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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.02.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-02-20
- Erscheinungsdatum
- 20.02.1922
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- Deutsch
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43, 20. Februar 1922. Redaktioneller Teil. arbeitet hat. Offensichtlich ist alles unmittelbar ans der Praxis ge schöpft nnd nur soweit »frisiert«, als es unbedingt nötig war. Sehr, sehr angenehm berührt es, daß überall, wo es irgend angängig schien und möglich war, die von den ehemaligen so sehr verschiedenen Ver hältnisse der Nachkriegszeit berücksichtigt sind. Die Briefrcihe aus dem Buchhandel hätte der Verfasser allerdings lieber fortlassen sollen; sie entspricht wenig der Wirklichkeit nnd läßt die in diesem Handels zweige herrschenden Gebräuche und Gewohnheiten völlig unberück sichtigt. So verkehren vielleicht eine Buchbinderei, die einmal einen Posten Werke hat übernehmen müssen, und eine Spielwarenhandlung, die nebenbei Jugcndschrifteu verkauft, miteinander, nimmermehr aber zunftgerechte Buchhändler. — Dem praktischen Teile geht ein allge meiner voraus, der zunächst die üblichen Erläuterungen über Form nnd Inhalt eines kaufmännischen Briefes, über die Mängel der Kauf mannssprache usw. enthält. Alles, was sonst bei dieser Gelegenheit gebracht zu werden pflegt, ist hier hübsch klar und einleuchtend darge stellt. Es läßt sich dazu also wenig sagen, wenn man nicht den Ver fasser, um ihm das besondere Interesse des Besprechers au seiner Arbeit zu beweisen, darauf aufmerksam machen will, daß er auf Seite 39, Zeile 24/25 offenbar im Eifer des Gefechts den Teufel mit Beelzebub austreibt. Man »empfängt zwar nicht dankend einen Brief«, bestätigt ihn aber auch nicht mit Dank, sondern »bestätigt dankend den Empfang«. Aber das ist nnr eine Kleinigkeit. Sehr wert voll erscheinen mir die Abhandlungen über die Aufbewahrung der ein gehenden und die Vervielfältigung der ausgehenden Briefsachen, so wie über die Technik der Herstellung kaufmännischer Briefe, die neben allgemein gehaltenen Ausführungen den Leser in Wort und Bild mit den modernsten organisatorischen und maschinellen Hilfsmitteln im Kontor vertraut machen, wie Briefordner, Durchschrcibebücher, Dik tier-, Adressier-, Frankiermaschinen usw. Das vorliegende Werk ist nach dem Gesagten als wirklich gut zu bezeichnen und seine Anschaffung insbesondere denen zu empfehlen, die sich — selbst in unvermeidlich eng umgrenztem Wirkungskreise arbeitend — einen freien Überblick über ein wichtiges kaufmännisches Wissensgebiet verschaffen wollen. Ich teile auch durchaus die Hoff nung, die der Verfasser am Schlüsse seines Vorworts ausspricht, das; das Buch eine wertvolle Ergänzung der einschlägigen Literatur bil den wird. Karl Illing. Kleine Mitteilungen. Wertangabe der Bücherscndungen nach dem Ausland. Bei der Außenhandelsnebenstelle für das Buchgewerbe siud in letzter Zeit Be schwerden des Neichsbcauftragten sür die Überwachung der Ein- und Allsfuhr darüber eingelaufen, daß der ans dem Ausfuhrbewillig,lngs- formular eingesetzte Verkaufspreis, bzw. Wert der Sendung mit dem ans der Zollausfuhrerklärung angegebenen Wert nicht übereinstimmt. In vielen Fällen geben die Firmen auf der Zollinhaltserklärung einen bedeutend höheren Wert an als auf dem Ausfuhrbewilliguugs- sormular, was regelmäßig zu Beanstandungen des Neichskommissars sür Aus- nnd Einfuhrbewilligung und zu zeitraubenden Nachforschun gen führt. Die Anßenhandelsnebenstelle weist deshalb darauf hin, daß der Verkaufspreis, bzw. Wert auf dem Ausfuhrbewilli- g ll n g s f o r m ll l a r mit dem auf der Z v l l a us s u h r e r k l ä - vung angegebenen Wert übereinstimmen muß. Bei Nichtbeachtung dieser Vorschrift müssen in Zukunft die Differenzbeträge mit einer Ausfnhrabgabe nachbelastet werden. Ein Buchhandlungskursus in Wien. Die Abteilnng für Bildungs- hilfe der Wiener Handels- nnd Gcwerbekammcr veranstaltet Kammcr- turse für wirtschaftliche Weiterbildung. Die 10. Neihe dieser Kurse beginnt Mitte Februar und dauert bis in den Mai hinein. In der zweiten Gruppe: »Praktisch-kaufmännische Themen« ivird u. a. auch der frühere Konsulent der Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienhändler Herr Schriftsteller Carl Junker einen zwöls- stündigen Kursus über die Organisation und Geschichte des B uchhandels abhalten. Dem Programm zufolge ivird der Kursus folgende Gliederung haben: Wissenschaft und Buchhandel - Geschichte des Buchhandels mit besonderer Berücksichtigung von Österreich nnd Wien — Die Buchdruckerkuust und die graphischen Gewerbe — Rechts grundlagen des Buchhandels (Presserecht, Gewerberecht, Urheberrecht, Verlagsrecht) — Organisation und Gliederung der Geschäftszweige lVerlag, Sortiment, Barsortiment, Antignariat) — Die Buchhaudels- zentrale in Leipzig — Bücherproduktion nach Ländern, Städten und Kulturgebietcn — Die gegenwärtigen Entwicklungstendenzen im natio nalen und internationalen Buchhandel — Der Wiener Buchhandel und die Bedingungen seiner Entwicklung Der Büchermarkt - Preis des Buches Der Buchhandel auf der Wiener Messe. Kunstausstellung in Berlin. — Das Graphische Kabinett I. B. Neuma n n in Berlin W. 50, Kurfürstendamm 232, »röffnete am Sonnabend, dem 18. Februar, eine dreiwöchige Ausstellung von graphischen Arbeiten nnd einigen Gemälden von Prof. August Brömse, Prag. Die Beschickung der Frankfurter Frühjahrsmesse vom 2. bis 8. April ist, wie das Messeamt uns mitteilt, so umfangreich, daß trotz räumlicher Vergrößerung auch diesmal in einer Reihe von Gruppen nur eiu Teil der Interessenten Aufnahme finden konnte. Einteilung und Konzen tration nach Warengattungen sind in Frankfurt a. M. bereits voll kommen und vorbildlich durchgeftthrt. Die Einkäufer-Werbung für die Frankfurter Frühjahrsmesse wird Ende Februar mit dem Versand des vortrefflich bewährten Vorkatalogs, der 150 000 wirkliche Interessenten im In- und Auslande erreicht, auf breitester Grundlage fortgesührt werden. Der Besuch wird durch Messegesellschaftszüge aus allen Haupt- richtungen, für die Fahrpreisermäßigungen bis zu 45"/<> eintreten, ge fördert. Der Kartenverkauf erfolgt durch die bekannten Agenturen der Hamburg-Amerika-Linie, die Wohuungsvermittlung wie bisher durch den Wohnungsnachweis des Messeamtes, das sich zur Erteilung von Auskünften zur Verfügung hält. Was deutsche und was fremde Blätter kosten. — Auch die Be zugspreise der Auslaudblütter sind gewaltig gestiegen. So kosten eng lische Blätter wie »vail^ Lxpr688«, »Dali)? Mrror« und »vaüy Etrroniele« nach deutschem Gelde etwa 500 Marl vierteljährlich, was einen Einzelpreis von rund 5 Mark bedeuten würde. Die Londoner »IVlornlnA ?08t« kostet rund 950 Mark, und der Preis der »limes beläuft sich sogar auf fast 1500 Mark siir das Vierteljahr. Auch die holländischen Blätter warten jetzt mit stattlichen Zahlen aus. So muß man rund 100 Mark aufwcuden, um für ein Vierteljahr den »dlieurve llottercksumekrs Eourant« durch den Briefträger zu er halten, und das »BIZemeen Ilancks^black« in Amsterdam berechnet seinen Beziehern etwa 900 Mark für das Vierteljahr. In Stock Holm kostet das wichtigste Blatt »8ven8ka DnAblacket« 836.18 Mark und das »^ktoublacket« 834.06 Mark. Schließlich haben sich auch die Bezugspreise für A u s l a n d b l ä t t e r in deutscher Sprache ungemein verteuert. So kostet z. B. der »Baseler Anzeiger« jetzt 365.99 Mark, der Berner »Bund« 510.06 Mark, das »Prager Tage blatt«, nm auch ein Beispiel aus der Tschecho-Slowakci anzuführen, 175.69 Mark. Im Vergleich zu diesen Preisen müssen die Bezugs- kosteu der deutschen Zeitungen- als ziemlich billig bezeichnet werden. In der Tat bezahlt der Leser mit dem heutigen Bezugspreise deutsche Zeitungen kaum den Papierpreis. (Leipz. Neueste Nachr.) Was man in Wien eine »billige« Zeitung nennt. - Die Notlage der deutschen Presse ist langsam auch denjenigen Leuten klar geworden, die im allgemeinen wirtschaftlichen Dingen ferner zu stehen pflegen, und es ist nur ein recht geringer Trost, daß man auch in gewissen anßerdeutscheu Ländern von noch, höheren Notlagen sprechet! kann. So ist in Wien mit dem Neujahrstage durch die enorme Steigerung der Papierpreise und aller sonstigen Kosten das Zeitungseleud zum erschreckenden Ausbruch gekommen. Verhältnismäßig »billig« ist noch die jetzt mit sehr geringem Text herauskommende kommunistische »Note Fahne«, die monatlich »nur« 250^Kroneu kostet. Sonst belaufen sich die Preise ohne Zustellung ins Haus für zweimal erscheinende Blätter bis zu 1200 Kronen monatlich. Einzelne Exemplare kosten bis 40 Kronen, und für ein ganzseitiges Inserat werde» ungefähr bis eine halbe Millio u K r o n e n verlang t. Einzelne Sonderausgaben der großen Blätter habe» ihr Erscheinen in zwischen einstellen müssen, eine Erscheinung, die man bedauerlicher weise auch bei einer große» Zahl von deutschen Tageszeitungen und Fachblättcrn seststellen »ukß. Not der Presse bedeutet »och immer Not des Wirtschaftslebens und Not des Staates. Die deutsche Presse im Osten. Der -Frankfurter Zeitung wurde aus Riga geschrieben: »In dein ungeheuren Gebiet, das einst zum rus sischen Reiche gehörte und ivo vor dem Kriege mehr als zweihundert deutsche Zeitungen erschienen, ist deren Zahl heute, wenn es hoch kommt, auf ei» knappes Dutzend zusammengeschrumpft. Im Kau kasus, in Pole», in der Ukraine und in Finnland erscheinen überhaupt keine größeren deutschen Blätter. Doch auch in den baltischen Staa ten, ivo vor dem Kriege über 30 deutsche Tageszeitungen und Fachzeit schriften erschienen, ist ihre Anzahl jetzt eine überaus geringe. Es sind nur fünf Zeitungen, die auf diesem Gebiete in deutscher Sprache er scheinen: in Koivno die Litauische Rundschau, in Lcttland'die Libanischc Zeitung nnd die Rigasche Rundschau und in Estland der Rcvaler Bote und die Dorpater Nachrichten. Von diesen fünf Blättern, die sich alle dem Kulturleben Deutschlands verwandt fühlen und der ver armten deutsch-baltischen Bevölkerung als einzige geistige Nahrung
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