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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.04.1892
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1892-04-21
- Erscheinungsdatum
- 21.04.1892
- Sprache
- Deutsch
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23V8 Nichtamtlicher Teil. 91, 21. April 1892. bücher zurückzunehmcn, falls sich die Herren Kollegen vom Sortiment noch im Lause des September oder Anfang Oktober wegen der Rückgabe mit mir in Verbindung setzen, und eine Emigung über die Bedingungen der Rückgabe oder des Umtausches gegen andere Bücher meines Verlages erzielt worden ist. Selbstverständlich bin ich nicht in der Lage alles zurückzunehmcn, was mir da oft zugcmutet wird; ich werde aber meinen Herren Geschäfts freunden thunlichst cntgegenkommcn, wie das bisher schon oft jenen geehrten Firmen gegenüber geschah, die mir zu der erwähnten Zeit ein Verzeichnis der ihnen übrig gebliebenen Artikel schickten, und hierbei wurde besonders aus jene Firmen Rücksicht genommen, von denen mir bekannt ist, daß sic sich auch für den Absatz meiner anderen Verlags - artikel bemühen. Selbstverständlich kann durch dieses Entgegenkommen den Verlusten, die durch zu große Bestellungen entstehen, nicht ganz vorgebeugt werden; die ärgerlichsten und empfindlichsten Ver luste bilden in der Regel liegen gebliebene Exemplare jener Auflagen, die durch das Erscheinen einer neuen Auflage sowohl für den Sortimenter als für den Verleger nicht mehr verkäuflich sind. Daß bei der Ausschließung älterer Auflagen von seiten mancher Anstalten in der kleinlichsten Weise vorgcgangcn wird, dafür liegen mir sehr viele Beweise vor. Eines besonderen eklatanten Falles erinnere ich mich, wo selbst jene Auflagen von der Direktion nicht gestattet wurden, von denen bloß ein unveränderter Neudruck erschienen war. Ich glaube, daß die hohe k. k. Unterrichtsvcrwaltung die mutwillige Ausschließung solcher Auflagen, die durch unveränderte Abdrücke oder auch nur durch geringfügig veränderte Auflagen überholt wurden, nicht gutheißt. Dafür spricht auch der Schlutzpassus des schon einmal citierten Ministerialerlasses vom 17. März 1892, Zahl 5754, worin cs ausdrück lich heißt: »Da das nachfolgende Verzeichnis nur die letzten Auflagen der approbierten Lehrtcxte und Lehrmittel enthält, so haben die Lehr körper bei Bestimmung und Vorlesung der in jedem Schuljahr zur Verwendung kommenden Lehrbücher und Lehrmittel auch jene älteren Auflagen anzugebcn, welche neben der neuen Auflage von den Schülern in der Schule gebraucht werden dürfen.» Die meisten Auflagen werden aber approbiert, ohne dabei die älteren Auflagen auszuschließen, so daß diese stets neben den neuen weiter gebraucht werden können. Die Fälle der Approbation mit Ausschluß der früheren Auslagen kommen höchst selten vor. Ich bin daher überzeugt, daß die Unterrichtsvcrwaltung die nicht angcordnetc und daher unnötige Ausschließung älterer Auflagen nicht wünscht, denn sobald die Untcirichtsvcrwaltung znr Erkenntnis gelangt, daß der Gebrauch verschiedenartiger Auslagen nebeneinander nicht mehr ratsam ist, so ordnet sie stets an, daß neben der neuen Auslage die vorangegangenen nicht mehr gebraucht werden dürfen. Durch geeignete Schritte der Sortimcntsbuchhändler wäre also dahin zu wirken, daß die Anstaltsdircktioncn und Lehrkörper von den hohen k. k. Schulbehörden verhalten werden, mit etwas mehr Liberalität vor- zugehcn und den Gebrauch verschiedener Auslagen nebeneinander thun lichst zu gestatten; gelingt es uns, in dieser Beziehung etwas zu er reichen, so würden Sortimenter sowohl als Verleger in der Lage sein, große Vorräte von Schulbüchern zu verkaufen, die jetzt unverkäuflich daliegcn. Hierbei will ich aber nicht unerwähnt lassen, daß alsdann der Handel gebrauchter Schulbücher von Berufenen und Unberufenen einen lebhaften Aufschwung nehmen dürfte. Immerhin aber wäre cs durch geeignete Schritte der Sortiments buchhändler wohl möglich, die bisherigen Verluste beim Schulbücher- geschäst auf ein ganz unbedeutendes Maß zu vermindern oder sie ganz auszuschließen. Die Herren Kollegen vom Sortiment müßten dazu die nötigen Schritte selbst thun, indem sic in einer Eingabe an das Ministerium für Kultus und Unterricht ihre schwierige Lage, aber ohne jede Ueberlrcibung, genau der Wahrheit entsprechend, darlcgcn und die Bitte stellen, es möge noch schärfer als bisher angeordnet werden, daß neue Auflagen mit geringen Acndcrungcn den Gebrauch der vorhergehenden, oder der beiden vorhergehenden Auflagen nicht ausschlicßcn, und daß unveränderte Auflagen stets miteinander gebraucht werden dürfen. Die Gewährung dieser Bitte würde Verluste durch alte Auflagen fast ganz ausschlicßcn Prag, 13. April 1892. Georg Freytag, in Firma F. Tcmpsky.» Vermischtes. Urheberschutz in Nordamerika. — Der Austausch der Rati fikations-Urkunden zu dem am 15 Januar d. I. zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika abgeschlossenen Litterar- ablommen hat am Freitag den 15. d. M. in Washington stattgcsunden; gleichzeitig hat der Präsident der Vereinigten Staaten die im ameri kanischen Gesetz vorgeschriebenc Proklamation erlassen, durch welche der Schutz der Copyright Act aus deutsche Reichsangchörige ausge dehnt wird. Patent-, Muster- und Markenschutz — Das Ucbcreln- kommcn über gegenseitigen Patent-, Muster- und Markenschutz zwischen Deutschland und der Schweiz wurde am 13. d. Mts in Berlin unterzeichnet. Handclskammerbcricht. — Nach dem neuen Jahresbericht der Stuttgarter Handelskammer hat der dortige Vcrlagsbuchhandel durch den letzten Buchdruckerausstand keinen so großen Ausfall erlitten, wie man anfangs besürchtet hatte; er brachte zwar eine empfindliche Stockung der Produktion, namentlich der Fortführung einer Reihe angcfangener Werke, schränkte aber anderseits auch die im Buchhandel sehr bemerkte Ilcbcrproduktion erheblich ein Zudem waren die für den Wcihnachts- markt bestimmten Verlagswcrke noch rechtzeitig vor Ausbruch des Streiks fertig gestellt worden. Statt eines zu erwartenden Rückgangs erreichte die Erzeugung des Jahres 1891 die höchste bisher erreichte Ziffer. Stuttgarts Büchervcrsand erreichte (ohne die unkontrollierbare Postversendung) im Jahre 1891 die noch nicht dagewesenc Höhe von 4 Mill. Icx (3 917 130) gegen 3^ Mill. im Vorjahr. Mehr als drei Viertel — 3 120 520 1-^ — gingen nach Leipzig. Allerdings herrschten billigere Werke vor. Zum Plan einer Weltausstellung in Berlin. — Die Frage der Veranstaltung einer großen Ausstellung in Berlin kommt mehr und mehr in Fluß. Nachdem sich der Deutsche Handclstag Anfang dieses Jahres für eine internationale Weltausstellung ausgesprochen, der Reichs kanzler Graf Caprivi dem Handelstagc die Unterstützung des Reiches zugesagt hat, falls die maßgebenden Faktoren ihre Bereitwilligkeit er klären, das Werk zu fördern, hat nun vor einigen Tagen auch die gemischte Deputation der dortigen Stadtbchördcn darüber ver handelt. Die Angelegenheit wurde nach allen Richtungen aus führlich erörtert, und einstimmig war man der Meinung, daß allein eine internationale Ausstellung in Berlin abgchalten werden und von einer deutschen oder deutsch-österreichischen Ausstellung abgesehen werden müsse, lieber die Platzsragc, die Frage der Garantie, die Zeit der Aus stellung solle mit dem Handelstage konferiert werden, weil derselbe in erster Reihe als die berufene Instanz betrachtet wurde, die Ausstellung ins Leben zu rufen. Reich und Stadt würden ihre Hilfe nicht ver sagen und sicherlich mit allen Kräften für die Lösung der Aufgabe ein- treten. Schließlich einigte man sich mit allen gegen eine Stimme zu folgender Resolution; «Die Gemeindebehörden werden ersucht, folgenden Beschluß zu fassen: -Magistrat und Stadtverordneten-Versammlung begrüßen das Projekt einer Weltausstellung in Berlin mit großer Sympathie und erklären sich bereit, das Unternehmen thatkräsng zu unterstützen. Von diesem Beschlüsse ist dem Präsidium des deutschen Handelstags Mitteilung zu machen.»» Ausstellung von Kolportagewerken. — Mit der am 18. u. 19. Juli d. I. in Berlin (Dräsel's Fcstsäle, Neue Friedlichste 35) statt- findcnden Generalversammlung des Ccntralvcreins Deutscher Kolportage- buchhändlcr wird eine Ausstellung von Buch- und Kunstwerken, die sich zum Kolportagevertricb eignen, verbunden sein. Ferner ist für diese Tage die Einrichtung einer Ausstellungsbörse geplant, die dem Zwecke der Vermittelung von Kaufgeschäften dienen soll. Für den ersten Quadratmeter Ausstellu igsflächc wird 10 berechnet, für jeden weiteren Quadratmeter 7 -F 50 <^. Alle Nebenspcsen trägt die Ausstellungs- lcitung. Anmeldungen sind bis 1. Juni d. I. bei Herrn- Carl Bontemps, Berlin 0., Andreasstr. 78a zu bewirken. Einsendung der Ausstellungsgegenstände bis 9. Juli franko Bahnhof Berlin oder mit Post an die gleiche Adresse. Deutscher Zeichner-Verband. — Am zweiten Ostcrfeicrtage erfolgte, gefördert durch das Eintreten des Berliner Musterzeichner- Verbandes, des Vogtländisch-Thüringischen Zeichner-Verbandes, des Leipziger Zeichner-Vereins und des Zeichner-Vereins für Breslau und Schlesien, in Leipzig die Begründung eines Deutschen Zeichner- Verbandes mit dem Sitz in Leipzig. Als Vcrbandsdircktor wurde Herr Zeichenlehrer und Musterzeichner Hirth-Lcipzig. als zweiter Vor sitzender Herr Alsr. Hofmann-Chemnitz, als Geschäftsführer Herr Re dakteur Georg Reinhard-Leipzig gewählt. Mit der Versammlung war eine Ausstellung hervorragender Hilfsmittel für die Zeichnerei verbunden worden, an welcher sich eine Reihe hervorragender Firmen beteiligt hatte, so u. a. Gerlach L Schenk (Verlag für Kunst und Gewerbe), Wien, mit Vorlagcnsammlungen; die Buchhandlungen Adolf Weigel, Leipzig, Karl W. Hierscmann, Leipzig, mit ornamentalen Vorlagenwerkcn für das Kunstgcwcrbe; E. Twictmcyer's Verlag, Leipzig, u. a.
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