2804 Mrl-nblaU I. d. Dtlchn. «>M<«bkI. Fertige Bücher. >-! 60, li, März 1922. LkOPOLV 2IL6L.kK V^ine Oestalt wie die Leopold 2ieglers*) läüt den Olauben hoffnungsvoll erscheinen, daL inmitten 6er 2!ersetrung Kräfte lebendig sind, die wieder ballen und hinten. Von -Aufgaben, die er höchst eigenartig und rcirvoll sich selher stellte, Icam Siegler mehr und mehr ru solchen, die ihm rlie 2eit au stellen schien. Von so ungemein schwierigen, tief sinnigen Untersuchungen wie etwa die üher das Weltbild Startmanns erhöh er sich TU 6en nach Vn und Rang nicht nur von seinen eigenen früheren, sondern im ganaen Dm- lcreis des heutigen Lcbrikttums abseits stehenden letrten XX erlsen, dem „Oestaltwanclel 6er Oötter" un6 6em „Lwigen Luddho". Nichts ist von 6er früheren lieie, Lchärfe un6 XVissenschattlichheit 6es Oeistes verlorengegangen, aher Unendliches ist Hinaugewonnen. Was 6as sei, läLt sich in 6er Kürae sehr schwer sagen. Vielleicht ist es 6ies, daL ein cnsch hier spricht, daL hier einer mit 6em Linsata seiner ganren blenschlichlceit mit 6en kragen 6er -Menschheit ringt; daL einer 6snach jagt, 6ss au ergreifen, wovon er im tiefsten ergriffen worcien ist- daL in 6iesen Leiten 6ie Lpannung 6es Ringenden gleichwie 6as Olüclc 6essen, 6er ausgerungen hat, mitschwingt. Das entrüclct sie allen nur wissen schaftlichen Arbeiten, 6as dringt sie in 6ie blähe 6er werbe von Dichtern un6 Prophe ten. blicht um 6er Wissenschaft willen — wennschon mit immer wiecler erstaunlich tiefer, sicherer XVissenschaftlichl-eit! — sin6 6iese Löcher geschriehen, sonclern um eines unend- lich vertieften inneren I.ehens willen, blicht 6er forscher un6 Oelehrte spricht hier, son6ern einer mit 6em abgrüncligen Oefüb! 6er Verpüichtetheit vor ewigen Mächten - 6er Homo religiosus. Drü 6iese letalen Löcher sich mit Religiösem befassen, ist nicht 6as wesentliche. Das unerhört /Ingreifencle un6 8e6eutungsvolle vielmehr ist, 6a6 sie aus Religiosität stammen uncl mit jedem Oestus 6avon Zeugnis ahlegen. Lben 6ieses stempelt 6iese Löcher au sprachlichen Lchöpfungen. blicht 6a6 sie irgen6einer ,-Vrt o6er ^bart „Oeist" gleiLnerisch 6ienten — »her 6em (leiste, 6em wahren un6 Lewahren6en, wollen sie cur wirlclicblceit verhelfen. Ond 6ie Lrlcenntnis ist hier lat gewor6en, 6aL 6er Oeist nur lebendig wirci, wo 6as Wort fleisch, 6. i. Iehen6igtönen6e Oestalt, wir6. wie Leopold Siegler im Lu66ho-Luch 6ie seltsame blöglichlceit vorscbwebt, 6ie 8tatue vom Loro-8u6ur gleichsam aus ihrer bildhaften in eine worthafte Oestalt umausetaen, so wird ihm tatsächlich unter seinen fländen jeder 8tolk aur Oestalt. Der 8tolf aber, den diese letaten Löcher formen, ist der in seiner jetzigen wirbliclilceit awsr immer noch wirreste und erbärmlichste, in seinen blöglichlceiten aber höchste und edelste- der bfenscb. Der göttliche blensch als der Lrbe aller gewesenen Oötter, der bfenscb, dem die erschütternde Aufgabe auf die Lchulter gelegt wird, sich selbst au vergöttlichen und den gottlosen Kosmos wieder göttlich au ründen. 8tellt das letrte Kapitel des Oestaltwandel der Oötter das höchste 2iel einer Religion ohne Oott, einer Religion der bfenscb- und Weltvergöttlichung auf, so aeigt uns das Luch vom Lwigen Luddho den uralt-neuen weg dahin. Ober unsere 2eit aber schreiben diese beiden Löcher die tröstenden und verpflich tenden Worte- Opfer und Wiedergeburt! Rinascimentum . . . orio RflOttl VfRL.4,0 '