ständig schlechte Wetter manchem den Plan einer Reise vereitelt haben. So hatten wir nur einen kleinen Kreis der alten Herren hier zu sehen das Vergnügen, denen wir aber ganz besonders dank bar sind für die Ehre, die sie uns bereitet, und für die Mühe und Zeit, die sie geopfert haben. Doch gedacht an uns haben gewiß auch die Nichtanwescnden und viele von ihnen haben dies auch in liebenswürdigen und mit Dank empfangenen Zuschriften und Tele grammen dargethan. Um unseren alten Herren und den übrigen Gästen ein An denken mit auf den Weg zu geben, haben wir ein Verzeichnis sämt licher Mitglieder von 1844 an bis jetzt, das sein Entstehen der Mühe des Schriftführers W. Perschmann verdankt, und einen neuen Katalog unserer über 470 Bände umfassenden Bibliothek drucken lassen, die auf Verlangen gern versandt werden; den Damen wird das in hübscher Leinwandmappe liegende Licderheftchen eine willkommene Erinnerung sein. Halle a/S. 8. ?. Personalnach ri chten. Gestorben: nach langem und schwerein Leiden am 20. September in seinem achtunddreißigstcn Lebensjahre Herr Heinrich Reimmann, Buchhändler in Zürich, der im Jahre 1879 gemeinsam mit seinem Bruder Otto die von seinem verstorbenen Vater (unterlassene Buchhandlung Meyer L Zeller übernahm. Beide Brüder führten das Geschäft bis Ende 1892, wo es an Albert Raustein überging. Heinrich Reimmann beschränkte sich seitdem auf die Wetterführung des Verlages der alten Handlung. — Ehre seinem Andenken! S p r e ch s a a l. Rechtsfrage. Von der Verlags-Firma F. L S. bestellte ich s. Z. ein Werk unter der Hinzusügung: »geb.«, erhielt es aber broschiert unter Nachnahme über Leipzig. Da ich ein gebundenes Exemplar bestellt hatte, so glaubte ich zur Remission berechtigt zu sein, während der Verleger die Rück nahme unter folgender Begründung verweigert: -Es kommt im Buchhandel ziemlich häufig vor, daß Bücher gebunden verlangt werden, die nur broschiert existieren; in solchem Falle wird das Buch broschiert geliefert, da eine Rückfrage auf dem gewöhnlichen Wege einen Zeitverlust von sechs bis acht Tagen verursachen würde. Demgemäß hat der Zusatz -gebunden» bei der Bestellung nur den Sinn, daß das Buch so geliefert werden soll, wenn gebunden vor handen .... Wir waren berechtigt, die Rücknahme zu verweigern, da wir richtig nach buchhändlerischem Gcschüftsgcbrauch geliefert haben.« Ich bin auch der Meinung, daß cs -Geschäftsbrauch- ist, in derartigen Fällen zwar broschiert zu liefern, jedoch mit Remis sion s b e r e ch t i g u n g. Hat einer der Herren Kollegen hierüber Erfahrungen gemacht? 11.
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