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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.04.1922
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- 1922-04-27
- Erscheinungsdatum
- 27.04.1922
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Redaktioneller Teil. X° 98, 27. April 1922. »Briefe, die ihn nicht erreichten«. — Zu dieser Notiz im Börsen blatt Nr. 94 vom 22. April 1922 teilen wir noch mit, daß der Vorstand des Börscnvereins bereits in einer Eingabe vom 28. Februar das Ncichspostministerium darauf hingewiescn hat, daß nach ihm zuge- gangencn Mitteilungen seit dem Inkrafttreten der neuen Portosätze die Zahl der B r i>e f s e n d u n g e n, die ihren Bestim mungsort nicht erreichen, außerordentlich zugenommen habe. In der Vorkriegszeit gehörte der Verlust eines Brieses zu den Seltenheiten: wenn sich jetzt die Vcrlustfälle häuften, könne nur ange nommen werden, daß die hohen Portosätze zur Unehrlichkeit reizen; die Briefsendungen werden unterschlagen, um in den Besitz der aufge klebten Marken zu gelangen. Um die Unterschlagungen zu verhüten, würde es nötig sein, die Briefkastenleerungen und das Stempelgeschäft schärfer zu überwachen. Tie Berandungen der Briefkästen würden erschwert werden, wenn die Schutzmannschaft angewiesen werden könnte, besonders aus die Briefkästen zu achten. Einer Uberfüllung der Kästen, die besonders zum Diebstahl verleitet, könnte durch häufigere Leerung vorgebcugt werden. — Eine Antwort des Ncichspostministeriums ist bisher nicht eingegangen, wohl aber wurde die Oberpostdirektion Leipzig beauftragt, Ermittelungen anzustellen. Von der Post ist festgcstellt worden, daß wiederholt Kreuzbänder, hauptsächlich solche nach dem Ausland, schon mit a b g c l ö st e n Marken zur Post auf geliefert worden sind, auch wurde beobachtet, daß die mit Fran kier u n g s m a s ch i n e n anfgcklcbten Marken häufig nicht fcsthaftcn und schon vor der Abstempelung abgefallen sind; falls sich die erfolgte Frankatur aus den Vorgefundenen Marken nicht einwand frei Nachweisen läßt, müssen diese Sendungen wie unfrankierte be handelt werden. Diese Vorgänge klären allerdings noch nicht die Steigerung der Verlustfälle: sie sollten aber jeder Geschüftsleitung Veranlassung geben, die abgehcnde Post sorgfältig zu überwachen. Die neuen Postgebühren. (Vgl. Bbl. Nr. 95.) Tic Sitzung des Verkehrsbeirats im Ncichspostministerium ist am 21. April zu Ende gegangen. Der Vcrkehrsbcirat nahm den ihm vorgelegten Entwurf einer Verordnung zur Änderung der gesetzlichen Postgebühren im allge meinen unverändert an. Er regte jedoch an, die für die Postkarte im Fernverkehr vorgesehene Gebühr von 2 Mark ans 1.59 Mark herunter zusetzen, die Gebühr für die Ansichtskarte mit fünf Worten jedoch von 49 Pf. auf 50 Pf. hcvaufzusetzen. Die D r u ck s a ch e n k a r t e soll d-er Vereinfachung wegen gestrichen werden. Für die Pakete in der Nahzone wurde die Einführung einer Zwischenstufe von 5 bis 7^ kg angeregt. Es kann noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, ob die Neichspostverwaltung den Anregungen des Beirats stattgeben wird, da dieser bekanntlich nur ein Vorschlagsrecht hat. Telcgrammverkehr. — Abgekürzte Telegrammadressen werden nunmehr nicht nur in der An- oder Unterschrift, sondern auch im Text als Wörter der gewöhnlichen (offenen) Sprache gezählt, auch wenn sie Iprachwidrige Zufammcnziehungcn oder Veränderungen von Wörtern darstcllen. Die Worttaxe nach Österreich und der Tschechoslowakei ist auf 2.39 Mark, nach Ungarn auf 5.00 Mark erhöht worden. Verschärfte Postzcnsur im besetzten Nhcinland. Wie aus Mainz gemeldet wird, werden demnächst im Zusammenhang mit den angekiindigtcn neuen Maßnahmen der interalliierten Bcsatzungsbehördcn zur Sicherung der Bcsatzungstruppen auch neue verschärfte Bestim mungen über die Postüberwachung herausgcgebcn werden. Den ein zelnen Postämtern des besetzten Gebiets werden besondere Offiziere bei gegeben werden, zu deren speziellen Aufgabe es gehört, die durchlaufende Post zu kontrollieren. Der deutsche Postschcckvcrkehr hat sich 1921 sehr erfreulich ent wickelt und die ihm im deutschen Wirtschaftsleben auf dem Gebiete des Geldwesens zukommende Aufgabe erfüllt. Die Zahl der Post scheckkunden ist von 622 343 Ende 1929 um 137 487 auf 759 839 Ende 1921 gestiegen. Der Umsatz hat sich zum erstenmal seit dem Bestehen des Postschcckverkehrs auf eine Billion Mark belaufen und diesen Be trag sogar noch um rund 200 Milliarden Mark überschritten. Gegen das Vorjahr betrug er 510 Milliarden oder 75 v. H. mehr. Im bar geldlosen Zahlungsverkehr sind 999 Milliarden Mark oder 83,7 v. H. des Gesamtumsatzes beglichen worden; das Guthaben hat von 7,6 Mil liarden Mark Ende 1929 um 4,2 Milliarden auf 11,8 Milliarden Mark Ende 1921 zugenommen. bin richtiges Bild über die gewaltigen Leistungen der Postscheckämter bietet die Zahl der Buchungen, die sich im Jahre 1921 auf 428 Millionen oder werktäglich nahezu 1^. Mil lionen belaufen hat. Tic Gcsamtcinnahme aus dem Postscheckverkchr betrug 477 Millionen Mark. Zur Entlastung der Postscheckämter in Berlin und Köln sind Postscheckämter in Magdeburg und in Dort mund eingerichtet worden. Wiedereinführung fester Lieferfristen im Güterverkehr. — Das Verkchrsbureau der Handelskammer zu Berlin weist die beteiligten Verkehrskreise darauf hin, daß am 1. Mai d. I. zu den deutschen Eiscnbahngütertarifen Teil l^, Teil 18 zum Tiertarif und Personen- und Gcpäcktarif, Teil I, Nachträge erscheinen, die eine Reihe von Ände rungen und Ergänzungen der Eiscnbahnverkehrsordnung und der Tarif vorschriften sowie der Gebührensätze mit sich bringen. Besonders her vorzuheben ist die Wiedereinführung fester Lieferfristen im Gepäck-Ex portgut sowie im Güter- und Tierverkchr. Kunstausstellung. — Die F r üh j a h rs a u s st e l l un g im Graphischen Kabinett I. B. Neumann in Berlin W. 59, Kurfürstcndamm 232, wurde am 24. April für drei Wochen durch eine Ausstellung von Gemälden und Acplarellen von Ines Wctzcl unter brochen. Historische Ausstellung in Leipzig. — Zur Iahrhundrrt- tagung Deutscher Naturforscher und Ärzte am 17. bis 24. September in Leipzig veranstalten Geheimrat Prof. I)r. Sudhoff, Direktor vr. Friedrich Schulze und Direktor Prof. I)r. Kroker eine Reihe von Ausstellungen. Direktor I)r. Schulze wird im Stadtgeschicht lichen Museum das alte Leipzig von 1822 Wiedererstehen lassen, wäh rend die beiden anderen Herren zunächst den Besuchern der Gründungs- Versammlung, namentlich den Leipziger Gründern, ihre forschende Pflege angcdcihen lassen. Sie bitten die Nachkommen dieser Gründer in Leipzig um freundliche Unterstützung durch Hergabe von Bildnissen und sonstigen Erinnerungsstücken an die zu nennenden Persönlichkeiten, die bei der Direktion des Stadtgeschichtlichen Museums angcmeldet werden möchten. Geschäftsführer waren die beiden Leipziger Profes soren Christian Friedrich Schwügrichcn und Gustav Kunze, ferner Fried rich August Ludwig Thienemann, Friedrich August Benjamin Puchclt, Ludwig Wilhelm Gilbert, Friedrich Hofmeister, Karl Heinrich oder Christoph Heinrich Ploß, ferner die Leipziger Heinrich Gottlob Ludwig Neichenbach und Carl Gustav Carus, damals Professoren in Dresden. Besucht wurden damals die berühmten Leipziger Gärten- und Kunst sammlungen, über die gleichfalls anschaulicher Bericht gegeben werden soll. »Hotel cke liussie« und »Hotel 6e 8axe« waren zu jener Zeit die wichtigsten Erfrischungsstätten. Jeder Beitrag ist willkommen. Zum zweiten Male weilten die Naturforscher 1872 in Leipzig, wobei die beiden Leipziger Professoren Thicrsch und Ludwig die Geschäfte führten. Die Neuausgabe des Deutschen Buchdruck-Preistarifs wird Ende April d. I. zum Versand gelangen. Mitglieder des Deutschen Buch drucker-Vereins erhalten den Prcistarif zum Preise von 50 Mark, Nichtmitglieder zahlen 89 Mark (einschließlich Verpackung, aber aus schließlich Porto im Betrage von 4 Mark). Einzahlungen auf Post scheckkonto 4083 Leipzig. Der Deutsche Buchdrucker-Verein hat den Beginn seiner Haupt versammlung um acht Tage verschoben (siehe Bbl. Nr. 94, Seite 555). Diese findet am Donnerstag, dem 22., und gegebenenfalls Freitag, dem 23. Juni, in Braunschweig statt. Anträge sind bis 31. Mai an den Hauptvorstand einzureichen. Die von diesem bekanntgcmachten An träge bleiben bestehen. Die Bayrcuther Festspiele 1923 gesichert. (Vgl. Bbl. Nr. 87.) Wie der Werbeausschuß für die deutsche Festspielstiftung Bayreuth er klärt, haben sich zur Förderung der Wiederaufnahme der Bayrcuther Festspiele im Sommer 1923 bisher schon über 3999 »Patrone- (Zeichnung von 1090 Mark, wofür Anrecht auf vier Plätze für fcde Spielzeit zu ermäßigtem Preise gewährt wird) gemeldet, sodaß die als Mindestgarantie ins Auge gefaßte Summe von 3Millionen Mark erreicht ist. Bcsitzwechsel Wiener Zeitungen. — Wie das Wiener »Abendblatt meldete, wechselte die »Elbmühle«, in deren Verlag das »Extrablatt , die »Wiener Mittagszcitung« und die »Wiener Allgemeine Zeitung erscheinen, ihren Besitzer. Sic ging an die Berliner Ala-Gesellschaft (Auslandsanzcigengcscllschaft) über. Internationaler Schriftstellerklub. — In England hat man den ersten Schritt zur Gründung eines internationalen Klubs von Poeten. Novellisten, Essayisten unternommen. Vorsitzender des Klubs ist Gals- worthy. Neben der englischen bestehen schon eine französische Abteilung unter Anatole France, eine dänische und eine tschechoslowakische: eine belgische unter Gregoire Le Roy hat sich soeben gebildet.
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