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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.12.1897
- Strukturtyp
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- Band
- 1897-12-31
- Erscheinungsdatum
- 31.12.1897
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- Deutsch
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304, 31. Dezember 1897. Nichtamtlicher Teil. 9771 mit Ü39 ausgeliehcncn Bünden, von denen jeder im Durch schnitt 27mal gelesen wurde. Es bedeutet dem gegenüber nichts, daß weniger wertvolle Schriftsteller, ja auch wertlose, auf noch höhere Ziffern kommen: wir werden gleich sehen, daß selbst diese in der Gunst des Publikums nicht höher stehen als gewisse Bücher ernster Natur. Unter den Schriften belehrenden Inhalts, die etwa 27 Prozent des Gelesenen umfassen, steht obenan die Gattung der historischen Lektüre mit reichlich 10,2 Prozent (5400 Bänden), und hier wiederum ist es die Geschichte unserer glorreichen Kriege, die am meisten anzieht. Ich gebe — obwohl auch der siebenjährige Krieg und die früheren deutschen Kriege dieses Jahrhunderts viele Leser zählen — nur die Ziffern für den Krieg von 1870/71. Die Werke, die diesen Stoff behandeln (nicht die einzelnen Bände) wurden gegen tausendmal verliehen; 971mal sind gezählt, die Statistik einzelner Werke steht noch aus; und zwar entfallen auf zusammcnfassende Darstellungen des ganzen Krieges 260 Verleihungen: jedes hierher gehörige Werk wurde im Durchschnitt 26mal gelesen. Auf die Darstellungen einzelner Kriegsepisodcn, der Thaten einzelner Truppenteile und persön licher Erlebnisse (Kriegs-Berichterstattungen, Tagebücher u s.w.) kommen 720—750 Verleihungen, und jedes der hierher ge hörigen Werke im Durchschnitt auf etwa 36 Leser, obwohl viele davon erst spät angcschafft wurden. Der verhältnis mäßig meist gelesene Teil der ganzen Bibliothek sind die von Tanera veröffentlichten Darstellungen einzelner Teile der Kriegsgeschichte aus der Feder von Mitkämpfern; das am wenigsten verliehene dieser Bücher zählt 59, das meistbcgehrte (die Belagerung von Paris) 72 Leser, eine Ziffer, die nur von den meistgelesenen aller Trivialromane erreicht oder um ein Geringes überschritten wird (die vollständige Statistik über diese Bücher steht noch aus). Nächst den kriegsgeschichtlichen Büchern fanden aus der Gattung historischer Lektüre die meisten Leser Freytags Bilder aus der deutschen Vergangenheit. Die fünf Bände wurden zusammen 75mal verliehen. Zu alledem ist noch zu bemerken: je mehr Exemplare eines guten beliebten Buches vorhanden sind, je stärker wird es gelesen. Die ausleihendcn Beamten können von den er zählenden Werken von Willibald Alexis, Theodor Fontane, Wilhelm Raabe, Ludwig Anzengruber, Viktor von Scheffel, Conrad Ferdinand Meyer, Theodor Storm, Hermann Suder mann, P. K Rosegger, Paul Heyse, Gottfried Keller, Gustav Freytag, Adalbert Stifter, vom »Deutschen Novellenschatz« u s f. — von einigen beliebten Ausländern zu schweigen —, ebenso von den beliebten Kriegstagebüchern und ähnlichen Werken ans Publikum jederzeit »absetzen«, soviel irgend vorhanden ist; wenn also die angegebenen Ziffern nicht noch günstiger lauten, so liegt es daran, daß die Geldmittel der Bibliothek — die ja im Entstehen zum guten Teil auf Büchergeschenke an gewiesen war — noch nicht erlaubt haben, ihren Bestand so zu veredeln, wie es zu wünschen wäre. Die nächste Stelle in der Gunst des Publikums nimmt Erdbeschreibung und Völkerkunde ein. Die ernsthaften Werke dieser Art kamen auf 3800 Bände (reichlich 7,2 Prozent alles Gelesenen). Abgesehen von dem Modebuch (Nansen, »In Nacht und Eis«) zog die Afrikaforschung die meisten Leser an. Von allem Gelesenen 5,5 Prozent (über 3000 Bände) kamen auf Naturwissenschaften und Technik und zwar vor nehmlich auf Elektrizitütslchre, Elektrotechnik, Optik und Maschinenwesen. Leider konnte — wie schon angedeutet — der Bedarf auf dem Gebiete der Technik nicht befriedigt werden. Der Rest von 4 Prozent verteilt sich auf die übrigen, weniger beanspruchten Gattungen der Litteratur. Hier oer dient nur eine Ziffer als charakteristisch für Jena hervorge hoben zu werden, und zwar ihrer Kleinheit halber: auf das ganze Gebiet der Politik und der Sozialwissenschaften kamen nur 510 Bände — weniger als 1 Prozent der Gesamtlektüre, weniger als auf den einen Dichter Theodor Storm und nur etwa halb so viel als auf die Geschichte des deutsch-franzö sischen Krieges! Alles in allem genommen ist es hiermit wohl genug, um das Urteil zu füllen: Die Anfänge der öffentlichen Biblio thek in Jena lassen mit Bestimmtheit eine freudige und er sprießliche Entwickelung voraussehen, sofern das Unternehmen nicht trotz der Generosität der Begründer aus Mangel an Mitteln versumpft. Um so größeren Dank schuldet die Leser welt von Jena denjenigen, die durch freigebige Geld- und Büchergeschenke den fröhlichen Aufschwung des ersten Jahres unterstützt haben. Den Damen: Frau Prof. Auerbach, Fräulein Bandau, Baumann und Brockhaus, Frau Direktor Bulle, Frau Prof. Delbrück, Fräulein Detmer, Frau Land gerichtsrat Helbig, Fräulein von Kessinger, Frau Prof. Krehl, Frau Kommerzienrat Reif in Nürnberg, Fräulein Stark, Frau Prof. Wagenmann; den Herren: 1>r. Bergemann, Eisenbahndirektor Brettmann, Prof. Detmer, Geh. Hofrat Eucken, Prof. Franz, Proff. Hofräten Fürbringer und Gärtner, Geh. Hofrat Prof. Götz, Prof. Häckel, Privatdozent vr. Keutgen, Prof. Kakenthal, Landgerichtsrat Ludewig, Instituts direktor Pfeiffer, stuä. Rademacher, vr. Ernst Reimerdes, Prof. Rein, Kaufmann Franz Schasler, vr. Schlösser, vr. Schott, l)r. Sy, vr. H. Türck, Landkammerrat Vogt und Rechtsanwalt vr. Zeiß; den Buchhändlern Herren Bräunlich und Raßmann in Jena, den Verlagsfirmen Breitkopf L Härtel und S. Hirzel in Leipzig; der Thüringer Blech-Emballagen- und Maschinen fabrik, der Comeniusgesellschaft, dem Konsumverein, dem nationalliberalen Reichsverein, der staatswissenschaftlichen Ge sellschaft und dem Verein für thüringische Geschichte zu Jena sei hiermit der wärmste Dank ausgesprochen, wie auch den jenigen Gönnern, deren Freigebigkeit ohne Namensnennung bekannt ist; ein ganz besonderer Dank aber dem Verlags buchhändler Herrn vr. Fischer, der dem Institut nicht nur materiell, sondern auch durch sachkundigen Rat aufs wert vollste beigestanden hat. 8. Kleine Mitteilungen. Gegenseitigkeit des Rechtsschutzes in bürgerlichen Streitigkeiten zwischen Deutschland und Oesterreich. — Enisprechend der Bekanntmachung im Oesterreichischen Reichs^esetz- blalt wgl. Börsenblatt Nr. 299) bringt nunmehr auch das Deutsche Reichsgesetzbiatt (ausgegeben zu Berlin am 24. Dezember 1897) die folgende Bekannimachung: (Nr. 2437.) Bekannimachung, betreffend die wechselseitige Befreiung der Angehörigen des Deutschen Reichs und Oester reichs von der ihnen als Ausländern in bürgerlichen RcchlSUreitigkeiten obliegenden Verpflichtung zur Sicherheitsleistung für die Prozeßkosten. Vom 23. Dezember 1897. Die Kaiserlich deutsche und die Kaiserlich Königlich österrei chische Regierung haben, um den beiderseitigen Staalsangehörigen die Befreiung von der Berpflichmng zur Sicherheitsleistung für die Prozeßkosten in bürgerlichen Rechtsstreiligkeiten nach dem Inkraft treten der österreichischen Cwilprozeßordnung zu sichern, im gegen seitigen Einvernehmen feslgestcllt, daß mit Rücksicht auf die Be stimmungen der deutschen Civilprozeßordnung 8 102 Absatz 2 Nr. 1 und der österreichischen Civilprozeßordnung 8 57 Ziffer I die Voraus setzungen erfüllt sind, unter denen für Angehörige des einen Teiles die Befreiung von der Sicherheitsleistung wegen der Prozeßkosten im Gebiete des anderen Teiles einlritt. Berlin, den 23. Dezember 1897. Der Reichskanzler. Im Austrage: Hellwig. Unfallversicherung im Buchhandel. — Unter der Ueber- schrift »Alles in einen großen Topf, brachte der Stuttgarter -Be obachter- vom 28. Dezember d. I. den nachfolgenden kleinen Artikel, an dem nur zu berichtigen ist, daß der deutsche Verlags-, 1301
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