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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.08.1888
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1888-08-27
- Erscheinungsdatum
- 27.08.1888
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- Deutsch
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4208 Nichtamtlicher Teil. 198, 27. August 1888. Die Zahl der Mitglieder betrug nach der im Mai 1887 durch den Druck veröffentlichten Liste 187^ ausgeschiedcn sind teils durch Tod, teils durch freiwilligen Austritt 11; hinzugctrctcn sind 39, so daß sich am heutigen Tage ein Mitgliederbestand von 215 ergiebt. Von den uns durch den Tod entrissenen Mitgliedern muß an erster Stelle des Mannes gedacht werden, der, volle 30 Jahre dem Vorstände unseres Vereines angehörend, 18 Jahre als Vorsitzender mit wahrhaft glänzendem Erfolge den Verein in guten und bösen Tagen leitete. Robert Voigtländer oder — wie wir alle ihn nannten — »der alte Voigt länder» starb am 27. September v. I. Zur letzten ordentlichen Haupt versammlung in Elberfeld am 17. Juli v. I. war er noch von Wiesbaden aus, wo er Heilung von seinen Leiden suchte, herbeigeeilt, uns allen ein Muster an Pflichttreue. Seine große Willenskraft besiegte die Schwäche des Körpers: fest und energisch, wie in früheren Jahren, leitete er die zahlreiche Versammlung. Als er am Schlüsse im Verein mit seinem treuen Freunde E. H. Mayer das Vorstandsamt niederlegtc, wurden beide Männer von den anwesenden Kollegen in dankbarer Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste zu lebenslänglichen Ehrenmitgliedern des Vorstandes ernannt. Beiden Männern gebührt der uneingeschränkte Dank aller Vereins genossen. Sie hielten das Banner der Kollegialität hoch selbst zu Zeiten, da alle Welt nur in dem rücksichtslosen Kampfe aller gegen alle das Heil des vorwärtsstrebenden Geschäftsmannes erblickte. Sie erhielten uns den Verein und damit die Gesinnung, die, unter günstigerer Sonne erstarkend, den Sieg errang, den Wir heute feiern dürfen. — Wahrhaft rührend ist es, was wir in dem von seinem Sohne entworfenen Lebens bilde Robert Voigtländers über seine letzten Stunden lesen. Die große That in Frankfurt war geschehen, der Börsenverein der Deutschen Buch händler hatte durch Annahme der neuen Satzungen am 25. September v. I. den Bestrebungen des Kreisvereins zum Siege geholfen, und tags daraus konnte der Sohn dem Water diese Nachricht überbringen. -Da leuchteten-, so heißt cs in der Schrift, «die schon halb gebrochenen Augen des sterbenden Buchhändlers freudig auf, und mühsam entrangen sich seinen Lippen einige lebhafte Worte, von denen nur »sehr erfreulich» den Umstehenden verständlich waren. Bald darauf legte der Tod die Hand auf ihn; jene frohe Botschaft ist seine letzte Lebensfreude gewesen.» — Ehre dem Andenken dieses treuen Kämpen! Auch eines anderen Kollegen lassen Sie mich hier gedenken, der zwar nicht dem Vorstande unseres Vereins angehörte, im engeren Kreise jedoch für dieselben Bestrebungen unermüdlich thätig war. In Otto Grütte- fien (Teilhaber der Bädeker'schen Buchhandlung in Elberfeld), der am 18. Mai d. I. seiner Familie, seinen Freunden und seinen Berufsgenossen all zufrüh durch den Tod entrissen ward, betrauern wir einen hochbegabten, intelligenten Buchhändler, der an der Gesundung der kollegialen Verhält nisse in unserem Stande hervorragenden Anteil genommen hat. Er war der Begründer und lange Jahre hindurch Vorsitzender des Orts-Vereins der Buchhändler Elberfeld-Barmen. Es ist ja noch in Ihrer aller Erinnerung, wie der vom rhein.-westfäl. Krcisverein ausgegangene Kampf um die Erringung des 5"/o Skonto seinen Stützpunkt fand in dem einmütigen Zusammenwirken der Orts- Vereine. Hier war es vor allem die unermüdliche Thätigkeit des Orts- Vereins Elberfeld-Barmen, die stets zur rechten Zeit eingriff. Otto Glättesten hat auf dieses selbstlose Wirken stets den wohlthätigsten Einfluß geübt durch seine hingebende Pflichttreue, in deren Ausübung er sich es nicht nehmen ließ, obwohl fast erblindet, nach Frankfurt zu eilen und der gemeinsamen Sache durch sein anfeuerndes Beispiel zum Siege zu verhelfen. Noch eines andern sehr verdienstvollen Kollegen und langjährigen Mitgliedes, des Hofbuchhändlers Franz Schwann, Düsseldorf, haben wir hier zu gedenken, der, trotz seines hohen Alters noch rüstig und lebens frisch, mitten in seiner erfolgreichen Thätigkeit am 5. März d. I. uner wartet aus diesem Leben schied. War schon im vorhergegangenen Jahre die Vereinsthätigkeit eine höchst erfolgreiche und ausgebreitcte gewesen, so wurde sie in dem heute beendeten Abschnitt in jeder Beziehung noch überboten. Die umfangreiche Thätigkeit, die infolgedessen der Vorstand entwickeln mußte, wurde in den letzten 4 Monaten dadurch sehr erschwert, daß zwei hervorragende Mit glieder ihr Amt niederlegten und so eine Lücke entstand, die noch jetzt schwer empfunden wird. Es ist unsere Pflicht, hier der großen Verdienste zu gedenken, die die Herren M. Jacobi und Emil Strauß sich um das Gelingen der Bestrebungen unseres Vereins in den letzten zwei Jahren erworben haben. Es war eine schwere Zeit, in welcher Jacobi vor einem Jahre das Amt eines Vorsitzenden übernahm. Mit Aufbietung aller Kräfte hat er es verwaltet, und als er endlich vor mehreren Monaten wegen andauern der Kränklichkeit zurücktreten mußte, wurde diese Nachricht nicht nur von seinen Vorstandskollegcn, sondern von allen Vercinsgcnossen als ein schwerer Schlag empfunden, der den Verein betroffen. Das ist gewiß der beste Beweis von der Verehrung und Liebe, die der unermüdliche Mann sich erworben hat. Durch den merkwürdigen Umstand, daß die alten Statuten keinen Schriftführerposten im Vorstand kennen, der Vorsitzende also auch diese Arbeiten zu besorgen hat, ist es mir unmöglich, Ihnen genaue Angaben über den Umfang des schriftlichen Verkehrs deS Vorsitzenden während des ganzen Vereinsjahres zu machen. Aber Sie werden einen Begriff erhalten von der ausgebreiteten Thätigkeit Ihres Vorstandes, wenn ich erwähne, daß in den letzten vier Monaten, seit ich die Ehre habe, an Stelle des Herrn Jacobi den Vorsitz zu führen, annähernd 400 Briefe, Eingaben rc. von mir geschrieben wurden. Thatsache ist ferner, daß die Vereinsbe strebungen im letzte» Vereinsjahr 18 zum Teil recht große Reisen nötig machten, unter andern im Februar eine fünf Tage in Anspruch nehmende Fahrt nach Berlin. An gedruckten Cirkularen, teils an die Mitglieder des Kreis-Vereins, teils auch an die Mitglieder des Börsenvercins, des Verbandes rc. wurden im gleichen Zeitraum 23 versandt. Diesen allgemeinen Mitteilungen lasse ich nun die besonderen An gaben folgen. Einem Beschlüsse der letzten Hauptversammlung folgend, richtete der Vorstand zunächst seine Thätigkeit ans die Durchführung des Einhcits- rabattes auf Musikalien. Schon vor Ablauf des Jahres konnte den Kollegen eine gedruckte -Erklärung» übergeben werden, unterzeichnet von 123 Firmen, unter denen sich alle bedeutenden Musikalienhandlungen und den Musikalienhandel als Nebengeschäft betreibende Buchhandlungen befanden. Wie allseitig anerkannt wird, hat das Vorgehen des Kreis- Vereins auch auf diesem Gebiete überaus segensreich gewirkt. Das größte Interesse aller Kreise nahm selbstverständlich die außer ordentliche Hauptversammlung des Börsenvereins zu Frankfurt a. M. am 25. September v. I. in Anspruch. Die Beteiligung unserer Bereins- genoffen war eine besonders starke. 57 unserer Mitglieder waren in jenen Tagen dort versammelt Der hartnäckige Widerstand, den ein großer Teil der Berliner dem Zustandekommen des Reformwerke« entgegensetzte, vcranlaßte den Vorstand des Kreisvereins, in einigen an alle Mitglieder des Börsenvereins versandten Rundschreiben den Berlinern entgegcnzutreten und in frei mütiger Weise die von den Bestrebungen der Gesamtheit abgewandten Ziele der Berufsgenoffen in der Reichshauptstadt zu kennzeichnen. Es kam denn auch in Frankfurt zu scharfen Auseindersetzungen Eine dauernde Entfremdung über die Tage des Kampfes hinaus ist jedoch nicht einge treten. Als zur O.-M. dieses Jahres von den Vertretern sämtlicher Vereine 4 Mitglieder des Vereins-Ausschusses zu wählen waren, wurde der voni rheinisch-westfälischen Krcisverein vorgeschlagcnc Kandidat ein stimmig, also auch von den Berlinern gewählt. Wir wollen dies hoch anzuerkennende Zeichen der Versöhnlichkeit unserer alten Gegner auch an dieser Stelle besonders hervorhcben. In Frankfurt war es unser Bestreben, eine Verständigung der Freunde der neuen Satzungen anzubahnen durch eine vertrauliche Vvr- versammlung, die von uns am 23. September im Saalbau zu Frankfurt abgehalten wurde, zahlreich besucht war und ihren Zweck vollständig erreichte. Wenn es auch nicht möglich war, die Satzungen soweit abzuändern, daß die den Kreis- und Ortsvcrcincn gewährte Befugnis, ihre Verkauss- normen selbst festzustellen, zu Gunsten eines durch ganz Deutschland geltenden Höchst-Skonto beschränkt wurde, so setzten wir doch durch, daß dem neuen Vereins-Ausschuß eine größere Machtvollkommenheit gerade nach dieser Richtung hin gegeben ward. Die große Bedeutung dieser Errungenschaft hat sich in den letzten Wochen glänzend gezeigt. Sie wissen ja alle, daß der Vorständ des Börsenvereins nach eingeholtem Gutachten des Vereins-Ausschusses den Höchst-Skonto von 5"/g proklamiert hat. Es ist damit thatsächlich erreicht, was von Anfang an der rheinisch westfälische Kreisverein als das Ziel des Kampfes ausgestellt hat. Daß dieses Ziel so bald — wider alles Erwarten — erreicht wurde, ist dem planmäßigen, energischen Vorgehen unseres ersten Vorstehers des Börsenvereins, Paul Parey, zu danken. Wir können uns jetzt kaum vorstellen, wer anders nach dem Rücktritt des unvergeßlichen Adolf Kröner die Ausführung der neuen Satzungen leiten sollte. Und doch schien es noch einige Monate vorher ganz unmöglich, Herrn Parey für dieses schwierige Amt zu gewinnen. Wie es Ihrem Vorstand gelang, durch Absendung einer Deputation nach Berlin im Februar d. I. Herrn Parey zur Annahme der Kandidatur zu bewegen, das ist bereits in der außerordentlichen Hauptversanimlung zu Düsseldorf am 18. März aus führlich berichtet worden. Hier nur noch soviel, daß die Durchführung dieser Wahl, sowie überhaupt der Wahlen zur Ostermeffe d. I. Ihren Vorstand eingehend beschäftigte. Ueber die Ostermeß-Versammlungen in Leipzig, an der 20 Vertreter unseres Vereins teilnahmen, werden Ihnen bei dem betreffenden Punkt der heutigen Tagesordnung weitere Mitteilungen gemacht werden. Ebenso über die neue Ordnung für den Nestbuchhandel, die schon einmal Gegen stand der Beratung war. Wenn es gelingt, über diesen wichtigen Gegenstand eine Einigung zu erzielen, dann hat in der That der Kreis verein wieder Bedeutendes erreicht. — In sechs Fällen hatte der Vorstand Untersuchung zu führen in Schleuderet-Angelegenheiten; das Eingreifen des Vorstandes hatte stets das günstige Resultat, daß der Beschuldigte sofort Erklärungen gab, welche Bürgschaft boten gegen Wiederholung solcher Vorkommnisse. — Es mag der Erwägung anheimgegeben werden, ob nicht die Verhängung einer
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