Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.03.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-03-30
- Erscheinungsdatum
- 30.03.1922
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19220330
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192203307
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19220330
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1922
- Monat1922-03
- Tag1922-03-30
- Monat1922-03
- Jahr1922
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Redaktioneller Teil. Buchhändlerverband Hannover-Braunschwetg (E. V.). Der Buchhändlerverband Hannover-Brau n- schweig richtet namens seiner Mitglieder an den Verlag die Bitte, von dem bewährten Gebrauch, Rechnungsauszüge über die erfolgten Lieferungen an das Sortiment zu verschicken, nicht abzngehen. Eine Einstellung der Erteilung von Rechnungs auszügen, die grundsätzlich nach der Verkchrsordnnng dem Ver lage zusällt, würde zu keiner Ersparnis, sondern zu zeitraubendem und kostspieligem Briefwechsel führen. Der Vorstand des Buchhändlerverbandes Hannover-Braunschweig: Delbanc o, Lüneburg, Kallineyer, Wolfenbüttel, Ehrich, Hameln, Mierzinsky, Hannover, F « esche, Hannover, Neber, Göttingen, Gude, Hildesheim, Reichel, Braunschweig, Schmort, Hannover, Stuttgarter Briefe. Der alte und der neue Nesenbächler, — Cotta Uttd der Kronprinz, — Berleger-Wcitherzigkcit, -- Der sortgcslogenc Sperling, - Tic Stutt garter Messen, - Ter Bahnhojsturm als Bergmigungsetadltjsemcnt, Dtc alten und die neuen Bücherktüiser, — Zwei anssehcnerrcgende Kundgebungen aus Stuttgart: Die Bücher sind zu billig, und: Der Ladenpreis soll fretgegeben werden, — Englisch oder Französisch? Es dürfte wohl angebracht sein, nach längerer Unterbrechung die Stuttgarter Briese wieder aufzunehmen, denn Stuttgart ist doch als Verleger- und Buchhändlcrstadt zu bedeutend, als daß es nicht ebenso wie Leipzig, Berlin und Wien durch Briefe im Börsenblatt vertreten sein sollte. Wichtige Ereignisse werden zwar in der Regel in besonderen Artikeln behandelt, aber es bleibt doch auch für die in größeren Abständen erscheinenden Briese noch manches zu berücksichtigen. Vor allem sollen sie aber auch Stimmungsbilder sein, in denen sich aktuelle Ereignisse widerspiegeln, und vor allem auch wegen ihrer ungezwungenen Form Gelegenheit biete», sich über wichtigere und über kleinere Dinge frei auszusprechen. Nachdem nun der verdiente »alte Nesenbächler«, der lange Jahre die Ereignisse der Stuttgarter Bllcherstadt mit seinen stets gern gelesenen Randglossen versehen hat, sich zur Ruhe gesetzt hat, mag es einer neuen Kraft gestattet sein, von Zeit zu Zeit einen Bericht aus der schwäbischen Haupt stadt zu erstatten, — Auch der Schreiber dieser Zeilen wird sich bemühen, ganz objektiv zu bleiben, und er gedenkt dabei niemand die Verantwortung für seine unmaßgeblichen Ansichten zuzu schieben. Kaum hat sich die Hochflut des »dritten Bandes«, des vor seinem Erscheinen fast sagenhaft gewordenen dritten Ban des der Bismarckschen Erinnerungen, verlaufen, da wird schon wieder bei Cotta etwas Sensationelles angekündigt: Die E r - inn erringen des ehemaligen Deutschen Kron prinzen. Nun weiß man natürlich noch nicht, ob überhaupt viel Bemerkenswertes darin stehen wird, aber es gibt gewisse Leute, die finden schon etwas Pikantes darin, daß das Buch über haupt bei Cotta erscheint. Erst hat der Vater jahrelang mit die sem einen Prozeß geführt, und nun gibt der Sohn ihm sein eigenes Buch in Verlag, Vielleicht wird der Kaiser selbst auch noch Cotta zu seinem Verleger wählen, meinen boshafte Leute, Aber weshalb soll Cotta die Erinnerungen des Kronprinzen nicht verlegen? Wenn sie gedruckt zu werden verdienen — und das ist ja wohl anzunehmen —, so kann kein Mensch es ihm ver übeln, Im Ausland haben die großen Verlagshäuser sich längst daran gewöhnt, vielseitig zu sein und Bücher der verschiedensten Richtungen zu bringen. So hat Calmann-Lsvy in Paris Katholi ken, Protestanten, Juden, Mohammedaner und wahrscheinlich auch noch einige andere Bekenntnisse unter seinen Autoren, und speziell unter den französischen gibt es Liberale und Orthodoxe, Frei sinnige und Hochkonservative, wenn ich nicht irre, sogar Anti semiten, Für Calmann-Lsvy ist es nur maßgebend, ob ein Buch wert ist, herausgegeden zu werden und ob es Erfolg verspricht. Es würde ihm nicht cinfallen, eine Zensur am Inhalt auszu üben, Soweit es sich nicht um einen ausgesprochenen Partei verlag handelt, braucht ein Verleger nicht ängstlich Rücksicht auf allerlei kleine Dinge zu nehmen. Der Verlag von Fleische! L Co, in Berlin, der kürzlich zur Deutschen Verlags-Anstalt nach Stuttgart gekommen ist, hat dies auch nie getan. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder- andere Leser des ergötzlichen Zwischenfalls, wo eine große rhei nische Zeitung die Schriftstellerin Nanny Lambrecht die »christ liche Clara Viebig« genannt halte, worauf die beiden Schrift stellerinnen sich öffentlich in die Haare gerieten und sich etwas unsanft zerzausten. Das verhinderte den Inhaber des Fleischel- schen Verlages, der bekanntlich der Gemahl der Clara Viebig ist, nicht, auch die Nanny Lambrecht für seinen Verlag zu gewinnen, als sie noch Wege ging, die nach aufwärts zu führen schienen. Als sie sich später aus eine sensationelle Richtung verlegte, die für den Verlag von Fleische! nicht mehr in Betracht kam, löste sich das Verhältnis wieder, Cotta hat vieles im Verlag, was man früher bei einem Ver leger von Schiller und Goethe nicht gesucht hätte. Aber von den Klassikern allein konnte er nicht mehr leben, zumal da in den achtziger und neunziger Jahren ihr Kurs recht tief stand. So er warb er den Lchmannschen Verlag in Berlin, wodurch er Suder- mann und andere in sein Haus cinführte. Das geschah Wohl nicht darum, um den Naturalismus als solchen zu unterstützen, als vielmehr um in seinem Verlag auch eine Richtung vertreten zu sehen, die damals die einzige war, die Aussicht auf Erfolg hatte und ihm auch tatsächlich große geschäftliche Erfolge gebracht hat. Einen Verlust hat Stuttgart insofern zu verzeichnen, als der Krönersche Verlag nach dem Tode seines Chefs aus per sönlichen Gründen wieder nach Leipzig zurückgckehrt ist. Schon vorher war auch der »Sperling« fortgeflogen, der Sperling, das altberühmtc Zeitschristeu-Adreßbuch, das gerade vor seinem 5l>, Jahrgang in den Besitz des Börsenvereins überging und nun als Jubilänmsjahrgang im Herbst zum erstcnmale in Leipzig er scheinen wird. 401
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder