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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.04.1922
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- 1922-04-24
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- 24.04.1922
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X° 95, 24. April 1922. Redaktioneller Teil. Es kommt ja vor allem darauf an, den Zeitungen Überhaupt ihren notwendigsten Bedarf an Druckpapier sicherzustellen. Ter Verband deutscher Zcitungsvcrleger verlangt hierzu, daß eine gewisse Min de st illen ge an Z e i t u n g s p a p i e r zu erträglichen Preisen berettgestellt wird. Man denkt sich also eine Art Umlageverfahren, wie wir es bei der Getreidewirtschaft haben. Als Maßstab der Druck- papierumlagc soll der dringendste, von einer neutralen Stelle kontrol lierte Mindestbedarf zugrunde gelegt werden. Darüber hinaus sollen die Zeitungen das Recht haben, am freien Markt zu den normalen Preisen zu kaufen. Zur Senkung der Papierpreisc fordern die Zeitungs oerleger Maßnahmen, die die Preise der notwendigsten Rohstoffe, näm lich Papierholz, Holzstoff, Zellstoff und Kohlen, sowie der Gütcrfrachten niedrig halten oder zum mindesten stabilisieren sollen. Zu der Ver billigung des Papierholzes sollen die Länder beitragen, indem sie sich verpflichten, das zur Erzeugung des Existenzminimums der Zei tungen an Papier notwendige Holz zu einem ermäßigten Preise zu liefern. Der Fehlbetrag, der den Ländern daraus entsteht, soll zu einem Teil von ihnen selbst aus den großen Gewinnen getragen werden, die ihnen das allgemeine Holzgcschäft bringt, zu einem andern Teil durch Beiträge des Reiches, die ihnen im Umlageverfahren nach der Kopfzahl der Bevölkerung zu erstatten wären. Bei Holzstoff und Zellstoff verlangt man eine Beobachtung und Kontrolle mit Hilfe der Preistrciberciverordnung. Die zur Papierherstellung notwendige Kohle soll ähnlich wie das Holz billiger beschafft werden. Endlich soll verhindert werden, daß die Frachten weiterhin den Papierpreis verteuern. Bemerkenswert ist die Feststellung, daß sich Ersparnisse an den Löhnen und Gehältern der Druckpapier erzeugenden Industrie nicht erzielen lassen. Als eine besondere Aktion ist die Erfassung der Ausfuhr- gewinne bei dem Export von Papierholz, Zellstoff, Kohle und Druckpapier mit dem Ziele gedacht, außerdem noch eine Ausgleichs kasse zur Ermäßigung des Papierpreises zu gründen. Die Ausfuhr- abgabe müßte sich auf etwa 50 bis 70 Prozent der Ausfuhrgewinne belaufen. Die Jnlandpreise dieser Rohstoffe sollen, wenn andere Mittel nicht helfen, durch Festsetzung von Höchstpreisen geregelt wer den, die sich auf den Selbstkosten d e r D r u ck p a p i e r i n d u str i e «ufbauen. Erneute Erhöhung der Postgebühren in Aussicht. — Im Neichs- postministerium begann am 20. April unter der Mitwirkung des Ver- kehrsbcirats und unter dem Vorsitz des Ncichspostministers die im Haushaltsausschuß angekündigte Durchberatung der neuen Post-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren. Tie neuen Gebühren für Briefsendungen, Pakete, Postschecke, Tele gramme und Fernsprechgebühren sollen Anfang Juni oder An fang Juli, die neuen Z e i t u n g s g e b ü h r e n erst am 1. Ok tober in Kraft treten. Nach dem dem Verkehrsbeirat vorgelegtcn Entwurf handelt es sich um folgende neue Gebührenvorlagen: Die Gebühr eines Briefes der untersten Stufe von 20 Gramm soll im Ortsverkehr auf 1 Mark herabgesetzt werden. Auch die Gebühr für Pakete von 15 bis 20 in der Nahzone wird von 30 auf 25 Mark ermäßigt. Unverändert bleiben die Gebühren für Postkarten im Ortsverkehr, für Briefe im Ortsverkehr von 20 bis 100 §, für Drucksachenkarten und Drucksachen bis zu 20 8, für Ansichtskarten mit fünf Grußworten, für Pakete von 10 bis 15 k8 in der Nahzone, für Zeitungspakcte bis 5 k8 in der Nahzone und für Postanweisungsgebühren. Die sog. Nebengebührcn bleiben bei der Er höhung gleichfalls außer Betracht. Von einer Verteuerung der Ein schreibung der Wertversicherung und der Eilbestellung wird abge sehen. Erhöht werden folgende Gebühren: für eine Postkarte im Fernverkehr auf 2 Mark, für einen Brief im Orts verkehr von 100 bis 250 8 auf 3 Mark, für einen Brief im Fern verkehr bis zu 20 8 auf 3 Mark, Uber 20 bis 100 8 auf 4 Mark, über 100 bis 250 8 auf 5 Mark, für dienstliche Aktenbriefe über 250 bis 500 8 auf 6 Mark. Für Drucksachen über 20 bis 50 8 auf 0.75 Mark, über 50 bis 100 8 auf 1.50 Mark, über.100 bis 250 8 auf 3 Mark, über 250 bis 500 8 auf 4 Mark, über 500 8 bis 1 k8 auf 5 Mark, für Ge schäft s p a p i e r e bis zu 250 8 auf 3 Mark, über 250 bis 500 8 auf 4 Mark, über 500 8 bis 1 k8 auf 5 Mark, für Warenproben bis 250 8 auf 3 Mark, über 260 bis 500 8 auf 4 Mark, über 500 8 bis auf 1 Ü8 auf 5 Mark, für M i s ch s e n d u n g e n bis 250 8 auf 3 Mark, über 250 bis 500 8 auf 4 Mark, über 500 8 bis auf 1 kg auf 5 Mark, für Päckchen bis 1 kg auf 6 Mark. Als Gebührensätze für Pakete sind vorgesehen: für Pakete in der Nahzone bis 5 kg 7 Mark, über 5 bis 10 kg 14 Mark, über 10 bis 15 kg unverändert 20 Mark, über 15 bis 20 kg 25 Mark, an statt 30 Mark, für Pakete in der Fcrnzone bis 5 kg 14 Mark, über 5 bis 10 kg 28 Mark, über 10 bis 15 kg 40 Mark, über 15 bis 20 kg 50 Mark. Das Verhältnis zwischen der Gebühr für den einfachen Jnlandbrief und für den einfachen Auslandbrief wird nach wie vor 1:2 betragen. Der einfache Auslandbrief bis 20 g kostet also künftig 0 Mark. Die gesetzlichen Postscheckgebühren sollen folgendermaßen geändert werden: für jede von der Zahlstelle eines Postscheckamts durch Überweisung auf* die Neichsbank und für rede in den Abrechnungs stellen beglichene Auszahlung ein Fünftel v. T. des Schcckbetrags, für jede Barauszahlung durch die Zahlstelle eines Postscheckamtes, sowie für Übersendung des Schecks durch das Postscheckamt an eine Postanstalt und für die weitere Behandlung des Schecks bei dieser eins v. T. des Scheckbetrags. Die Gebühren für Auszahlungen werden auf volle 10 Pf. abgerundet. Die gesetzlichen T e l e g r a m m g e b ü h r e n sollen bei gewöhn lichen Telegrammen auf alle Entfernungen 1.50 Mark für jedes Wort, mindestens 15 Mark betragen, im Ortsverkehr jedoch 1 Mark für jedes Wort, mindestens 10 Mark, bei Preßtelegrammen wie bisher die Hälfte dieser Gebühren. Die N o h r p o st g c b ü h r e n im Ortsverkehr werden um je 50 Pf. ermäßigt und sollen betragen bei Postkarten 4 Mark, bei Briefen 5 Mark, im Fernverkehr bei Postkarten 6 Mark, bei Briefen 7 Mark. Die in den §8 3, 4 und 8 des Fernsprechgebllhren- gesetz es bestimmten Gebührensätze sollen um 160 Prozent statt wie bisher um 80 Prozent erhöht werden. Die, Verhandlungen mit dem Vcrkehrsbeirat über die Gestaltung aller Gebührensätze dauern fort. Die dann beschlossenen Gebühren unterliegen später noch der Zustim mung des Neichsrats und des Reichstags. Die deutsche Mark als holländisches Zahlungsmittel. — Der in Rotterdam erscheinende klieuvvs liotwrckamselie Oourant enthält fol gendes Inserat eines Warenhauses: »Sie wollen nach Deutschland reisen? Nicht nötig! Wir sind dort schon vor Ihnen gewesen. Bei dem niedrigen Stande der deut schen Mark ist es uns gelungen, für zirka 10 Millionen Mark Waren einzukaufeu, doch sind wir noch nicht wieder mit Mark eingedeckt. Um unsere verehrliche Kundschaft von dieser Gelegenheit profitieren zu lassen, werden wir diese Waren gegen deutsche Mark verkaufen und das holländisch« Geld zum Tageskurs der Mark berechnen. Sie können diese Woche also mit Mark zahlen.« Diese Auslassung beweist, in welch ungeheuren Beträgen die deutsche Mark im Auslande zirkuliert. Wenn ein holländisches Warenhaus ohne weiteres jedermann einladen kann, in Mark zu zahlen, so ist dafür die notwendige Voraussetzung, daß sich die Reichsmark im Aus lande in jedermanns Hand, selbst in der der kleinen Leute befinde!. Das ist tatsächlich der Fall, und zwar nicht nur bei den valutastarken Nachbarländern Deutschlands, sondern überall in der Welt gibt es heute eine außerordentliche Zahl von Leuten, die in deutscher Mark spekuliert und dadurch natürlich von vornherein zu Gegnern der Konsolidierung und damit Gesundung des deutschen Wirtschafts lebens wird. Ausstellung okkultistischer Literatur. — Mitte Mai wird die Berliner Firma Neuß L Pollack in ihren Ausstellungsräumen eine Ausstellung okkultistischer Literatur veranstalten, zu deren Be schickung sie den Verlagsbuchhandel einladet. Die Leitung der Aus stellung liegt in den Händen des Herrn I)r. Richard Baerwald. Näheres siehe in dem Inserat Nr. 93, S. 4667. Deutschland und Ehiua. Für die gegenwärtige Schätzung des Verhältnisses von China und Deutschland ist bezeichnend ein Brief, den der Präsident de? Neichsuniversität Peking, I. B. Tsai, über die Schrift Professor Rudolf Euckens über »Das Lebensproblem in China und in Europa« soeben an den Verfasser schrieb. Präsident Tsai sagt folgendes: »Ich halte es für ein historisches Ereignis, daß nun dieses wichtige, bisher von den Gelehrten noch sehr vernachlässigte Problem von einem Philosophen zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht wird, und ich bin überzeugt, daß cs viel dazu beitragen wird, das richtige Verständnis für die chinesische Kultur in Europa zu verbreiten. Ihre Schrift bildet auch eine wirksame Anregung für chinesische Gelehrte, ihre Methode nach dem Vorbild der modernen Wissenschaft zu vervollkommnen«. Im Anschluß daran sei erwähnt, daß die Monatsschrift des Eucken- bnndes nachdrücklich und wiederholt darauf hinweist, daß in Deutsch land weit mehr geschehen müßte, um die außerordentlich wichtigen Be ziehungen zu China zu entwickeln und zu vertiefen. — vr. F. Otte in Eisenach, früher in Jena, hat einen Ruf nach der chinesischen Neichs universität Peking erhalten, um dort die Nationalökonomie zu ver treten. 563
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