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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.04.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-04-14
- Erscheinungsdatum
- 14.04.1897
- Sprache
- Deutsch
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Nichtamtlicher Teil. Mefz;ettel und Zahlungsliste. Von allen buchhändlerischen Rechnungspapieren ist wohl keins so wenig unter den Berussgenossen bekannt, wie der Meßzettel, trotzdem dieser fast für jeden Buchhändler von ganz besonderer Wichtigkeit ist. Er ist gleichsam das Binde glied zwischen den Ostermcß-Zahlungslisten der Sortimenter und den Einnahme-Listen der Verleger; denn durch ihn erst ivird es möglich, aus den Listen der zahlenden Sortimenter die für die empfangenden Verleger zusammenzustellen. Was der Metzzettel ist, läht sich mit wenigen Worten sagen: cs ist die Zusammenstellung aller Zahlungen, die ein einzelner Verleger von sämtlichen Kommittenten eines Kommissionärs zur Ostermcsse erhält. Welche ungeheure Mühe und Arbeit aber die Anfertigung der Mehzettel seitens der Angestellten im Kommissionsgeschäft erfordert, davon kann sich derjenige, der nicht selbst einmal dabei mitgeholfen hat, kaum einen Begriff machen. Für eine Leipziger Buchhandlung, die nur einen Kom mittenten hat, würde diese Arbeit allerdings eine sehr kurze und einfache sein, denn es würde nur jeder Posten aus der eingegangenen Zahlungsliste auf einen besonderen Zettel in der Form eines gewöhnlichen Nachrichtszettels zu schreiben sein. Ganz anders gestaltet sich jedoch die Sache in einem größeren Kommissionshause. Angenommen, dieses habe 300 Sortimenter-Kommittenten, deren Firmen sämtlich auf dem Metz zettel stehen sollen, so mutz dieser, wenn die Firmen auch aufgedruckt sind und hinter jeder nur der Raum für die Ein tragung eines Betrages in Ziffern nötig ist, doch schon den statt lichen Umfang eines großen Bogens haben. Berücksichtigt man ferner, dah jene 300 Kommittenten an ca. 3000 verschiedene Verlagsfirmen zur Ostermesse Zahlungen leisten und daß für jede dieser Firmen ein besonderer Metzzettel doppelt auszu- fcrtigen ist, so sind dazu schon 6000 solcher Bogen erforderlich. Nimmt man ferner an, daß jede Zahlungsliste der 300 Kom mittenten durchschnittlich 200 einzelne Zahlungspostcn enthält, so würden demnach 60 000 Einzelbeträge je zweimal, d. h. im ganzen 120 000 Posten auf jene 6000 Meßzettel zu über tragen sein. Ebenso sind später die einzelnen Beträge der von anderen Kommissionären eingehenden Meßzettel in die für die Verleger-Kommittenten eines Kommissionärs anzufer tigenden Einnahmclisten zu übertragen, was wiederum eine nicht unbedeutende Arbeitsleistung erfordert. Diese Uebertragungsarbeiten können demnach weder von einem einzelnen Gehilfen ausgeführt noch auch in kurzer Zeit erledigt werden. Vielmehr mutz die Arbeit auf sämtliche Angestellte verteilt und zu ihrer Erledigung die Zeit vor und nach den gewöhnlichen Geschäftsstunden mit benutzt werden, damit die laufenden Arbeiten im Kommissionsgeschäft in keiner Weise darunter leiden. Infolgedessen erfordert denn auch die Zeit von Ostern bis zum Sonntage nach Kantate im Leipziger Kommissionsgeschäft eine ganz außergewöhnliche Anspannung aller Kräfte. Die Ucbertragung der von den Sortimentern eingehen den Zahlungslistcn geschieht nun in der Regel in der Weise, daß jedem Mitarbeiter je nach dem Umfange des Geschäfts eine bestimmte Firmcnreihe, z. B. alle mit dem Buchstaben L beginnenden Namen, zum Uebertragen überwiesen wird. Der Betreffende nimmt dann jede eingehende Liste, nachdem vorher deren Uebereinstimmen mit dem Duplikat festgestellt worden ist, vor und trägt jede Zahlung, die an eine mit L anfangende Firma geleistet werden soll, auf dem Metzzcttel der betreffenden Firma hinter dem auf dem Zettel vorgedruckten Namen des zahlen den Kommittenten ein. Außerdem ist bei der ersten Ein tragung einer Zahlung auf dem Meßzettel dieser mit dem Namen der empfangenden Firma, an die gezahlt werden soll, zu aberschreiben. Diese Metzzcttel sind stets streng alpha betisch geordnet zu legen, damit nicht unnötigerweise für dieselbe Firma mehrere Meßzettel angcfertigt werden. Es sollte aber auch bei allen geschriebenen Zahlungslisten stets darauf gehalten werden, daß die Firmen genau alphabetisch geordnet aufgeführt werden, da die Arbeit des Uebertragens dadurch wesentlich erleichtert wird. Sobald sämtliche Listen übertragen sind, was in der Regel erst mehrere Tage vor Kantate der Fall sein wird, da leider immer noch einige Nachzügler im letzten Augenblick eintreffen, werden die beiden Exemplare der Meßzettel ver glichen, etwa differierende Posten in der Zahlungsliste nach gesehen und richtiggestellt. Alsdann werden sie aufgerechnet und die Endbeträge mit dem Duplikat verglichen und zu sammengestellt. Die Zusammenstellung muß die gleiche Summe ergeben wie eine Zusammenstellung aller Listenbeträge. Ergiebt sich eine Differenz, so muß diese gesucht und aufgeklärt werden. Hierauf werden die Zettel der selbstrechnenden und der Leipziger Verleger ausgeschossen und alle übrigen nach den Kom missionären geordnet. Für alle diese Arbeiten müssen die Tage von Mittwoch bis Sonnabend vor Kantate frei bleiben und daher selbst die verspätet eingehenden Zahlungslisten am Montag vor Kantate sicher in den Händen der Kommissionäre sein, andernfalls sie erst zur »Nachbörse« erledigt werden können. Während nun mit den fremden und Leipziger Verlegern am Montag nach Kantate im Buchhändlerhause gerechnet wird, findet gleichzeitig der Austausch der Meßzettel unter den Kommissionären statt. Sie müssen nachgerechnet und ihre Beträge zusammen gestellt werden, und schließlich sind die Endbeträge gegen seitig festzustellen. Sofort nach der Zusammenstellung werden die Meßzettel wieder nach den Komittenten geordnet und die ein zelnen Posten auf die für die Verleger-Kommittenten anzu- ertigenden Einnahmelisten übertragen, welche Arbeit nebst Ver gleichung und Aufrechnung bis zum Sonnabend fertig vorliegen muß. Am Sonnabend sind dann die nachträglichen Zahlungen der verspätet eingegangenen Listen (die sogenannte Nachbörse) auf den Einnahmelisten nachzutragen, was bis zum Montag zu beenden ist, an welchem Tage die Verleger deren Zusendung erwarten. Auch die für die »Nachbörse« bestimmten Listen, die leider betreffs ihres Aeußern oft sehr zu wünschen übrig lassen, müssen spätestens bis Sonnabend vor Kantate in den Händen der Kommissionäre sein. Die Vorarbeiten zur Er ledigung dieser Listen erfordern weit mehr Zeit, als die zur Erledigung der zur Hauptabrechnung eingegangenen, weil die gedruckten Meßzettel dazu nicht benutzt werden können und die Uebertragung nur von einem Angestellten erledigt werden kann. Bei noch später eintreffender Liste wird das Meßagio nicht mehr gemährt. Wie aus obiger Schilderung ersichtlich, ist es für jeden Kommissionär sehr erwünscht, die Zahlungslisten seitens der Sortimenter möglichst frühzeitig, wenn möglich spätestens drei bis vier Wochen vor Kantate, zu erhalten. Ebenso ist den Listen bereits die nötige Deckung beizufügen, falls nicht schon vorher dafür gesorgt ist, da nur dann erst die Uebertragung der Listen in Angriff genommen werden kann, denn eine nachträgliche Streichung der Zahlungspostcn auf den ver schiedenen Meßzetteln wegen fehlender Deckung würde leicht die ganze Abrechnung am Zahltage gefährden. Zum Schlüsse möge sowohl im Interesse der richtigen Erledigung der Zahlungsaufträge, als auch der mit der Aus führung der Meßarbeiten überlasteten Angestellten den Herren Sortimentern empfohlen sein, bei Ausstellung der Ostermeß zahlungslisten auf drei Punkte ganz besonders zu achten:
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