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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.02.1922
- Strukturtyp
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- 1922-02-20
- Erscheinungsdatum
- 20.02.1922
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Xr 43, 20. Februar 1922. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. v«rs-»»I-1I ,. d. «U«,.»d,u an einen Dritten ein Rechtsvorgang, der lediglich nach den Beziehun gen zwischen der offenen Handelsgesellschaft als solcher und dem Dritten zu beurteilen, also, da zwischen sener und diesem ein BerwaubtschastS- vcrhältnis nicht bestehen kann, mit dem siir Ntchtverwandte geltenden Steuersatz zu besteuern ist. iUrteil des Reichssinanzhoses vom 28. Ok tober 1921, I» ä 101/21.) Kapitalcrtragstcuerpslicht der Zinsen, die einem Beamten slir das aus sein Konto bei einer Sparkasse oder Bank überwiesene Gehalt vergütet werden. — Siegen die Kapitalertragsteuerpslicht der Zinsen aus den Sparkasseukonten, die aus der Überweisung von Gchalts- bezügen eines Beamten gebildet sind, war geltend gemacht, das, bei dem einer Bank oder Sparkasse überwiesenen Gehalte die Hingabe aus Kapitalvermögen sehle. Den» derartige Gehaltszahlungen könn ten, selbst wenn sie bei einer Bank oder Sparkasse angelegt würden, nicht zum Kapitalvermögen im Sinne des Kapitalertragsteuerges-tzes gerechnet iverdcn. Das Gehalt sei und bleibe Einkommen, und damit entsalle die Anwendung des Kapitalcrtragstcuergesetzcs. Diele Aus lassung ist nicht begründet. Im Z 2 des KapitalertragstcnergcsetzeS sind die der Besteuerung unterliegenden Kapitalerträge erschöpfend ausgezählt und begrisslich im Abs. 1 Zisser 1 dahin bestimmt, daß stenerpslichtig sind die Erträge ans (inländischen) Kapitalanlagen. Eine Kapitalanlage in diesem Sinne liegt dann vor, wenn in der Eigenschaft als Gläubiger der Eigentümer von Kapital dieses einem Dritten als Schuldner zur Nutzung überläßt und von diesem siir die tlberlassung ein Entgelt, d. h. den Ertrag (Früchte im Sinne des K 9g des Bürgerlichen Gesetzbuchs) erhält. Die Steuer knüpft lediglich an den Ertrag solcher Kapitalanlagen an, und eS kommt bei ihr als einer reinen Obsektsteuer lediglich daraus an, welchen Ertrag die Quelle objektiv liesert, und grundsätzlich nicht aus irgendwelche per sönliche oder sonstige besondere Verhältnisse desjenigen, dem der Er trag zusteht. So ist cs sür die Steuerpslicht vor allem unerheblich, ans weiche Art und in welcher Rechtssorm das dem Schuldner über wiesene Kapital In die Hand des Gläubigers gelangt und zu welchem ursprünglichen Zwecke es von diesem erworben ist. Das als Ein kommen bezogene Gehalt verliert dies« seine Bedeutung sür die Kaps- talertragsteuer, sobald es als Kapital angelegt ist und als solches in- solgedessen eine selbständige Quelle eines Ertrags bildet. (Urteil des Reichssinanzhoses vom 4. November 1921, I L 187/21.) Fremdsprachliche Übersetzungen deutscher Werke. — Mit Freude» kann man scststellen, daß seit Abschluß des Krieges die Übersetzungen deutscher Werke in sremde Sprachen sehr zugenoinmen haben. Aus wilsenschastlichem Gebiete ist die Auswahl der übersetzten Werke im allgemeinen gegeben, aber aus dem Gebiet der schönen Literatur scheint das Urteil des Auslands eigene Wege gehen zu wolle». Ei» Beispiel dafür ist die Anzeige eines bedeutenden spanischen Verlags, der in nächster Zeit mit der Veröffentlichung der sämtlichen Werke der Eugenik Marlitt beginnen will, weil sie eine der bedeutendsten Roman schriftstellerinnen Deutschlands sei und Wcltrus erlangt habe. Das neue Florenz: Mexiko. — Nach Schilderungen amerikanischer Journalisten ist Mexiko berufen, einst in der Kunst »dieselbe Rolle zu spielen wie das Florenz der Medici«. Mexiko habe eine breite Schicht ganz kultivierter Kunstfreunde. Die historischen Baudenkmäler seien trotz der beständigen Kriege in einem tadellosen Zustande. Tie MarttnSkirche von Tepozotlan enthalte wundervolle Gemälde der mexi kanischen Klassiker Calvera und Juarez in ehrfürchtigster Konscrvte- rung. Die staatliche Kunstsilrsorge sei glänzend organisiert. Der Mexikaner kenne und liebe die Geschichte seines Landes und seiner Kul tur viel besser als der Amerikaner, sie sind gute Sammler und ver ständige Kunstsreunde. Mexiko wurde durch die Sorge seiner Kon quistadoren so reich an Kunstschätzen wie irgendeine Stadt Europas. Die Akademie der Künste pflegt heute noch, unbeirrt von allen Modc- strömungen, einen nationalen Stil. Tie Töpfereien von Talavera und Mudejar gehen als viel bewunderte Stücke in die Welt hinaus, die mexikanische Skulptur stehe aus einer sehr hohen Stuse. — Man wird also das herkömmliche Urteil über Mexiko — das man gemeinhin nur als Vaterland einzelner Modetänze kennt — revidieren müssen. Der Film in Japan. — Interessante Mitteilungen über das Film wesen In Japan enthält ein Heft der Zeitschrift »Lichtbild-Bühne». Selbst in dem fernen Jnselreich gibt es 10 Filmfabriken, die zum Teil mit mehreren Millionen Neu Kapital arbeiten. Die Frauen- rollen in den Filmen werden meistens von Männern gespielt. Kinos gab cs im Jahre 1918 392, die ständig, und 12S, die nur zeitweise spielten. Das größte Theater hat 2909 Plätze. Alle Filme müssen vor ihrer Ausführung eine scharse Zensur passieren, die allerdings neuerlich etwas gelockert worden ist. Personen unter 18 Jahren dürfen nur besonders hierfür genehmigte Filme ansehen. PerloimliiMIMeii. Ein Volksbtlchereidircktor für Groß-Berlin. Durch Magtstrats- beschluß ist das Amt eines Volksbtichcreidirektors geschaffen worden, dem innerhalb der in der Berliner Stadtbibliothek befindlichen Zentral stelle für sämtliche gemeindliche Bildungseinrichtungen die Beaufsichti gung der Volksbüchereien und Lesehallen der Bezirke 7 bis 20 über tragen ist. Für die Alt-Berliner Bezirke 1 bis 6 verbleibt die Leitung der Volksbüchereien dem Direktor der Stadtbibliothek. Zum Volkö- btichcreidirektor ist Professor vr. Fritz, der Direktor der Charlotten- burger Stadtbücherei, gewählt worden. Todesfälle in der Gclehrtenwclt. — Der Röntgcnsorschcr Professor Johann Friedrich Fischer in Kopenhagen, der sich um die Entwicklung de? Röntgenforschung in Dänemark außerordentlich ver dient gemacht hat, ist im Alter von 63 Jahren in Kopenhagen gestorben. Im Alter von 63 Jahren schied der Privatdozent sür Archäologie an der Technischen-Hochschule zu Dar^nstadt Professor Oe. ptnl. Eduard Anthes aus dem Leben. Er mar Denkmalpfleger für die Altertümer im Großherzogtnm Hessen und Vorsteher des Denkmal archivs. Er schrieb u. a.: Tie Antiken der gräflich Erbach-Erbachischen Sammlung zu Erbach i. O. (1885), Beiträge zur Geschickte der Be siedelung zwischen Rhein, Main und Neckar (1902). Außerdem gab Professor Anthes heraus die 21. Auflage von Petiscus, Olymp (1901), Wtndhaus, Odenwald, 12. Ausl. (1914) und das Archiv für hessische Geschichte. Der langjährige Konservator am Louvremuseum und Professor der Archäologie an der Kunstakademie zu Paris, L6on Henzey. ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Noch wenige Tage vor seinem Tode hatte er eine Arbeit über die »Leinentuntka der griechischen Frauen« vollendet. Henzey hat seinem Namen in der Geschichte der Archäologie ein Gedächtnis gesichert durch die Ausgrabungen in Chal- däa, die er zusammen mit de Sarzeo ausgefllhrt hat. SvreWal. ^ Nochmals das Durchschreibverfahren. (Vgl. Bbl. Nr. 28.) Vor einigen Monaten machte ich im Börsenblatt (1921, Nr. 239) auf das augenverderbende Turchschreibverfahren aufmerksam. Nach meiner Beobachtung blieb diese Warnung vollständig unberücksichtigt. Tie Herren Sortimenter werden dies bestätigt finden bei der Aufstel lung der Konten des letzten Vierteljahres. Es ist absolut unmöglich, die Fakturen der Firmen Teubner, G. Müller, Vereini gung wissenschaftlicher Verleger und vieler anderer, die nach diesem Verfahren hcrgcstellt sind, zu entziffern. Wenn man auch davon absieht, daß das Durchschreibe-Verfahren die Handschrift voll ständig verdirbt — früher verlangte man von den Angestellten eine schöne deutliche Handschrift, jetzt scheint man dies als vollständige Ne bensache zu betrachten —, so sollte man doch im Interesse der Angen aller Sortiments-Buchhändler von diesem gewiß manche Vorteile bie tenden Verfahren abstehen. Die schädigende Wirkung kann ich an mir selbst feststellen. Also zurück zur deutlichen und schönen Handschrift in Geschäftsbüchern, im Briefwechsel und auf Fakturen! Die heutige Jett hat fast alles verdorben, warum dazu noch die Augen? Karlsruhe. E. Kundt. Die Bücherauskunftei des Sortimenters. Ein Vorschlag von Rudolf Birnbach. Selbst der tüchtigste Sortimenter, der alle Börsenblattverofsent- lichungen, alle bibliographischen Kataloge, alle einigermaßen wichtigen Verlegeranzeigcn sammelt und alles nach bestimmten Grundlagen in seinem »Archiv« vereinigt, um seine Kunden, die nicht ein bestimmtes Buch, sondern nur eine Abhandlung über ein gewisses Thema wün schen, objektiv und ohne Zuhilfenahme des relativ doch recht mangel haften Gedächtnisses beraten zu wollen, kann sich nicht der Tatsache verschließen, daß alle ihm zur Verfügung stehenden Aufzeichnungen, Angaben und Anhaltspunkte noch nicht im entferntesten an das Ideal wohl eines jeden Buchhändlers heranreichen, aus der übergroßen Fülle der Bucherscheinnngen das herauszugreifen, was den Wünschen eines Kunden voll und ganz entspricht. Meine Behauptung stützt sich auf die Voraussetzung, daß der Kunde nicht ein bestimmtes Buch verlangt oder ein Werk, dessen Inhalt du?ch andere Werke anderer Verleger 227
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