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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.08.1888
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1888-08-27
- Erscheinungsdatum
- 27.08.1888
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
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- Saxonica
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4211 198, 27. August 1888. Nichtamtlicher Teil. Namen des bedeutenden russischen Dichters Shukowski, des Verehrers und Uebersetzers unseres Schiller. Man schreib: ihn Joukvwski, als wäre er ein polnischer Jude. Die russische Sprache hat wie die deutsche die Buchstaben Sch und Sh und u. Wir schreiben ja auch Shakespeare, Shelley re.; warum also I, was wir ganz anders aussprechen? Warum ein ou (auch in Schnwalosf, Uwaroff, Urnssoff re.)? Es ist nur Französelei, und man be gegnet ihnen hundertfach auch in geographischen Namen. Zu nehmende Verfranschung der deutschen Sprache zeigt sich ferner in der Verbindung der Sätze, und namentlich unsere Zeitungen zeichnen sich durch schlechten Stil aus; die Redakteure verstehen keine Grammatik. Man findet da Sätze wie: die »Times« meldete, die Königin hätte gesagt, wäre abgereist re. Das ist franzö sische Satzbildung; im Deutschen muß es in oratio obligua heißen: Halle gesagt, sei abgereist (auf hätte und wäre erwartet man ein — wenn: sie wäre abgcreist, wenn ). Kurz, Tau sende sogenannter gebildeter Deutscher verstehen ihre Sprache nicht mehr; mit Französelei, Fremdwörterseuche und Deutschver derberei sucht man als stets bereiten Mänteln seine Unwissenheit zu verbergen. In einer Nummer des sogen. »Deutschen Tage blattes« in Berlin fanden sich in einem einzigen Aufsatze 140 Fremdwörter und 56 deutsche Sprachfehler. Wie können solche Redakteure die Sprache rein halten; sie sind gar nicht im stände die Fremdwörter zu verdeutschen. Und unsere Aerzte, unsere Richter — können sie Deutsch?! Wir Deutsche lernen alles und jagen allem Fremden nach; wir stopfen uns das Gedächtnis von Kindheit ans mit Latein, Griechisch, Hebräisch, Französisch, Englisch, Volapük; nur unsere Muttersprache lernt inan in keinem Gymnasium; denn die Lehrer kennen sie meistens selbst nicht. Was man aber nicht kennt, das Pflegt man zu verachten. Da erscheinen denn die Fremdwörter und die Antigua viel schöner! Welch' ein Volk — muß ich immer wieder ausrusen — ist das deutsche! — — vr. Sabell. PermischtcS. Neue Bücher. Zeitschriften, Gclegeuhcitsschrifteu, Kata loge rc. für die Hand uod HauSbibliolhck des Buchhändlers. Verzeichnis der bis Ende August 1888 in der Bibliothek der Gesamt lilteratur des In- und Auslandes (25 Pfennig-Ausgabe) erschienenen Bändchen, kl. 8". 16 S. Halle a/S-, Otto Hendel. Medicinischsr Verlag von Urdu» L 8cliwarzenberg in Wien n. Leipzig. August 1888. gr. 8". 18 8. Deutsche Buchhändler-Akademie. Hrsg v. Hermann Weischach. 5. Bd. 7. Heft. Inhalt: Deutsche Buchhändler. 14. Friedrich Pustet. Eine Biographie von I. Braun. — Die Buchdruckcrkunst in Wien von 1632—1882. Von Eduard Zcrnin. — Die Einweihung des deutschen Buchhändlerhauses zu Leipzig. Von Eduard Zernin. — Autor und Verleger. — Zum System der Lagerordnung des Sortimenters. — Zwanglose Rundschau. Erfindung der Briefmarke. — Die »Nat Zeitung» berichtet hier über folgendes: Als Erfinder der Briefmarke wurde noch bis vor kurzem der durch seine Reformen auf postalischem Gebiet bekannte Engländer Rowland Hill genannt. Erst durch neuere Nachforschungen ist festgcstellt worden, daß dieses Verdienst dem Buchhändler James Chalmers zu Dundee <1 1853) gebührt. Chalmers' ausführlich ausgearbeitete Pläne beschäftigten das englische Schatzamt wiederholt, und das System der auf klcbbaren Briefmarke wurde mit Erlast vom 26. Dezember 1839 äuge- nommen. Am 6. Mai 1840, also vor 48 Jahren, gelangte die erste Aus gabe von Briefmarken (Kopf der Königin in Schwarz) in die Ocfsentlich- kcit. Im Jahre 1847 folgten die Schweiz und die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika mit der Einführung von Briefmarken, 1849 Bayern, Belgien und Frankreich, und erst 1850 Preußen, Oesterreich und Spanien. Personalnachrichten. Gestorben: am 22. August in Minden in Westfalen, 75 Jahre alt, Herr Ferdi nand Freytag, seit 1844 Mitbesitzer und seit 1861 alleiniger Inhaber der dortigen Firma Korber L Freytag. Geschäftliche Einrichtungen und BerändermMil. s44328j Rernburg a. 8., 8chlo888trasss ko. 6, im August 1888. B. B. Hierdurch beehre ich mich, Ihnen die er gebene Mitteilung zu machen, dass ich Mitte 8cptember unter der Birma: owe Liieli-, Liinst- iliill Nusiltlilisii-HltiiclluiiA' Hicr8elb8t eröffnen werde. IVäbrend meiner neunjährigen 1'hätigkeit in den geachteten Handlungen: Hob. 8chil- Iing'8 Buchhandlung (Hugo Bil«) in Bernburg, Moritz Blaesclike in Orekeld, B. 6. Buch in (juedlioburg, Kob. kittler's Verlag in Hamburg und Bokkmaon L Oamps's Sorti ment (IVengler L kudalpb) in Hamburg war C8 mein Bestreben, die mir zur Bübruvg eines eigenen Oesebäfts nötigen Kenntnisse anzu- eignev, und ich richte, gestützt auk nachstehende kmpkehlungen, an die Herren Verleger dis er gebene Bitte, mein junge« Unternehmen durch gütige Konto-kröllnung unterstützen und meine Birma auk Ihre .-lusIieferuugs-Listo setzen zu wollen. Dankbar werde ich da.« mir geselivnlto Vertrauen anerkennen und durch tliätigo Ver wendung für Ihren Verlag und gewissenhafte Erfüllung meiner Verbindlichkeiten wir da88elbs Lu erhalten «ucheu. 6enau bekannt mit den Verhältnissen meiner Vaterstadt und im Besitze ausreiclien- A n z e i g e b l a t t. ! der 6eldmittel, sowie eines in kregusntestsr Bags ! betindlicben Oeschäktslokales gebe ich der Boü'- nuvg aut einen glücklickeu krkolg meines Unternehmens Raum. Meinen Bedarf gedenke ich— ausgenommen diejenigen geehrten lärmen, welche ich speziell um unverlangte Zusendung ihrer Kavitäten er suchen werde — selbst zu wählen, und ich bitte daher, mir unverlangt nichts senden zu wollen; dagegen würde ich kür regelmässige und sebleulligs Zustellung von Oirkularsn, Blakaten, krospekten etc. etc. dankbar sein. Herr Bi Bolc/cm«r batte dis blute, meine Vertretung für Beipzig zu übernehmen, und derselbe ist in den 8taud gesetzt, Bestvsr- lavgtes bei kreditverweigeruug bar sivzulössu. Mich uud mein blesebäkt Ihrem gütigen iVodlwollen bestens empfohlen haltend, zsickns leb Hochachtungsvoll Väolk Melirlmrdt. LkNpkölllllNZ'SN. Herrn .4 doll Mehrhardt hier beschei nige icb hiermit, dass derselbe vom I. Oktober 1879 dis zum heutigen 1'ags in meiner Buch handlung als Bekrliog gestanden und sieb wäh rend dieser 2sit treu und kleissig bewiesen, sieb stets freundlich und bescheiden zeigte und nicht ohne Krkolg bemüht war, sieb die nöti gen Bachkenntnisse zu erwerben. Indem icb somit meine vollste Zufrieden heit über sein ganzes Verhalten aussprsebe, begleiten ihn meine besten IVLnscbe auf seinem ferneren Bebonswege. Lervbnrg, den 1. Oktober 1882. LuAO Bils in Birina: Kob. 8chiIIiog's Luebb. Herr Vdolk Mehrhardt aus Bornburg ist in meinem Oesebäkte vom 1. duli 1885 bis 16. 4pril 1886 beschädigt gewesen, uud habe ich ihn iu dieser Keit als einen sehr tüchtigen jungen Mann von streug rechtlichem, gewissen haftem Obarakter kennen lernen, der sicher auch sein neu zu gründendes Ossebakt nach diesen Orundsätzen führen uud dem Buchhandel nur zur Bbre gereichen wird. — Ich kann da her Herrn Mehr Hardt nur allen Kollegen empfehlen, da er auch mit reichlichen Mitteln ausgestattst ist, und ich bin überzeugt, dass er das ihm geschenkte Vertrauen stets recht fertigen wird. Hamburg, den 28. düll 1888. W. Lob. Httksr iu Birma: R. kittler's Verlag. Dem IVunscbe des Herrn kdolf Mehr hardt, seinem ktablissements-Rundschreiben einige empfehlende IVorte binzuzukügen, kommen wir um so lieber nach; als wir iu ikm während seiner zweijährigen 1'kätigksit in unserem 8or- timsnt einen durchaus ehreukafteu, üeissigen und strebsamen Oebilfen kennen lernten, der unser ganzes Vertrauen genoss. IVir sind fest überzeugt, dass Herr Kl o Ii r- bardt denjenigen Anforderungen, welche an ihn als jungen Okek gestellt werden müssen, vollstäudig genügen wird, uud dass er bestrebt sein wird, mit ikm eingsgaugene Verbindungen zu angenehmen und lohnenden zu wachen, so dass wir seine au die Herren Verleger gelichtete Litte um Konto-Kröffnuug nur unterstützen können. Hamburg, den 30. duui 1888. //o//»!au>i di' f7a»rpe's Kork.-Auc/l/iRF. (Weogler >b Rudolph).
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