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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.04.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-04-06
- Erscheinungsdatum
- 06.04.1897
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- Deutsch
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79, 6. April 1897. Nichtamtlicher Teil. 2603 freudig unterstützten Feier aussprechen konnte. Indem er dann in kurzen Worten auf die Bedeutung des Tages und auf die vor wenigen Stunden stattgefundene feierliche Enthüllung des National denkmals für Kaiser Wilhelm I. hinwies, begrüßte er die anwesen den Berufsgenossen, die durch ihr Erscheinen ihrer Liebe und Ver ehrung für den verewigten Heldenkaiser Ausdruck geben wollten Er schloß mit einem Hoch auf den, das Vermächtnis des großen Kaisers treu ausführenden Enkel, den regierenden Kaiser Wilhelm II., in das die Versammlung unter Absingung der Kaiserhymne lebhaft einstimmte. Die Festrede hielt Herr Ernst Bollert. Der Redner verstand es, dem gerade in diesen Tagen so vielfach behandelten Thema neue Seiten abzugcwinnen und seine Zuhörer bis zum letzten Worte zu fesseln. In schöner Form schilderte er den Charakter des Heimgegangenen Herrschers, dessen gesegnetes Andenken das ganze deutsche Volk an diesem Tage dankbar feierte: die ersten Eindrücke jener trüben Zeit, in der Deutschland unter Napoleons I. Streichen fast vernichtet schien, die nachfolgenden äußeren und inneren Kämpfe unseres Vaterlandes bis zu dem gewaltigen Ringen in drei Kriegen, aus dem die deutsche Einheit vor fünfundzwanzig Jahren siegreich hervorwuchs, bis in dem ruhmgekrönten Könige von Preußen der erste deutsche Kaiser erstand; — ein Leben, so reich an großen Er eignissen und weltbewegenden Thaten, daß der Name Wilhelms des Ersten und die Namen seiner Paladine für ewig in dem Buche der Geschichte glänzen werden. Reicher Beifall belohnte den Redner, und als nun Herr Rudolf Hosmann in kurzen zündenden Worten ein Hoch auf den Mit begründer des neuen deutschen Reiches, den Fürsten Bismarck, aus brachte, stieg die Begeisterung auf ihren Höhepunkt und fand ihren Ausdruck in zwei Telegrammen, die an den regierenden Kaiser und an den Fürsten Bismarck abgesandt wurden. Ein vom Centralcomite für die Gedenkfeier herausgegebenes mit schönem Titelumschlag geschmücktes Liederheft bot den Stoff sür die gemeinsamen patriotischen Gesänge; für diese besondere Feier der Buchhändler war noch ein zweites, ebenfalls mit hübschem Titel ausgestattetes Heft von der Sittenfeldschen Buchdruckerei her gestellt und den Teilnehmern des Kommerses gewidmet worden. Nach dem ersten Teil der Feier gab Herr Kommerzienrat Elwin Paetel den Vorsitz an die Herren Emil Kupfer und Heinrich Rübner ab, die für ein reiches Programm gesorgt hatten. Herr R. O. Seemann erinnerte noch an die anwesenden Kollegen, die einst unter den Fahnen des verewigten Kaisers mitgekämpft halten und brachte ihnen ein Hoch aus, das Herr Albert Seydel namens dieser ehemaligen Krieger mit einem Hoch auf die Jugend im deutschen Buchhandel erwiderte. Im weiteren Verlaufe des Kommerses kam der Humor zur Geltung: ein mit Anspielungen auf augenblickliche Vorgänge im Buchhandel reich gewürzter Wechselgesang zwischen Verlegern und Sortimentern trug besonders dazu bei eine sehr heitere Stimmung zu erregen, die durch die drastische Darstellung des Schwankes -Infanterie und Kavallerie- noch gesteigert wurde. Deklamationen und Gesang hielten einen großen Teil der Festteilnehmer noch lange beisammen. Ein Zug warmer vaterländischer Begeisterung und Freude ging durch die Versammlung, und wie alle Teilnehmer sicherlich dieser Gedenkfeier ein dauerndes Andenken bewahren werden, so werden sie es auch dem Vorstande der Korporation der Berliner Buchhändler Dank wissen, daß er die Anregung dazu gegeben hat, eine Anregung, der die übrigen Vereine in schöner Einmütigkeit gefolgt sind. 6. L. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. dlaturas dloviMtcs. Bibliograpdis nsver Lrsobsiuuvgsu aller Bäudsr aut dom Osbists clsr Hatursesobicbts und der exaetsu lVisssusebattsu. 19. dabrgrvg. Ilr. 5. (kdarr 1897.) 8". 8. 157—172. klr. 2515 — 2754. Verlag von k. k'risdläuder L 8obv in Berlin. Buxao'e Oriental Bist. Vol. VIII, I7r. 8. Marr 1897.) 8". 8.65—88. Bondon ^V.O., Buaae L 6o. Personalnachrichten. Gestorben: am 1. April in Dresden im hohen, aber ungewöhnlich rüstigen und frischen Alter von siebenundachtzig Jahren Frau Lega tionsrat von Schober, als Schriftstellerin weil und breit unter ihrem Mädchennamen Thekla von Gumpert be kannt und allgemein beliebt. Wir behalten uns vor, in gewohnter Weise ein Verzeichnis ihrer zahlreichen Schriften in diesem Blatte zu geben, und beschränken uns heute aus die Wiedergabe des folgenden Nachrufes aus den Dresdener Nachrichten: -Thekla von Gumpert gehört zu den wenigen sympathischen Erscheinungen der schreibenden Damenwelt und hat manch feinen Zug mit ihrem großen Vorbilde, der freundlichen Ottilie Wilder- muth, gemein. Warm und treu schlug ihr Herz bis zum Tode für die deutsche weibliche Jugend; dieser galt ihr unermüdliches Streben, für sie schrieb und dichtete sie. und zu ihrer Veredelung suchte sie nach Kräften und unentwegt beizutragen. Als Künstlerin zierte sie die seltene Erkenntnis der Grenzen ihrer Begabung; sie be herrschte kein allzu großes Gebiet, aber aus diesem war sie Meisterin und verdient uneingeschränkte kritische Anerkennung. Ihre ersten selbständigen schriftstellerischen Arbeiten fallen in die vierziger Jahre, und ihre Musterbücher, das -Töchteralbum- und -Herzblätt chens Zeitvertreib-, haben beide schon den 40. Jahrgang hinter sich. Ihr Stil ist schlicht und einfach, aber warmblütig und vornehm, ihre Phantasie reich und edel, und durch alle ihre Werke und Merk chen geht ein frischer und gesunder Zug, der nur selten in eine, übrigens in Anbetracht der von ihr behandelten Stoffe meist nicht un sympathische Sentimentalität übergeht. Thekla von Gumpert erfreute sich bis in ihr hohes Alter hinein einer guten Rüstigkeit und konnte unausgesetzt bis kurze Zeit vor ihrem Tode ihren litterarischen Ar- beiten obliegen. Auch an reicher Anerkennung hat es ihr nicht gefehlt; erst vorvergangene Weihnachten erhielt sie von der deutschen Kaiserin eine Ordensbrosche als Beweis der allerhöchsten Huld. Die verehrungswürdige Frau sah in derartigen Auszeichnungen nur einen Sporn zu immer neuem Streben, und große Pläne reiften noch in der letzten Zeit im Kopfe der Greisin. Nun hat der unerbittliche Tod sein vorschnelles -Bims- in ihr Lcbensbuch ein gezeichnet und ihr die Feder, die unermüdliche, sanst entwunden. Ihr Leben galt der Jugend unseres Volkes, die sie zum Danke dafür wie eine Mutter verehrte; unsere Mädchen und Jungfrauen werden ihrer besten Freundin ein frisches Lorbeerreis auf den Grabhügel legen mit dem Gelübde, sie so bald nicht zu vergessen, die ihrer nie vergaß.» — Thekla von Gumpert wurde am 28. Juni 1810 in Kalisch geboren, war längere Zeit Erzieherin bei der Fürstin Luise Radziwill und beim Fürsten Czartoryski und vermählte sich 1856 mit dem auch als Dichter bekannten Legationsrat Franz von Schober, mit dem sie nach Dresden übersisdelte. Ihr Gemahl ist ihr schon 1882 im Tode vorangegangen; — am 3. April in Wien der berühmte Komponist Johannes Brahms. Den zahlreichen Nachrufen der Tagesblätter ent nehmen wir folgende Daten aus seinem Leben und Wirken: Brahms wurde am 7. Mai 1833 in Hamburg als Sohn eines Musikers geboren und erhielt durch Eduard Marxsen in Altona seine Ausbildung als Pianist, als welcher er bereits 1847 erfolgreich in die Oefsentlichkeit trat. Im Jahre 1853 unternahm ec als Klavierbegleiter eines ungarischen Geigers eine Reise, bei welcher Gelegenheit Joachim auf ihn aufmerksam wurde. Mit dessen Em pfehlung versehen, kam er gelegentlich einer Rheinreise in demselben Jahre nach Düsseldorf zu Robert Schumann und erregte durch den Vortrag seiner ersten Kompositionen (Sonaten für Klavier) die höchste Bewunderung des Meisters, der ihr in einem begeisterten Artikel in der -Neuen Zeitschrift für Musik- (28. Oktober 1853) Ausdruck gab. Schumann war es, der den jungen Komponisten zuerst weiteren Kreisen empfahl und damit jene Partei schuf, die ihm seitdem zu bedeutendem Ruf und gegenüber der scharfen Opposition, die ihm früh entgegentrat, auch zu bewundernder An erkennung verhalf. Nachdem sich Brahms dann kurze Zeit bei Liszt in Weimar aufgehalten, übernahm er die Stelle eines Chor dirigenten und Musiklehrers bei dem Fürsten zur Lippe in Detmold, in der er mehrere Jahre verblieb. In der Folge lebte er anfangs in seiner Vaterstadt, dann seit 1862 in Wien, wo er 1863 Chor meister der Sing-Akademie wurde. 1864 legte er auch diese Stellung nieder und lebte dann eine Reihe von Jahren abwechselnd an verschiedenen Orten (meist in Hamburg, in der Schweiz und in Baden-Baden) in eifriger produktiver Thätigkeit, zugleich als Pianist öffentlich auftretend, bis er 1869 seinen Aufenthalt dauernd in Wien nahm. 1872 bis 1875 war er daselbst Dirigent der Konzerte der »Gesellschaft der Musikfreunde-; im Juni 1874 wurde er zum Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin ernannt, die Uni versitäten Cambridge (1877) und Breslau (1881) verliehen ihm die Doktorwürde bovoris causa; 1886 wurde er stimmfähiger Ritter des preußischen Ordens pour ls rusrits für Kunst und Wissenschaft, 1889 Ehrenbürger der Stadt Hamburg. Brahms hat auf allen Gebieten der Musik mit Ausnahme der dramatischen Hervorragendes geleistet. Von seinen Kompositionen haben einzelne Lieder und Klavierstücke, namentlich aber die von ihm bearbeiteten -Ungarischen Tänze- weiteste Verbreitung gefunden; außerdem -Das deutsche Requiem- sür Solo, Chor und Orchester, das -Triumphlied- und das -Schicksalslied- und mehrere Werke sür Kammermusik. 1877 erschien seine erste Symphonie (in 6-moll), 1878 die zweite (in v-dur) und ein Violin-Konzert; — am 4. April in Göttingen Herr Heinrich Hartung, ein langjähriger pflichttreuer Mitarbeiter in der Dieterich'schen Buchhandlung in Göttingen, der er seit dem Jahre 1859 ununterbrochen^angehört hat. 348
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