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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.08.1893
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1893-08-21
- Erscheinungsdatum
- 21.08.1893
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Saxonica
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>326731 Deutsche Sprichbncfc von Prof. Oe. Daniel Sanders 10. Äufiage Ein Kurses in 20 Bricscu zu je 10—24 Seiten Nebst besonderen Gratisbeilagen und einem umfassenden alphabetischen Inhaltsverzeichnis — 662 Seiten gr. 8° — (Mit Ausnahme von Brief t, der in beliebiger Anzahl :r cond. zur Verfügung steht, nur komplett und nur darf Preis 20 ^ ord., 15 netto. Auszug aus dem Prospekt zu den Deutschen Sprachbriefe n: „Deutsche Sprachbriefe für Deutsche? Was sollen denn diese nutzen? Unsere Mutter sprache verstehen wir ja! Mit dem, was wir da von wissen, kommen wir durchs Leben, — und weiter brauchen wir eben nicht zu kommen", — so ungefähr wird mancher sprechen, wenn er obigen Titel liest. Ja wohl, wer so spricht, hat recht. Aber doch nur gewissermaßen, beinahe. Denn einige Unbequemlichkeiten — das müssen wir zugeben, sobald wir die Sache ordentlich überlegen — hat es doch, wenn wir im Gebrauche unserer Muttersprache nicht recht taktfest sind Sei z B. der beste Mensch von der Welt, tüchtig im Berufe, gesund, wohlhabend, — sei gegen jedermann liebreich und entgegen kommend, besitze alle Vorzüge, die ein Mensch haben kann, nur nicht den richtigen Gebrauch deiner Muttersprache — und man wird, ver kehrst du in gebildeter Gesellschaft, mit einem „Schade, recht schade!" die Achseln hinter dir zucken. Kleide dich wie ein Gentleman: du wirst als solcher nur so lange gelten, als du den Mund nicht aufthust, — sofern es mit dem Deutschen bei dir hapert. Sei der treueste, liebreichste Gatte, trage deine Lebensgefährtin auf Händen: muß diese in Gesellschaft vor deinem Deutsch erröten, — so fehlt viel, sehr viel am Glücke deines Hauses! Seid der edelste Vater, die treueste D!mtter: könnt ihr euren Kindern nicht auch im Gebrauche der „Mutter"<! !)-Sprache ein Vor bild sein — so hat das Bild des Vaters, der Mutter im Auge der Kinder doch eine matte Stelle. Sei ein Aufstrebender im besten Sinne des Wortes, suche durch eigene Kraft empor zukommen: gelingt dir dies ohne genügende Kenntnis der deutschen Sprache, so bist du ein Wunderkind — und doch keins; denn oben an gekommen, wirst du immer fremd bleiben jenen Kreisen, die sich nur der Bildung erschließen. Kurz, ohne die Fähigkeit, seine Muttersprache richtig und gut zu gebrauchen, ist der Reiche ein geistiger Proletarier, der Würdige oft lächerlich, der sonst Geachtete oft bemitleidet, der Emporstrebende behindert, — der Empor gelangte außer stände, sich oben zu halten! Wer sich selbst achtet und von andern ge achtet sein will, sieht der nicht auf sein Äußeres, häit der nicht aus einen gut sitzenden, sauberen Anzug? Wie wäre es, wenn wir einmal auch dasjenige ebenso beachteten, womit wir unfern inneren Menschen zur äußeren Erscheinung bringen, unsere Sprache? Sollte unser Kleid mehr Beachtung verdienen, als das köstlichste Gut des Menschen, die Sprache??? Nein! Das glauben wir nicht. Das hat auch Daniel Sanders nicht geglaubt. Darum hat dieser Gelehrte sich bereit finden lassen, seinen Landsleuten die „Deutschen Sprachbriefe" zu schreiben. „Wer ist aber Daniel Sanders?" So kann wohl nur der fragen, dem die neueren Errungenschaften der deutschen Sprach wissenschaft ganz unbekannt geblieben sind. Dieser Gelehrte ist nicht mehr und weniger als die erste zeitgenössische Autorität im Be reiche deutschen Sprachwisscns; cs ist der Mann, der dem deutschen Volke das grüßte Wörterbuch geschrieben hat, welches wir voll ständig besitzen.*» Ei» solcher Mann, lieber Leser, der Meister in Pflege und Kunde des Deutschen, tritt heute an dich heran, dir die Hand bietend, dir sagend: „Freund, vertraue dich meiner Führung an. Ich bringe dir das Forschen und Streben eines ganzen Lebens entgegen; ich werde mit dir deutsch, d. h. verständlich sprechen — nicht im Stile eines trockenen Grammatikers, sondern wie ein unterhaltender, belehrender Genosse. Unter meiner Führung wirst du nicht bloß Herr deiner Muttersprache werden, — du wirst auch schärfer und schneller denken lerne» und dann ein bedeutenderer Mensch sein, als du vorher warst. Keine gelehrte Bildung ist es, die ich in dir voraussetze, — nur ernstliches Wollen und das Vermögen, deutsche Druckschrift zu lesen." *) Von dem großen Sanders'schcn Wör- terbuch erwarb dieser Tage bekanntlich das Vi-Ititili Slaaeui» das sogenannte Hand- Exemplar des AutorS, das derselbe im Vcr- laufe von circa :>0 Jahren mit handschrift lichen Ergänzungen verfehcn hat. Wörterbuch der HauMmmglreitkil in der deutschen Sprache von Prof. i)r. Daniel Sanders 22. Aussage — 430 Seiten, gr. 8« — Preis: 4 ^ ord., 3 ^ no., 2 70 -Z bar; gebunden 4 .F 50 H ord., 3 ^ 10 H bar. Auszug aus dem Borwort zu Sanders' Kauptfchivierigkeiten: „Es gicbt im Deutschen, wie in jeder noch in lebendiger Fortentwickelung begriffenen Sprache, unberührt von den allgemein anerkannten Regeln, eine nicht geringe Anzahl von Fälle», in denen sich der Sprachgebrauch noch nicht zweifellos fest gestellt hat und in denen das Schwanken selbst bei Schriftstellern eine Unsicherheit erzeugt. Diese Zweifelfälle sind nicht bloß zahlreicher, sondern es ist auch die Unsicherheit in denselben größer, als man im allgemeinen glaubt und anerkennt. Um sich hiervon zu überzeugen und die verschiedenen Ansichten aufeinander Platzen zu sehen, versuche man es nur einmal und werfe in eine Gesellschaft Gebildeter plötzlich Fragen über derartige Zweifelfälle hinein, wie wir beispielsweise deren einige folgen lassen: Heißt cs richtig: „Wir Deutsche" oder: „Wir Deutschen"? Ist es sprachrichiiger, zu sagen: „Eine Summe von 100 Thalern" oder: „von 100 Thaler"? Welche Form ist korrekter: „Zeichenunter richt" oder: „Zeichnenunterricht"? Wie heißt zu Zauberer das Femininum: „Zaubrerin" oder „Zauberin"? Heißt es: „Das ist ein neues Blatt in seinem" oder „in seinen Lorbeerkranz"? Muß man sagen „Laß dieses Büchlein dein oder deinen Freund und Ratgeber sein"? u. ä. m. In derartigen Zweifelfällen und überall da, wo für gebildete Deutsche in dem Gebrauch ihrer Muttersprache sich grammatische Schwierigkeiten Herausstellen, soll das vorliegende Buch schnelle und sichre Auskunft erteilen rc." Wir bitten Ihr Lager durch beide Werke zu ergänzen; Nichtabgesetztes tauschen wir jederzeit uni. Unverlangt nichts. Hochachtungsvoll vauftenschcidt'sche Berlagsbuchh. (Prof. G. Langenscheidt).
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